Lübbenau _ 1089 _ KUKUmobil

Trampen MIT Anhänger

Bei all den Facetten, die das KUKUmobil-Projekt und seine Reise durch Europa ausmachen, gibt es eine, die für mich, wenn ich darüber nachdenke, die größten Herausforderung sein wird, vielleicht auch, weil sie so wenig von mir abhängt, daher unvorhersehbar und nicht planbar ist:

Ihr wisst, es gibt kein eigenes Zugfahrzeug für dieses Projekt. Und selbst wenn es eins gäbe, ich würde mir nicht zutrauen, es zu fahren. Die Idee ist tatsächlich, mit dem Anhänger zu „trampen“ und immer wieder Menschen zu suchen und hoffentlich zu finden, die das Projekt unterstützen wollen, indem sie sich bereit erklären, das KUKUmobil auf einen großen oder kleinen Abschnitt der Reise zu transportieren.

Ich weiss, das klingt verrückt und doch bin ich davon überzeugt, dass es funktionieren kann. Irgendwie. Mit euch allen zusammen.

Lübbenau ist ein Beispiel / Beweis dafür: der Zwischenstopp war nicht geplant und ist ganz spontan entstanden. Genauso spontan haben sich Fahrzeug und Fahrer gefunden, von Cottbus nach Lübbenau, von Lübbenau nach Berlin.

Die erste Strecke haben Queenie und Micha vom Projektbüro  Lübbenaubrücke  übernommen. Das habe ich ja schon berichtet.

Aber auch für die Fahrt von Lübbenau zurück nach Berlin hat sich ganz spontan ein Fahrer gefunden:

Frank ist u.a. Projektleiter der AWO Makerkutsche, einer „mobilen offenen Werkstatt für Kinder & Jugendliche im Landkreis Oberspreewald-Lausitz, welche das Ziel verfolgt, neue und moderne Technologien auf das Land zu bekommen und eine offene Gesellschaft zu fördern. Die Verbindung von Handwerk und digitaler Produktion soll die Selbstverwirklichung von Jugendlichen stärken und ihnen eine selbstbestimmte Zukunft aufzeigen.“

Die Makerkutsche ist so wie das KUKUmobil ein Anhänger, sogar noch einen Tick länger und schwerer. Und Frank ist derjenige, der diesen Anhänger normalerweise bewegt, wenn er bewegt werden muss. Und er hat ganz spontan gesagt: Ich mach das!

Das bedeutet, dass das KUKUmobil einen erfahrenes Gespann aus Fahrzeug und Fahrer gefunden hatte und ich ganz entspannt und unendlich dankbar der Rückreise entgegensehen konnte.

 

 

 

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Lübbenau _ 1088 _ textil

Ups, nicht dass jetzt der Eindruck entsteht, in Lübbenau wäre außer Land und Leuten, außer Radtouren und Spaziergängen nichts TEXTILES gewesen…… Ganz im Gegenteil: ich glaube ich habe noch nie in solch einer kurzen Zeit versucht, so viele Menschen in die Welt der Bildwirkerei zu entführen.

Angeboten wurde ein dreistündiger Schnupperkurs und zwei Tage, der Samstag und der Sonntag,  mit einem Intensiv-Einführungskurs von jeweils sieben Stunden. Daher kam es dazu, dass es Teilnehmerinnen gab, die aus zeitlichen Gründen nur am Schupperkurs teilnehmen konnten, sich den aber nicht entgehen lassen wollten. Dann gab es jene, die nur Samstag oder nur Sonntag konnten, diejenigen, die beim Schnupperkurs und an einem der Folgetage dabei waren und es gab 3 Teilnehmerinnen, die es einrichten konnten, an allen drei Tagen den Kurs zu besuchen.

Spannende Konstellation. Spannend auch – und gut – das Format des Schnupperkurses. Also hab ich versucht, die Termine so zu gestalten, dass sowohl diejenigen, die nur 3 Stunden schnuppern konnten, als auch diejenigen, die  die gesamten drei Tage dabei waren in der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit einen kleinen Einblick in die Kunst der Bildwirkerei nehmen konnten und hoffe, es einigermaßen hinbekommen zu haben.

Als Einstieg haben alle auf den vorbereiteten Webrahmen mit der gleichen Übung begonnen: einem Dreieck. Dabei stand die Wahl frei, wie groß es sein sollte, welche Steigung es haben sollte, wo es angeordnet war. Wichtig war nur, das Prinzip des abschnittsweisen Arbeitens zu verinnerlichen  und den Vorteil zu erfahren, den die Diagonale ganz allgemein für die Bildwirkerei mit sich bringt.

TAG I

Selbst bei dieser einfachen Übung kamen schon ganz unterschiedliche Ergebnisse heraus. Diejenigen, die in den kommenden Tagen an dem Webstück weiterarbeiten konnten, hatten die Gelegenheit, ihr Werkstück ausgehend von dieser Übung weiterzuentwickeln.

TAG II

 

TAG III

 

So sind dann im Laufe der Stunden aus dem Anfangs-Dreieck ganz unterschiedliche Bildkompositionen entstanden.

Ich kann mich nur bei allen Teilnehmerinnen bedanken für ihre Neugier und ihre Bereitschaft, sich von mir entführen zu lassen in diese wundersame Welt der Bildwirkerei. Es war eine schöne Atmosphäre und mir hat es großen Spaß gemacht.

Danke auch, dass sie mir die Erlaubnis gegeben haben, die Fotos, die Lea und Susann geschossen haben, hier zu veröffentlichen.

Und DANKE natürlich an die beiden Fotografinnen, von denen die meisten der hier abgebildeten Fotos stammen, für ihre Zeit und für die Plinsen, die sie für uns zubereitet haben um den kleinen Hunger zu stillen, damit er uns nicht vom konzentrierten Arbeiten abhält.

