Obschon keine Seltenheit in Berlin, ist es immer wieder Grund für Überraschung und große Freude, wenn mir ein Fuchs über den Weg läuft. Hier im Park am Britzer Schloß.
Ein wunderbarer Beitrag zum Weben: Bobbie Ornelas und Lynda Teller Pete, vom Stamm der To’aheedliinii (Two Waters Flow Together Clan) sind international anerkannte Meisterinnen der Navajo-Webkunst in der fünften Generation. Im Video erzählen sie vom Leben, vom Weben und dem Universum, und davon, wie die Göttin „Spider Woman“ (Spinnenfrau) den Navajos die Gabe der Webkunst geschenkt hat und was sie für die Kultur ihres Volkes bedeutet.
„Jeder webende Mensch hat seine eigene Art zu weben. Die Lehre der Spinnenfrau besagt: Nimm deine Begabung und arbeite mit deiner Begabung, um die beste Weberin zu sein, die du sein kannst; um der beste Weber zu sein, der du sein kannst. „
Producer: Özlem Ayşe Özgür
Videographer: Diana Cadena, Özlem Ayşe Özgür, Nate Huffman
Editor: Danny Sax
TERMIN: von Freitag 24.11 bis Sonntag 26.11. 2023
Freitag 17 – 21 Uhr Gegenseitiges Kennenlernen, kleine Einführung in die Geschichte und Besonderheiten der Bildwirkerei, Vorbereitung der Webrahmen….
Anmerkungen zum Entwurf. Hausaufgabe für den kommenden Tag: Erstellung eines eigenen Entwurfs.
Samstag 11 – 20 Uhr
Besprechung der Entwürfe, Anmerkungen zu Techniken, Material, etc…… Umsetzung des Entwurfes am Webrahmen
Sonntag 11 – 20 Uhr
Umsetzung des Entwurfes am Webrahmen
Material, Werkzeug und Webrahmen werden zur Verfügung gestellt.
ORT: Der Pulsraum, in der Liebenwalder Str. 33, 13347 Berlin (ehemalige Osramhöfe). Eigentlich ein Coworking-Space, initiiert von der Bundesvereinigung Nachhaltigkeit, den wir für ein Wochenende in eine Bildwirkerei-Werkstatt umfunktionieren dürfen. https://coworking.pulsraum.de/
ANMELDUNG und alle weiteren Infos telefonisch (01776452885) oder per Mail (puentetomapeople@gmail.com)
Jetzt gibt es also ein mehr oder weniger konkretes Abfahrtsdatum. Aber bis Februar ist ja noch eine Weile. Da passt gut noch ein oder sogar zwei Kurse rein, wenn es einen passenden Ort gibt. Und den habe ich gefunden.
Diesmal im Wedding, da war ich bisher noch nicht mit meinen Böcken und Garnen. Es ist der Pulsraum, in der Liebenwalder Str. 33, 13347 Berlin (ehemalige Osramhöfe). Eigentlich ein Coworking-Space, initiiert von der Bundesvereinigung Nachhaltigkeit, den wir für zwei Wochenenden in eine Bildwirkerei-Werkstatt umfunktionieren dürfen. https://coworking.pulsraum.de/
Alle weiteren Infos telefonisch (01776452885) oder per Mail (puentetomapeople@gmail.com)
Meldet euch zeitnah, solltet ihr Zeit und Lust haben. Erzählt es weiter, vielleicht gibt es jemanden in eurem Bekanntenkreis, der neugierig geworden ist und die Bildwirkerei gerne mal ausprobieren möchte. Es könnte auch ein schönes, sicherlich ausgefallenes Nikolaus- oder Weihnachtsgeschenk sein……
1299. Irgendwann habe ich damit begonnen, die Blogbeiträge durchzunummerieren. Ich weiß gar nicht mehr genau, wann und warum. Aber aus irgendeinem Grund ist mir diese leicht schrullige Angewohnheit lieb geworden.
1298 Blogeinträge gibt es also mindestens und dem 1299ten fällt es nun zu, die große Neuigkeit in die Welt hinaus zu tragen.
Seit einer Woche schwebe ich auf dieser Wolke und kann das Glück, das große, kleine Wunder kaum fassen.
