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Auf den letzten Drücker, aber gerade noch geschafft. Erster guter Vorsatz für 2019: Mit der Weihnachtsbäckerei am 1. Advent anfangen, dann bin ich vielleicht so früh fertig, dass die Päckchen bei euch rechtzeitig ankommen. So wird es, fürchte ich, wieder einmal ein WEIHNACHTLICHER NACHGESCHMACK. Aber auch das kann durchaus seinen Reiz haben, finde ich.

En el último de los minutos antes de Navidad, pero hecho está. Y el primer propósito para 2019: Comenzar con la repostería navideña el primer domingo de adviento. Así puede que consiga terminar lo suficientemente pronto como para que os lleguen las galletas a tiempo para navidad. Este año, me temo, volverán a formar parte del REGUSTO NAVIDEÑO que también puede tener su gracia.

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berlin _ 428 _ textil

So, das Weihnachtsintermezzo gehört seit einigen Tagen der Vergangenheit an und wir steuern alle unaufhaltsam auf das große Finale 2018 zu, nur mein Webstuhl steht weiterhin dort und geniesst die Ruhe der Gegenwart, getragen vom Raunen der Vergangenheit, das immer noch zwischen den Rohren der alten Heizkesselanlagen rauf und runter zu rollen scheint.

001Und mein Weberherz macht jedesmal einen Freudensprung, wenn ich die Treppe hochkomme und dieser Anblick auf mich wartet.

001Nach dem gemeinschaftlichen Weben am vergangenene Samstag haben sich einige der Aussparungen mit Farbe gefüllt, stellenweise haben sie sogar die Umgebung geflutet. Die durch die Formen entstandene Unterbrechung der Horizontalen hat es einfach gemacht, zu erklären worin einer der großen Unterschiede zwischen der Weberei und der Wirkerei besteht.

005Immer wenn zwei benachbarte Farben auf die gleiche Höhe gebracht worden waren, und die Formen neu entschieden werden konnten, wurde die gegenseitige Abhängigkeit und die Gleichzeitig- und -wertigkeit von Form und Untergrund bei der Wirkerei besonders deutlich.

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Die Feiertage werde ich dazu benutzen, den Streifen zu beenden und ihm einen kleinen Rahmen zu bauen. Mal sehen, wohin dieser Dialog von Formen und Farben führt.

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Aus Erfahrung weiss ich, dass das so sehr als Familienfest in unserer Kultur verankerte Weihnachtsfest nicht für alle und nicht immer einfach ist. Da gibt es die absoluten Weihnachtsmuffel, die werden schon einen Plan B haben oder einfach die Decke über den Kopf ziehen, oder die Füsse hochlegen, oder was auch immer ihre Strategie sein mag, um diesem Weihnachtssog zu entgehen. Als gute Muffel sind sie gerne allein, ohne sich deshalb einsam zu fühlen.

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Dann sind da aber auch viele Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen diese Weihnachten alleine sind: Vielleicht sind sie wegen Studium oder Arbeit weit weg und der Heimweg lohnt sich nicht; vielleicht ist die Familie weit weg und es gibt keine Möglichkeit des Zusammenseins, vielleicht hat es Krach gegeben, vielleicht verspüren sie der eigenen Familie gegenüber einen gewissen Überdruss, langweilt sie das immer gleiche Drehbuch, die Vorhersehbarkeit dessen, was in der nächsten halben Stunde geschehen mag, was wer sagt und wer mit wem streitet, oder vielleicht gibt es einfach keine Familie mehr.

Wer aus welchem Grund auch immer am 24_12 allein ist und eigentlich nicht allein sein möchte, der ist herzlich eingeladen sich zu uns zu gesellen. Wir werden ein hoffentlich recht buntes Trüppchen sein. Werden den Kamin anzünden, die wunderbare Kulturmarkthalle gemütlich machen, gemeinsam den Tisch decken und Speis und Trank miteinander teilen. Wer kann und mag, kann gerne etwas mitbringen. Wenn es nicht passt, wird sicherlich genug für alle da sein.

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Wir freuen uns auf euch.

Ah, Ihr wisst alle, wie man zur Kulturmarkthalle kommt, oder? Falls nicht, habt ihr hier noch einmal einen kleinen Plan.

Und wer vorher noch einmal nachsehen möchte, was es denn genau mit der KULTURMARKTHALLE auf sich hat, der
kann das hier tun:

die Seite der KMH im Internet

So, und nun wünsche ich euch allen, ob Muffel oder nicht, ein paar schöne Tage, ob rauh aber herzlich, ob geruhsam, faul im Sessel oder flott durch die Stadt radelnd, ob hier oder dort, geniesst es. Und sollten wir uns nicht mehr sehen, dann wünsch ich euch einen guten Übergang in das neue Kalenderjahr.

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(es) Como tantas veces en los últimos tiempos voy a la zaga de los acontecimientos con mi particular diario virtual. Aún me quedan por seleccionar las fotos del intermezzo navideño en el Museo Kesselhaus Herzberge, del sábado pasado.