 

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Lübbenau _ 1087

Spreewald _ Impressionen II

Der zweite Ausflug mit dem Fahrrad ging in die entgegengesetzte Richtung nach Lübben und ein Stückchen weiter … wäre da nicht der Platten mitten im Wald gewesen, hätte ich es vielleicht bis nach Schlepzig geschafft.

So hatte ich Gelegenheit die Landschaft im Schritttempo zu genießen und mit dem geflickten Rad so spät über den Damm zurück nach Lübbenau zu radeln, dass ich die halbe Spreewaldfauna beim Abendbrot erwischte.

In Lübben:

Auf dem Weg nach Schlepzig:

Irgendwie war mir schon klar, dass es einfacher sein würde, die Spuren zu finden, als deren Verursacher. Wider aller Vernunft  hoffte ich natürlich, dass das Glück auf der Seite der Neulinge sein und mir ein Biber vor die Linse kommen möge.

Als ich dann das erste nicht nach einem Wasservogel aussehende Tier im Wasser schwimmen sah, war ich ganz aufgeregt. Ein Biber ist es zwar nicht gewesen, aber trotzdem war es schön anzusehen.

Ich muss gestehen, dass ich zurück im KUKUmobil erst einmal im Internet nachgesehen habe, wie ein Laie wie ich beim schnellen Hinsehen denn den Biber von einer Nutria und diese von einer Bisamratte unterscheiden kann. Bei  www.nabu.de findet man eine Orientierungshilfe, aber ich denke, es bedarf schon einer gewissen Übung, um mit Sicherheit sagen zu können, was man da gerade bei den ersten Schwimmversuchen beobachtet.

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Lübbenau _ 1086

Spreewald _ Impressionen I

Zugegebenermaßen ist im Gegensatz zu der Zeit in Cottbus, wo ich fleißig gewebt habe, in der Woche im Lübbenau nicht wirklich viel passiert am eigenen Webstuhl. Dafür habe ich viel Landschaft erlaufen und erfahren, und das was auch wichtig.

Da musste ich also in den Spreewald kommen, um meine erste Erfahrung mit einem Elektrofahrrad zu machen. Queenie und Micha, von der Lübbenaubrücke, haben es mir zur Verfügung gestellt und ich war dankbar für die Möglichkeit, den Radius meiner Inspirationssuche um ein gutes Stück erweitern zu können.

Ich habe auf der Hinfahrt auf die Elekto-Unterstützung verzichtet, was auf solch ebenem Gelände auch gut geht. Außerdem halte ich eh dauernd an, um Fotos zu machen. Aber auf dem Rückweg hab ich umgeschaltet und war fast erschrocken, wie schnell das Ding auf einmal fuhr. So schnell konnte ich gar nicht gucken. 🙂 Wenn man also sicher sein will, dass man heim kommt, auch wenn einen die Kräfte verlassen, weil man sich vielleicht übernommen hat in der Länge der Route, dann ist so ein Elektrofahrrad eine tolle Sache. Vielleicht sogar, wenn man es als alltägliches Fortbewegungsmittel nutzt und nicht verschwitzt oder erschöpft oder einfach unabhängig von der Tagesform planmäßig von A nach B kommen möchte.

Die erste Radtour ging Richtung Burg, an einem regnerisch-grauen Freitag und ich hatte das Gefühl, den ganzen Spreewald für mich allein zu haben:

 

 

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Lübbenau _ 1085

Lübbenau _ Impressionen III

Uli ist nach Lübbenau gekommen, um mir noch einige Webrahmen zu bringen. Die Anmeldungen für den Schnupperkurs prasseln nur so herein und ich möchte so vielen Menschen wie möglich die Gelegenheit geben, sich einmal auszuprobieren mit Pinne und Kette und Garn.

Weil es auch für ihn der erste Spreewaldbesuch ist, und weil es nicht regnet und weil es tatsächlich auch im Winter jeden Tag zwei Kahnfahrten gibt, haben wir beschlossen, das kleine Abenteuer zu wagen und uns auf einer Rundfahrt bis Lehde und zurück staken zu lassen. Eineinhalb Stunden dauert diese Winterfahrt für unerschrockene Touristen. Denn der Spreewald ist nicht nur im Sommer bezaubernd, auch im Winter hat er seinen Reiz, mit mehr Durchblick sozusagen.

Wäre das Wetter einen Tick besser gewesen, hätten wir uns vielleicht für eine Kanufahrt entschieden. Aber es sollte sich zeigen, dass auch die Kahnfahrt einen ganz besonderen Charme hat. Unser Kahn war das einzige Gefährt auf dem Wasser und die Stille wurde nur unterbrochen von den amüsanten Kommentaren des Fährmannes und dem rhythmischen Geplätscher, das beim Staken entsteht.

Nach Lehde hatte ich tags zuvor mit Beate einen schönen Spaziergang gemacht und von ihr viel erzählt bekommen über Land und Leute. Schön war es jetzt, aus dieser anderen, besonderen Perspektive den gleichen Weg noch einmal zu erleben.

Von unserem Fährmann habe ich gelernt: Immer noch fahren Bauern, gerade in der Gegend um Lehde, mit dem Kahn zum Feld. Der Acker muss bestellt werden und auch die Ernte wird mit dem Kahn nach Hause transportiert. Manchmal wird selbst das Vieh von einer Weide auf die andere per Kahn übergesetzt. Auch für den Holztransport ist der Kahn nach wie vor ein nützliches Gefährt.

Seit Anfang des vorigen Jahrhunderts wurden die zuvor aus einem massiven Stamm als Einbaum gefertigten Kähne aus mehreren Längs- und Querbrettern herzustellen. Das erforderte besonderes handwerkliches Geschick und setzte spezialisiertes Können voraus. Die in Handarbeit gefertigten und daher teuren traditionellen Holzkähne werden immer häufiger durch Aluminiumkähne ersetzt. Die sind pflegeleichter und ihr geringeres Eigengewicht macht sie auch in der Handhabung auf dem Wasser leichter. Der heutige Spreewaldkahn hat eine Breite von maximal 1,90 Meter und eine Länge von maximal 9,50 Meter. Die Ruderstange nennt man Rudel, sie ist aus Eschenholz und bis zu 4 Meter lang.

