berlin _ 1328

Jahresausklang _ II.

Gestern habe ich, wohl zum letzten Mal in diesem Jahr, meine Fotos aus der Kamera heruntergeladen und sortiert. Vielleicht zum letzten Mal überhaupt, denn lange ist die Entscheidung, welche Geräte ich mit auf die Reise mitnehme, nicht mehr aufzuschieben.

Und ganz oben auf der Liste steht der Entschluss, ein Smartphone zu kaufen. Und wenn, dann mit einer guten Kamera, damit ich die Reise in Bildern mit euch teilen kann.

19.667 Fotos habe ich laut Anzeige dieses Jahr gemacht. Davon ist schätzungsweise nur ein Zehntel so gut, dass es sich lohnt, sie zu verwahren und einige davon habe ich mit euch geteilt.

Dazu gehören die Fundstücke. Ihr findet sie auf einer gesonderten Seite in diesem Blog.

Sie werden mit Sicherheit auch weiterhin ein bedeutender Teil meine Sammelarbeit sein und das ein oder andere Bildelement wird seinen Weg in meine textilen Arbeiten finden.

Ich bin sehr gespannt.

 

 

 

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berlin _ 1327 _ textil

Jahresausklang _ I.

Wenn man in mehr als einer Sprache unterwegs ist, dann passiert es manchmal, dass man an bestimmten Worten hängenbleibt, sie mit besonderer Aufmerksamkeit wahrnimmt, sie hin und her dreht, wie einen schönen Stein oder eine außergewöhnliche Muschel, die man am Strand gefunden hat; dass man sie füllt, mit Klängen und Bildern.

Vorige Woche habe ich einen Weihnachtsgruß nach Spanien geschickt. Dabei bin ich über solch ein Wort gestolpert. JAHRESAUSKLANG _ Ich habe auf der Suche nach einer passenden Übersetzung ins Spanische, die wohl nur mit einer Umschreibung möglich ist, gemerkt, wie sehr mir dieses Wort gefällt.

Das Jahr ausklingen lassen…. ist das nicht schön? Wie dieser magische Moment am Ende eines Musikstückes, wenn der letzte Ton noch in der Luft schwingt und immer leiser wird, so leise, dass Mensch ihn mit dem Gehör nicht mehr wahrnehmen  kann, so sehr man sich auch danach sehnt. Wenn es nur noch mit der Seele geht, wenn es in einem widerhallt.

Jetzt denke ich darüber nach, welche Töne es wohl sind, die mich in diesem Jahr begleitet haben und ich werde die Raunächte nutzen, um ihnen nachzuhorchen:

 

Dazu gehören zweifelsohne all die vielen Erklärungen, Gespräche und Geschichten, die die Kurse gefüllt haben.

Dieses Jahr habe ich an sehr unterschiedlichen Orten Menschen etwas von dem vermitteln dürfen, was die Bildwirkerei für mich bedeutet und warum ich sie so liebe. Ich habe versucht, die Grundlagen der Technik so gut wie möglich zu erklären, und die Teilnehmenden an den Kursen für das Wirken zu begeistern. Viele interessante Gespräche haben stattgefunden. Während wir Fäden miteinander verbunden haben, um daraus Bilder entstehen zu lassen, haben wir Gedanken, Ideen und Erfahrungen miteinander geteilt.

Es war bereichernd und ich bin immer wieder dankbar über diese Momente. Mit ganz besonderer Freude erfüllt es mich, wenn ich ein paar Tage oder Wochen nach den Kursen ein Foto vom fertigen Teppich zugeschickt bekomme. Um den Stress aus den zweieinhalb Tagen Kursdauer zu nehmen, gibt es immer dann, wenn nichts dagegen spricht von mir das Angebot, den Webrahmen mit nach Hause zu nehmen und den Teppich in Ruhe fertig zu weben. Denn meist sind alle Fragen zur Technik, zum Material, den Farben geklärt und es fehlt nicht mehr so sehr mein Rat und Über-die-Schulter-schauen, sondern es fehlt einfach nur die notwendige Zeit.

Trotzdem weiss ich, dass es eine große Herausforderung ist, außerhalb des Kurses sozusagen im Alleingang zu arbeiten. Und ich bin stolz darauf, dass alle diese Herausforderung annehmen und die Teppiche beenden.

Irgendwie ist jedes Stück ein wenig so wie eine Weihnachtsbaumkugel am Baum.

 

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berlin _ 1326 _ erinnerungen

Aus der Stille heraus. Teil 8

Wir sind in unserer Familie nicht unbedingt geübt in der Ausgestaltung der traditionellen  Weihnachten. Weder der spanischen, noch der deutschen. Das heißt in der Kombination vom ersten Advent bis zum Dreikönigstag. Und die Mixtur, die wir uns zusammengestellt hatten, hatte von beidem etwas, aber irgendwie anders. Als Lea noch klein war und wir in der Großstadt lebten, gab es streckenweise die  üblichen Verbindlichkeiten. Aber sobald die Umstände es uns erlaubten, wurden es immer weniger.

