großschönau _ 1226 _ nachbarschaft

Gute Gaben

Eineinhalb Wochen ist es jetzt her, dass das KUKUmobil nach Großschönau gekommen ist. Eineinhalb Wochen voller neuer Erfahrungen, voller Begegnungen und … voller guter Gaben, für die ich sehr dankbar bin.

Von den Strümpfen, die mir die Stricklieseln geschenkt haben, habe ich ja schon berichtet.

Sie treffen sich übrigens jeden Montag, nachmittags von 17 Uhr bis ca. 18:30 Uhr, beim Bäcker Schulz. Zumindest während die Oberlausitzer Webschule noch eine Baustelle ist. Dann sollen die Treffen wohl dort stattfinden.

Bäcker Schulz macht übrigens dienstags Rucola-Brot. Das weiß ich, weil ich vergangene Woche nach dem Strickliesel-Treff noch etwas dort geblieben bin und Nachbarn kamen, die die Hauptzutat frisch aus ihrem Garten in die Bäckerei brachten, damit sie am kommenden Morgen verarbeitet werden kann. Ich hab natürlich sofort eins reserviert.

Noch bevor ich mich aber am darauffolgenden morgen auf den Weg machen konnte, um es abzuholen, kam tatsächlich Besuch zum KUKUmobil mit dem Brot unter dem Arm. Und nicht nur dass: Auch Gurken und Rucola habe ich geschenkt bekommen.

Und zum Pferdefleichsauerbratenessen wurde ich auch eingeladen, mit Rotkraut und Klößen. Richtig lecker.

Und es gibt Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, fleißig für das KUKUmobil zu werben. Das ist soooo wichtig. Es gibt nichts Besseres als eine freundschaftliche Empfehlung. Das ist GOLD wert.

Die Fotos von Simone habe ich schon gezeigt. Aber sie ist nicht die Einzige, die auf Instagram, wo ich selbst ja gar nicht unterwegs bin, vom KUKUmobil berichtet. Auch Carola stellt dort kleine „Stories“ ein.

Ich fühl mich reich beschenkt, durch all die Energie, die auf materiellem oder immateriellem Wege, direkt oder indirekt zum Projekt findet und es voranbringt.

 

 

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großschönau _ 1225 _ KUKUmobil

An der Webschule. Eine wunderbar sternenklare Nacht. Wenn ich in den Himmel schau, blicke ich direkt auf den „Großen Wagen“ .:)

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großschönau _ 1224 _ KUKUmobil

Erster Besuch

 

 

 

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großschönau _ 1223 _ webschule

Die erste Woche ist vorbei und das bedeutet, dass das KUKUmobil die schützenden Mauern des Deutschen Damast- und Frottiermuseums gegen die leicht angewilderte Parkfläche an der Webschule tauscht.

Das hat einen guten Grund, denn am Wochenende findet in der Oberlausitzer Webschule ein Bildwirkerei-Kurs statt. Bei gutem Wetter vielleicht sogar auf dem Parkplatz vor dem KUKUmobil.

Großschönau kann auch gutes Wetter, das hat es heute bewiesen. Von daher ist dieser Gedanke nicht abwegig. Wir werden sehen. Freitag beginnen wir.

Aber erst einmal zum Umsetzen. Immer wieder und immer noch ist es erzählenswert, wenn das KUKUmobil an einen neuen Standort kommt.

Teil I _ Ausfädeln:

Kurz vor 10 Uhr hatten wir angesetzt für die Aktion. Glücklicherweise, denn zwei Stunden vorher saß ich noch im KUKUmobil, alles verpackt und  verzurrt, sah zu, wie der Regen fiel und dachte bei mir: das muss jetzt nicht sein, dass alle die kommen, um das KUKUmobil wieder aus dem Hof auf die Straße zu bringen dabei auch noch pitschnass werden.

Kurz vor der verabredeten Zeit hörte es dann tatsächlich auf, und der Hof füllte sich mit satten dunkelblau und quietschendem gelb: die Mitarbeiter vom Bauhof Großschönau waren gekommen um Hand anzulegen.

Mit vereinten Kräften haben sie das KUKUmobil tatsächlich aus dem Hof geschoben. Wahnsinn. Tausend Dank!!!

II. Einfädeln

Und als die Fädelarbeit getan war, kam Roland und hat das KUKUmobil an seinen neuen Standort gezogen.

 

Jetzt ist es bereit für die zweite Hälfte seiner Zeit in Großschönau und mir steht es zu, DANKE zu sagen, an alle helfenden Hände. DANKE an das Museumsteam und die Mitglieder des Fördervereins für die gemeinsame Zeit im Museumshof und DANKE, Steffi, fürs Organisieren und Roland fürs Durchführen.

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großschönau _ 1222 _ fundstücke

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großschönau _ 1221 _ wanderung

Richtung Lausche unterwegs

I. Raus aus’m Dorf

Hat die Lausche einen Hut,
wird’s Wetter gut.

Hat die Lausche eine Mütze,
gibt’s ’ne Pfütze.

Gestern war Montag. Montags hat das Deutsche Damast- und Frottiermuseum geschlossen. Das bedeutet, dass ich, solange ich hier im Hof stehe, montags meinen freien Tag habe, weil es keine Besucher:innen gibt, die ich in die Zauberwelt der Fäden entführen kann.