 

Keine Ahnung, wie wuselig es im Sommer am Hafen und auf den Fließen und Kanälen zugehen mag, in dieser Jahreszeit ist es Balsam für die Seele.

 

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Lübbenau _ 1084 _ Fundstück

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Lübbenau _ 1083 _ Fundstück

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Lübbenau _ 1082 _ Fundstück

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Lübbenau _ 1081

Lübbenau _ Impressionen II

Vormittagsspaziergang über den Energieweg in die Neustadt. Ein Eintauchen in die Geschichte der Stadt, geprägt durch die Energiewirtschaft: Braunkohletagebau und Kraftwerkbetrieb….

30 Orte _ 30 Bilder

Früher und Heute: Die Freiluftausstellung „30 Orte − 30 Bilder“ macht sichtbar, wie sich die Spreewald-Stadt Lübbenau mit ihren Ortsteilen im Laufe der Jahre verändert hat.

HIER werden alle Tafeln gezeigt.

Auf dem Weg zum Hafen, um mit Beate einen kleinen Nachmittagsspaziergang durch den Spreewald bis Lehde zu machen.

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Lübbenau _ 1080

Lübbenau _ Impressionen I

Der erste Besuch der Altstadt

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Lübbenau _ 1079 _ UTOPOLIS

Lübbenau _ UTOPOLIS

Es wird Zeit, dass ich einiges von dem, was ich hier in Lübbenau erlebe, mit euch teile. Sechs Tage sind es inzwischen, die ich hier stehe auf dem Hof des ehemaligen Bahnbetriebswerks, jetzt GLEIS3, einem Dreiergespann aus

# BUNTE BÜHNE, einem Theater für Bürger und Gäste der Stadt. Hier wird ganzjährig ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt geboten: Schauspiel, Kabarett, Konzerte, Kinder – und Jugendtheater, Lesungen, Puppenspiel, Workshops und vieles mehr. Betreiber der Bunten Bühne ist der 2007 gegründete KultuRegio e.V.

# LÜBBENAUBRÜCKE, einem städtebaulichen und wohnungswirtschaftlichen Kooperationsprojekt der Wohnungsunternehmen und der Stadt Lübbenau/Spreewald. Das Projektbüro der LÜBBENAUBRÜCKE moderiert seit 1999 den Stadtumbauprozess in Lübbenau und initiiert gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern und verschiedenen Vereinen soziale und kulturelle Veranstaltungen. Die Unterstützung kleiner, bürgernaher Projekte und eine intensive Einbindung der Bevölkerung in die Ziele der LÜBBENAUBRÜCKE gehören ebenso dazu, wie die Unterstützung gemeinschaftlicher Aktivitäten zur Förderung des Miteinanders.

# KULTUR HOF, seit seiner Gründung 1995 ein Treffpunkt für Freunde populärer und unpopulärer Kunst und Kultur. Er gab 2001 mit seinem Umzug in die Güterbahnhofstraße den Startschuss für das Kulturzentrum Lübbenau. Das Spektrum der zahlreichen Veranstaltungen reicht von Musik in fast all ihren Spielarten über Malerei und Tanz bis hin zu Kalligraphie. Neben dem wöchentlichen Veranstaltungsbetrieb dienen Räumlichkeiten in der ehemaligen Kantine des Bahnbetriebswerkes vielen Gruppen und Projekten als Ort der Selbstverwirklichung. Betreiber des Kulturhof ist der Kulturhof Lübbenau e.V.

Letzterer ist vor knapp 4 Jahren mit 15 weiteren auf das gesamte Gebiet der Bundesrepublik verteilten Projekten Teil des Bundesprogramm „UTOPOLIS – Soziokultur im Quartier“ geworden. UTOPOLIS wird als ressort­übergreifende Strategie im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur für Medien (BKM) sowie dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ermöglicht. In vierjährigen Entwicklungs­prozessen erproben bundes­­weit soziokulturelle Zentren unter der Frage­stellung, wie Kunst und Kultur für das Zusammen­leben der Gesellschaft in den Stadtteilen genutzt werden kann, neue kreative Beteiligungsformate.

Der Kulturhof LÜBBENAU e.V. nimmt an dem Programm mit folgendem Projekt teil:

Lübbenau unterteilt sich in eine touristische Altstadt und eine Neustadt mit vielfältigen sozialen Herausforderungen. Das Projekt „kultur.lokal.machen“ möchte die Nachbarschaft mit künstlerischen Mitteln aktivieren und diese dazu anregen, sich mit ihrer Stadt auseinanderzusetzen. Als lernendes Projekt setzt „kultur.lokal.machen“ eine Vielzahl diverser, künstlerischer Workshops um: Kreative Stammtische zu bildender Kunst, Musik und Literatur sowie diverse Umfrageaktionen ermöglichen eine partizipative Umfeld- und Bedarfsanalyse zu den Wünschen der Bewohnerschaft.  Städtebauliche Prozesse werden im Rahmen von „erLebensraum Neustadt“ mit Kunstaktionen begleitet, der öffentliche Raum wird bei „NEUTafeln“ zur intimen Umgebung für gemeinschaftlichen Austausch und Aktionen.

Im September 2023 läuft das Programm aus. LEIDER. Trotz der 2 Jahre Corona-Zwangspause gerade für Kulturschaffende soll das Förderprogramm nicht verlängert werden.