Es hat sich jemand gefunden, der gemeinsam mit seinem Kumpel seine Zeit, seine Erfahrung und ein Fahrzeug zur Verfügung stellt, um das KUKUmobil von Berlin an den Startpunkt seiner Reise durch Europa zu bringen.
Meine Freundin Anna hat es möglich gemacht. Sie ist einer dieser Menschen, die es schaffen, Fäden zu knüpfen und Menschen und Ideen zusammenzubringen. So kommt es, dass mich Freitag vor einer Woche Mike angerufen hat. Er hat durch Anna von dem Vorhaben erfahren, hat in den Blog geschaut und hat mich angerufen, um mir zu sagen, dass er bereit ist, das KUKUmobil zu transportieren. Er, und sein Kumpel, der seinen zu einem Wohnmobil umgebauten Sprinter zur Verfügung stellt.
Ich habe erst einmal zwei Tage gebraucht, um es zu begreifen: Es gibt jetzt einen konkreten Plan. Und der fühlt sich so gut an.
Ende Februar, Anfang März, sobald das Wetter gut ist und Reisen wieder Spaß macht, wird es also losgehen.
Verrückt oder? Ich meine „so richtig schön verrückt“.
Der HERBST ist auf dem Platz angekommen. Und damit ändert sich die Farbpalette langsam aber sicher: die im Sommer schwarz gebliebenen Flecken auf dem lagunengrünen Belag entpuppen sich dank des Regens als leuchtend grüne Moosinseln, die letzen Blüten trotzen dem immer kühler werdenden Temperaturen, die Bäume leuchten immer goldener und die Arbeit im KUKUmobil geht ihren Gang.
Langsam aber sicher rückt alles wieder an seinen altangestammten Platz. Ein Teil der Wolle, die ich nicht mit auf die Reise nehmen werde, hat bereits ein neues Zuhause gefunden, ein anderer wird in Nachtschichten verarbeitet, um den Kleiderschrank zu ergänzen.
Und auch mit der Arbeit am Webbock habe ich, wenn auch nur zaghaft, wieder begonnen. Ich muss den Anschluss erst einmal wieder finden. Aber es gibt noch die ein oder andere Serie, die auf ihre Vervollständigung wartet.
Ich erinnere mich an ein Konzert von Hermann van Veen, seit meiner Kindheit einer meiner Lieblingsliedermacher, von vor einigen Jahrzehnten….. in einer Überleitung zwischen den Liedern sprach er über die Schwierigkeit der Aussprache mancher deutscher Wörter. „Wollknäuel“ war eins davon. Immer wenn ich eins in der Hand habe, höre ich ihn…..
Ich erinnere mich an die vielen Stunden meiner Kindheit, in denen ich meiner Mutter meine Hände geliehen habe, um Wollstränge in Wollknäuel zu verwandeln, aus denen meist von ihr, manchmal aber auch von mir irgendetwas gestrickt wurde, Pullover, Westen, Hosen…. Einige dieser Pullover trage ich heute noch.
Ich erinnere mich an diese vielen Stunden, in denen wir vielleicht nicht immer viel miteinander gesprochen haben, aber eine ganz besondere unausgesprochene Verbindung herrschte, so wie an vielen Orten, wenn man sich Zeit nimmt, und Ruhe einkehrt….
Foto: Handan SahinJetzt bemühe ich mich darum, vor meiner Abfahrt all das Material, das sich in den letzten Jahren angesammelt hat, und das ich auf meiner Reise mit dem KUKUmobil nicht mitnehmen kann oder möchte, sinnvoll zu verarbeiten oder unterzubringen, bei anderen Menschen, die Zeit haben und Ruhe…
Übrigens, die Fäden aus der Vergangenheit halten über die Jahrzehnte hinweg, nicht nur in den selbstgestrickten Pullovern …….
Ich verstehe ja die Absicht und auch, dass es manchmal nicht anders geht, wegen der Symmetrie und so, aber….
…. was wird aus der Quasselstrippe, dem Quarkbällchen, der Quantenphysik, dem Quadrat, der Quereinsteigerin und dem Quecksilber?
So. ‚N halbes Dutzend‘. Das war das Motto dieser Tage, das ich auch für die kleine Berichterstattung übernommen habe. Dieser sechste Beitrag ist also, so könnte man sagen, der Schlusspunkt unter dem Schlusspunkt.