Was sich am Längsten gehalten hat, sind zwei Dinge:

1. Unser besonderer Weihnachtsbaum

Es fing mit unserer Liebe zu Petterson an und dem Jahr, in dem er nicht mit Findus in den Wald gehen konnte, um einen Weihnachtsbaum zu holen, weil er sich das Bein gebrochen hatte. Als Ersatz bauten sie einen, aus einem Holzpfosten mit Löchern, in die sie Zweige steckten, die sie mit allem Möglichen schmückten, was glänzte. Ich fand das eine tolle Idee, denn mir kam es seltsam vor, in einem Land einen Tannenbaum zu schmücken, in dem eigentlich keine Tannenbäume wachsen.

So haben wir irgendwann eine alte rostige Matratze zu unserem Weihnachtsbau erklärt. Und dieser Tradition sind wir über viele Jahre und Umzüge hinweg treu geblieben. Sie ist das Heim meiner kleinen Sammlung von gläsernem Christbaumschmuck und begleitet uns das ganze Jahr.

In Vorbereitung auf meine längere Abwesenheit habe ich alle Ornamente abgenommen _und das sind inzwischen 144_, habe sie entstaubt _ und da hatte sich in fünf Jahren einiges angesammelt_, habe sie neu sortiert wieder aufgehängt. Auf weitere fünf Jahre.

 

2. Die Weihnachtsbäckerei

Wenn es etwas gibt, was ich an den vielen kleinen und großen Traditionen um die Weihnachtszeit herum gerne aus meiner Kindheit erinnere und daher liebe und genieße, ist es die Weihnachtsbäckerei. Wenn die Küche nach Zimt und Nelke, Anis, Honig und Kakao, nach Vanille und geschmolzener Butter duftet, dann gehen nicht nur alle Geschmacksknospen meiner Zunge gleichzeitig auf, sondern auch das Herz.

Das war die zweite Familientradition, mit der unsere Kinder Lea und Uli aufgewachsen sind. Und wenn wir dann die Tüten gefüllt haben mit unserem kleinen Sortiment, um sie in unserer Nachbarschaft und unserem Freundeskreis als kleines Dankeschön zu verteilen, dann war das immer ein ganz besonderer Moment.

Es macht mich glücklich, zu sehen, dass beide diese Tradition aufgenommen haben. Lea backt köstlich zarte Zimtsterne wie keine andere. Uli und Marie haben wunderbar mürbe Vanillekipferl gebacken.

Für mich bedeutet das, dass ich loslassen kann. Meine Aufgabe ist getan. Ab jetzt werde ich die kleinen Sortimente genießen, die die eine oder der andere mir zu Weihnachten bringen. Das ist ein beruhigendes und befreiendes Gefühl.

 

 

 

 

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berlin _ 1325 _ erinnerung

Aus der Stille heraus. Teil 7

Erinnert ihr euch noch wie es war, damals, als wir alle noch analog fotografiert haben? Filme gekauft, meist einige aus Vorrat, für den Fall, dass,…. ; mit unterschiedlicher Lichtempfindlichkeit, auch für den Fall, dass….. . Je nach Stand in der Kasse war jedes „Klick“ ein kleines Juwel und barg eine ganz besondere Einmaligkeit in sich. Der Blick war noch wesentlich selektiver.

Und dann das Warten, denn nicht immer lag das Fotolabor um die Ecke. Und selbst dann dauerte es immer einige Tage, bis man den Film abholen konnte. Manchmal konnte ich es nicht erwarten und habe den Umschlag schon im Laden aufgemacht. Manchmal hab ich ihn eingepackt und bin schnell nach Hause, um ihn in aller Ungestörtheit und voller Erwartungen zu öffnen. Man wußte ja nie, ob es einem gelungen war, genau das festzuhalten, was man sah in dem flüchtigen Augenblick, in dem man auf den Auslöser gedrückt hatte. Ob es etwas war, was man abbilden konnte, oder vielleicht etwas, was man nur fühlen konnte und nur dem inneren Auge und auch nur im präzisen Moment des Geschehens sichtbar wird und bleibt. An Gefühlen war alles mit dabei: Freude, Überraschung, Enttäuschung, Ärger, Bestätigung….

Ich fotografiere seit Jahren digital, mache oft viele Fotos, von denen ich eins in aller Ruhe am Computer aussuche, um es zu veröffentlichen. Die Magie ist verschwunden, aber dafür gibt es mir die Gewissheit, die Augenblicke, die ich teilen möchte, teilen zu können.

Ab und zu begegnen mir Menschen, die festhalten an dem Zauber der analogen Fotografie. Paola ist eine von ihnen. Vor zwei Jahren haben wir uns kennengelernt und bei einem Besuch in meinem Atelier hat sie mich fotografiert.