Hier in Lübbenau habe ich das Gefühl, dass es gerade jetzt erst beginnt, Fuß zu fassen. Die Aufmerksamkeit und das Vertrauen der Menschen zu gewinnen und sie einzubinden in ein Kulturprojekt ist ein Langstreckenlauf und bedarf zu gleichen Teilen der unerschütterlichen Überzeugung, etwas zu tun, das dazu beiträgt, diese Gesellschaft etwas besser für uns alle zu machen; des Wagemuts, Dinge zu denken und umzusetzen, die bei vielen Menschen zunächst auf Unverständnis stoßen und erst im gemeinsamen Erleben verständlich werden; der Fähigkeit groß zu denken und zu wissen, dass das Leben die Dinge schon in ihr richtiges Maß bringt; der Kraft immer und immer wieder auf die Menschen zuzugehen und nicht zu verzagen; der Energie, unglaublichen Mengen von Energie und der Bereitschaft, diese Energie zu geben, ohne irgendeine Art von Gewissheit, dass etwas davon zurückkommt…… und all das über einen langen Zeitraum, denn Zeit und Raum sind nicht in Einheiten von Effizienz und Produktivität zu messen, wenn es um Menschen und Leben geht. Aber wem erzähl ich das…….. Diejenigen, die ihr diesen Blog lest, werdet ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Diejenigen die etwas daran ändern könnten, werden diesen Blog nicht lesen……

Ich habe jedenfalls dank Utopolis und Susann Köbernick, der Projektleiterin vor Ort, den Weg in den Spreewald und nach Lübbenau gefunden und die Möglichkeit erhalten, hier einen Dreier-Kurs zu geben. Anscheinend geht hier in Lübbenau alles nur in Dreierpaketen. 😉

Morgen ist der letzte Tag. Eine schöne, wenn auch anstrengende Erfahrung, so vielen Menschen etwas über die Bildwirkerei erzählen zu können und ihnen wiederum die Gelegenheit zu bieten, etwas Neues auszuprobieren.

Susann und Lea, die hier ihren Bundesfreiwilligendienst leistet, haben fleißig fotografiert. Also wird es am Ende eine umfassende Dokumentation dieser drei Tage geben, die ich NATÜRLICH mit euch teilen werde.

UND…. ich hab Zeit gehabt, mir die Umgebung anzusehen….. die Alt- und Neustadt, den Spreewald…….

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Lübbenau _ 1078 _ textil

Heute abend findet der Schnupperkurs in den Räumen des KulturHof Lübbenau statt. Für mich eine besondere Herausforderung, denn mir stehen genau drei Stunden zur Verfügung, um den Teilnehmenden an diesem Kurs die Grundbegriffe der Bildwirkerei zu vermitteln und einen Einblick zu geben in diese wunderbare Welt, die mich so ausfüllt und glücklich macht.

Das setzt eine andere Vorbereitung voraus. Normalerweise richten die Teilnehmenden ihren Webbock selbst ein, sprich bringen die Kette auf. Ich finde es wichtig, das einmal getan zu haben, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie entscheidend die gleichmäßige Spannung für ein gutes Arbeiten ist UND es ist ein guter Einstieg, um die Menschen aus ihrem Alltag mit allem, was das bedeutet, herauszuholen und hineinzubegleiten in eine neue Welt, in der Zeit, Langsamkeit und Ausgewogenheit eine andere, eben auch neue Rolle spielen.

Jetzt bereite ich die Webrahmen vor, aus Zeitgründen. Und ich bin ebenso gespannt, wie jeder der Fäden, die ich heute gezogen habe, auf die Menschen, die heute Abend neugierig vor den Rahmen sitzen werden.

 

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Lübbenau _ 1077 _ KUKUmobil

Von C wie Cottbus nach L wie Lübbenau

Gestern wurde das KUKUmobil an einen neuen Standort gebracht. Was ganz normal klingt und wirkt und sein soll und irgendwann wahrscheinlich tatsächlich zur Routine werden wird, auch für mich, war gestern etwas ganz Besonderes.

Denn diese Reise ist eine kleine Bestätigung dafür, dass es funktioniert, wenn Menschen dahinter stehen, die es möglich machen…. In diesem Fall Beate, die das KUKUmobil in Cottbus gesehen und in Lübbenau begeistert davon berichtet hat….  so begeistert, dass  Susan, die im Projekt Kultur.Lokal.Machen unterwegs ist, sich mit mir in Verbindung gesetzt hat, um das KUKUmobil einzuladen, und Queenie und Micha von der Koordinationsstelle Lübbenaubrücke sich bereit erklärt haben, es abzuholen. DANKE!!!

So kommen beide Standbeine zusammen, auf denen das Vorhaben der kommenden Jahre „laufen“ soll: die Planung im Vorfeld und die Spontanität. Dass das erste funktioniert, da war ich mir sicher. Ist halt nur eine Frage der Beharrlichkeit. Aber dass sich das zweite gleich bei der ersten Reise ergibt, das habe ich selbst in meinen kühnsten Träumen nicht zu denken gewagt.

Lübbenau ist von Cottbus ca 40 km entfernt. Bei gemütlichen 60 km/h haben wir die Strecke gut zurückgelegt und ich konnte Queenie und Micha schon mit den ersten Fragen zu dem neuen Standort löchern…. über die drei ehrenamtlich tätigen Vereine, die dort gemeinsam die ehemaligen Bahnhofsgebäude bespielen und deren Arbeit intensiv von der Stadt unterstützt wird.

„Das GLEIS 3 Kulturzentrum liegt mitten in der Stadt und ist eine Drehscheibe für Theater, Musik und Freizeit in Lübbenau/Spreewald. Über die Jahre hat sich das unter Denkmalschutz stehende Ensemble etabliert und zieht Jahr für Jahr viele Besucherinnen und Besucher an – darunter auch immer mehr Touristen und Gäste. Unter dem Dach GLEIS 3 arbeiten gleich drei starke Vereine zusammen: Lübbenaubrücke e.V., Kulturhof e.V, sowie KultuRegio e.V.. Gemeinsam haben sie es sich zum Ziel gesetzt, das kulturelle Angebot der Stadt auf vielfältige Art und Weise zu beleben. „Das inhaltliche Leben dieses Ensembles ist euer Verdienst“, sagt Bürgermeister Helmut Wenzel.