Also gilt es, Alternativen zu entwickeln. Angesichts des durchwachsenen Wetters sah meine so aus: 1 _ Die Ruhe im Museumshof zu nutzen und etwas, das dem Ausschlafen nahe kommt zu praktizieren: 2_  den nächstgelegenen Supermarkt aufzusuchen, um den Kühlschrank mit dem Notwendigsten zu füllen; 3 _ irgendwie das Wetter einzuschätzen und die Wanderkarte zu studieren, um herauszubekommen, welche Route denn unter den gegebenen Umständen die sinnvollste ist.

Eine Wanderung zur Lausche hatte ich schon verworfen, aber die Richtung sollte die gleiche bleiben. Ich wollte mir die Umgebindehäuser in Waltersdorf gerne anschauen und, sollte das Wetter es erlauben, weiter nach Jonsdorf wandern, um das Schmetterlingshaus zu besuchen.

Heiko, vom Museum, hatte mir eine Wanderkarte besorgt und so ging es los, an der Lausur entlang, erst Richtung Neuschönau und dann Richtung Süden, auch wenn sich das vom KUKUmobil aus wie Norden anfühlt.

Aus Großschönau heraus führt der Weg dabei am Schaufenstermuseum im Gemeindeamt vorbei, dann an einem der erhaltenen Trockentürme und der großen Hangwiese, die früher zum Bleichen der Stoffe genutzt wurde und heute dem Dorf als Festplatz dient. Dahinter liegt die ehemalige und zukünftige Webschule, die in den kommenden Tagen der neue Standort für das KUKUmobil sein wird. Und dann kommt der Wald……

II. Rein ins Grün

Da mag man jammern, wenn der Regenguss gerade über einem selbst niedergeht, und die Regenjacke sich als doch nicht so dicht erweist, wie sie vom Hersteller gepriesen wird, aber sobald man in die Natur kommt und dieses satte Grün einen umfängt, man über den weichen, federnden Moosteppich geht und das dabei hörbare „Schoff, schoff“ Zeugnis davon ablegt, wie vollgesaugt er ist, dann findet man seinen Frieden, auch mit diesem Wetter.

III: Und ob ich schon wanderte durch saftiges Grün….

Natürlich spürte ich da den Impuls, auf diesem wunderbaren Teppich ein Pop-Up-Labyrinth zu bauen. Mit Zapfen. Ich hatte sogar angefangen, bin aber nicht weit gekommen. Nicht aus Mangel an Zapfen. Davon gab es genug. Aber jedes mal, wenn ich einen von ihnen hochnahm, kam ich mir vor, als wenn ich ein Hochhaus von A noch B bewegen oder eine echte Zwangsumsiedlung betreiben würde. Unzählige kleine und noch kleinere Lebewesen haben dort ihr Heim. Ich kam mir gemein vor. Also habe ich schnell die schon bewegten Zapfen wieder an die ursprüngliche Stelle gelegt und mich entschuldigt. Ich wäre ja auch nicht glücklich, wenn eine stürmische oder flutende Hand mein KUKUmobil von A nach B versetzen würde….

 

IV. Umgebinde

Zwischen zwei Regenschauern bin ich durch Waltersdorf gewandert, bis ich an der Kirche ankam und in der Touristeninfo nach einer etwas größeren Wanderkarte fragen konnte. Damit ausgestattet machte ich mich auf den Weg nach Jonsdorf.

 

V. Hochgesessen untergestellt…

Irgendwie habe ich es geschafft, immer wenn es richtig nass wurde, einen Hochsitz parat zu haben, der mir für die kurze Dauer des Schauers Schutz bot. Es war nicht wirklich kalt, also war es okay, solange die Füße trocken blieben.

VI. In die Beeren…

Erinnerungen kamen in mir hoch, wie ich in meiner Kindheit in ebenso feuchten und kühlen Sommern mit meiner Mutter irgendwo im deutschen Süden den Urlaub mit langen Spaziergängen verbracht habe. Schweigend sind wir stundenlang durch die Natur gewandert. Es war nie wirklich langweilig, aber auch nie wirklich spannend. Die Kunst bestand für mich darin, in dieser allgemeinen Unaufgeregtheit das Besondere in den kleinen und unscheinbaren Dingen am Wegesrand zu entdecken.

Meine Mutter hatte ein sehr pragmatisches Verhältnis zur Natur und ein nüchternes Verhältnis zum Wandern. Aber was ihr nie entgangen ist, war all das, was Natur dem Menschen an Nützlichem zu bieten hat.

   

Wir hatten damals auch keine besondere Ausrüstung, Wegzehrung oder Wanderkarten. Trotzdem haben wir es immer irgendwie geschafft, gut an das Ende unseres Weges zu kommen. Zumindest habe ich keine gegenteilige Erinnerung und wenn ich alleine unterwegs bin, neige ich eher zum einfach Loslaufen mit sehr bescheidenem Beiwerk, wenn überhaupt, in dem Vertrauen darauf, dass es schon irgendwie gut gehen wird.

Wie ihr seht, die Natur meinte es gut mit mir. Und auch die Wege waren so gut ausgeschildert, dass ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte, nicht zu wissen, wo es langgeht.

         

 

VII. Am Ziel

Mein erklärtes Ziel war bei dieser Wanderung das Schmetterlingshaus in Jonsdorf. Ich liebe Schmetterlinge. Jemand sagte mir vor einigen Tagen noch am KUKUmobil, ich solle auf alle Fälle Schmetterlinge mit in den Teppich weben, denn Schmetterlingen seine das Symbol für die Seele.