Pero en vista de la triste noticia que hoy sacude a la sociedad española y afecta especialmente a las mujeres, quiero al menos subir una foto, no del telar, sino del laberinto que se elaboró en el marco del proyecto 410-días hace tiempo en España. Lo extendí el sábado pasado anudando el hilo del pasado y de los recuerdos con el del futuro. Y lo hice con el ánimo lleno de optimismo. Si comparto esta foto hoy es porque en aquél entonces, cuando elaboramos entre muchas manos amigas esta instalación textil, escogimos una carta de color. Y cada vez que tuvimos conocimiento del asesinato de una mujer por violencia de género, tejimos el tramo que correspondía a ese día en color morado en recuerdo de la víctima y para hacer visible nuestra tristeza, nuestra rabia y sobre todo nuestra reivindicación de que nos queremos vivas, TODAS Y CADA UNA, y que no queremos que seamos ni una menos de las que somos.

(de) Wie so oft hinke ich mit meiner kleinen Berichterstattung den Ereignissen hinterher. Immer noch sind die Fotos vom Weihnachtsintermezzo am vergangenen Samstag  im Museum Kesselhaus Herzberge auszusuchen und zu bearbeiten.

Aber angesichts der traurigen Nachticht die heute die spanische Gesellschaft und vor allem die Frauen erschüttert hat, nämlich der Fund der Leiche einer 26-jährigen Lehrerin, die seit dem vergangenen Mittwoch vermisst wurde und, so vermutet die Polizei, nicht eines natürlichen Todes gestorben  sonder Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist, möchte ich wenigstens ein Foto mit euch teilen. Nicht vom Webstuhl, sondern von dem textilen Labyrinthfaden, den wir vor einigen Jahren in Spanien als Teil eines umfassenden Projektes mithilfe vieler helfenden Hände hergestellt haben. Ich hatte ihn am Samstag ausgelegt. So wie für meinen Webstuhl war es auch für dieses Projekt eine berliner Prämiere, und ich war froh, dass sich die Gelegenheit geboten hatte, die Fäden der Erinnerung mit den Fäden der Zukunft zu verknüpfen. Gerne wäre ich bei dieser für mich so positiven Auslegung geblieben. Doch wenn ich dieses Foto hier einstellen, dann deshalb, weil wir bei der Herstellung des Fadens einer Farbkarte gefolgt sind: Jedes Mal, wenn wir von einem Fall geschlechtsspezifischer Gewalt erfuhren, bei dem die Frau getötet worden war, wählten wir die Farbe Lila für den an diesem Tag zu strickenden Teil. Es sollte ein Zeichen unserer Trauer und unserer Wut sein, aber auch der daraus resultierenden Forderung, dass alles Menschenmögliche unternommen werden muss, damit sich solch eine Nachricht nie mehr wiederholen kann.  In disem Sinne bin ich heute in Gedanken bei allen, die trauern, bei allen, die wütend sind, und bei allen, Frauen und Männern, die dafür einstehen, dass dieser Mißstand so schnell wie möglich  und für immer behoben wird.

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6 Kilo Zucker, 10 Kilo Mehl, 3 Kilo Jasminreis……. Es mag sich so lesen, aber das ist NICHT der Einkauf für die Weihnachtsbäckerei, auch wenn die Kassiererin im Supermarkt mir aufmunternd und die Dame in der Schlange hinter mir mitleidig zugelächelt hat.

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Nein. Hier geht es um etwas anderes. Hier geht es darum eine lange Kette gut auf einen Webstuhl zu bekommen. Ideal sind dafür helfende Hände. Aber die sind nicht immer verfügbar. Also muss man sich selbst zu helfen wissen, denn ausser einem guten Entwurf geht nichts über eine „gute“ Kette.

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So müssen halt improvisierte Gewichte herhalten, denn wie soll man sonst 1200 Fäden unter mehr oder weniger gleichmässiger Spannung aufwickeln!!!

Es ist eine große Herausforderung, diese Kette zu bewahren und weiter zu nutzen. Das war es schon damals, als ich sie geschärt habe. 15 m. Eine Herausforderung an das Leben. Sie sollten ein Zeichen dafür sein, dass es an der Zeit ist, einen Ort zu finden, der Kontinuität gewährleistet. Dem war nicht so. Das einzige Kontinuum ist die Kette selbst geworden. Deshalb liegt mir wohl so viel daran, sie weiter zu verwenden, auch wenn es jetzt meine  Geduld ist, die auf eine harte Probe gestellt wird.

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Auch wenn es auf dem ersten Blick nicht so aussehen mag, heute bin ich ein gutes Stück voran gekommen. Die Zöpfe sind offen, die Fäden in gleichmäßigem Abstand eingelegt.