Die Stadt Lübbenau/Spreewald fördert die Kulturstätte seit vielen Jahren mit der Übernahme der Bewirtschaftungskosten sowie Zuschüssen für die inhaltliche Arbeit. Die Stadtverordneten haben unlängst einstimmig für die Verlängerung der Betreiberverträge mit den drei Partnern bis 2027 zugestimmt, was die Bedeutung des Engagements für die Stadt zeigt. „Das ist eine hohe Wertschätzung. Hier geht es nicht nur um ein kulturelles Angebot, ihr gebt den Menschen auch eine Heimat. Wir können stolz auf das geschaffene und die ehrenamtliche Arbeit hier vor Ort sein“, unterstreicht Helmut Wenzel im Rahmen der Unterzeichnung.“

Quelle

Ja, und da stehe ich jetzt mit dem KUKUmobil:

Ich freu mich sehr und bin gespannt, wie es sich hier anfühlt, mit neuer Aussicht, neuer Geräuschkulisse, neuen Orten und Menschen……

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Cottbus _ 1076 _ KUKUmobil

Cottbus _ Impressionen IV

Letzte Augenblicke in Cottbus. Abschied von der Schwarzkiefer, die mich so großzügig unter ihren Schirm aus kräftigen Ästen genommen hat; letzte Besuche ganz besonderer Art und letzte gute Gaben.

Alles verzurrt, alles bereit für ein neues Abenteuer, an einem neuen Ort, mit neuen Erfahrungen. Spreewald, ich freu mich auf dich!!!!

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Cottbus _ 1075 _ KUKUmobil

DANKE, COTTBUS

Heute war unser letzter Tag in Cottbus. Morgen wird das KUKUmobil abgeholt und wandert weiter nach Lübbenau.

Mir bleibt nur, mich bei allen, die das KUKUmobil besucht haben, zu bedanken, für ihr Interesse, ihre Gastfreundschaft und ihre Offenheit. Sie haben das Gästebuch mit guten Wünschen gefüllt und mein Herz mit Freude und Zuversicht.

Danke an das Museumspersonal für die Unterstützung, an Helene Roolf, die Kuratorin der Ausstellung „Der Klang des Papiers“, die mich hierher geholt hat, an die Techniker und die Museumspädagogische Abteilung, die sich darum gekümmert haben, dass es mir an nichts fehlt, und an den Wachdienst, der während der Nachtstunden ein aufmerksames Auge auf das KUKUmobil hatte.

Danke an Karin, Petra, Barbara und beide Karlas, die mich „entführt“ haben, um mir einen kleinen Teil ihrer Stadt zu zeigen, mich umsorgt und in den langen Gesprächen so Vieles aus ihrem Leben mit mir geteilt haben.

Danke an die Grashüpfer und all diejenigen, die ein wenig verweilt haben in oder vor dem KUKUmobil. Ich fühle mich reich beschenkt. Ich habe viel gelernt. Und ich freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen.

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Cottbus _ 1074

Cottbus_ Impressionen III

Nur für eine kurze Weile habe ich dem Karnevalsumzug zugeschaut. Das Rufen hat mich KUKUmobils war trotz der Musik, die aus den Lautsprechern der Wagen dröhnte, erreicht.

Mehr Fotos vom „Zug der fröhlichen Leute“ findet ihr zum Beispiel in der Lausitzer Rundschau.

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Lübbenau _ 1073 _ KUKUmobil

Wohin geht es jetzt?

Der letzte Tag in Cottbus. Reich beschenkt werde ich Cottbus verlassen, mit einem Herzen voller Erzählungen, mit einem Sack voller guter Gaben, mit Mut. Denn die Erfahrungen der ersten Reise mit dem KUKUmobil ermutigen mich enorm.

Und es geht weiter….. Zwischen Cottbus und Berlin liegt Lübbenau. Dort werde ich eine Woche am Gleis3 stehen. Lübbenau, ich freu mich!!!!

 

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Cottbus _ 1072

Cottbus_Impressionen II

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Cottbus _ 1071 _ textil

Status quo

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Cottbus _ 1070 _ textil

Gute Gaben. Danke Petra.

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Cottbus _ 1069 _ Empfehlung

Bevor du gehst

Ich habe ein wunderbares Buch in Händen gehabt und konnte dem Drang nicht widerstehen, es zu kaufen. Es ist ein Bildband des sorbischen Fotografen Maćij Bulank, erschienen im Domowina-Verlag. Beeindruckend, berührend.

Er möge mir verzeihen, dass ich einige der Seiten dieses Buches hier abbilde.

Beschreibung

Ob Kindergärtnerin, Köchin, Gastwirtin, Heimbürgin – Frauen in Tracht gehörten jahrzehntelang zum Erscheinungsbild der Lausitz. Doch nur noch wenige tragen sie täglich. Der sorbische Fotograf Macij Bulank hat sie seit 25 Jahren in vertrauter Umgebung fotografiert – zu Hause, auf dem Feld, bei der Arbeit, im Altersheim. Es entstanden berührende Momentaufnahmen einfacher und doch selbstbewusster Frauen. Was aber ist Tracht? Ist es nur eine Bekleidung, wie die Übersetzung der sorbischen Bezeichnung „drasta“ lautet? Die Dichterin Róza Domascyna beschreibt lakonisch, nahezu skizzenhaft und dennoch sehr emotional einen Mikrokosmos, der zu vergehen droht und der dem Leser deshalb umso eindringlicher die immerwährenden Sinnfragen des Lebens stellt. Das Buch enthält eine DVD, auf der Róza Domascyna ihren deutschen und sorbischen Text zu den Fotografien von Macij Bulank und zur Musik des sorbischen Komponisten Mercin Weclich liest. Den Text gibt es in sechs weiteren Hörfassungen: Niedersorbisch, Englisch, Französisch, Tschechisch, Slowakisch und Polnisch.
ISBN/EAN: 9783742021885
Sprache: Deutsch
Umfang: 84 S., 53 Illustr.
Format (T/L/B): 1.3 x 28 x 22 cm
Einband: gebundenes Buch

Und das sind meine „Sieben Marien“, die ich in Spanien gewebt habe, in Erinnerung an meine Großmutter, ihre Nachbarinnen, ihre Freundinnen und all die Frauen, denen wir unser Leben zu verdanken haben.