Alles ist wieder an seinem Platz und der Platz wird immer herbstlicher. Die Kette, die ich vor dem Fest für die kommende Serie aufgezogen hatte, als Zeichen für euch und für mich, dass es weitergehen wird, habe ich gestern nachgespannt. Durch die Luftfeuchtigkeit hatte sich die Baumwolle so entspannt, wie ich das immer tu, wenn es nach der Sommertrockenheit zu regnen beginnt. Luft und Wasser sind meine Elemente. Da, wo sie sich treffen, bin ich glücklich. Die Lichterkette bleibt noch hängen.
Ich habe mir in den letzten Wochen viele Gedanken darüber gemacht, wie ich für mich die Essenz des Vorhabens und damit meinen Auftrag als Wandernde Künstlerin definiere. Mit den Erfahrungen der Probefahrten in der Erinnerung und den Erwartungen des „eigentlichen“ Reisebeginns vor mir.
Vorgestern war ich bei einem Forum kooperatives Stadtmachen. Dabei ging es unter anderem um temporäre Nutzung, Zwischennutzung und Mehrfachnutzung des öffentlichen unbebauten und bebauten Raumes. Das fand ich natürlich spannend, denn als Nomadin bin ich darauf angewiesen, Orte zu finden, wie den, an dem ich jetzt mit dem KUKUmobil stehen darf, notfalls sogar so lange wie die Zwischennutzung für diesen ehemaligen Sportplatz, der lange ungenutzt dahindämmerte und irgendwann bebaut werden wird, gilt.
Raumöffner brauchen wir, die solche Orte bereithalten für unterschiedliche Nutzungen, und dies flexibel, unbürokratisch und vertrauensvoll tun.
Vor allem aber Zeitfensteröffner, die zwischen dem Gestern und dem Morgen die Fenster sperrangelweit offenhalten; die für gute Lüftung sorgen, damit es nicht stickig wird.
Und damit das JETZT stattfinden kann. Wenn bei mir irgendetwas irgendwo wurzeln sollte, dann in der Gestaltung des JETZT und HIER, und das ist ein enorm wichtiger Teil meines Selbstverständnisses als Nomadin. Dem JETZT und HIER gilt meine Verbindlichkeit, und der Freiheit, die daraus erwächst. All meine Energie bereitzustellen, um in dem „Durchzug“ den Moment zu fassen, intensiv und authentisch zu gestalten und dann wieder loszulassen, ist mir immer mehr ein Anliegen.
Natürlich nehme ich an jedem Standort die Vergangenheiten wahr. Sie liegen da, vor mir, werden mir erzählt, sind wahrnehmbar in den Menschen und an den Orten. Aber sie machen mich nicht befangen. Natürlich sehe ich an jedem Ort mögliche Zukünfte. Aus eigener Erfahrung heraus, aus Begegnungen an anderen Orten und mit anderen Menschen. Aber mein Beitrag ist es, davon zu erzählen, immer in der Mehrzahl, so wertfrei, wie möglich. Es ist nicht an mir, die Entscheidung zu treffen welche der Zukünfte für diesen konkreten Ort und in dieser konkreten Zeit am stimmigsten ist. Noch nicht einmal, auf einen Entscheidungsmoment hinzuarbeiten. Aber natürlich ist mir bewusst, dass wir alle in unserem Alltag permanent gefordert sind, Entscheidungen zu treffen, große und kleine.
In der Bildwirkerei lebe ich das sehr intensiv. Da gibt es kein Muster, das ich automatisch wiederholen kann, soll, muß. Es gibt eine Bildidee, eine Erzählung, aber diese in ein anderes Medium zu übertragen bedeutet, dass Material, Technik, Erfahrung und Entscheidung konstruktiv ineinandergreifen. Hätte ich die Bildwirkerei nicht, die mir als Spiegel und als Praxisraum dient, könnte ich das Vorhaben nicht durchführen.
Also noch einmal ein großes DANKE von mir an alle, die in der Verwaltung, in den soziokulturellen Einrichtungen und in der mobilen Stadtteilarbeit solche Orte wie den Ja!Space und damit die Nutzung des Sportplatzes an der Neumagener Strasse möglich machen.
