Jyväskylä _ 914 _ Fundstück
Jyväskylä _ 913 _ eine Reise in den hohen Norden
62° 14′ N, so hoch im Norden war ich noch nie. Überhaupt war Skandinavien ein mir unbekanntes Stück Kontinent.
Was uns bisher mit Finnland verbunden hatte, war und ist Vilma. Vilma hat im Rahmen eines Schüleraustauschprogramms für einige Monate bei uns in Puentetoma gewohnt, als Lea nach Norwegen gegangen ist. Es ist ein Geschenk des Lebens, dass wir nach wie vor Kontakt haben. Sie kommt aus dem noch höheren Norden, aus Rovaniemi, lebt jetzt in Helsinki und erinnert sich genau so gerne wie ich an die gemeinsame Zeit im Norden Spaniens.
Tatsache ist: ich habe mich verliebt, so, wie man es eben kann,wenn man ein vollkommen fremdes Land besucht und langsam und liebevoll erkundet, 5 Tage lang, leider nur 5 Tage lang.
Ein Land mit weiten Flächen, Himmel und Wasser, ein Land der Spiegelungen, ein Land mit einer Sprache, die nur sie allein verstehen, die mir aber so wunderbar im Ohr klingt, wie das Glucksen des Wassers am Ufer und das Rascheln der Birkenblätter im Wind.
Ein Land mit einer Sprache, die meinem Ohr und Auge keine Einstiegsluke bietet. Nichts. Wie habe ich es genossen, das genaue Beobachten mangels anderer Kommunikations-wege, und auch die Rückbesinnung auf mich selbst und meine Fähigkeit, mich in Raum und Zeit zurecht zu finden.
Begeistert bin ich am ersten Abend, diesem langen Abend dem eine kurze Nacht folgt, um den See gewandert. „Der“ See, war es so lange, bis mir bewusst wurde, dass es noch einen gibt, und noch einen, und noch einen…..
Nicht alle konnte ich umwandern, aber zwei habe ich geschafft. Und es genossen. Sehr.
Keine Ahnung, wie es dort im Winter ist, wenn die Dunkelheit den Tag beherrscht, wenn die Kälte die Seen zum Frieren bringt und die Wege kürzer werden können. Gerne würde ich es einmal erleben. Es ist sicherlich nicht einfach.
Ich freu mich jetzt schon auf die Zeit, die ich mit dem KUKUmobil in Finnland unterwegs sein werde. Vielleicht ist es ja dann Winter, vielleicht schaffe ich es noch höher in den Norden.
Auf jeden Fall hatte ich während des artapestry-Seminars, dem eigentlichen Grund dieser Reise, eine wunderbare Gelegenheit, das Projekt auch dem finnischen Publikum vorzustellen. Davon mehr in einem der nächsten Posts.
berlin _ 912 _ Empfehlung
Vor einigen Monaten lerne ich Monica Modersitzki und ihren Blog kennen:
Sie fragte an, ob ich bereit wäre, für ihren Podcast über meine Arbeit und das KUKUmobil zu berichten. Ich war natürlich begeistert.
Nun ist es soweit. Der Beitrag ist fertig. Gerade erhielt ich den Link und konnte den Podcast hören.
Auch wenn Eigenwerbung immer etwas seltsam anmutet, tu ich das jetzt mal, denn die Verknüpfung, die Monica in ihrem Podcast-Beitrag zwischen zwei Menschen, ihren Gedanken, ihren Aktionen und ihrem Verständnis von textiler Kunst im Dienst des sozialem Wandel hergestellt hat, finde ich sehr spannend.
Wer also etwas mehr über Monica und ihren Blog, über Dr. Katja May, ihre Begeisterung für das Quilten und ihre Forschung zum Thema Handarbeiten, Feminismus, Aktivismus, Affekt/Emotionen und sozialer Wandel und über das KUKUMobil erfahren möchte, der sollt sich die 40 Minuten Zeit nehmen. Es lohnt sich.
Beide setzen wir als Aktivistinnen unsere Handwerkskunst im öffentlichen Raum ein, um politisch aktiv zu sein. Während ich mit dem KUKUmobil der wandernden Webwerkstatt Stränge verbinden möchte, liegt Dr. Katja May viel daran, Stränge „aufzudröseln“.