Und obwohl das Weihnachtsintermezzo erst in einer Woche stattfindet, herrscht jetzt schon Weihnachtsstimmung im Museum Kesselhaus.

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MERKT euch den 15.12.2018. Es wird sich lohnen. Wir sehen uns dort.

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Algo más de año y medio separan estas dos tandas de imágenes, y un buen puñado de vivencias, de emociones, de cabreos y alegrías.

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Hoy ha sido un día muy especial, y por eso escribo en español, que ya sé, que lo estoy dejando un poco al lado, pero a veces premia el tiempo y la realidad es la que manda.

Pero hoy no. Porque hoy me he puesto a preparar el telar para el „Weihnachtsintermezzo“ en un maravilloso espacio no lejos de nuestra casa: el edificio que antaño albergó las calderas de calefacción y electricidad de un conjunto hospitalario berlinés, hoy convertido en museo: el Kesselhaus, en el cual el sábado 15 de diciembre habrá un evento de mercadillo, arte, gastronomía y música en el que participaré.

Así que hoy me he pasado el día sacando la urdimbre que guardamos tan cariñosamente en La Redonda hace año y medio, desenredándola, peinándola y recordando, como no, los días del corte del tapiz más reciente y todas las manos amigas que me arroparon en estos momentos tan intensos. Y el abrir cada trenza era como traeros para acá y teneros conmigo. GRACIAS.

Patri, Marta, Arturo, MJ, Loyola, Lourdes, Bernardo, Noe, Jaime, Lucia, María, Esther, Josemi………

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Und wieder einmal ist mein Webstuhl auf Wanderschaft gegangen. Diesmal ging die Reise allerdings nicht ganz so weit. Im Museum Kesselhaus Herzberge, auf dem Gelände des Evangelischen Krankenhauses KEH (Königin Elisabeth Herzberge), mit Anschluss an den Landschaftspark Herzberge werde ich die nächsten Tage zu finden sein.

Endlich hat mein Telemachus mal wieder etwas Luft um sich herum. Und am Samstag, den 15.12.2018, beim Weihnachtsintermezzo in gemütlicher Atmosphäre werde ich euch gerne zeigen, wie es aussieht und sich anfühlt, wenn man sich in die Welt der Bildweberei begibt.  Also merkt euch den Tag schon einmal im Kalender vor.

Und gut macht er sich, oben auf der Kesselebene, zwischen all dem Metall und Ziegelstein. Danke an alle helfenden Hände für den reibungslosen  Transport und Aufbau. Ich bin sehr darauf gespannt, wie es sich dort weben lässt.

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Ich wollte euch nur noch einmal daran erinnern, dass ab Morgen die Austellung „Wiedergeburt“ in die fünfte und damit vorletzte Wochenendöffnungsrunde geht und von Do bis Sa jeweils von 15 bis 18 Uhr auf euren Besuch wartet.

Am Freitag gibt es ein Workschop mt dem Titel: “Ein Land, das es nicht (mehr) gibt”,  zu dem ich euch herzlich einladen möchte. Mir ist dabei gleich eins meiner Lieblingswörter eingefallen, ihr kennt es ja schon:

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„The lost place of your past“, der verlorene Ort deiner Vergangenheit, da bekomme ich jedesmal Gänsehaut.

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Lichtenberg. Aristophanes. Der Frieden.

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berlin _ 419

Manchmal werde ich gefragt, was denn aus der Idee des KUKUmobils geworden ist. Nun,  ich muss zugeben, dass es DERZEIT nicht ganz oben auf meiner „To-Do-Liste“ steht, da kommt zuerst die Suche nach einem Atelier. ABER das bedeutet natürlich nicht, dass es vergessen ist. DENN: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. UND: Weber/innen sind hartnäckiger als das schlimmste Unkraut und so leicht nicht wegzukriegen mit ihren Ideen. Klar, dass dann mein Blick immer mal wieder irgendwo kleben bleibt.

A veces me preguntan que ha sido de la idea del KUKUmobil. Bien, tengo que reconocer que ahora mismo no ocupa el primer puesto de mi „que-hacer-lista“, ahí está la busqueda de un taller. PERO eso no significa  que lo haya olvidado. PORQUE Lo que no es hoy, será mañana. Y: Los y las tejedores somos por naturaleza más persistentes que la peor de las malas hierbas y extremadamente tenaces a la hora de convertir nuestras ideas en realidad.  Dicho lo cual, a nadie le sorprenderá que, de vez en cuando, mi mirada quede „pegada“ en algún lugar, sobre algún objeto……

009Für den großen Webstuhl zu klein, aber für die Webböcke…..!!!!!

 

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berlin _ 418 _ KMH

Am Freitag fand die erste der zwei geplanten Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung „WIEDERGEBURT“ in der KulturMarktHalle statt. Die ausstellenden KünstlerInnen waren eingeladen über ihre Arbeiten und den Bezug zum Ort, zur Zeit und zum Thema darzustellen und miteinander und dem Publikum ins Gespräch zu kommen.