Frauen, die auf ein hartes Leben zurückblicken, auf Arbeit und Entbehrung, auf Ungleichheit, auf Leid; eine Generation von Frauen die, wie meine Grossmutter und meine Mutter, immer wieder von vorne anfingen und sich einfach nicht haben unterkriegen lassen, trotz allem.

Eine Generation von Frauen, die nicht nur zwischen zwei Jahrhunderten, sondern zwischen zwei Jahrtausenden steht _  mit allem, was das an Fortschritt aber auch an Verlust bedeutet….

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Cottbus _ 1068 _ textil

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Cottbus _ 1067 _ KUKUmobil

Bald ist das Gastspiel in Cottbus beendet. Leider hat die Teilnehmerzahl nicht gereicht, um einen Webkurs am Wochenende abzuhalten.

Ich bereite mich stattdessen auf den „Zug der fröhlichen Leute“ vor. Ich werde euch berichten. Ich sage es gleich vorweg: Ich bin eigentlich keine eingefleischte Karnevalsnärrin, aber………

Und immer noch, und immer wieder bin ich bezaubert und berührt von den guten Gaben, die mich und das KUKUmobil erreichen.

Die Kinder der Kita Reggiohaus Emilia   kamen vor drei Tagen zu einem Workshop, das die museumspädagogische Abteilung  des BLMK anbietet und stolperten über das KUKUmobil. Wir hatten nicht viel Zeit, aber sie haben mit berichtet, dass sie auch schon einmal etwas Ähnliches wie Weben gemacht hatten.

Heute kam ich mittags von einem Termin zurück und fand den Beweis auf den Stufen:

Ein Stiftebecher für die baldige Einschulung. So schön!!!!!

 

Und kaum hatte ich die Tür des KUKUmobils aufgeschlossen, wurde mir ein weiteres Geschenk gebracht. Ich erzählte euch von Gesine Grotian? Sie ist Graphikerin und von ihr sind die Illustrationen aus dem Buch „Fragen an Europa“, das sie gemeinsam mit Susan Schädlich veröffentlicht hat. Auch Susan war über das KUKUmobil gestolpert und hat mich mit Gesine verknüpft, denn beide hatten wir aus einem Meer wunderbarer Sätze von wunderbaren Frauen dieser Welt  den gleichen Satz gewählt. Ich als Leitspruch für mein Vorhaben, sie für eine Postkarte. Und eben diese hat sie mir geschickt. Sie wird mit mir reisen.

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Cottbus _ 1066 _ die stadt

Cottbus_Impressionen

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Cottbus _ 1065 _ KUKmobil

HALBZEIT in COTTBUS.
Ein Erfahrungbericht.

EIGENTLICH war geplant, nach zweiwöchigem Gastspiel in Cottbus nach Berlin zurückzufahren. EIGENTLICH _ wie ich dieses Wort liebe! Ja, Planung ist wichtig, Organisation und Koordination oft unerlässlich, und ich verstehe, dass viele dieses Wort nicht mögen, denn fast trägt es in sich schon das ABER, das alles in Frage stellt, das dem Leben mit seiner Unberechenbarkeit Tür und Tor öffnet. Nicht immer zum Guten, manchmal schleicht sich dort auch Böses und Giftiges ein. Trotzdem, ich liebe es.

Also zurück zum EIGENTLICHEN. Eigentlich hätte ich also nach 2 Wochen nach Berlin zurückfahren sollen. Doch alles hat sich anders entwickelt und viel positiver, als ich je zu träumen gewagt hätte. Nein, geträumt habe ich es, nur habe selbst ich meinen Träumen nicht getraut. Dass sie jetzt auf solch wunderbare Art und Weise Wirklichkeit werden, das habe ich den Menschen zu verdanken, denen ich in den letzten zwei Wochen begegnet bin.

Denn das KUKUmobil bleibt noch eine weitere Woche in Cottbus, schliesst mit etwas Glück und ausreichenden Teilnehmenden mit einem Wochenendkurs zum Thema Bildwirkerei seine Zeit in in dieser Stadt ab und geht dann für eine Woche nach Lübbenau, um dort am GLEIS 3 zu stehen, einem multikulturellen Zentrum, in dem drei Vereine ansässig sind, die gemeinsam für die Kunst und Kultur in der Spreewaldstadt wirken: der KulturRegio e.V mit seiner Bunten Bühne, der Freunde der LÜBBENAUABRÜCKE e.V. und der Kulturhof e. V.

Aber dazu später. Jetzt erst einmal ein Blick zurück, auf die erste Hälfte dieser ersten Reise, die im Ganzen einen Monat dauern wird:

Der Standort.

Museumsinsel Cottbus, im Schutze der Schwarzkiefer vor dem BLMK. Das ist schon ein Luxus und ein ganz besonderer Ort, aus sehr unterschiedlichen Gründen:

Der Praktische vorweg, denn er unterlegt dieses Gastspiel mit einer angenehmen Stimmung: mir steht die Infrastruktur der Museumswerkstatt zur Verfügung, mit großer Gastfreundschaft bin ich hier aufgenommen worden, kann frühstücken, duschen, Internet benutzen und, wäre es hart auf hart gekommen, hätte es niemanden gestört, wenn ich hier in den Frostnächten in einer warmen Ecke mein Lager aufgeschlagen hätte.