Und tatsächlich finden sich Darstellungen des Schmetterlings schon im alten Ägypten. In altgriechischer Zeit war der Nachtfalter das Symbol für die Seele, welche im Schlaf (Traum), in Trance oder nach dem Tode eines Menschen sich vom Körper trennt und geistige Sphären erreicht. In dieser Funktion kommt der Falter dem Urbild des Seelenvogels recht nahe, oder mag im gleichen. Es ist die Vorstellung, dass die vom Körper getrennte Seele in dieser geflügelten Form den Leib des Menschen verlässt. Der Windhauch oder Nachtfalter ist der Wortsinn des altgriechischen Wortes Psyche, welches unserer Seele entspricht.

Also kann es durchaus sein, dass es an der ein oder anderen Stelle in dem entstehenden Teppich etwas geben wird, das an Schmetterlinge erinnert.

Jedenfalls habe ich mein Ziel erreicht und mich in das Gewimmel gestürzt. Denn an solch einem regnerischen Tag ist ein Schmetteringshaus für alle Familien, die in der Gegend Urlaub machen ein wunderbares Ziel. Nach der Ruhe im Wald hat mich das Gewusel erst irritiert, aber dann habe ich es genossen, die Kinder dabei zu beobachten, wie sie die Schmetterlinge „jagen“.

 

Neben der großen Flughalle gibt es in dem Schmetterlingshaus auch eine beachtliche Anzahl an sehr schönen Terrarien. Also alles in allem ein empfehlenswerter Besuch, wenn man Schmetterlinge, Echsen und spinnen mag.

 

VIII. Der Weg zurück

Auf dem letzten Viertel des langen Weges bin ich dann doch noch pitschnass geworden. Aber die warme Backstube wartete auf mich und das Treffen mit den Stricklieseln. Und es war ja nicht wirklich nicht kalt. Also alles gut. Ein langer Tag, ein runder Tag. Ich habe ihn genossen.

 

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großschönau _ 1220 _ textil

Stümpfe, Sümpfe, Strümpfe… und die Stricklieseln

Heute habe ich von den Stricklieseln ein paar Strümpfe geschenkt bekommen. Nach der langen Wanderung waren meine müden, nassen Füße so unglaublich dankbar für diese kuschelige Hülle…..

ÜBRIGENS: ein Abschnitt der heutigen Wanderung führte auf dem Rückweg von Jonsdorf nach Großschönau  passenderweise über den „Strümpfeweg“. Da ich mich mit den Stricklieseln verabredet hatte, die sich jeden Montag zum Strümpfestricken treffen, es schon spät war und ich nicht sicher sein konnte, ob ich es noch rechtzeitig schaffen würde, gefiel mir  diese Verbindung.

Ich habe bei der Touristeninfo in Waltersdorf gefragt, woher der Name kommt, aber leider wußte mir niemand Auskunft zu geben. Ich ließ meiner Fantasie auf dem Weg nach Jonsdorf freien Lauf und stellte mir vor, dass der Pastor von Waltersdorf vielleicht die Jugend dadurch auf den Weg der Tugend zu bringen oder halten versuchte, dass er sie nach gebeichteten  Fehltritten als Buße in Strümpfen einen steinigen Weg gehen ließ.

In der jonsdorfer Touristeninfo versuchte ich es ein weiteres Mal. Dort wurden mir überraschenderweise gleich zwei Erklärungen gegeben:

Für die Bezeichnung Strümpfeweg gibt es zwei Überlieferungen.

Nummer 1 – die Jonsdorfer Variante: Das Waldstück ist sehr sumpfig – und aus Sümpfeweg wurde im Laufe der Jahrzehnte Strümpfeweg.

Nummer 2 – die Bertsdorfer Variante: ursprünglich Stümpfeweg – das Waldstück gehörte zum Bertsdorfer Flur und es wurden dort viele Bäume gefällt (die Stümpfe ließ man stehen), die dann zum nicht mehr vorhandenem Sägewerk, unterhalb vom Taubenberg verbracht wurden. Für das Sägewerk wurde Wasser aus dem Pochebach weggeleitet. Wer aufmerksam sucht findet noch wenige Reste Grundmauern.

Der Strümpfeweg wurde 1934 angelegt, vorher lief man an der Waldkante am Feld entlang.

Nun, Sümpfe, Stümpfe, Strümpfe….. mit fällt dazu ein, dass das Ganze vielleicht schlicht und ergreifend auf einen Schreibfehler zurückzuführen ist. Wäre nicht das erste Mal, dass so etwas passiert.

Spannend ist aber, dass ich, als ich diese Frage in die Strickliesel-Runde brachte, um zu hören, was die Frauen darüber wissen, von ihnen eine ganz andere Erklärung zu hören bekam.

Der Name Strümpfeweg sei eng verbunden mit der 1907 in Warnsdorf gegründeten Strumpffabrik KUNERT.

Maria Kunert, geborene Worm (*1873 †1950), meldete im sudeten-deutschen Warnsdorf (heute Varnsdorf, Tschechische Republik) eine Strickerei an, um auf ihrer Handstrickmaschine gewerbsmäßig Strümpfe und andere Strickwaren zu produzieren. Der Grundstein für die Weltmarke KUNERT war gelegt.

Anfang der 1920er Jahre stiegen Marias Mann Julius Kunert sen. (*1871 †1950) und später die beiden Söhne Heinrich (*1899) und Julius jun. (*1900 †1993) in die Strickerei ein und erweiterten sie. Vor allem die Söhne brachten neuen Schwung in die Geschäfte und erkannten die Zeichen der Zeit, denn nach dem Ersten Weltkrieg gab es eine erstaunliche Freizügigkeit in der Mode: Die Frauen zeigten Bein und es entstand eine große Nachfrage für elegante Beinbekleidung.