Ich bin gerne dort. Ich genieße die Energie und gebe gerne meinen Teil dazu, dass diese Energie, wie die Fäden der Baldachinspinne, sich weitertragen lassen von der Luft, die dank der offenen Fenster der Zeit zirkulieren kann, um neue Lebensräume zu erschließen.
Und ich bemühe mich, zu verstehen und verständlich zu machen, wie wichtig die Zirkulation für alles ist. Der Kreislauf ist meiner Ansicht nach ein dem Nomadentum zugrundeliegendes Konzept. Nomaden wandern naturgemäß nicht linear, immer weiter und weiter geradeaus, sie wandern meist im Kreis. Sie tun das aus unterschiedlichen Gründen. Aber sie tun das immer mit dem Gedanken, irgendwann an diesen und jenen Ort zurückzukommen. Daher geht ihre Bemühung auch naturgemäß dahin, alles zu tun, dass sie an diesen oder jenen Ort zurückkommen können und dort willkommen sind, wenn es bewohnte Orte sind und dort das vorfinden, was sie brauchen, wenn es Naturräume sind.
Das heißt für mich konkret, in meinem Leben und in dem Vorhaben, alles dafür zu tun, den Kreislauf zu denken und zu leben. Mich immer wieder in der Überzeugung zu bestärken, dass das was ich an einen Ort, an einen Menschen, in einen Kontext gebe, nicht direkt von diesem Ort, diesem Mensch, diesem Kontext zu mir und dem Vorhaben zurückfließen muss. Der Rückfluss kommt oft von einer Seite, die ich gar nicht im Blick hatte und oft auch in einer Form, mit der ich nicht gerechnet hatte. Diese Offenheit der Wahrnehmung und Dankbarkeit in Geist, Seele und Herz zu erreichen ist mein persönliches Ziel, das ich mit diesem Vorhaben verfolge. Wenn ich es dann auch noch schaffe, anderen Menschen diesen Gedanken nahezubringen, dann wird mich das glücklich machen.
Es sei vorweg gesagt: ich war so aufgeregt, vorher, so bewegt, mittendrin, und so übervoll an Gefühlen, danach, dass ich kaum fotografiert habe. Was ihr hier seht ist der Blick, den andere auf das Geschehen festgehalten haben. DANKE. Sonst gäbe es kaum etwas, was ich mit all denjenigen von euch teilen könnte, die ihr aus den unterschiedlichsten Gründen nicht dabei sein konntet.
Von vielen von euch habe ich Nachrichten mit guten Wünschen erhalten und bei vielen andern weiss ich, dass sie mit Herz und Seele dabei sein würden. Allen sei noch einmal DANKE gesagt. Eure Energie gibt mir die Kraft, das Vorhaben voran zu bringen.
Bleibt bitte dran. Schaut ab und zu mal hier vorbei. Ich werde versuchen euch auf der Unterseite „KUKUmobil“ , die ihr in der oberen Leiste findet, immer auf dem Laufenden zu halten.
Aber jetzt erst einmal zu der Party und hier einen ganz besonderen Dank an Holger Bey und Marie Takahashi dafür, dass auf die Änderung des Veranstaltungsortes so souverän und flexibel reagiert haben.
VOYAGE heisst das Stück, das Holger Bey speziell für diesen Anlass komponiert hat und das an diesem Abend uraufgeführt wurde, wenn man das so sagen kann, denn bei einer improvisierten Komposition ist eigentlich jedes Konzert eine Uraufführung, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass diese halb aus Bildern und Zeichen, halb aus Noten bestehende Partitur zweimal identisch interpretiert werden kann, selbst wenn beide Male Marie Takahashi den Bogen über die Bratschensaiten führt. Das macht die Einmaligkeit und den Reiz aus.
Sieben Spielstationen hatte Holger ausgesucht, an denen jeweils ein Abschnitt der Gesamtkomposition gespielt werden sollte.
Spontan bin ich in das Geschehen eingebunden worden. Meine Aufgabe bestand darin, die kleinen Pausen zu überbrücken, die Marie brauchte, um von einer Station zur anderen zu kommen. So wurde ich zur Leiterin einer illustren Gruppe von Reisenden, die mit mir nicht nur von einer Spielstation zur nächsten wanderten, sondern auch meiner Erzählung gefolgt sind, in der ich in sieben Kapiteln versucht habe, die Entstehung des KUKUmobils zu vermitteln.