 

Bedauerlicherweise war das Publikum nicht gerade zahlreich, dabei war es total gemütlich und ich habe die Gelegenheit sehr genossen, mehr über die Arbeit meines Kollegen  Anwar Al Atrash zu erfahren. Natürlich hatte ich mir seine Website schon angesehen, hatte auch mit ihm über unsere Arbeiten, unsere Herangehensweisen an das Thema gesprochen, aber immer nur auf Englisch. Da versteht man sich mal mehr, mal weniger. Aber wie das mit den Sprachen halt so ist, wenn man sie nicht so gut beherrscht, wie das bei mir mit dem Englisch und bei Anwar mit dem Deutsch der Fall ist: wenn man tiefer in ein Thema einsteigt, dann wächst manchmal die Frustration, weil man sich trotz der Bemühung des Gegenübers, dem Gedankengang zu folgen, bewusst wird, dass vieles von dem, was man eigentlich gerne mitteilen oder fragen würde, auf der Strecke bleibt.

TalkVon links nach rechts: Valentina Sartori, Kuratorin der Ausstellung, Juanjo, einer der fleißig heizenden Pelletöfen der KMH, ein Standbild des Videos mit Yael Nachshons Eröffnungskonzert und darunter Yaser bei der Durchsicht der Fragen für das Gespräch.

Deswegen war es ein absoluter Luxus, Anwar in seiner Muttersprache reden zu hören. Yaser Mohammad hat bei der Gesprächsrunde nicht nur die Moderation übernommen, sondern auch das Hin- und Herübersetzen der Fragen und Antworten. Auch wenn ich natürlich, leider, nur den deutschsprachigen Teil verstehen konnte, fand ich es spannend, beiden zuzuhören, wenn sie miteinander in ihrer Muttersprache redeten. Wie beim Film im Originalton: Mimik, Gestik und Tonlage der Stimme vervollständigen das Gesagte und machen es viel leichter nachvollziehbar und das Zuhören intensiver. Also noch einmal mein Dank an Yaser. Denn Künstlergespräche zu übersetzen ist sicherlich nicht einfach.

Interessant fand ich auch die unterschiedliche Art und Weise, wie jeder von uns mit der „Aufgabe“ umgegangen ist. In der Natur meiner Disziplin, vor allem in ihrer Langsamkeit, liegt begründet, dass es bei mir eher selten vorkommt, dass ich an solchen Ausstellungsprojekten teilnehme, bei denen ein sehr konkreter Zeitrahmen, ein Thema und ein Ort vorgegeben sind. Eine Herausforderung, die ich gerne angenommen habe,

 

Das Ergenis ist daher auch recht untypisch, wenn man meine bisherigen Arbeiten kennt. Schon allein das Material, Nylonschnur, will sagen Angelschnur, in unterschiedlichen Stärken, habe ich das erste Mal benutzt und dabei festgestellt, dass es zumindest als Webmaterial nicht gerade besonders umgänglich ist.

 

Als Entschädigung für diese gewisse Störrischkeit brachte es allerdings diese wunderbare Transparenz, die einen Zusammenhang zu dem gewählten Ort -der großflächigen Fensterfront- und den graffitierten Schriftzügen  darstellte.

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Auch das Weben „ohne Untergrund“ ist für mich eine neue Erfahrung gewesen. Eigentlich betone ich sonst gerade immer die Gleichwertigkeit von Untergrund und Motiv bei der Bildwirkerei. Das eine kann nicht bestehen ohne das andere, entsteht  zeitnah, oft sogar gleichzeitig, und im steten Wechsel. Je nachdem, wie die Formen verlaufen, die unter rein bildhaften Aspekten das Motiv abgeben, kommt es bei der Entstehung einer Figur häufig zu einer Unterbrechung, weil der Untergrund „fehlt“ und erst gewebt werden muss, bevor die Figur „darüber wachsen“ kann. Für mich macht diese Eigenart  neben anderen Aspekten den Reiz der Bildwirkerei aus. Es hat etwas mit einer Art von Demut oder Bescheidenheit zu tun, einer Bereitschaft, sich zurückzunehmen und aufeinander einzugehen.

Trotzdem finde ich das Ergebnis sehr ansprechend, vielleicht, weil es um Wörter geht, und natürlich, weil es zum Konzept der Arbeit meiner Ansicht nach gut passt. Denn aus meiner Erfahrung heraus hat das Thema Wiedergeburt viel mit Sprache zu tun, mit dem Augenblick, in dem man wahrnimmt, dass man eine Sprache die nicht die eigene ist so gut zu beherrschen beginnt, dass man sich selbst, sein ICH wiedererkennt, wenn man sich ihrer bedient, man sich nicht nur verständlich macht, sondern sich wirklich mitteilen kann. Das ist ein unglaublich bewegendes Gefühl, erst sehr flatterhaft, so sehr, dass man seiner eigenen Wahrnehmung nicht glauben will. Aber wenn es dann immer wieder auf die Probe gestellt wird und immer mehr Bestand hat, dann stellt sich eine unglaubliche Befriedigung ein, denn dahin zu kommen, ist mit sehr viel Anstrengung verbunden, mit vielen Augenblicken der Frustration und der Ungeduld. Und damit sind wir wieder dort agekommen, wo ich mit diesem Blogbeitrag begonnen habe.