Es brauchte seine Zeit, bis der Film voll war, bis er entwickelt wurde, bis das Foto seinen Weg zu mir gefunden hat. Ein Blick zurück in die Vergangenheit, ein besonderer Blick und ein Foto, das mir besonders gut gefällt und mich an einen besonderen Menschen und einen besonderen Moment erinnert.

 

 

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berlin _ 1324 _ textil

Aus der Stille heraus. Teil 6.

 

handgewebt in berlin“ ist das Label, unter dem meine Freundin Dagmar Rehse ihre handgefertigten Produkte auf dem Markt anbietet. Ihr Atelier befindet sich im Wedding, im PA58, einer ehemaligen Hutfabrik im Hinterhof der Prinzenallee 58, das heute als Wohnprojekt dieses wunderbare Gebäude mit Leben füllt.

Fast jeden Mittwoch ist das Atelier geöffnet, um Menschen Einblick in die Welt der Weberei zu geben. Im Regal stehen die Kissen mit den handgewebten Bezügen aus Leinen und Baumwolle, hängen die farbenfrohen Schals und liegen die Geschirr- und Handtücher bereit, um in den fusselfreien Dienst zu gehen. Das klingt ganz so, als wenn man dort fündig werden könnte, wenn man auf der Suche nach einem besonderen Weihnachtsgeschenk ist.

Dieses Jahr organisiert das PA58 kurz vor Weihnachten einen Wintermarkt. Es werden ca 20 Künstlerinnen ihre Werke zeigen und verkaufen: Darunter Keramik, Druckprodukte, Schmuck und vieles mehr.  Glühwein und warmes Essen werden auf Spendenbasis angeboten. Lichterketten und Feuerschale werden für winterliche Gemütlichkeit sorgen.

Dagmar hat mich eingeladen mit dabei zu sein und ich freue mich sehr, über diese Einladung. Also kommt vorbei, nutzt die Gelegenheit. Wir werden an zwei Tagen im Atelier sein und euch einen Einblick geben in die Welt der Weberei und der Wirkerei.

Meinerseits auch eine Einladung an all diejenigen von euch, die ihr bei mir einen oder mehrere Kurse absolviert und jetzt ein eigenes Projekt in der Mache habt, zu dem es eventuell Fragen gibt.

 

 

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berlin _ 1323 _ textil

Aus der Stille heraus. Teil 5.

Klein und fein. Beim letzten Kurs in den Räumen des Pulsraumes im Wedding war die Runde der Teilnehmenden sehr klein. Die Erkältungswelle hatte da schon begonnen und die krankheitsbedingten Absagen hätten eine Absage oder ein Verschieben des Kurses nahelegen können. Aber ich fand es schade, und so haben wir zu dritt ein sehr intensives und entspanntes Wochenende an den Webrahmen verbracht.

 

Solch eine kleine Gruppe in einem Kurs bringt eine andere Dynamik. Wir waren sehr entspannt und ich habe bewußt den zeitlichen Rahmen des Wochenendes schon zu Beginn durch das Angebot ausgeweitet, auch diesmal die Webrahmen mitnehmen zu können und zuhause das Webstück fertigstellen zu können.

Das vorweg, denn das hat dazu geführt, dass die Stücke am Kurswochenende nicht fertig geworden sind, unter anderem weil beide Teilnehmerinnen, Inés und Nadine, sich mutig an sehr komplexe Entwürfe herangetraut haben.

Und es hat auch dazu geführt, dass ich Zeit und Muße fand, selbst ein kleines Stück zu arbeiten, um den beiden nicht zu sehr auf die pelle zu rücken und genug Freiraum zu lassen für das eigene Erkunden und Schaffen.

Hier, wie immer, ein kleiner Blick auf die Anfänge des Kurses. Wir haben uns diesmal viel Zeit für die Besprechung der Entwürfe genommen, bzw. für all die Gedanken, die bei der Übertragung vom (gemalten) Bild  zur Wirkerei zum Tragen kommen, was unbedingt beachtet , was abgewägt werden sollte, welche Techniken zum Einsatz kommen werden…

Nadine

Für Nadine ist es der zweite Kurs. Und sie hat diesmal einen ganz anderen Entwurf mitgebracht. Wenn ich mich recht erinnere, ist es das erste Mal, dass jemand einen so extrem malerischen Entwurf in Angriff nimmt, bei dem der Pinselstrich eine zentrale Bedeutung hat. Dementsprechend haben wir die Techniken besprochen, die eine Umsetzung in das textile Medium erlauben.

Unter anderem wird der Schußfaden diesmal nicht in der reinen Horizontalen eingelegt, sondern er folgt dem im Entwurf vorgegebenen Duktus des Pinsels.

 

Inés

Anhand von Inés‘ Entwurf konnten wir eine Weile das Für und Wider unterschiedlicher Ausrichtungen der Webvorlage unter der Kette abwägen. Wenn ich bei den Kursen die Vorgabe mache, dass die Entwürfe quadratisch angelegt und um das Bild herum auf allen Seiten ein Rahmen stehen gelassen werden soll, dann hat das damit zu tun, dass ich die Freiheit haben möchte, zu Beginn der Arbeit am Webrahmen entscheiden zu können, ob und wenn ja, warum, die Vorlage um 90 Grad gedreht abgearbeitet werden soll.