Das klingt sehr danach, dass wir uns irgendwann begegnen werden.
berlin _ 910 _ KUKUmobil
Feuerteufelchen in Aktion
Unser erster kollektiver Einsatz rund um das KUKUmobil hat stattgefunden: Wir haben das Fassadenholz abgeflammt, um es gegen Schädlinge und Witterung resistent zu machen.
Auf dem Weg zum Silbergrau. Unaufgeregt.
Ein ganz großes DANKE an Tereza, Christine und Gudrun, für ihre Lust und gute Laune, und natürlich an Konrad, für das wissende und wachsame Auge.
berlin _ 907 _ KUKUmobil on the road
Ich genieße es gerade sehr, im Atelier vor der großen Europa-Strassenkarte zu sitzen, Orte zu markieren, die ich auf meiner Reise gerne besuchen möchte, weil sie mit mir und meinem Leben verwoben sind, oder zur textilen Welt gehören, oder dort spannende Projekte zu finden sind.
Manchmal sitze ich auch davor und fühle mich ganz klein und frage mich, wie es wohl sein mag, so alleine unterwegs zu sein. Was mir alles begegnen kann, an hoffentlich viel Gutem und wenig Schlechtem, welche Hürden es wohl zu bewältigen gilt, ob es sich stimmig anfühlt, wenn mein Traum Wirklichkeit wird….
Vor langer Zeit schon, bin ich über diese Europakarte aus dem Jahre 1582 „gestolpert“. Es war im Rahmen eines Vortrags von Ulrike Guerot „Warum Europa eine Republik werden sollte“. Nach wie vor finde ich diese Idee interessant und sie wird mich sicherlich begleiten.
Jetzt, wo ich dabei bin, mich an einen ganz neuen Blickwinkel auf Europa zu gewöhnen, geht meine Fantasie manchmal auf Wanderschaft. Schon faszinierend, wieviel das ausmacht…..
berlin _ 906
Manchmal braucht es einen besonderen Anlass…..
Diesmal war es ein lieber Besuch. Tereza ist für einige Tage aus Bratislava nach Berlin gekommen. Und sie kannte tatsächlich das Tempelhofer Feld noch nicht.
Seit langer, langer Zeit habe ich mal wieder dieses ganz besondere Stückchen Welt inmitten von Berlin besucht und es sehr genossen.

Für mich war neu der Besuch der ufaFabrik auf dem alten ufa-Gelände an der Ullsteinstrasse und ein köstliches Schawarma von Shaam Schawarma in der Karl-Marx-Strasse.
berlin _ 904 _ textil
In 16 Tagen ist es wieder soweit:
World Wide Knit in Public Day!
Saturday 11.th of June, 2022
Join us all around the world
Better living through stitching together!
Falls ihr Lust habt, könnt ihr eure Leute zusammentrommeln und euch irgendwo treffen, um gemeinsam zu stricken. Ich kann nur aus eigener Erfahrung bestätigen, dass es echt Spaß macht.
Und wenn ihr wollt, dass andere Strickfreudige euch finden, könnt ihr euer Event auch auf der Website einstellen.
Ich werde ein Auge drauf haben, bisher gibt es für Berlin noch keine Angaben. Wenn jemand von euch die Initiative ergreift, bin ich SOFORT dabei.
berlin _ 902 _ BGE
berlin _ 901 _ BGE
Nicht neu, aber immer noch interessant und auf alle Fälle eine Erinnerung wert:
Für einige Menschen ist sie die Geißel der Menschheit, für andere die Religion des Alltags: die Arbeit. Der Regisseur Konstantin Faigle hinterfragt in dieser Dokumentation von 2013 auf humorvolle Weise den Sinn der Arbeit und vermischt Experteninterviews mit komödiantischen Spielfilmszenen – ein satirischer Ansatz zur Senkung der Arbeitsmoral und eine Karikatur der Arbeit selbst. Der Filmemacher fragt, was passieren würde, wenn niemand mehr arbeiten ginge, und ob Menschen mit oder ohne Arbeit glücklicher wären.
berlin _ 900 _ finnland
ARTAPESTRY6
Vom 04.06.2022 bis zum 04.09.2022 ist im „Museum von Mittelfinnland“ (Finnish Central Museum) die ARTAPESTRY 6 zu sehen. Zwar ist keine meiner Arbeiten dabei, denn ich war Jurymitglied und fand es nicht schlüssig, gleichzeitig auch mit einer eigenen Arbeit an den start zu gehen, aber ich denke, für alle, die an dem interessiert sind, was auf den Webstühlen der europäischen Bildwirker:innen aktuell stattfindet, ist es ein kleines MUSS.