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Luft _ Atem _ Sprache

Das waren die drei Worte, die ich gewählt hatte, um sie in den unterschiedlichen Sprachen der ausstellenden Kollegen und Koleginnen zu weben. Wenn Luft zu Atem wird, ist dies ein Zeichen dafür, dass Leben vorhanden ist. Wir hauchen Leben ein, und aus, wir beatmen und wiederbeatmen, wir warten auf den ersten Atemzug eines Neugeborenene und fürchten den letzten eines Sterbenden. Und wenn dieser Atem dazu dient, um unsere Stimme zu tragen und unsere Gedanken und Gefühle anderen mitzuteilen, dann entsteht Sprache.

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Ja, und dann ergab es sich, dass  ich am Freitag vor dem Künstlergespräch Zeit hatte und Fotos machen konnte. Und ganz gegen meine Gewohnheit, die mich eher zur Nüchternheit neigen läßt,  hab ich mich auf ein Spiel mit Licht und Schatten eingelassen. Vielleicht hat auch die vorweihnachtliche Stimmung dazwischen gefunkt. Irgendwie mischte sich da der Effekt Weihnachts-Lichterkette mit Disco-Atmosphäre. Auch das ein Novum.

 

Die Ausstellung läuft übrigens noch bis zum 15.12.2018. Öffnungszeiten sind donnerstags bis samstagsvon 15 – 18 Uhr. Am nächsten Samstag werde ich die Ausstellung betreuen und gerne auch Fragen bezüglich dieser oder meiner sonstigen Arbeiten beantworten.

Es gibt eine zweite Veranstaltung imRahmen dieses Ausstellungsprojektes am Freitag den 7.12.2018 um 19 Uhr. Dann wird es um das Thema „GEBURT“ gehen, um „Ein Land, das es nicht (mehr) gibt.

Ihr seid herzlich eingeladen.

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002 (copia)Die nächsten Weihnachten kommen bestimmt. Und das KUKU-mobil hoffentlih auch.
Aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben. Und WeberInnen sind ein hartnäckiges Völkchen.
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003Immer schön anzusehen, auch im Herbst.
Gesehen: KEH Gelände, Herzberger Landschaftspark

 

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001#Fundstück. Babelsberg. Weberviertel

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#herbstlichter

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Herbstlichter

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Nun ist sie eröffnet, die Ausstellung „Wieder-Geburt / Rebirth“ in der KulturMarktHalle, und wartet auf euren Besuch. Bis zum 15.12 sind donnerstags, freitags und samstags von 15 – 18 Uhr die Arbeiten der sechs beteiligten KünstlerInnen zu sehen.

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Es hat Spass gemacht, die vergangene Woche dort zu verbringen und meine Arbeit zum Teil dort entstehen zu lassen, die Ruhe aufzunehmen, die die Halle auf mich ausstrahlt, dieses „so viel hab ich schon gesehen, wenn du wüßtest….“ , und die Bewegung, die in sie hinein kommt, durch die Besucher des Cafés, die fleissigen Hände, die hier und dort ausbessern, verschönern, mit neuen Öfen für Wärme sorgen, die Kinder, die Nachbarn, und natürlich die kunstschaffenden Kollegen und Kolleginnen, die ihre Arbeiten bringen.

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Wie immer gäbe es jetzt viel zu berichten von dem Eröffnungstag und den Begegnungen, die stattgefunden haben. Wie immer, fehlt es gerade jetzt an der notwendigen Zeit, um in Ruhe davon zu erzählen.

Aber doch, ganz kurz, vier Anmerkungen meinerseits: Erstens. Fühle ich mich wohl dort. Mir gefällt das Projekt ausgesprochen gut, mir gefällt der Ort, seine Lage, und ich bin gespannt darauf, wie es sich entwickeln wird. Für mich ist die Ausstellungsbeteiligung ein reines Vergnügen. Und da sind wir schon beim Zweitens: Denn ich fand es auch ungemein spannend, mit meiner textilen Kunst nicht nur dort vertreten zu sein, sondern dank der Großzügigkeit von Yael auch das Eröffnungskonzert „textil“ begleiten zu können. Drittens: Hat mich eine Besucherin auf meine Ausstellung in der VHS am Prenzlauer Berg  angesprochen, und das hat mich sehr berührt. Und Viertens hat der aufgebaute improvisierte Webrahmen so viel Raum für Begegnung geschaffen, mit jungen und älteren Menschen, von hier und von anderswo, bekannte und unbekannte, dass ich jetzt noch ganz aufgewühlt bin und eine große Lust in mir spüre, dies öfter geschehen zu lassen.