Als erster Hersteller druckte KUNERT 1924 den Firmennamen auf die Verpackungen, sodass zufriedene Kunden beim nächsten Kauf gezielt KUNERT Strümpfe verlangen konnten. Die Marke KUNERT wurde so zum Synonym für elegante Beinbekleidung.

Als erster Hersteller druckte KUNERT 1924 den Firmennamen auf die Verpackungen, sodass zufriedene Kunden beim nächsten Kauf gezielt KUNERT Strümpfe verlangen konnten. Die Marke KUNERT wurde so zum Synonym für elegante Beinbekleidung.

Die Erfindung der Cotton-Maschine machte es möglich Strümpfe in der Form von Beinen herzustellen. Die Familie Kunert kaufte Cotton-Maschinen und gründete im Juni 1924 die „Wirkwarenfabrik J. KUNERT & Söhne GmbH“. Im Oktober wurde mit 18 Mitarbeitern die Produktion aufgenommen. Sie betrug zunächst rund 300 Paar Strümpfe pro Tag.

Elite waren die ersten Strümpfe aus Bembergseide, eine Kupferkunstseide. In den 1930er Jahren wurden sie zu den meistgekauften Strümpfen in Europa. Sogar Marlene Dietrich warb verführerisch mit diesen besonderen Strümpfen.

Der gelernte Kaufmann Julius Kunert jun. erkannte das Potential im Ausland und setzte auf den Export. Das Unternehmen avancierte zu Europas größtem Strumpfhersteller mit etwa 5.000 Beschäftigten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Familie Kunert enteignet, weswegen sie in den Westen floh. Gemeinsam mit einigen Mitarbeitern aus Warnsdorf wagte sich Julius Kunert jun. 1947 an den Neuaufbau in Immenstadt im Allgäu.

Link zur Firmen-Homepage

Welche auch immer die zutreffende Erklärung für die Wahl des Namens sein mag, der Weg ist wunderschön und hat mich rechtzeitig nach Großschönau zurück gebracht, um mich zu den Stricklieseln zu gesellen und den nicht unanstrengenden Tag gemütlich ausklingen zu lassen.

Und, als letzte Verknüpfung des Tages: Die oben erwähnte Bembergseide wurde in Wuppertal erfunden: J. P. Bemberg hat 1900 in Wuppertal-Oberbarmen die Entwicklungsarbeiten zur Kupfer-Kunstseidenproduktion begonnen, als deren Ausgangsstoff ab 1908 die Linter genannten, nicht verspinnbaren kurzen Samenhaare der Baumwollsamen dienten. Ein von Edmund Thiele 1901 bei der J.P.B. entwickeltes Streckspinnverfahren machte es möglich, aus diesem Rohstoff Filamente zu produzieren, die – als Bemberg-Seide bekannt – in ihrer Feinheit der Naturseide entsprach und außerdem noch eine größere Festigkeit als Viskose-Kunstseide besaß. Es wurde eine Fabrik zur Kupferseiden-Produktion mit einer Kapazität von 500 bis 600 kg/Tag im Ortsteil Öhde der Stadt Wuppertal errichtet. Ein weiterer Ausbau des Werkes erfolgte in den Jahren 1925 bis 1928. (Wikipedia-Link)

 

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großschönau _ 1218 _ textil

WEBERSOMMER

 

Zur Erinnerung, für den Fall, dass jemand es aus dem Auge verloren haben sollte: Ja, es gibt einen guten Grund für die Anwesenheit des KUKUmobils im Textildorf Großschönau.

Bereits im vergangenen Jahr hatte ich Gelegenheit, in der neu entstehenden Webschule einen Bildwirkereikurs zu geben. 2022 war der Auftakt für die Aktivitäten, die in Zukunft rund um die Weberei in dem zu sanierenden Gebäude stattfinden sollen.

Ein anspruchsvolles Projekt, dass natürlich bei allen Textilliebhaber:innen die Herzen höher schlagen lässt.

 

Dieses Jahr findet vom 24.07. bis 13.08.  an der Oberlausitzer Webschule der erste „Webersommer“ statt. 

Der erste Teil des Programms lag in Händen der Handweberin Barbara Okeke.  Sie lebt seit einigen Jahrzehnten in Guatemala, am Atitlansee. Schon im vergangenen Jahr hat sie  ihre Anwesenheit in Großschönau genutzt, um die zahlreichen Webstühle der Webschule einzurichten. Dieses Jahr hat sie zwei Wochenendkurse angeboten.  Vom 29. bis 30. Juli einen Workshop zur Bindungslehre und einen weiteren zum Einrichten eines Handwebstuhls am Wochenende vom 5. bis 6. August.

 

https://www.wochenkurier.info/fileadmin/user_upload/import/artikel/331/329331/329331_Handwebmeisterin_Barbara_Okeke__c__Annemarie_Moench_03.jpg

Handwebmeisterin Barbara Okeke. Foto: Annemarie Mönch

Außerdem hat sie einen großen Koffer mit wunderbaren Webereien aus Guatemala mitgebracht, um sie in einer kleinen Verkaufsausstellung den Besuchern der Webschule nahe zu bringen.

Das war nun wiederum ein guter Grund für ich, um meinen Aufenthalt in Großschönau mit dem ihren zusammenfallen zu lassen, denn gerne wollte ich sie kennenlernen, diese Gewebe sehen und mich an meine eigene Zeit am Atitlansee erinnern lassen.

Ich durfte die Ausstellung gemeinsam mit Barbara neu arrangieren in einem der freien Räume der Webschule. Es hat mir große Freude bereitet, die farbenfrohen Textilien in Händen zu halten.