Organisiert wird diese Wanderausstellung jetzt zum sechsten Mal vom European Textile Forum. Das ETF, eine Organisation von Bildwirker:innen für Bildwirker:innen, sieht ihre Aufgabe darin, die Europäische Bildwirkerei zu unterstützen und voranzubringen.
Wie sie das tut und wer dahinter steht, findet ihr HIER
FOREWORD ARTAPESTRY6 2021 _ 22
For all of us , 2020 has been a bit strange and an unpredictable year. In beginning of 2020 we launched Call for Entries to Artapestry6 and since 11th March 2020 Denmark has been locked down and in the end of August the jury should have convene in Copenhagen to completed the jurying and selection of tapestries for Artapestry6. The jury could not meet in CPH because the corona-restrictions and instead we made a virtual jurying. Fortunately the two days virtual selection was a success and the jury found it exciting, super inspiring, powerful and they all enjoyed it .The jurors were impressed with the quality and diversity of the submissions and the works range from traditional tapestry, Jacquard weaving and decorative fabric. They decided for 43 works of 40 artists, from 16 countries. Thanks to the jury for making a strong exhibition.
With a growing wish to focus on tapestry art outside Europa, ETF decided to invite Helena Hernmarck and Nancy Koenigsberg two significant tapestry artists from USA to exhibit in an European showcase.
In a year like no other, it has been inspiring to see in the early springtime long queue outside the yarn shops of young women, to get knitting-yarn and needles, ready to knit through Covid19 pandemic.
New works of fiction about textile and weaving show how our lives are full of textiles and “woven stories”.
Textiles are such a natural part of our lives and culture and speak to our senses and memories and that makes them fascinating materials in artistic contexts. Tapestry and fiber art has become popular – as we saw it in the 1970s. We see with satisfaction young women/men has reinvented weaving and tapestry weaving and contemporary artists embraced textile in their search for new expressions in their artistic practice, without any weaving skills.
Anet Brusgaard
For ETF’s Secretariat in Copenhagen
Für alle, die es gerade nicht einrichten können, nach Finnland zu reisen, HIER ein Link zu der virtuellen Ausstellung. Nicht zu vergleichen mit einem Besuch „in echt“, aber tausendmal besser, als nichts.
Warum ich euch das jetzt
so besonders ans Herz lege?
Nun, weil die Eröffnung der Ausstellung zusammenfällt mit einem Seminar über Bildwirkerei, und zu diesem Seminar bin ich eingeladen worden, um über das KUKUmobil zu berichten. Ihr könnt euch vorstellen, wie sehr es mich freut, diese Gelegenheit zu bekommen. Und diejenigen von euch, die mich besser kennen, können sich auch vorstellen, wie nervös ich jetzt schon bin, bei dem Gedanken, vor einem Publikum zu stehen und zu reden.
Heute hab ich endlich den Text fertig geschrieben. Auf Englisch. Das ist immer noch eine kleine Hürde für mich. Gut, dass Lea immer wieder bereit ist, solch wichtige Texte in eine gute Form zu bringen. Und Anna Ruth hat geduldig ausgeharrt in Jyväskylä, um den Text ins Finnische zu übersetzen.
Das wird meine erste reise nach Finnland. Ich bin extrem gespannt. Auch, weil sich hoffentlich die Möglichkeit ergibt, zwei mir lieben Menschen wieder zu begegnen: Vilma, die bei uns in Nordspanien einige Monate gewohnt hat und Teil unserer Familie war. Und Ivana Blanco Gross, die, in den USA lebend gerade eine Künstlerresidenz in Finnland absolviert. Auch sie habe ich in Nordspanien kennengelernt, als sie die kollektive Ausstellung Un-Send im KUKUprojekt ausgestellt hat.
Es verspricht, intensiv zu werden.