Jetzt aber erst einmal, und ohne weiter auf diese Gedanken einzugehen, eine Reihe von Momentaufnahmen vom gestrigen Abend, mit einem Dank an alle, die ihn zu dem gemacht haben, was er war.

 

 

 

 

 

 

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Ganz schnell und ohne zu viel verraten zu wollen, ein paar Eindrücke vom ersten Aufbautag. Ich hoffe, ihr habt euch alle den Freitagabend reserviert, um zur Vernissage der Ausstellung „wiedergeburt“ in der Kulturmarkthalle zu kommen.

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Heute haben wir eine kleine Fotosession gemacht, im Hof hinterm Haus. Ich hoffe sehr, euch damit auf die Ausstellung neugierig machen zu können, die am kommenden Freitag, den 9.11.2018 in der KulturMarktHalle eröffnet wird:

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Hier das Ergebnis:

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Danke an alle helfenden Hände, besonders die von Gael, der vor seinem Heimflug noch schnell mitgemacht hat.

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Es hat tatsächlich gedauert. Aber nun habe auch ich meinen ersten Mauerpark-Flohmarkt-Besuch hinter mir. Nach über einem Jahr in Berlin. Juanjo meint zwar, wir wären schon einmal dort gewesen, und ich hab es bisher zwar nicht vehement bestritten, aber doch bezweiflt, weil ich mir nicht sicher war, ob ich mich auf meine Erinnerung verlassen konnte, oder sich in der Aufeinanderfolge der Ereignisse während der ersten Berlinbesuche, als Juanjo schon hier war und dem Rest der Familie den Weg geebnet hat, und ich noch in Spanien, um die Zelte nicht einzureissen, sondern behutsam abzubauen, Bilder übereinander gelagert hatten oder verloren gegangen waren. So etwas soll ja vorkommen, bei Umzügen. Deshalb war nicht auszuschiessen, dass mir diese Erinnerungsbilder vom Mauerpark einfach abhanden gekommen waren.

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Heute bin ich ziemlich sicher, dass es wirklich das erste Mal war. Wahrscheinlich war es noch nicht mal so ’ne richtige Mauerparkstimmung. Der plötzliche Kälteeinbruch nach dem langen milden Herbst hatte viele überrascht und einige abgeschreckt. Es war lange nicht so voll, wie es in den Sommermonaten wohl zu sein pflegt. Was sich auf meine Stimmung nun wiederum sehr vorteilhaft ausgewirkt hat.

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Etwas Geschiebe am Eingang, babelische Geräuschkulisse zur Begrüßung, Duft nach Asiatischem und nach Glühwein, etwas Kunsthandwerk, etwas Design, mal eher gehipstert, mal eher alternativ, etwas fürs Touristenauge und Spass am Secondhanding. Von allem war etwas dabei. Klamotten, Möbel, Antiquitäten, Selbstgedachtes und Selbstgemachtes.

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Ganz gemütlich bin ich von einem Stand zum nächsten gebummelt. Hab mir als Handwärmer meinen ersten Glühwein gegönnt und nach dem Stöbern in den ersten KrimsKramsKisten beschlossen, dem herbstlichen Grau ein buntes Blumenbouquet entgegenzusetzen.

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Am Anfang fand ich das noch ganz witzig, aber je mehr Kisten ich durchsah, um so seltsamer fühlte ich mich dabei. Meine Stimmung schlug vollends um, als ich auf den Zuckertopf mit dem Würfelzucker stiess, und auf die gehäkelten Deckchen, die irgendjemand zum Schutz zwischen die Desserttellerchen aus hauchdünnem Glas gelegt hatte, darum besorgt, dass sie nicht zerbrechen.

Und jetzt lagen sie lieblos zusammengewürfelt in zu langen Reihen aufgereihten Pappkartons, an denen fremde Menschen  auf der Suche nach einem Vintage-Schnäppchen entlangdefilierten, unter den wachsamen Augen einiger „Beobachter“, die auf erhöhtem Stühlen Posten bezogen hatten, um sicher zu stellen, dass niemand unbezahlt etwas „mitgehen“ lässt von all dem Ramsch, dem sie selbst keinen weiteren Wert beimessen ausser dem, den andere bereit sind zu entgelten.