Es war schön, sich der Taktung zu fügen, die Holger vorgab. So kam ich nicht in Versuchung mich festzureden. Dafür, dass ich immer sehr nervös bin, wenn ich vor Publikum rede, egal wie vertraut mir die einzelnen Menschen sind, und dafür, dass wir das alles nicht ein einziges mal proben konnten, ist es glaube ich ganz gut geworden. Und wie ganz zu beginn der kleinen „Berichterstattung“ schon angedeutet: Im Nachhinein gesehen passte es perfekt zu der Essenz der KUKUmobil-Reise.
Ich hoffe, es hat euch, die ihr dabei sein konntet, gefallen. Ich hoffe, ich konnte denen unter euch, die ihr nicht dabei sein konntet, ein klein wenig der Stimmung vermitteln, die den Platz gefüllt hat. Ich hoffe, wir verlieren uns nicht aus den Augen, lassen die Fäden, die uns verbinden, nicht reißen.
Ich weiss noch nicht, wo ich mit dem KUKUmobil überwintern werde, ich weiss noch nicht, wann die Reise tatsächlich startet. Es gibt keine Eile, aber auch kein Zurück. Es gibt ein großes Vertrauen in mir, dass das was kommt gut sein wird. Die Energie geht dahin, dieses Vertrauen zu bewahren vor all den Bedenken, die einen angesichts der allgemeinen Turbulenzen erfüllen könnten.
Ich werde euch berichten. Wir haben hier eine Verabredung. Wenn ihr wollt.
DANKE für eure Unterstützung in den vielen unterschiedlichen Formen, die ihr immer wieder findet.
Kein Schluss.Punkt eines Kapitels ohne ein eigenes Labyrinth. Und nicht mal eben so spontan „ge-pop-up-t“, sondern auf lange Sicht geplant…. weil……
Weil es eine Weile braucht, um das notwendige Material für den Bau zusammenzutragen.
Inzwischen habe auch ich mich an sie gewöhnt: die Tausende von KRONKORKEN (was für ein Wort, wie Wollknäul, nur anders, Wollknäule rollen über die Zunge, Kronkorken kratzen im Hals) die den Berliner Boden bunt gestalten die Konsumgewohnheiten nach Kiez anzeigen und für Barfußgänger immer dann nervig sind, wenn sie mit dem Rand und nicht mit der Bildseite nach oben auf dem Boden gelandet.
In der Arbeit „2021“ bin ich auch was die Kronkorken betrifft vom Sterni zur Bionade gewandert, von Lichtenberg zum Prenzlberg.
Jedenfalls habe ich damals schnell angefangen, Kronkorken zu sammeln und ebenso schnell war mir klar, dass ich daraus irgendwann mal ein Labyrinth bauen würde.
Und dann kam der Jägermeister dazu. Jägermeister habe ich aus meiner Kindheit immer mit alten, bierbäuchigen Männern in verrauchten Eckkneipen mit Rehgeweihen an der Wand assoziiert. Irgendwann, noch in Spanien, wurde mir bewußt, dass es wohl ein Revival gegeben haben muss, bzw. eine echt gute Webekampagne, weil mich Freunde baten….. Moment… weil mich “ jüngere“ Freunde damals vor meinen Berlinbesuchen baten, Jägermeister mitzubringen.
Also habe ich irgendwann angefangen, nicht nur die Berliner Straßen von Kronkorken zu befreien, sondern auch die leeren Jägermeisterflaschen einzusammeln. Da der Jägermeister unter den Fläschchen an der Supermakrtkasse nicht der billigste ist, findet man sie zwar, aber nicht in Massen. Das steigert den Spass und die Spannung, wie beim Pilzesuchen.
Und dann kommt manchmal eine unerwartete Unterstützung. Ohne dass ich davon wußte, hatte Christiane auch mit dem Sammeln dieser wunderbar flaschengrünen Flaschen begonnen und so konnten wir tatsächlich die Mitte des kleinen einwegigen Labyrinths ganz grün gestalten.
Und dann kamen die Kronkorken. Und da hatte jede Labyrinthbauende Seele freie Hand, die Kronkorken zufällig oder sortiert zu legen, als klare Linie oder bildhaft. Das Ergebnis zeige ich euch hier:
Eigentlich war angesagt, dass das Labyrinth als gute POP-UP-Installation am gleichen Abend noch abgebaut, die Kronkorken zusammengefegt werden sollten.