Das Seminar-Programm
The seminar for the ARTapestry exhibition is on the 3rd of June, 2022 at 12 noon. The seminar is held at the auditorium of the museum and max. 80 people can participate on-site. Registration is open until Mon 30.5. at 10 am. It is also possible to follow the seminar online via the YouTube channel of the Museum of Central Finland: https://www.youtube.com/channel/UCfKLcxkOU8dZQfmu1jeQuxg/featured.
The opening of the exhibition, to which all participants of the seminar are welcome, is held on the same day at 6 pm. It is not necessary to sign up for the opening.
The event has been produced in co-operation with European Tapestry Forum (EFT) and funding has been received from the Moomin Characters Ltd.
The programme of the seminar
12:00 Tapestry artist Andrea Milde: Weaving along the way (45 min.)
Andrea talks about the KUKU project, the mobile weaving studio and its trop across Europe. The weaving studio is on wheels: The wagon is tall enough for a high-warp loom and small enough to travel across Europe. When making stops along the way, it functions as a temporary weaving station. The trip starts from the Atlantic coast in Portugal and continues criss-crossing Europe ending at the coast of the Black Sea.
12:45 Art history researcher Leena Svinhufvud: The Multifaceted Tapestry (45 min.)
Leena has a PhD in art history. She works as an educational curator and is in charge of the learning work at the Design Museum where her work involves design education and events for the public. Leena thinks that displaying modern tapestries is rather a challenging task. She considers the following questions in her presentation:
- How should the multifaceted and complicated manifestations of modern textile art, which carries the burden of a long tradition, be displayed?
- How is it possible to convey the special character and ‘soul’ of a private tapestry?
- What possibilities are there to support the dialogue between the surprisingly varied production methods of the field and the spiritual content of the works?
Contemporary tapestry is an expression of individuality and free creative work. The fragmenting of the basic rectangular shape of a tapestry is, in and of itself, a fascinating subject: The transition from arrangements historically done on the surface to contemporary spatial outlines is challenging – both materially and intellectually.
13:30 Break. Light refreshments at the museum (30 min)
14:00 Micala Sidore, the writer of the book “The Art is the Cloth. How to look and understand Tapestries” (45 min)
Micala participates in the seminar through the Teams platform. She talks about the content of each of the chapters in the book and specifies the details of the text. During her presentation, the writer of the book shows also photographs which she could not publish in her book.
14:45-15:15 Four Finnish tapestry artists talk about their work
Aino Kajaniemi: Seeker of Happiness (10 min)
Inka Kivalo: I See in Tapestry (10 min)
Soile Hovila: Tapestry in Spotlight (10 min)
Ariadna Donner: Shadows and Colors (10 min)
Anna Ruth interprets all of the presentations from English to Finnish and Finnish to English.
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FB erinnert mich, gut so. Bei allem, was danach geschehen ist, hätte ich gedacht, dass es weiter zurück liegt in der Zeit, als die zwei Jahre. Wie auch immer, es ist eine Erinnerung, die ich gerne noch einmal mit euch teile. ÜBRIGENS: Im November wird es wieder eine Zusammenarbeit mit einem Museum geben, dem Brandenburgischen Landesmuseum für Moderne Kunst, BLMK, in Cottbus. Darauf freue ich mich ganz besonders, weil das wahrscheinlich der erste „offizielle“ Einsatz für das KUKUmobil sein wird.
Das VIDEO mit der kleinen Begrüßungsansprache findet ihr HIER. und einige Eindrücke zum Tag HIER.
berlin _ 898 _ kukumobil
Letzten Sonntag haben wir ein paar gemütliche Stunden am zukünftigen KUKUmobil Bauplatz verbracht. Einige von euch kennen ihn ja schon, ich hatte ein Foto veröffentlicht, als wir den Hänger dorthin gebracht hatten.
Zugegebenermaßen war ich fast etwas neidisch, weil die Rakete so viel Neugier geweckt hat. Aber eigentlich kann ich das gut nachvollziehen. Es würde mir wohl nicht anders gehen, wenn es nicht der Anhänger für mein KUKUmobil wäre, der dort stehen würde. Ist schon ein schönes Teil und es fühlt sich gut an, sie in der Nachbarschaft stehen zu haben. Ist wie ein Versprechen: Alles geht, wenn man will.