Hier einige Eindrücke aus der Ausstellung:

                                   

Der zweite Teil des Webersommers liegt in meinen Händen, einerseits durch das KUKUmobil im Hof des deutschen Damast- und Frottiermuseums, andererseits  durch einen Intensivkurs Bildwirkerei am kommenden Wochenende, vom 11. – 13.08. Da gibt es übrigens noch freie Plätze.

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großschönau _ 1217 _ ansichten

Großschönauer Ansichten

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großschönau _ 1216 _ fundstücke

Großschönauer Fundstücke. Teil V

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großschönau _ 1215 _ wanderung

Nach der Wanderung entlang der Mandau geht es in die „Berge“. Erste Übung: der Hutberg, der „Hausberg“ von Großschönau. Er ist mit seinen nur 315 m keine wirkliche Herausforderung, bietet aber trotzdem einen  schönen  Blick über das Dorf und darüber hinaus auf Übung Nummer 2: die Lausche.

Die Lausche (tschechisch Luž, obersorbisch Łysa) ist mit 792,6 m ü. NHN der höchste Berg im Zittauer Gebirge und im gesamten Lausitzer Gebirge sowie die höchste Erhebung in Deutschland östlich der Elbe. Sie und ich, wir warten auf einen trockenen Tag, um uns zu begegnen. Ich übe mich in Geduld.

 

Ihr wisst, ich mag Sagen und habe mich natürlich kundig gemacht. Zu beiden Bergen gibt es im Sagenschatz des Königreichs Sachsen eine:

 

Der Schatz auf dem Hutberge

In der Nacht des Tages aller Seelen zeigen sich auf dem bei Schönau gelegenen sogenannten Hutberge große Feuergestalten von kegelförmiger Gestalt, die herum hüpfen und dabei ganz sonderbare Töne hören lassen. Dieses ist der Zeitpunkt, wo sich von der 11. bis 12. Stunde der Nacht der Berg öffnet, und dem glücklichen Entdecker eine Braupfanne voll Gold sichtbar wird, die derselbe, nachdem er zuvor die Geister der Unterwelt durch ein Opfer besänftigt, heben kann. Jener Schatz soll aber aus den Reichthümern bestehen, die hier einst ein gewaltiger Raubritter Ulrich Ruprecht gesammelt und in einem am Abhange des Berges gelegenen Felsenkeller versteckt hatte. Einst soll nun, während der Ritter in demselben in seinen Schätzen wühlte, der Böse den Zugang, den Niemand weiter kannte, versperrt haben, und der Geizhals, dem der Ausgang verschlossen war, mußte nun bei seinen Schätzen verhungern.

 

Der Wundervogel auf der Lausche

Auf der Lausche bei Zittau zeigt sich, wie wohl äußerst selten, ein Vogel von gar wunderlicher Gestalt: Ständer gleich einem Storch, Kopf und Schnabel wie ein Lämmergeier, große Fittige wie ein Fregattvogel, und einen Schwanz wie der Secretär habend, von überaus buntfarbigem, wunderschönem Gefieder. Dieser seltene Vogel ist nichts mehr und nichts weniger als ein von einem bösen Zauberer in einen Vogel verwandelter Prinz. Dieser Prinz war aus dem Böhmerlande, eben so schön von Gesicht als reizend von Gestalt, in allen Künsten und Wissenschaften seiner Zeit erfahren, menschenfreundlich und wohlthätig, kurz das vollkommene Muster eines Fürsten, nur ein etwas zu eifriger Freund der Jagd. Eines Tages jagte er nach der Mittagsstunde in der Nähe der Lausche. Da begab es sich nun, daß ein gewaltiger Adler in der Luft kreiste, der Prinz sendete von seinem Bogen einen fern treffenden Pfeil nach ihm, und aus den Wolken herab stürzte der König der Vögel, und fiel in den auf der Lausche damals befindlichen Garten eines Zauberers, welcher unglücklicher Weise in einer Laube daselbst sein Mittagsschläfchen hielt. Wüthend über das Getöse, welches der Adler in seinem Falle verursachte, und über den Schaden, den das herabstürzende schwere Thier in den Blumen und Gesträuchen des Gartens verursacht hatte, eilte der Zauberer aus demselben, und als er den Prinzen vor sich sah, berührte er ihn mit seinem Zauberstabe und rief: „sei einer des Geschlechts, wovon Du einen getödtet, so lange bis Dich ein Jäger, der seiner Herrschaft nie etwas veruntreut hat, erlegt! Durchstreifte unstät die Lüfte.“

Man kann nicht gewiß bestimmen, ob sich ein solcher Jäger gefunden und die Bezauberung gelöset habe, oder, ob der unglückliche Prinz noch immer die Lüfte durchirre.

 

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großschönau _ 1214 _ textil

ÜBRIGENS……. JA, ich WEBE auch!!!

Nicht, dass hier noch der Eindruck entsteht, ich wäre nicht auch fleißig am weben. Ganz im Gegenteil habe ich, getreu meines Vorsatzes, am großen Webstuhl nur dann zu arbeiten, wenn ich auf Reisen bin, an dem Satz von Hilde Domin weitergewebt.