Aber ich konnte es nicht übers Herz bringen. Und das Gute war ja das Wissen darum, dass es auf dem Platz niemanden stören würde, wenn wir es noch einen Tag liegen ließen und es so auch für die Besucher:innen am Tag danach noch genießbar sein würde.
Und so ist es dann dazu gekommen, dass das Labyrinth auch am Samstag noch Raum auf dem Platz eingenommen hat. Wer wollte, konnte sich aus den Säckchen bedienen, und die Labyrinthgeschichte weitererzählen, wer wollte, konnte durch das Labyrinth wandern, oder auch nicht……
Ich habe es für mich sehr intensiv erlebt, das Wandern durch das Labyrinth in der Frühe des Samstags in der Stille des Platzes hat mir etwas von der Aufregung genommen, die mich erfüllte, so wie es das Labyrinth immer tut: mich zur eigenen Mitte führen, zu dem, was wirklich zählt, zur Ruhe, ins innere Gleichgewicht, um dem Ansturm der Gefühle besser begegnen zu können, der mich durch die vielen Begegnungen so lieber Menschen erwartete.
Mein DANK hier an alle Labyrinthbauer:innen und alle Kronkorkensammler:innen.
Ich bin sehr gespannt wann, wo und womit das nächste Labyrinth entstehen wird.
POP-UP. Drei Tage. Klipp_Klapp zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang. Die Böcke, die ja in der Vergangenheit schon zu Webrahmen gemacht worden waren, wurden jetzt zu Aus- und Aufstellern. Die Auswahl der Arbeiten war von Anfang an auf all jene Werke beschränkt, die in den sechs Jahren Berlin entstanden sind.
Es sollte ein Rückblick auf ein Kapitel sein, nicht auf ein ganzes Buch. Ab einem bestimmten Alter sollte man vorsichtig werden mit den Retrospektiven. Es klingt leicht nach Aufhören, und das ist ja nun GAR NICHT der Fall.
Für die Ausstellung bedeutete das, dass es nur eine großformatige Arbeit gab, „2021“, der Teppich, der in zweijähriger Arbeit zwischen Oktober 2019 und Juli 2021 in der KulturMarktHalle entstanden ist.
Neben „2021“ gab es noch den „Epilog“, der ebenfalls auf dem großen Webstuhl entstanden ist.
Alle anderen Arbeiten sind direkt auf einem „Webbock“ entstanden und daher schien es auch nur schlüssig, sie auf einem Webbock zu zeigen. Wie eine kleine Schafherde standen sie mittags im Schatten des KUKUmobils und sind mit ihm über den Platz gewandert.
Zum Beispiel die beiden Samplers, die für die TAB, Textile Art Berlin 2018, entstanden sind.
Herzstück der Ausstellung war, aus vielen unterschiedlichen Gründen, „9x3x3“, das Vorhaben, an dem ich seit einigen Monaten parallel zu dem Stück am großen Webstuhl arbeite.
Denn am großen Webstuhl entsteht ja in den kommenden Jahren der Europateppich, und an dem webe ich nur, wenn das KUKUmobil tatsächlich auf Reisen ist, was bedeutet: an der Webkante mit dem Leitspruch während der Probefahrten.
Und das „9x3x3“ wird mich, aus unterschiedlichen Gründen, auf der Reise begleiten und weiter wachsen.
Das Grundkonzept ist die Sortierung von 12x12cm großen Bildwirkereien in 9er-Serien, die sich aus irgendeinem Grund (Inhalt, Motiv, Farbe, Technik, Material….) zu einer neunköpfigen Familie zusammenfinden, wobei es immer wieder Mitglieder gibt, die sich aus dem Verbund ausklinken und mit anderen zusammen eine eigene Familie bilden.
Ich mag diese Dynamik, die gar nicht so gedacht war, sondern sich in der Entstehung eingestellt hat und der ich gerne nachgegeben habe. So wird sich dieses Vorhaben im steten Wandel befinden, wachsen und schrumpfen….. mich durch Europa begleiten und hoffentlich vieles von dem auffangen, was nicht Raum findet in dem großen Teppich.
Die bisher gewebten Arbeiten könnt ihr HIER sehen, wenn ihr euch durch das aufpoppende Menü klickt.