Es macht einen Unterschied, ob dieses Bild von unten nach oben oder von einer Seite zur anderen gewebt wird. Das hat damit zu tun, dass alle Schrägen, die eher in der Horizontalen verlaufen, sanfter u weben sind, als diejenigen, die in der Vertikalen verlaufen.

Schrägen entstehen dadurch, dass Reihen verkürzt, bzw. verlängert werden. Dabei entstehen kleine „Treppchen“. In der Vertikalen sind diese Treppchen so groß wie der Abstand zwischen den Kettfäden. In der Horizontalen sind sie so groß, wie die Dicke einer Reihe Schußfaden (einmal hin und zurück).

Formen in der Vertikalen kommen durch eine 90-Grad-Drehung in die Horizontale und sind so besser zu weben, sprich es gibt keinen Schlitz im Gewebe, um den man sich Kümmern müßte, wenn man ein solides Gewebe erhalten möchte.

Bei diesem Entwurf war abzuwägen, ob diese „Erleichterung“ und diese „Feinheit“ beim Fisch oder beim Seegras liegen soll. Inés hat sich für das Seegras entschieden und deshalb den Entwurf um 90 Grad gedreht, um die filigranen Gräser feiner weben zu können.

 

Wir werden uns ein wenig gedulden müssen, um das Ergebnis zu sehen. Aber das tun wir gerne, denn es werden sehr schöne Arbeiten.

 

 

 

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berlin _ 1322 _ empfehlung

Aus der Stille heraus. Teil 4.

Carpet Mapping. Kartographie des Teppichs

Noch bis zum 28. Januar 2024 läuft im Schloß Britz die von Sarah Crowe und Rebekka Liebmann kuratierte Ausstellung mit obigem Titel. Zu sehen sind im Park und in den für Sonderausstellungen bestimmten Räumen des Schlosses Arbeiten von sechs zeitgenössischen Künstler:innen: THILO DROSTE, CATHERINE ROSE EVANS, BIRGIT HÖLMER, FARKHONDEH SHAHROUDI, HODA TAWAKOL und SLAVS AND TATARS

Den Text zur Ausstellung brauche ich nicht zu kopieren, ihr findet ihn auf der Homepage des Museums. An der Kasse bekommt ihr ein Din-A-4 Blatt mit weiterführenden Infos zu den ausgestellten Arbeiten.

Bleibt mir hier einige Fotos einzustellen, die ich bei meinen zwei Besuchen eingefangen habe, um euch die Ausstellung schmackhaft zu machen. Schloss Britz ist, je nach dem wo man in Berlin unterwegs ist, da, wo Fuchs und Hase sich „Gute Nacht“ sagen. Aber ich finde, der Besuch lohnt sich.

Es geht um Teppiche, aber nicht nur um einen Belag für den Boden. Es geht um Flor, aber nicht unbedingt ums Knüpfen. Es geht um Textilien, aber nicht unbedingt um Garne. Es geht um Räume, aber nicht nur im Innern von Gebäuden. Es geht um Herkunft, Identität und Tradition, aber auch um den Blick auf die Gegenwart und eine Ahnung der Zukunft.

THILO DROSTE

Die Arbeiten von Thilo Droste sind das Erste, was einem beim Besuch des Museums begegnet, wenn man über den Parkeingang das Gebäude betritt. Es sind aus Kunstteppiche im doppelten Sinn: als Kunstobjekt gedacht und aus Kunstfaser hergestellt. Im Infoblatt zur Ausstellung wird berichtet, dass  dieser Serie von Outdoor-Teppichen ein Aufruf zugrunde liegt, der Menschen dazu einlud, ein Foto ihrer Teppiche zur Verfügung zu stellen zusammen mit einer Geschichte, die diese Teppiche für sie besonders bedeutsam macht. Leider habe ich im Internet nichts dazu gefunden, aber vielleicht habe ich nicht lange genug gesucht.

Ich fand es jedenfalls spannend, dieses Innen nach Außen stülpen. Zumal die Natur das Ihrige dazu getan hat, um ihren Teppich über die Teppiche zu legen.

Die Homepage von Thilo Droste: HIER

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CATHERINE ROSE EVANS

Ein Bodenbelag, mit dem als Bodenbelag niemand gerne leben würde: Kunstfaser, schlimmer kann es nicht sein, heizt sich auf, zieht Staub an, läd sich elektrostatisch auf. ABER als Kunstwerk faszinierend. Die Schattenkeile entstehen dadurch, dass der Flor anders gebürstet wird. Das Licht spiegelt sich an der kunstfaserigen Oberfläche dort,  wo der Flor flach liegt, oder es wird verschluckt, dort wo die Florfasern aufrecht stehen. So entstehen die dunklen Bereiche, die als Schatten fungieren. Noch interessanter wird es, wenn man den Teppich umrundet und beobachten kann, wie sich die Wahrnehmung von Hell-Dunkel in dem gleichen Maße verändert, in dem auch der Lichteinfall es tut. Ein spannendes Stück.