Am Sonntag kam dann das Material für die Fassade, das ich ja schon lange gekauft hatte und dass bei Kai im hohen Norden Unterschlupf gefunden hatte. Nun liegt es bereit und wartet darauf, dass wir es bearbeiten.
Wir machen uns viele Gedanken darüber, wie wir das KUKUmobil möglichst nachhaltig bauen können, welche Materialien, welche Techniken wir verwenden, aber auch wie rückbaubar oder wiederverwendbar es sein soll.
Das Holz für die Fassade wollen wir flämmen. Geflämmtes Holz nennt man auch Seidenholz, was ich natürlich besonders passend finde. Es schimmert geheimnisvoll Schwarz und Silber, glänzt seidig und die Oberfläche wirkt weich wie Samt. Edel und archaisch, halt.
Der Effekt entsteht durch eine spezielle Handwerksmethode des Holzschutzes: flächiges Ankohlen von Holz ist eine sehr alte Technik der Materialbehandlung. Das gezielte Verbrennen verdichtet und schützt die Holzzellen vor Schädlingen, Schimmelpilzen, Wasser und Verwitterung.
Tja, und so saßen wir, Gudrun und ich, den Sonntag über gemütlich im Hof, haben uns Gedanken gemacht, über Gott und die Welt und das KUKUmobil, haben die Atmosphäre genossen, ich habe mich hineingefühlt in diesen neuen Ort, der in den kommenden Monaten so wichtig für mich werden wird. Die Gebärmutter meiner Wandernden WebWerkstatt.
Ich bin auch direkt noch einmal auf Tuchfühlung gegangen. An der KMH stand der Anhänger immer beladen mit einem zweiten, kürzeren. Ich hatte ihn nie frei von Last gesehen.
Jetzt konnte ich mich das erste Mal so richtig austoben und ein Gefühl für seine Dimensionen bekommen. Auch da haben wir ja viel hin und her überlegt. Es fing ganz klein an, als Haube für den Webstuhl.
Dann kamen erste Stimmen aus dem Umfeld: wenn du schon,….. warum dann nicht…… einen Meter mehr merkt man kaum, bei Rangieren….. Höhe ist immer gut, dann kannst du…….. Fast hab ich mich überzeugen lassen, zwischenzeitlich war das KUKUmobil tatsächlich 7 m lang, 2,5 m breit und wäre wahrscheinlich auch 3,9 m hoch geworden, schon allein um die Verhältnismäßigkeit zu gewährleisten.
Aber dann kam ein Moment der Besinnung, und meine innere Stimme wurde wieder vernehmbar. Sie erzählte mir von meinem Maß der Dinge.
Gemeinsam mit Gudrun und Kathi habe ich darüber nachgedacht, wo die roten Linien sind: was mindestens sein muss, was sein könnte und was eigentlich gar nicht wichtig ist.
Und so sind wir wieder bei den 5 x 2,2 x ca. 3,6 m gelandet. Das fühlt sich so an, als könnte ich in der Lage sein, es mit meiner Energie auszufüllen.
berlin _ 897 _ textil
Der Epilog
So, er ist fertig. Eine interessante Erfahrung, diese Aufarbeitung der Restgarnmischungen.
Beide Werke nebeneinander zu sehen, wird mir Freude machen. So weit, so gut. Aber das Ziel ist noch nicht erreicht. Wer hätte das gedacht, denn diesem Epilog wird wohl, wenn ich konsequent bleiben möchte, ein Post-Epilog folgen müssen. Never ending stotry, halt. Denn es gibt immer noch Pinnen mit Farbmischungen.
40 x 20? 36 x 18? Mal sehen, wie sich die Farbflächen jetzt sortieren. Mir macht dieser Prozess gerade extrem viel Spaß und ich finde ihn ausgesprochen textil.
Erinnert mich auf der einen Seite und im Rückkehrschluss an das Anstricken bei zu klein gewordenen Pullovern oder das Auslassens von Abnähern bei zu eng gewordenen Kleidern; aber auch an die immer mit einer Flächeneinbuße verbundene Weiterverwendung von Tischdecken und Bettwäsche, die zu Handtücher werden, dann zu Geschirrtüchern, zu Taschentüchern, zu Putzlappen und zum Schluss immer noch gut sind, um die verdreckten Fahrteile zu säubern. Dabei werden immer die noch „guten“ Stücke gerettet. Und die werden naturgemäß immer kleiner.