Simone, die ich hier kennengelernt habe, legt Zeugnis davon ab:

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großschönau _ 1213 _ fundstück

Zwischen Großschönau und Hainewalde

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großschönau _ 1212 _fundstück

Des Kaisers neue Karosse

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großschönau _ 1211 _ fundstück

Großschönauer Fundstücke _ Teil IV

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großschönau _ 1210 _ fundstück

Großschönauer Fundstücke _ Teil III

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großschönau _ 1209 _ fundstücke

Großschönauer Fundstücke _ Teil II

     

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großschönau _ 1208 _ wanderung

An der Mandau entlang _ Teil II

Liegt man mitten am Flußlauf, wie das bei Großschönau und der Mandau ja der Fall ist, dann hat der Fluß, wie die Wurst, zwei „Enden“. Das eine führt, wie bereits berichtet,  ins Böhmische, das andere nach Zittau.

Also ging meine zweite Wanderung Richtung Zittau, immer an der Mandau entlang. Ein wunderbarer Weg. Da ich erst am späten Nachmittag aufbrechen kann, lag mein Ziel nicht ganz so weit entfernt:

Hainewalde. das sind ca. 6 km vom Museum in Großschönau aus. Und Hainewalde hat etwas besonderes zu bieten:

 

Wie wir aus WIKIPedia lernen können, hat der königlich-preußische Kammerherr Samuel Friedrich von Kanitz das „Neue Schloss“ zwischen 1749 und 1755  im Barockstil  in den Talhang der Mandau errichten lassen. Vom Talgrund führt eine Terrassenanlage mit fünf Absätzen zum Hauptgebäude des Schlosses. Das Hauptportal wird von toskanischen Säulen gestützt, der Schlussstein zeigt das Doppelwappen der Familien von Kanitz und von Kyaw. Zwei Seitenflügel bilden einen Vorhof zum Hauptgebäude. Auch der am Hang gelegene Schlossgarten war mit Gartenteich, Hecken, Mauern, Gärtnerei, Orangerie und mehreren Pavillons im barocken Stil gestaltet. Zum damaligen Zeitpunkt hatte das Schloss den Beinamen Sanssouci der Oberlausitz.

Geblieben ist eine große Herausforderung für den im Jahre 2000 gegründeten „Förderverein zur Erhaltung des Kanitz-Kyawschen Schlosses Hainewalde e. V.“ . 2007 begannen dank seiner Initiative die Sanierungsarbeiten des Ostflügels. Die Zukunft wird zeigen, ob all die Bemühungen des Vereins, interessierter Menschen, verantwortlicher denkmalpfelgender Institutionen auf lokaler, regionaler und welcher Ebene auch immer zu einer erfolgreichen und nachhaltigen Wiederbelebung dieses Gemäuers führen. Potential hat es.

Wie im Leben, so auch im Tod.

Selbstredend spiegelt sich die Bedeutung Derer von Kanitz und von Kyaw auch in der Begräbnisstätte wider. Bis in den Tod hinein soll deutlich sein, wer gleicher ist unter Gleichen.

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großschönau _ 1207 _ wanderung

An der Mandau entlang _ Teil I

Die Mandau meandert durch Großschönau wie einen roten Schußfaden durch die Kette. Und wie Flüsse das so tun, schert sie sich einen Teufel um Ländergrenzen. Sie entspringt in mehreren Quellen nordöstlich von Brtníky (Zeidler) in der Tschechischen Republik. Von dort fließt sie  zum östlich benachbarten Rumburk, in südöstliche Richtung weiter durch Seifhennersdorf und Varnsdorf, und dann in Richtung Osten in die Oberlausitz. In  Zittau muündet sie  in die Lausitzer Neiße.

Und wie Flüsse das auch oft so tun, bringt sie Segen und manchmal auch Fluch über das Land. Sie bewässert und bringt Antriebskraft, aber sie überschwemmt eben auch, wenn Hochwasser kommt. Auf den alten Karten, die im Museum zu sehen sind, kann man erkennen, wie schon seit der ersten Besiedlung ein Abstand zum Fluss gewahrt wurde, um ihm genug Raum zu geben, damit er sich ihn nicht nehmen muss, wenn es ihn braucht.

Ich habe auf jeden Fall beschlossen, mich auf meinen ersten Wanderungen von der Mandau leiten zu lassen. Dabei ging es zuerst „ins Böhmische“, wie man hier sagt, wenn man von der Tschechischen Republik redet, weil das viel zu lang und umständlich klingt. Genau gesagt nach Varnsdorf, dem Nachbarn auf der tschechischen Seite der heutzutage kaum noch wahrnehmbaren Grenze, denn beide Ortschaften gehen fast ineinander über. Nur wenn man auf die Infotafeln schaut, merkt man, dass sich etwas verändert hat. Denn da wo man auf deutscher Seite alles in den drei Sprachen Polnisch, Tschechisch und Deutsch findet, sind die Texte auf der tschechischen Seite nur in der Landessprache verfügbar.

Ansonsten ändert sich nicht viel. Ein buntes Durcheinander von Umgebindehäusern, älteren und neueren Wohngebäuden, Industrie und Villen. Auch diese mal saniert, oft eher nicht. Insgesamt macht es den Eindruck, als ob auf der tschechischen Seite weniger Energie zu Verfügung stünde, um auf ein einheitlicheres, gepflegtes Stadtbild hinzuarbeiten. Es wirkt eher so, als ob jedes Gebäude seinem Schicksal überlassen ist. Einige haben halt Glück, die anderen nicht.

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großschönau _ 1206 _ fundstücke

Großschönauer Fundstücke _ Teil I

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großschönau _ 1205 _ textil

Schauwerkstatt

Sorgsam eingefädelt zwischen Sonderausstellung im Museumsgebäude und Schauwerkstatt hat das KUKUmobil einen guten Platz im Hof des Deutschen Damast- und Frottiermuseums gefunden. Und wie an jedem neuen Standort geht es mir auch hier darum, mich als Gast in den neuen Alltag hineinzusehen, – fühlen und -zu hören.