Es ist ruhig, es ist beschaulich. Landschaftlich und menschlich. Diejenigen, die hier unterwegs sind, mal abgesehen von denen, für die der Weg über die Insel eine Abkürzung von A nach B darstellt, sind offen für die Beobachtung ihrer Umgebung, die Betrachtung der Dinge, denen sie begegnen, die Erfahrung und das Erleben, ordnen das KUKUmobil schnell in einem künstlerischen Kontext ein und sind leicht und schnell zu gewinnen für ein Gespräch. Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass es diesen Bonus gibt und dass es ihn nicht immer und überall geben wird.

Es ist inspirierend. Selbst wenn es aufgrund der Jahreszeit nicht möglich war, die Fenstertür zu öffnen und den öffentlichen Raum in die Dynamik des KUKUmobils als Wirkerei-Werkstatt einzubeziehen, habe ich doch einen Weg gefunden, ihn als Wirkungsort zu nutzen.

Keiner konnte im Ernst von mir erwarten, dass ich dieser Versuchung widerstehe. Oder? Also habe ich die Schwarzkiefernadeln umsortiert. Und daraus haben sich einige interessante Gespräche ergeben.

Der Raum. Das KUKUmobil bewährt sich.

Probefahrten sind dazu da,  Grenzen auszuloten, Routinen zu etablieren, Unerwartetes zu bewältigen, Zweifel und Befürchtungen zu zähmen… Träume in die Wirklichkeit zu holen. Für das KUKUmobil ist diese erste Fahrt ein voller Erfolg. Selbst in dem ja noch unfertigen Zustand, in dem es sich befindet, mit provisorischem Dach und ohne eigene Elektrik, und selbst bei schlechtem Wetter und mit einigen Tagen Dauerfrost funktioniert es, als Arbeits- und als Schlafstätte.

Es ist eher so, dass ich mich gewöhnen muss, an ganz praktische Dinge wie: die notwendige Ordnung bei wenig Raum, die Routinen, die sich ergeben, wie z.B. das Fensterputzen nach dem Ankommen, das Hin- und Herschieben des Webstuhls, um entweder die Schlafkoje oder den Arbeitsbereich nutzbar zu machen, die sinnvollste Stapelung der Materialkisten, um alles immer schnell zur Hand zu haben, den richtigen Rhythmus von Heizen und Lüften zu erkunden…. Auch eine Antwort auf die Frage zu finden, wie man bei geschlossener Faltschiebetür trotzdem mit den Menschen ins Gespräch kommt.

Und wie eine sinnvolle Zeiteinteilung finden, in der die drei wichtigen Teile dieses Vorhabens sich in einem ausgewogenen Maß ergänzen können: das Erkunden neuer Orte, das Sammeln von Erzählungen und die künstlerische Arbeit im Entwurf und dessen Umsetzung am Webstuhl? Naja, und vielleicht noch die vierte und vielleicht schwierigste: wie kann man bei all dem „öffentlichen“ Leben auch ein klein wenig Privatsphäre wahren? Was passiert an den Tagen, an denen man am liebsten die Decke über den Kopf zieht und nicht in die Puschen kommt? Wenn keine  Energie da ist für das Erkunden, das Zuhören, das Arbeiten? Wenn das KUKUmobil nicht in einem geschützten Raum steht, sondern mitten im Alltagsgeschehen? Wenn keine gemeinsame Sprache für die Gespräche zur Verfügung steht?

Ich denke, die kommenden Probefahrten werden auch auf diese Fragen Antworten liefern. Jetzt erst einmal zu dem, was war und ist:

Das Erkunden neuer Orte.

Das Erkunden der neuen Orte, an die das KUKUmobil auf seiner Reise kommt, wird ein wichtiger Bestandteil für die Ausarbeitung des Entwurfs sein, der die Essenz des jeweiligen Kulturraumes einfangen und im Europateppich festhalten soll. Dafür braucht es mehr Zeit als die, die ich mir in Cottbus genommen habe. Letztendlich ist es auch mein Auge, das als Filter fungiert und das Sortieren mit übernimmt.

Ganz besonders wertvoll sind solche Erkundungsgänge natürlich in ortskundiger Begleitung. Die hatte ich bei meinem Besuch im Branitzer Landschaftspark. Den Tag mit Karla habe ich sehr genossen.

Das Sammeln von Erzählungen.

Zugegebenermaßen hatte ich mir Sorgen gemacht darüber, ob die geschlossene Tür die Menschen in Cottbus davon abhalten würde, ins KUKUmobil zu kommen. Die Trennung von Innen und Außen, von privatem und öffentlichem Raum aufzuheben liegt mir sehr am Herzen. Genau deshalb habe ich mich beim Entwurf des KUKUmobils ja für die  große Faltschiebetür entschieden. Nach wie vor denke ich, dass es wunderbar funktionieren wird. Aber natürlich nur dann, wenn das Wetter es zuläßt.

Das Wunderbare ist, dass die Cottbuser:innen sich nicht haben abhalten lassen. In den zwei Wochen hat es viele Besuche im KUKUmobil gegeben und viele intensive Gespräche; die Menschen haben mir berichtet von der textilen Vergangenheit dieser Stadt und Umgebung, mit Melancholie und eine Spur von Bitterkeit; von Besonderheiten dieser Region, von Sehenswürdigkeiten und ihrer Bedeutung für die Menschen hier; aber auch zu den wesentlichen Themen des Projektes, der Bewahrung unseres Kulturerbes, der Kunst der Bildwirkerei, der Zukunft des europäischen Kontinentes als unserem gemeinsamen Lebensraum hat es viele Erzählungen gegeben. Und zu ganz praktischen Fragen wie: wo ich duschen kann, wo ich schlafe……

 

Die Guten Gaben.