Ab und an komme auch ich vom „gewohnten“ Weg ab und erkunde Neuland, neues Material, oder neue Techniken.
Ein Beispiel für Ersteres ist „atem“, eine Installation aus vier mit Nylonschnur gewebten Wortteppichen, die im Rahmen einer Gemeinschaftsausstellung in der KulturMarktHalle entstanden sind.
Ein Beispiel für Zweiteres ist „Stickstoff“, das Lichtenberger Tafeltuch, das ich 2019 gemeinsam mit meiner Kollegin Kati Hyyppä initiiert habe und, solange es noch weisse Flecken auf dem Tuch gibt, immer wieder mal hervorhole und dazu einlade, gemeinsam weiterzusticken.
So, sechs Formate. Da sind sie. Und jetzt, wo alles vorbei ist und ich aus dem Nachhinein schreibe, ein DANKE an alle, die ihr dagewesen seid, egal ob am Donnerstag zur Eröffnung der Ausstellung, zur Labyrinthbegehung am Tag darauf, oder zu der Party am „aller-guten-Dinge-sind-DREI“-Tag.
Kleine Eckdaten: der vierwöchige Philo war der jüngste Ausstellungsbesucher. Wenn da mal die Zukunft der Bidwirkerei nicht gesichert ist. Und die Fäden spannen sich weit, nach Vancouver, nach Madrid, nach Bratislava, nach Lübbenau, Brackenheim, Cottbus, Elkhausen-Katzwinkel….. und nah, und in Anwesenheit und in Gedanken, und……
Jetzt ist er gesetzt, der Punkt. So fett, wie intensiv dieses halbe Dutzend Jahre in dieser Stadt. Er hätte auch bunt sein können, so bunt wie meine Erfahrungen, und so bunt wie die sechs Tage, mit denen ich dieses Kapitel abschließen wollte.
Ist er nicht, er ist tintenschwarz. So analog-endgültig, wie es meiner Generation entspricht. Was schwarz geschrieben steht ist auf lagunengrün fast so gut wie auf weiß.
Diese Stadt, die jetzt sechs Jahre lang mein Wohnort gewesen ist, stand nie auf meiner Liste der Orte, die ich erleben wollte. Der Zufall und die Großzügigkeit des Lebens haben mich hierher gebracht und reich beschenkt mit Erfahrungen und Begegnungen und mit der Verwirklichung meines Traumes.
Das mit allen zu feiern, die mich, meine Arbeiten, mein Vorhaben in der Vergangenheit begleitet und unterstützt haben und dies hoffentlich in der Zukunft weiterhin tun werden, war der Grund für „’n halbes Dutzend“.
Manchmal kommt alles anders als man denkt. Manchmal reicht eine Mail an einem Sonntagabend. Zwei Minuten Ungläubigkeit, Ärger, Adrenalin. Und dann die bewußte Entscheidung, dass es den Ärger nicht wert ist und das Bemühen, den Adrenalinschub in eine positive Richtung zu lenken.
Im Nachhinein würde ich sagen, dass uns dieser Umstand sogar zu einem Format geführt hat, das viel besser zum KUKUmobil passt. Naja, auch weil alles so wunderbar gelaufen ist, weil ihr alle so flexibel gewesen seid, mir spontan ein Super-Ausweichort zur Verfügung gestellt wurde, viele helfende Hände da waren, fahrbare Untersätze für all die Transporte, die zu erledigen waren,……
…..und gutes Wetter. Danke, dass ihr alle eure Tellerchen leer gegessen und somit zu den milden spätsommerlich-frühherbstlichen Temperaturen beigetragen habt.
Der ganze weite Platz an der Neumagener Strasse stand uns dank der Großzügigkeit des FreiZeitHauses und des Ja!Space zur Verfügung mit all seinem Mobiliar. Zwei Tage lang haben wir gesägt, geschraubt, gerollt und gehängt und am Donnerstag war alles bereit für die Ausstellung und die Party. Natürlich war ein Umdenken nötig. Natürlich mußte die Ausstellung unter freiem Himmel anders konzipiert werden, als unterm Dach eines Gebäudes.
ABER: Wie schon gesagt, das Ergebnis war eigentlich viel stimmiger mit der Seele des Vorhabens.