Irgendwann wird auch bei diesem Projekt Schluss sein. Ich halte euch auf dem Laufenden.
berlin _ 896 _ textil
Geschafft. Es ist auch an der Zeit,
denn die Energie und die Gedanken gehen gerade ganz andere Wege……..
Die Webkante muss noch ran. Abgenommen wird er heute Abend.
Ihr wisst ja, 90° im Uhrzeigersinn.
berlin _ 895 _ textile erinnerung
Manchmal sind es die Erinnerungen, die einem Mut machen in die Zukunft zu schauen.
Das Video ist leider nur in spanischer Sprache verfügbar. Es entstand im Dezember 2009 anläßlich der Ausstellung, mit der dieses einjährige Ausbildungsprojekt seinen Abschluß fand. Ein Versuch, Erlebtes und Gewebtes aus der Vergangenheit für die Zukunft zu bewahren und hin und wieder darauf zurückgreifen zu können, um neue Luft zu schöpfen und neue Energie zu tanken.
http://licerasvaldeolea.blogspot.com/2009/12/ahora-si-que-si-15.html
berlin _ 894 _ textil
# VHS-Wochenendkurs Bildwirkerei
Vergangenes Wochenende hat ein weiterer Bildwirkerei-Kurs an der VHS Tempelhof-Schöneberg stattgefunden. Und auch diesmal gilt es von schönen Arbeiten zu erzählen, die an den Webrahmen entstanden sind.
Seit einiger Zeit haben diese Kurse eine andere Dynamik angenommen, was mich sehr freut. Bei den ersten Malen waren sie geprägt von der Knappheit der Zeit. In den 15 Stunden, die uns an solch einem Wochenende zur Verfügung standen, war es an mir schnellstmöglich das richtige Gefühl dafür zu bekommen, wie sich jede der Teilnehmenden die Welt der Weberei und der Fäden an einfachsten erschließen könnte, ob sie ein eher logischer oder intuitiv Mensch ist, ob geduldig oder eher nicht; ob entscheidungsfreudig oder zögerlich, und wo die eigenen Ansprüche und Erwartungen liegen. Denn mein Ziel war und ist es ja, die kleine Flamme der Leidenschaft zu entfachen, die Freude an der Langsamkeit des Entstehungsprozesses, an der Konzentration und der Komplexität, der Haptik und der Technik.
Dann ging es im gemeinsamen Gespräch darum, abzuwägen, ob komplizierte Entwürfe vereinfacht werden sollten, oder ganz im Gegenteil, ob man sich nicht mehr zutrauen könne, indem man das ein oder andere Element dazunähme; oder, im Idealfall, sich die Tür offen läßt, sowohl für das eine als auch für das andere.
Dabei saß immer die Zeit im Nacken, eine sehr kurze Zeit, wenn man die der Bildwirkerei innewohnende Langsamkeit berücksichtigt. Und natürlich wollte auch ich, dass alle am Ende des Wochenendes mit einem zwar kleinen aber feinen Werk nachhause gehen.
Inzwischen ist es so, dass ein Großteil der Teilnehmenden nicht nur einen, sondern zwei oder sogar drei Kurse belegt. Dadurch ergibt sich für diejenigen, die etwas tiefer einsteigen wollen, auch die Möglichkeit einen etwas anspruchsvolleren Entwurf umzusetzen. Wer sich sicher genug fühlt, kann sich auch gerne den Webrahmen ausleihen, und zuhause weiterweben.
Das bringt mehr Ruhe in den Kurs, vor allem in den Sonntag, der sonst immer von der Anspannung beherrscht war, ob die Zeit reicht, das Werk zu vollenden.
An dieser Stelle noch einmal mein Dank an Steffi, Angela, Astrid, Christine, Maren und Leandra für ihre Neugier und ihr konzentriertes Schaffen.
Falls ihr Interesse habt: es gibt zwei Sommer-Wochenendkurse, Mitte Juli und Anfang August. In beiden Kursen sind noch einige Plätze frei. Weiter Info findet ihr auf der Website der VHS Tempelhof-Schöneberg.
berlin _ 893 _ fundstück
NICHT MÜDE WERDEN
Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.
berlin _ 892 _ KUKUmobil
HEY FOLKS,
WE’RE GONNA START!!!