Die Homepage von Catherine Rose Evans: HIER

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BIRGIT HÖLMER

Nicht nur in der Sonderausstellung, sondern auch in dem anderen teil des Museums werden die Arbeiten von Birgit Hölmer gezeigt. Möglicherweise, weil sie zumindest in ihren Mustern und Farben sehr an die traditionellen Perserteppiche erinnern, wie wir sie gewöhnt sind, und wie sie Teil der Einrichtung des Museums sind.

In der Sonderausstellung steht ihre Arbeit frei im Raum. Die Musterung der Perserteppiche läßt sich hier an einigen stellen nur noch erahnen und wird durch Erinnerungen ergänzt. Hergestellt werden diese Bilder durch den Auftrag von eingefärbten Silikonmassen auf ein feines Gittergewebe. Wie Fadennudeln drückt sich die Farbe durch das Gitter. Auf der Rückseite entsteht dadurch dagegen ein fast gemalt anmutendes Bild.

Spannend für mich als Bildwirkerin, denn bei mir ist der visuelle Eindruck eher genau anders herum: auf der Vorder- oder Bildseite mutet das Gewebe in seiner reinen Zweidimensionalität an wie ein Bild auf Leinwand, auf der Rückseite bilden die vielen Fäden ein dreidimensionales Objekt textiler Natur, das Technik und Materialhaftigkeit nachvollziehbar und erfahrbar macht.

Die Homepage von Birgit Hölmer: HIER

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FARKHONDEH SHAHROUDI

Farkhondeh Shahroudi arbeitet mit den unterschiedlichsten textilen Materialien. Unter anderem mit Teppichen, die, wie in der ausgestellten Arbeit, auseinandergeschnitten und neu wieder zusammengesetzt werden. Daraus ergeben sich nicht nur neue visuelle Impulse, sondern auch neue Gedankenketten die uns auf bisher vielleicht unbekannte Pfade in neue Welten führen.

 

Die Homepage von Farkhondeh Shahroudi: HIER

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HODA TAWAKOL

Ich kannte Hoda Tawakol bisher nicht. Und wenn ich ehrlich bin, dann haben die  beiden Arbeiten von Hoda Tawakol, die in dieser Ausstellung zu sehen sind, im ersten Raum das in Rottönen gehaltene Objekt an der Wand, im dritten Raum das unten abgebildete Objekt, mich nicht wirklich dazu eingeladen, mich mit ihrem Werk auseinanderzusetzen, sondern erst die Vorbereitung auf diesen Eintrag, die mich dahin gebracht hat, im Internet weitere Information über die Künstler:innen zu suchen.

Also schaut gerne mal auf ihrer Seite nach, was sie sonst noch so macht. Den Link findet ihr auch hier nach den Fotos der Arbeiten aus der Ausstellung.

 

Die Homepage von : HIER

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SLAVS AND TATARS

Über Slavs and Tatars kann man bei Wikipedia lesen: ein Künstlerkollektiv mit Sitz in Berlin, 2006 von Kasia Korczak und Payam Sharifi ursprünglich als Lesegruppe gegründet. Selbstbezeichnet als „Splittergruppe der Polemik und engen Freundschaft,“ widmen sie sich dem Gebiet „östlich der Berliner und westlich der Chinesischen Mauer, bekannt als Eurasien“. Ihre Praxis besteht aus Ausstellungen, Publikationen und Lecture Performances.

Ein wichtiger Aspekt der multidisziplinären Arbeiten von Slavs and Tatars ist der „metaphysischer Spagat“ – die Auflösung kultureller oder logischer Widersprüche. Konkurrierende Nutzbarkeiten („Poesie und Politik“), Ideologien („Marx und Mohammed“), oder Regionen („Polen und Persien“) aus eurasischen Traditionen werden in „polemischen Aussagen oder Objekten verdichtet“ und so durch den „hypothetischen Turner“ verbildlicht.

Zu der ausgestellten Arbeit, Alphabet Abdal findet sich auf der Homepage des Künstlerkollektivs folgende Erklärung: „Though considered to be the sacred language of Islam, the Arabic language and alphabet is equally the language of Middle Eastern Christians. Featuring an exodus, Alphabet Abdal commemorates the endangered Levantine, Hijazi origins of Christianity, and, with it, the heritage and language that expresses these traditions. The text reads: ‘Jesus, son of Mary, He is Love’.“

Bei Alphabet Abdal habdelt es sich um einen getufteten Teppich. Tufting funktioniert nach dem Prinzip der Nähmaschine. Öhrnadeln mit eingezogenem Polgarn (Tuftinggarn) durchstechen das Trägermaterial. Auf der unteren Seite der durchstochenen Trägerschicht werden, bevor die Nadeln wieder zurückgezogen werden, von Greifern die Polfadenschlingen ausgebildet und gleichzeitig die Polhöhe fixiert. Zum Festhalten der Polschlingen oder des Flores wird die Rückseite des Grundmaterials mit einer Kunstoffdispersion oder Latex beschichtet. Getufted wird in der Großproduktion an großen Maschinen, aber für den Heimbedarf oder die Anfertigung von Einzelstücken gibt auch Tufting-Pistolen.