Und die Menschen haben sich Gedanken gemacht, sind gekommen um mir einen Kaffee vorbeizubringen, oder ein Butterbrot, haben mir Decken gebracht, als die Temperaturen weit unter Null sackten…

…aber auch Information:

…und Material:

 

Das Wiedersehen.

Und es gibt besondere Besuche. Als ich im vergangenen Jahr den Kurs in Cottbus gegeben habe, waren wir entspannt, was die Zeit und das Fertigwerden betraf. Ich wußte, dass ich wieder zurückkommen würde und ich wußte auch, dass ich keinen der Webrahmen brauchen würde. Warum also Stress machen? Und so kam es, das damals nur ein Teppich fertig wurde und der Rest der Teilnehmenden den Rahmen mitgenommen haben.

Jetzt sehen wir uns wieder. Und es bereitet mir große Freude nicht nur die fertigen Arbeiten zu sehen, sondern auch wahrzunehmen, dass sich alle gerne an den Kurs erinnern.

 

Die Arbeit am Webstuhl.

Und ja. Ich komme auch zum Weben. Der Teppich wächst. Langsam, wie das nun mal so ist, bei der Bildwirkerei, aber stetig, jeden Tag ein klein wenig. Ausreichend jedenfalls, um den Menschen hier den Unterschied zwischen Weberei und Wirkerei erklären zu können, und die Bedeutung der Malerei für die Bildwirkerei, und die Grundidee der Raute  als Grundbaustein für den Europateppich.

 

 

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Cottbus _ 1064 _ textil

Ganz spontan hat das BLMK einen Wochenendkurs Bildwirkerei in sein Programm mit aufgenommen, die Gelegenheit nutzend, dass das KUKUmobil seinen Aufenthalt in Cottbus um eine Woche verlängert.

Wer also Interesse daran hat, sich mal selbst mit Kette und Gobelinpinne auszuprobieren, der ist herzlich eingeladen:

Und wer sich ein Bild davon machen möchte, wie das denn so aussieht, bei einem WE-Kurs zum Thema Bildwirkerei, der kann gerne HIER reinschauen.

 

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cottbus _ 1063 _ KUKUmobil

Alles mal π nehmen…..

Heute habe ich meine Liebe zur Physik entdeckt. Einer der Besucher an diesem grauen Sonntag am KUKUmobil kommt „aus der Physik“, so kann ich – glaube ich – aus dem Gespräch schließen ohne mich zu vertun.

Wir haben eine gute Weile miteinander gesprochen und es ging, wie auch nicht, um die Reise des KUKUmobils, die Entstehung des Europateppichs und den Zeitraum, den es brauchen wird, für das eine und das andere…..

Vor dem Gehen hat er mir ein Geschenk gemacht.
Wir Physiker, sagte er, wissen: Alles mal π nehmen. Egal, was geplant ist, alles mal π.

Ich habe mich daran erinnert, dass ich ganz zu Beginn der Planung mal dachte, ich könnte den Teppich in zwei Jahren weben. Das war wirklich ganz, ganz am Anfang. Naja, vielleicht lag ich gar nicht so falsch, hatte nur vergessen, mit π  zu multiplizieren.

 

 

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cottbus _ 1062 _ KUKUmobil textil

Status quo am Webstuhl

Es geht voran, langsam aber stetig. Gut Ding will Weile haben, sagte schon meine Großmutter und die Mutter meiner Großmutter…..

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cottbus _1061 _ KUKUmobil on tour

Das KUKUmobil im rrb

Letzte Woche waren Aline Lepsch (Reporterin) und Ralf Frenzel (Techniker/Kameramann mit und auf dem Ü-Wagen) bei mir im KUKUmobil und haben über das Vorhaben berichtet. Heute wurde der Beitrag veröffentlicht und ist glücklicherweise online gestellt worden.

So kann ich ihn hier verlinken, ihr könnt noch einmal reinhören und -lesen, und auch ich kann ihn mir anhören, denn „an die Medien“ komme ich erst abends, wenn das Tagewerk  getan ist.

Das bestand heute übrigens aus einem Besuch im Branitzer Fürst-Pückler -Park und einigen schönen Stunden mit Karla und ihrem Mann.

Audio: Antenne Brandenburg | 07.02.2023 | Aline Anders-Lepsch | Bild: rbb/Anders-Lepsch

Hier der Link:

Künstlerin Andrea Milde: Mit dem Webstuhl auf Tour – für ein riesiges Kunstprojekt | rbb24

 

 

 

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cottbus _ 1060 _ labyrinth

EINE Woche lang habe ich es ausgehalten. Habe den Platz unter der Schwarzkiefer genossen, das Rauschen des Windes, den Schutz vor dem Regen; habe in den Pausen vom Weben auf den Vorplatz des Museums geschaut, zugesehen wir die Pfützen wuchsen und wieder verschwanden, und die heruntergefallenen Nadeln braun und brauner wurden.

EINE WOCHE lang. Und die ganze Zeit habe ich gedacht: wie schön, und wie einfach und leicht es doch wäre, diese zufällig über dem Vorplatz verteilt liegenden Nadeln in eine bestimmte Form zu bringen….. ganz sachte, ganz vorsichtig, ganz leise…..

EINE WOCHE LANG habe ich mich zurückgehalten. Bis heute. Das ging es nicht mehr. Beim besten Willen nicht. Die Sonne kam raus und gab dem Nadelteppich einen kupferfarbenen Schimmer. Und ich dachte….. naja, ich dachte, warum nicht?

Ein Pop-Up-Labyrinth aus Schwarzkiefernadeln, vor dem KUKUmobil, das ist eine Gelegenheit, die man nicht immer hat. Und Gelegenheiten, die man nicht immer hat, sollte man nutzen, wenn sie sich einem bieten. Leise, die Hand hinhaltend…….

 

 

Mal sehen, ob es morgen noch da ist, oder ob der Wind damit spielt.

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