Jetzt ist es soweit. Es wird offiziell!!! Der Plan steht, und der Anhänger auch.
Am vergangenen Wochenende ist er am Bauplatz angekommen. Ich bin so was von aufgeregt, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Schön sieht es aus dort, neben der Rakete. Es wird richtig gut! Das weiss ich, weil ich es mir vorgenommen habe und weil ich weiss, dass ich nicht die einzige bin. Oder?!!!
# Ein RICHTIG GROSSES DING
Für meine Art zu Sein, zu Leben und zu Arbeiten, ist das, was in den nächsten Monaten kommt, ein RICHTIG GROSSES DING! Damit meine ich nicht nur den Bau des KUKUMobils. Das würde ich eh ohne die Planung und Durchführung von Gudrun und die Unterstützung von Kathi und allen anderen helfenden Händen die dazukommen mögen nicht schaffen.
Auch mit solch in meinen Ohren unglaublich groß klingenden Beträgen umzugehen, ist für mich eine Herausforderung, die mir durchaus einiges abverlangt, vor allem eine stete Vermittlung zwischen Kopf und Bauch. Es ist das Ungewohnte. Auch Geld ausgeben will geübt sein. 🙂 Und es trotzdem oder gerade jetzt zu tun, wo so viele von uns sorgenvoll in die Zukunft schauen, macht es auch nicht wirklich einfacher. Auch das schaffe ich nur, weil andere, in diesem Fall unsere kleine Bedarfsgemeinschaft, bereit sind, die Konsequenzen mitzutragen, die sich daraus ergeben können.
Und selbst für mich, die ich ja eigentlich schnell meine sieben Sachen beisammen hab, und mich gerne an einen neuen, Ort begebe, die Fremd-sein nicht mit etwas negativem verbindet, sonder erst einmal nur als Fakt wahrnimmt, ist der Umfang der Reise in Zeit und Raum kein Pappenstiel. Aber drum geht es ja: Grenzen auszuloten, neue Formate auszuprobieren……
# LUST, MIT DABEI ZU SEIN…..
Mein erklärtes Ziel: Ich möchte mit diesem Vorhaben Gemeinschaft sichtbar und erlebbar machen. Vertrauen, Gleichwertigkeit, Wertschätzung, Selbstwirksamkeit sind Werte, die mir wichtig sind. Sie sollen auch dieses Vorhaben stark machen. Das will und kann ich nicht alleine. Das will und kann ich nur mit euch zusammen.
Die „verrückte“ Idee ist auf meinem Mist gewachsen, und gerne gebe ich meine Lebenszeit und Lebenserfahrung, mein Durchhaltevermögen und meine Liebe zum Wandern und den Menschen, um diese Idee so weit in die Welt zu tragen, wie es geht. Aber das wird nicht reichen.
Deshalb hoffe ich sehr, dass es mir gelingt, euch so sehr für dieses Vorhaben zu begeistern, dass ihr nicht nur den Blog lesen wollt. Nicht, das dass nicht wichtig wäre, denn so bleibt ihr auf dem Laufenden, könnt darüber berichten, es weitererzählen und entscheiden, wann und wie ihr euch vielleicht auch noch anders einbringen könnt und wollt.
Sägend, schraubend, lachend, streichend und kochend; fotografierend, aufmunternd, schreibend und übersetzend; programmierend, filmend, finanzierend und beruhigend; vorschlagend, schiebend, ziehend und ermutigend, ……. mitreisend?
Ihr seht, auch hier sind der Fantasie und den Möglichkeiten nur sehr wenige Grenzen gesetzt. Ich freu mich jetzt schon auf euch.