 

Die Homepage von Slavs & Tatars: HIER

 

 

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berlin _ 1321 _ textil

Aus der Stille heraus. Teil 3.

Parallele Welten. Vor einigen Tagen haben wir, Juanjo und ich, einer Freundin beim Transport eines Elektrogerätes geholfen. Der erste Impuls war, wie so oft in solchen Situationen, ein Auto zu mieten und das Gerät damit von A nach B zu transportieren.

Als ich am Morgen noch einmal schnell in Googlemaps schaue, um zu sehen wo wir denn eigentlich hin müssen, um das Gerät abzuholen, wird mir bewußt, dass es nicht weit ist, ein knapper Kilometer. Während ich aus der S-Bahn heraus die Stadtlandschaft an mir vorüberziehen lasse, kommt mir der Gedanke, dass es sich eigentlich nicht lohnt, für solch eine kurze Strecke extra ein Fahrzeug zu mieten. Tragen? Hmmm, man wird ja schon älter. Lastenfahrrad? Tja, hätte ich eher nachgeschaut, hätte ich…. Sackkarre? Würde gehen, aber woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Mit diesen Gedanken beschäftigt erreichen wir den Treffpunkt und weil wir bei den Öffis immer „Luft“ einplanen, tun wir das einige Minuten vor der verabredeten Uhrzeit. Und entdecken: Unser Treffpunkt ist genau vor einem Fahrradladen und durch die Tür sehe ich nicht eine, nein, gleich ZWEI Sackkarren vor der Ladentheke stehen. Dahinter erahne ich den Hüter des Ladens und der Sackkarren.

Wir warten auf die Freundin, holen das Gerät, um das es bei dieser Aktion geht, aus dem ersten Stock auf den Bürgersteg. Eigentlich würde Juanjo jetzt ein Auto leihen, wir erwähnen die Alternative und wägen ab. Die Entscheidung fällt zu Gunsten der Sackkarre aus.

Also heißt es rein in den Fahrradladen, um den Hüter zu fragen, ob wir, statt Auto zu mieten, für die kurze Zeit eine der beiden Sackkarre ausleihen können. Prinzipiell ja, ist die Antwort. ABER das geht nur digital, über eine App. Denn der Laden ist anscheinend nur Abholstation. Ich wäre an dieser Stelle schon raus aus der Geschichte, denn ich habe nach wie vor kein Smartphone und somit keinen Zugang zum Internet, wenn ich nicht an meinem Laptop sitze. Aber meine Freundin hat eins, recherchiert also, wie sie die Sackkarre mieten könnte. Geht, aber Bezahlung nur mit Paypal. Tja, hat sie nicht.

ALSO stehen wir, Juanjo und ich, vor dem Laden und bewachen die Waschmaschine. Denn Berlin ist Berlin und man weiss ja nie. Meine Freundin steht vor der Ladentheke und verarbeitet die Unmöglichkeit, eine der beiden direkt neben ihr stehenden Sackkarren ausleihen zu können, der Hüter hinter der Ladentheke zuckt die Schultern, ich kann durch die Scheibe der Ladentür nicht mit Sicherheit sagen, ob mit Bedauern oder mit Gleichgültigkeit, und will ihm nichts unterstellen.

Aus der Welt gefallen. Wie einfach wäre es gewesen, wie einfach hätte es sein können. Perso hinterlegen, Gerät auf die Sackkarre, Transport erledigen, Sackkarre zurück, Perso wieder in die Brieftasche, Leihbetrag auf die Theke, Danke, Tschüß, alles gut, alle zufrieden.  Insgesamt vielleicht ’ne Stunde.

Wir haben letztendlich tatsächlich ein Auto gemietet. Und ich bin mir sicher, dass an diesem und vermutlich an vielen anderen Tagen niemand eine der beiden Sackkarren ausgeliehen hat.

 

 

 

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berlin _1320_ textil

Aus der Stille heraus. Teil 2

Am Nordeuropa-Institut.

Das Nordeuropa-Institut liegt etwas versteckt, für diejenigen, die in der Welt der Berliner Universitäten nicht so unterwegs sind, in der Nähe des S-Bahnhof Friedrichstraße, fast gegenüber des Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrums.

Vor ein paar Wochen war ich dort. Dörte Linke hat mich dorthin eingeladen. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Neuere skandinavische Literaturen und bietet dort im Rahmen ihrer Lehrtätigkeit ein Vorlesungsbegleitendes Kolloquium an mit dem Titel „Handarbeiten in der skandinavischen Literatur und Kultur“. Kennengelernt haben wir uns aber nicht an der Humboldt-Universität, denn das ist ja nicht die Welt, in der ich mich bewege.