Letzteres ist ein Leichtes, das weiss ich jetzt, nach dem ersten Aufwachen im Museumshof, denn direkt neben mir liegen die Fenster der Schauwerkstatt. Dort beginnt die Schicht morgens um acht, wenn die Mitglieder des Fördervereins die Webautomaten in Betrieb nehmen und die Welt noch in Ordnung ist.

Mit etwas Gewöhnung kann das rhythmische Anschlagen zum Klingeln des Weckers werden. Meine Kinder sind mit dem Tack-Tack, das beim Anklopfen am Handwebstuhl entsteht eingeschlafen. Tja, so ist die Welt….. Was dem einen… ist dem anderen….

 

Diese Kombination von Museum und Schauwerkstatt ist, finde ich, ein großer Luxus für die Museumsbesucher:innen. Es ist noch einmal ganz etwas anderes, wenn man aus der Museumsatmosphäre in einen Raum kommt, in dem es nach Maschinenöl riecht, in dem es manchmal eine kleine Staub- vor allem aber eine Klangwolke gibt, der man nicht entgehen kann…. und Menschen, die damit beschäftigt sind, die Webautomaten am Laufen zu halten und eine große Bereitschaft haben, alle Fragen zu beantworten, die einem so in den Kopf kommen mögen, wenn man nicht aus dieser Welt der Weberei kommt, was bei den meisten von uns der Fall ist, denn selbst für mich ist das fremdes Land. Wir haben zwar die gleichen Vorfahren, so wie Schimpanse und Orang-Utan, aber wir haben unterschiedliche Wege eingeschlagen und sind unterschiedliche Allianzen eingegangen, die einen mit der Ingenieurkunst, die anderen mit der Bildenden Kunst.

Ich liebe es, vom Geruch bis zum Krach, auch wenn er mich weckt.

 

Übrigens kommt auch hier im Gespräch mit den Weberkollegen und Kolleginnen ganz schnell die Frage auf, wie es in Zukunft weitergehen kann. Im Falle der Schauwerkstatt hier am Deutschen Damast- und Frottiermuseum sind es die Mitglieder des Fördervereins, die Leben in die „Schaubude“ bringen. Der Webmeister, der immer dann zu Rate gezogen wird, wenn alle anderen nicht mehr weiter wissen, ist schon um die neunzig. Fachkräfte, die überhaupt noch in der Lage sind, diese Maschinen zu verstehen und zu betreuen, sind immer schwieriger zu finden, und wenn man das „jung“ dazusetzt, so gut wie nicht zu haben. Daher ist es, wie gesagt, ein Luxus, wenn man, so wie hier, solch eine Gelegenheit bekommt. Und den sollte man sich nicht entgehen lassen.

 

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großschönau _ 1204 _ textil

Großschönau. Textildorf. I

Erster Tag. KUKUmobil steht, die Zurrgurte sidn gefallen, alles atmet entspannt. Auch ich entspanne mich langsam bei einem Abendspaziergang durch den Ort.

Vor einem Jahr, als ich das erste mal hier war, hatte ich kaum Zeit dazu, daher geniesse ich es sehr.

Egal welchen Weg man einschlägt, früher oder später trifft man auf eine „Station“ des Textilpfades mit der entsprechenden Erklärtafel.  Wenn man am Deutschen Damast- und Frottiermuseum anfängt, ist das unausweichlich.

„Seine jahrhundertealte Textiltradition hat das Antlitz und die Wirtschaft von Großschönau geprägt. In dem idyllisch am Fuße des Zittauer Gebirges gelegenen Dorf wurde 1666 erstmalig in Deutschland Damast gewebt, ein exklusives Bildgewebe, das schnell zum weltbekannten Luxusgut werden sollte. Ebenfalls von Großschönau ausgehend verbreitete sich ab 1865 ein weiteres besonderes textiles Herstellungsverfahren in ganz Deutschland: die Frottierweberei. Bis heute sind kuschelweiche Handtücher, Waschlappen und Bademäntel aus dem Textildorf Großschönau auf dem Weg in die Welt. Dieser besonderen textilen Geschichte und Gegenwart des Ortes können die Besucher Großschönaus auf dem „Textilpfad“ buchstäblich auf die Spur kommen. Insgesamt 30 Informationsstelen laden dazu ein, wichtige mit der Textiltradition verbundene Stationen des Ortes zu entdecken. Dazu gehören neben Fabrikantenvillen, (ehemaligen) Fabriken und Weberhäusern auch die Wohnorte bzw. Wirkungsstätten berühmter Großschönauer Persönlichkeiten. In deutscher und tschechischer Sprache verfasste historische Fakten sind auf den Informationsstelen ebenso zu finden wie historische Aufnahmen oder Reproduktionen archivalischer Dokumente. Auf diese Weise wird ein Stück der lokalen Vergangenheit für die Betrachter in die Gegenwart geholt. Und auch an die jüngeren Forscher wurde gedacht: kleine Rätsel laden zum genauen Lesen der Texte ein.“ (https://www.ddfm.de/de/Textilpfad/)

Der Weg führt vorbei an ehemaligen Fabrikantenvillen, die teils saniert und weiter bewohnt bzw genutzt werden, sich teils aber auch im Dornröschenschlaf befinden und immer noch auf den Prinzen warten, der sie mit einem gut gefüllten Geldbeutel und einer guten Idee wachküsst und die Spuren der Zeit wegwischt.