Meldet euch gerne!!! Über Kommentare freu ich mich übrigens auch!!
berlin _ 891_ fundstück
Es scheint schwer, alles irgendwie unter einen Hut zu bekommen. Aber die Ansage ist schon recht mächtig. Ob dadurch die Bereitschaft zur Ausdehnung des Wiesenschutzes bei der Nachbarschaft steigt, ist fraglich. Ich würde mir wünschen, wir würden besser darin werden, das richtige Mass der Dinge in uns selbst zu finden und eng mit dem gesunden Menschenverstand zu verknüpfen, von dem ich nach wie vor glaube, dass es ihn gibt und das gesund für „nicht nur gut für mich sondern auch für die Gemeinschaft zu der ich gehöre“ steht. Dann bräuchten wir solche Hinweise vielleicht nicht, nicht so. Wir würden alle verstehen worum es geht und sehr liquide, sanft und leise mit solchen Situationen umgehen (können).
berlin _ 890 _ fundstück
berlin _ 889 _ textil
Die Arbeit am Webstuhl geht weiter. Zwar werden am Ende tatsächlich immer noch einige „bewickelte“ Pinnen übrig bleiben, aber ein Großteil der nach dem Okapi übriggebliebenen Fadenmischungen hat im EPILOG seinen Platz gefunden.
Ich bin angetan von diesem Prozess, nicht nur dem künstlerisch-handwerklichen (obwohl mir das Webstück gut gefällt), sondern auch dem, der sich in meinem Innern durch das langsame, bewußte „Sich Abnabeln“ in Gang gesetzt hat.
berlin _ 888 _ Empfehlung aus der Fundgrube

Vor einigen Tagen, im Zusammenhang mit der Bauplanung des KUKUmobils, hat uns eine „Schiebefalttürbesichtigung“ nach Köpenick geführt. Bei einem Kunden von Lacuna, dem dänischen Hersteller, der bei uns ganz oben auf der Liste steht, konnten wir uns solch eine Tür anschauen und ich mir nicht nur ein konkretes Bild davon machen, wie es aussehen könnte, wenn sie im KUKUmobil sitzt, sondern auch ein Gefühl dafür bekommen, wie es sein wird, wenn ich solch eine Tür tagtäglich auf meiner Reise betätigen würde.
Spannend war aber auch das Gespräch. Da ging es um Ausstellungen, um Kunst und Handwerk, um dänische Webschulen, um Reisen, um verrückte Ideen, um Freundschaften….. und um Bücher, in denen darüber erzählt wird.
Anhängerkupplung gesucht!
Holländer und ihre Wohnwagen – ein typisches Bild. Doch Tjerk Ridder und Peter Bijl toppen das Klischee. Gemeinsam mit Dackeldame Dachs trampen sie drei Monate lang mit einem Wohnwagen quer durch Europa – und zwar ohne Auto! Ein kurioser Roadtrip. Doch es geht um weit mehr als eine abenteuerliche Reise. Auf ihrem Weg von Utrecht nach Istanbul sind sie ganz auf andere angewiesen: auf Autofahrer, die sie ein Stück mitziehen, auf Tankstellenbesitzer, die eine Dusche spendieren oder ein warmes Croissant. Man braucht andere, um voranzukommen, lautet das Motto und die Lebensphilosophie der beiden. Ein Buch voller inspirierender Geschichten und Fotos, warmherzig und etwas verrückt. Zum Schmökern, Schmunzeln und Träumen. Mit einem Vorwort von Hermann van Veen.
Ich bin begeistert, dass es solche Erfahrungen gibt, dass es funktionieren kann!!! Das beruhigt die Angst vor der eigenen Courage, das macht Mut! Toll!!!
berlin _ 887 _ textil
Am kommenden Freitag findet der nächste Bildwirkerei-Kurs in der VHS Tempelhof-Schöneberg statt. Wie immer wird es ein intensives und hoffentlich für alle bereicherndes Wochenende werden. Ich freu mich – wie jedes mal – auf die Möglichkeit, andere für die Welt der Fäden zu begeistern.
Hier einige Eindrücke aus dem letzten Kurs. Sie zeigen, wie vielseitig die Bildwirkerei auch in diesem kleinen Format sein kann.













Falls ihr neugierig geworden seid: Im Juni und Juli wird es weitere Kurse geben. Genaue Termine und weitere Information findet ihr auf der Seite der Berliner VHS.
berlin _885 _ textil
Stand der Dinge











































