Kennengelernt haben wir uns bei einem meiner Bildwirkereikurse an der VHS. Dort war Dörte „Wiederholungstäterin“ und hat mit viel Liebe die praktische und philosophische Welt der Bildwirkerei erkundet. Und in diesem Zusammenhang entstand die Einladung, mal eine Vortrag für die Studierenden zu halten, die ihre Veranstaltung besuchen.

Gerne habe ich diese Einladung angenommen und mich mit meinen Wirkereien und meinem Wirken auf einen Ausflug in die akademische Welt begeben und versucht,  in den zwei Stunden, die mir zur Verfügung standen, etwas von dem zu vermitteln, was für mich die Arbeit mit den Händen, dem textilen Medium, der Weberei, bedeutet, und wie sie meine Sicht auf das Leben und mein Leben ausgestaltet.

Es war eine spannende Erfahrung, auch über die Fragen der Studierenden zu begreifen, wie sie meine Erzählung wahrnehmen und was sie bei ihnen auslöst.

Eine Woche später habe ich wiederholt, als Gasthörerin. Thema war ein Blick auf die Biografien und das Werk unterschiedlicher Textilkünstlerinnen, darunter unter anderen Frida Hansen, Hanna Ryggen und Märta Maas Fjetterström.

Es war interessant, von Dörte den Zusammenhang erzählt zu bekommen, wie die norwegische Bildwirkerei nicht nur überlebt, sondern einen festen Platz und einen anderen Stellenwert innerhalb der skandinavischen Kultur bewahrt hat. Ich beneide sie darum, aber letztendlich geht es uns allen, die wir nach wie vor mit den Fäden malen, wie es viele Generationen von Menschen vor uns getan haben, darum, das Wissen lebendig und bereit zu halten, als Werkzeug unseres kreativen Geistes.

Es war auch extrem interessant, zu erfahren, wie denn der Umgang aus der akademischen Perspektive heraus auf eine Welt wie die der Handarbeiten ist, die ja nun erst einmal weit weg von eben dieser akademischen Welt besteht und auch nie wirklich akademisiert wurde. Ob diese Tatsache nun von Vor- oder Nachteil ist, das mag von der eigenen Sicht auf die Welt abhängen und von den unterschiedlichen Kontexten, in denen man sich bewegt. Meiner war immer der außerakademische und der Wissenstransfer der mich reizt, ist derjenige, der möglichst eng mit dem Alltag der Menschen verwoben ist. Ich gebe zu, meine Grundhaltung der Akademisierung gegenüber ist eher mit Vorbehalten belegt, was sicherlich auch mit meiner eigenen Biographie zu tun hat. Deswegen sind solche Exkursionen und der damit verbundene Wechsel der Perspektive für mich besonders bereichernd.

 

 

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berlin _ 1319 _ KUKUmobil

Aus der Stille heraus. Teil 1.

Es ist still geworden um das KUKUmobil. Nicht, weil  nichts geschehen würde, sondern weil es mir nicht besonders prickelnd erscheint, darüber zu berichten_ und noch weniger für andere, darüber zu lesen_ wie ich mit dem voll beladenen Lastenfahrrad die ein oder andere Asphaltblase der Berliner Stadtlandschaft überwinde, um Kisten von A nach B nach C nach D zu transportieren, immer in dem Bemühen darum, ein gutes Zuhause für die Dinge zu finden, für die ich keine Verwendung mehr habe….

… oder wie ich Papiere aussortiere und neu ordne, und zwar so, dass sich diese Ordnung auch der Logik anderer Menschen erschließt. Alles nicht wirklich prickelnd, wie gesagt, aber wichtig….

… oder wie ich auch mein „soziales Gewebe“ auf die Reise vorbereite und  jede „Pinne“, jeden „Faden“ prüfend einzeln in die Hand nehme, um zu sehen, ob er seine Aufgabe erfüllt hat und ich abschneiden kann, vielleicht sogar die Pinne frei mache; ob ich in mich hineinhöre um zu erkunden, ob er später noch einmal bedeutend werden wird und ich ihn aufhebe in meiner Materialkiste; ob er auf jeden Fall immer wieder mit dabei sein wird, weil er eng mit mir und meinem Sein verbunden ist und ich ihn daher gut aufwickle und fixiere, damit er nicht verheddert oder ungewollt reißt; ob neue Fäden einzulegen sind…..