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Plötzlich war der Zauber verflogen und in meinem Kopf begannen sich Bilder zu mischen: von mir beim Ausmisten meiner eigenen Sachen, jedesmal, wenn ich nach langen Zeiten der Abwesenheit zu meiner Mutter kam; von der Auflösung der Wohnung meiner Mutter nach ihrem Tod und der Ohnmacht weder Raum noch Zeit zu haben, um mich richtig von all den Dingen zu trennen, denen irgendwie etwas von meiner Mutter anhaftete; von den Umzügen der eigenen Familie und dem Ordnen der Habseligkeiten, an denen so viele Erinnerungen hängen…… Und dann kommt hier und da auch noch ein Gegenstand zum Vorschein, der ebensogut mir gehören könnte, und ich versuche mir die Menschen vorzustellen, die mit diesen Gegenständen verbunden waren, und die Schiksale, die dazu geführt haben, dass ich jetzt hier stehe und in ihren Habseligkeiten wühle. So wie man manchmal im Supermarkt an der Kasse steht und auf dem Band all die Dinge sieht, die die Person vor einem gekauft hat und versucht, sich vorzustellen, was es mit dieser für Aussenstehende willkürlichen Zusammenstellung von Gegenständen auf sich haben mag.

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Mit jeder Kiste werden diese Menschen mir gegenwärtiger und ich stelle mir vor, dass vielleicht auch meine Habseligkeiten irgendwann mal in solch einer Reihe von Kisten landen. Immer noch besser als in einem Müllcontainer, oder? Zumindest bekommen sie eine neue Chance und jemand anderes ein paar Euros, oder? Oder nicht?

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Tief berührt bin ich mit einem kleinen Likörglas aus rosagefärbtem Glas und drei handbemalten Ostereiern davongegangen. Seitdem werde ich all diese Gedanken nicht los und eine gewisse Wehmut macht sich in mir breit.

Ich hab mir vorgenommen, nächste Woche wieder hinzugehen. Erstens, weil ich mich mit einem Kunsthandwerker verabredet habe, der mir eine selbstgemachte Gottesanbeterin zeigen will, zweitens weil es an einem Antiquitätenstand eine wunderschöne Badepuppe aus Porzellan gab, über deren Preis durchaus noch verhandelt werden kann, und drittens um zu sehen, was passiert, wenn ich mich ein zweites Mal diesen Reihen von KrimsKramsKartons gegenüber sehe. Vielleicht, wenn man entsprechend gewappnet ist, bringt einen das alles nicht aus dem Gleichgewicht. Schliesslich ging ein Strom von Menschen an diesen Reihen von Kisten vorbei, ohne auf irgendein Art und Weise angerührt zu sein. Nur bei einer Gelegenheit erkannte ich mich mit meinen Gedanken bei jemand anderem wieder, als nämlich eine Frau zu ihrem Partner sagte: Ist schon krass, stell dir vor, du siehst so ’ne Kiste mit Kram durch und dir wird auf einmal klar, dass er von jemandem ist, den du kanntest.

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EINLADUNG _ INVITACION _ INVITACIÓN

Ich möchte euch gerne einladen zu der nächsten Ausstellung, an der ich mit einem kleinen, textilen Beitrag beteiligt bin:

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Seit einigen Monaten begleite ich sopradisch das Nachbarschafts- und Integrationsprojekt KMH _ KulturMarktHalle, die Wiederbelebung einer ehemaligen Supermakrthalle im Mühlenkiez, die dort, wo früher das für das Wohlbefinden des Leibes Wesentliche verkauft wurde, das geschehen lassen will, was der Seele und dem Geist guttut und die Gesellschaft zusammenhält.

Das Thema „Wiedergeburt“, eng verbunden mit dem, was derzeitig mit diesem Ort geschieht, wird auf persönlicher Ebene von den teilnehmenden Kunstschaffenden auf sehr unterschiedliche Art und Weise beleuchtet, denn jeder macht diesen Begriff an etwas anderem fest, an eigenen Erfahrungen, Wünschen, Gedanken.

Das Leben hat es mir bisher erspart, mich mit Situationen auseinandersetzen zu müssen, in denen mein Leben ernsthaft gefährdet war. Zumindest habe ich es nie so empfunden. Daher ist meine Herangehendweise an das Thema „Wiedergeburt“ eher auf die Erfahrung fokussiert, sich an einem fremdem Ort in einer fremden Kultur in einer neu zu erlernenden Sprache das erste mal wiederzufinden. Diese Erfahrung habe ich in meinem Leben bisher zweimal erfahren: in Frankreich und in Spanien.

Zweimal gab es diesen Augenblick, in dem ich mir bewusst wurde, dass ich mich meinem Gesprächspartner gegenüber nicht nur verständlich machen, sondern darüber hinaus etwas von meinem eigentlichen ICH vermitteln konnte. Bevor es zu diesem Moment kommt, steht eine große Frustration, eine große Ohnmacht, das ein oder andere ungewollte Missverständnis und irritierendes Unverständnis, und auch eine ganz gewaltige Anstrengung. Die Wiedergeburt des ICHs in einer anderen Sprache, die es mitteilbar macht, also lebendig und wahrnehmbar für das Gegenüber macht, ist mein Thema bei dieser Ausstellung.