Bei vielen der ehemaligen Fabrikgebäude sieht es da anders aus. Sie sind einfach von der Gebäudesubstanz her zu groß, eine Sanierung zu aufwändig. Was aus ihnen geschehen wird, das wird die Zeit zeigen. Es erinnert mich ein wenig an Aubusson, die französische Stadt, in der ich meine Ausbildung zur Bildwirkerin absolviert habe. Auch sie war über eine lange Zeit hinweg Hochburg der Weberei. Auch sie hat die Verlagerung der Textilproduktion in andere Gegenden dieses Planeten schmerzhaft zu spüren bekommen, auch dort warten zahlreiche alte Industriegebäude auf das endgültige Urteil.

Spannend ist an Großschönau aber, dass es neben den Zeugen aus der Blütezeit der Textilindustie auch die Zeugen der Zeit davor gibt.: Die Umgebindehäuser  (Link) Oft liebevoll restauriert prägen sie das Bild des Ortes und beweisen die hohe Handwerkskunst der unterschiedlichen Gewerke am Bau.

 

 

 

Und auch hier findet man die liebevoll restaurierten und bewahrten, und die, die vielleicht nicht mehr zu retten sind, weil der Verfall so weit fortgeschritten ist, dass die Kosten nicht tragbar sind, jedenfalls nicht für „Normalmensch“. Keine Ahnung, ob und welche dieser Gebäude, vielleicht auch der Ruinen, unter Denkmalschutz stehen. Ein Hingucker sind sie auf alle Fälle. Selbst wenn man ihren Namen und ihre Bedeutung nicht kennt.

 

 

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großschönau_ 1203 _ KUKUmobil

Aufbruch

Jeder Aufbruch ist etwas Besonderes. Ich hoffe, dass das auch noch so bleibt, wenn sich eine gewisse Reiseroutine eingestellt hat. Denn für mich bedeutet dieses Gefühl der Besonderheit beim Aufbruch auch, dass der Ort, den ich verlasse etwas Besonderes ist.

In diesem Fall ist der Aufbruch mir leicht gefallen. Ich weiß, dass ich bald wieder zurückkommen werde, denn für die kommende Zeit in Berlin wird es mein Standort sein und bleiben.

Aber jetzt hieß es erst einmal „Losfahren“. Ziel: Großschönau, Textildorf Großschönau. Genau gesagt der Hof des Deutschen Damast- und Frottiermuseums. (www.ddfm.de)

 

Henry hat diesmal das KUKUmobil transportiert. Es war eine schöne Reise. Zwischendurch habe ich mir immer mal wieder vorgestellt, wie es wäre, wenn es noch ein zweites Fahrzeug gäbe, von dem aus man Fotos machen könnte vom KUKUmobil, wie es durch die Landschaft zuckelt, durch Sonnenblumenfelder und Hopfenplantagen, durch kleine Dörfer, entlang an Obstbaumalleen, über kleine Brücken und durch schmale Gassen…

Mit viel Liebe und Feingefühl und aufmerksamem Blick haben wir das KUKUmobil in den Hof des Museums eingefädelt. Es hat gerade so gepasst und seinen Ort gefunden zwischen dem Zugang zu der Sonderausstellung (derzeit geht es da um Schmuck) und der Schauwerkstatt, die vom Förderverein betreut wird und den Besuchern, Groß und Klein, Gelegenheit gibt, die Webautomaten in Aktion zu bestaunen.

Ich bin sehr gespannt auf die Begegnungen und die Gespräche, die sich ergeben werden.

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berlin _ 1202 _ labyrinth

POP_UP

Alles was ich bisher als „Pop-Up“-Labyrinthe bezeichnet habe war ein Witz gegenüber dem, was gestern war.

Mit großer Macht ging ein Gewitter auf Weißensee und den ehemaligen Sportplatz nieder, auf dem das KUKUmobil aktuell steht. Innerhalb weniger Minuten bedeckte eine weisse Schicht von Hagelkörnern den meereslagunengrünen Boden. Und ebenso schnell war dieser weiße Mantel wieder verschwunden.

Genau dazwischen: Ein Labyrinth aus gefrorenen Murmeln die vom Himmel fielen.

 

 

Auf dem Weg der Auflösung…..

 

 

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berlin _ 1201 _ textil

STATUS QUO am Webrahmen

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berlin _ 1200 _ KUKUmobil

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berlin _ 1199 _ fundstück

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großschönau _ 1198 _ KUKUmobil on tour

KUKUmobil auf Sommertour

Nach der winterlichen Probetour mit Cottbus als Ziel steht jetzt die zweite Fahrt an. Ende Juli geht es erneut los. Diesmal macht sich das KUKUmobil auf den Weg nach Großschönau.

Dort wird es an zwei unterschiedlichen Standorten zu finden sein:  die erste Augustwoche, vom 01.08. bis zum 08.08.2023,  im Garten des Deutschen Damast- und Frottiermuseums, wo es täglich um 14:00 Uhr ein Gespräch mit den Museumsbesucher:innen geben wird.

Danach wandert das KUKUmobil weiter. Es bleibt in Großschönau, aber es tauscht den Museumsgarten gegen den Vorplatz der Oberlausitzer Webschule. Dort wird es bis zum 14.08.2023 stehen.

Am  zweiten Augustwochenende, also vom 11.08. – 13.08.2023 haben übrigens alle Interessent:innen die Chance, den Zauber der Bildwirkerei im eigenen Tun zu erkunden und zu erleben.

Ich freu mich auf diese neue Erfahrung mit dem KUKUmobil auf Reisen, an den neuen Standorten, mit den neuen Begegnungen, dem Austausch…….

 

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berlin _ 1197 _ begegnungen

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