Daher habe ich eine kleine Auswahl an Worten herausgegriffen, die für mich in diesem Zusammenhang als Vehikel dienen, um diesen Gedanken auszudrücken:

Wurzel _ Atem _ Sprache _ Luft

Diese vier Worte treten in unterschiedlichen Erscheinungsformen auf: in den fünf Sprachen, in denen wir _ als an dem Projekt beteiligte  KünstlerInnen _  unser ICH das erste Mal verbalisiert haben:  Spanisch _ Arabisch _ Italienisch _ Hebräisch _ Deutsch.

Mehr dazu in Kürze. Aber es sei jetzt schon gesagt:

Ich freu mich auf euren Besuch.

 

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Jedesmal, wenn ein Kurs endet, kommt die gleiche Stimmung auf:

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Jetzt….

…. wo es eigentlich erst richtig anfängt, Spass zu machen,
…. weil man ein Gespür bekommt, für das richtige Material, die richtige Spannung,
…. weil man die ersten grundlegenden Techniken beherrscht
…. weil einem die ersten Ideen kommen, die man gerne umsetzen würde,
…. weil man gerade beginnt, ein Vorstellung davon zu bekommen, welche Möglichkeiten
sich einem bieten,…..

….. jetzt ist der Kurs zu Ende.

Auf der einen Seite freut mich das natürlich, bedeutet es doch, dass ich etwas von dem geschafft habe, was ich mir jedesmal vornehme: nämlich andere Menschen für die Bildwirkerei zu begeistern. Auf der anderen Seite frustriert es mich natürlich auch, dass ich keine Lösung anbieten kann, auf die Fragen, die oft von den Teilnehmenden kommen, nach einer dauerhaften Möglichkeit des Weiterlernens.

Klar ist, das es erstrebenswert wäre, über eine kontinuierlichere Infrastruktur zu verfügen, die es möglich macht, über einen längeren Zeitraum auch an größeren Stücken zu arbeiten.

04

Denn selbst ein Wochenende macht deutlich: Je gröber die Kette, und je dicker die Wolle für den Schuss, um so schneller wächst der Teppich. Aber je feiner das Material für Kette und Schuss, um so präzieser die Formen, um so klarer die Komposition, um so nuancierter die Farbabstufungen, um so reicher die -mischungen, ABER um so langsamer wächst der Teppich, bzw. um so mehr Zeit benötigt man, um das gewebte Bild entstehen zu lassen.

Wie man diesen Balanceakt hinbekommen kann, Zeit, Raum und Finanzierung in einem ausgewogenen und für alle nachhaltigen Masse zusammenzubringen, weiss ich noch nicht, aber ich werde weiter nach einer Lösung suchen.

HIER aber erst einmal das Ergebnis dieses Wochenendkurses. Die Horizontal, Diagonale und Vertikale in der Weberei, mögliche Verbindungen und erste Farbabstufungen und -kompositionen standen auf dem Programm.  Dabei hat jede der Teilnehmerinnen ihre ganz eigene Art gefunden, mit den Materialien umzugehen und das auszuprobieren, was sie interessierte.

 

DENN, so kurz der Kurs auch sein mag, er ist lang genug, um die Vielfalt der Webkunst erahnen zu lassen. Selbst nach zwei Tagen Weberei gleicht kein Stück dem anderen. Auf jedem Webrahmen findet etwas ganz anderes statt.

Dabei ist alles spannend, alles interessant, und jedes kleine Werk, das dank diese hingebungsvollen und hochkonzentrierten Abeit entsteht, ist ein kleiner Schatz. Und jede Abnahme vom Webrahmen ist ein kleines Fest.

Ich freu mich schon sehr auf den nächsten Kurs, der ist übrigens auch in Tempelhof Schönefeld, und schon nächsten Monat, vom 23.-25.11.2018

Mehr Info dazu findet ihr hier: VHS Tempelhof-Schöneberg Information zu den Kursen

 

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Zwischenbilanz. Heute war der erste der zwei langen Tage des Bildwebereikurses. Viel haben wir gesprochen, über Materialien, über horizontale und vertikale Farbwechsel, über Diagonale und über Farbverläufe.  Und einiges davon haben wir ausprobieren können.

Wie immer finde ich es spannend zu sehen, wie ausgehend von der Webkante, die noch auf allen Webrahmen gleich aussieht, jeder von ihnen schon nach kurzer Zeit ein ganz eigenes „Gesicht“ bekommt.

Und auch diesmal begeistert mich die Konzentration, die in unserer improvisierten Werktatt herrscht. Sechs Stunden sind für einen Weber, eine Weberin, eine kurze Zeit, aber wenn man das erste Mal vor dem Webrahmen sitzt, macht sich das intensive Arbeiten schon bemerkbar. Daher bin ich den acht Telnehmerinnen sehr dankbar für die Ernsthaftigkeit, mit der sie mir zuhören und dann bereit sind, ihren eigenen Gedanken zu folgen und jede für sich die Fäden in die Hand zu nehmen und ein eigenes Musterstück herzustellen.

Morgen mehr.

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Oktober 2018-página001

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