… oder dass es Tage gibt, an denen es selbst mir angesichts der aktuellen Lage zugegebenermaßen schwer fällt, die Fahne des Optimismus zu schwingen und mich manchmal sogar Zweifel beschleichen, ob es wirklich die richtige Zeit ist für solch ein Vorhaben, wie die Reise durch Europa mit einer wandernden Webwerkstatt, nur um nach kurzem Zögern zu der Einsicht zu kommen, dass es vielleicht gerade jetzt mehr Sinn macht, als je zuvor, sei es auch nur, um uns gegenseitig zu beweisen, dass wir es können: friedlich sein, miteinander, solidarisch, empathisch, gastfreundlich, helfend…. Jede und jeder so gut, wie die Umstände in denen  jeder Mensch lebt es ihm erlauben…. und manchmal sogar darüber hinaus. Denn das können wir.

Und ich bin froh, dass mir für diese Aufgaben so viel Zeit zur Verfügung steht, dass ich hier und da diese unliebsamen Dinge zumindest ein wenig prokrastinieren kann und es nicht zur reinen Qual wird.

 

 

 

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berlin _ 1318 _ fundstück

…Schimmre, schimmre!

Seit vielen Jahren, vielleicht sogar Jahrzehnten, sammel ich Christbaumschmuck aus Glas. Eine ganze Weile waren es Kugeln, unterschiedlicher Größen und Farben. Jedes Jahr erweiterte sich die Sammlung um zwei, drei, selten auch einmal um mehr Stücke. Platz fanden und finden sie in unserem Dauerweihnachtsbaum, dem drahtigen Gestell einer alten Federkernmatratze. Jede Sprungfeder bildet ein Feld. Viele dieser insgesamt 22 x 12 Felder haben sich inzwischen gefüllt, aber es ist immer noch reichlich Raum für Neues.

Seit ich in Deutschland bin, ist es einfacher, neben den weit verbreiteten bunten Kugeln auch an traditionelle und außergewöhnliche Figuren zu kommen. So entstand die kleine Vogelschar von Meise, Amsel, Stieglitz, Specht, Rotkehlchen und Co., das Gemüse- und Obstsortiment und auch die ein oder anderen Märchenfigur kam dazu. Manchmal finden die Schätze auch als Geschenk den Weg zu uns.

Und wie das so ist, wenn man etwas sammelt: man wird immer wählerischer. In den letzten zwei Jahren ist es mir schwer gefallen, auf den Weihnachtsmärkten etwas zu finden, das mich so sehr anspricht, dass auch der relativ hohe Preis für diese kleinen handgefertigten Kostbarkeiten mich nicht allzu sehr abschreckt. Die wirklichen Raritäten findet man wohl eher mit etwas Geduld und Glück eher im Internet, sowohl im Antiquariat, als auch in online-shops wie Kugelrausch oder auf Homepages aktueller Hersteller, wie Inge-Glas Manufaktur.

Dort bin ich übrigens dieses Jahr fündig geworden. Und zwar nicht im Internet, auch nicht auf dem Weihnachtsmarkt am Alex, wo ich vor einige Jahren den Kleinen Muck auf dem fliegenden Teppich gekauft habe, sondern an einem Standort, den es seit August in Berlin gibt, den ich aber durch puren Zufall gefunden habe, nämlich im Fünften der Hackeschen Höfe.

So ist das diesjährige Highlight ….. nein, es ist nicht das Wollknäul, das es dort auch gibt …… es ein Irrlicht geworden! Das besondere: Wie bei einem Glühwürmchen leuchtet das Hinterteil im Dunkeln.

 

 

 

 

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berlin _ 1317 _ KUKUmobil

Es ist kalt in Berlin. Knirschkalt und schneeweiss. Schön sieht es aus. Über die äußeren Fensterscheiben des KUKUmobils zieht sich ein Muster aus Eisblumen. Heute habe ich versucht im KUKUmobil zu arbeiten. Drei Stunden habe ich ausgehalten. Ohne Wärmflasche, ohne ein heißes Getränk, d.h. ohne einen Wärme-Shot geht es im  Moment nicht. Morgen mehr.

 

 

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berlin _ 1316 _ textil

10

Die Agenda 2030, die am 25. September 2015 von 193 Staats- und Regierungschefs auf dem Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in New York verabschiedet wurde,  ist ein „Weltzukunftsvertrag“. Mit diesem Vertrag verpflichten sich die Staaten dazu, allen Menschen bis zum Jahr 2030 ein Leben in Würde zu sichern. Mit ihren 17 Zielen  dient sie als Wegweiser für nachhaltige Entwicklung.

Wenn ein Kurs der Bildwirkerei in Räumen stattfindet, in denen Menschen sich tagtäglich damit auseinandersetzen, wie diese Ziele erreicht werden können, was wir dazu tun können, dann kann es schon einmal passieren, dass…..

 

Bei dem Ziel mit der Nummer 10 geht es um den Abbau von Ungleichheiten.

Dazu der Bericht der Vereinten Nationen von 2021 und der Indikatorenbericht zur nachhaltigen Entwicklung in Deutschland 2021

 

 

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berlin _ 1315 _ KUKUmobil

Auch bei Schnee…

 

 

 

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berlin _ 1314 _ fundstück

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berlin _ 1313 _ fundstück

Filigrane Herbstschätze

 

 

 

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berlin _ 1312 _ fundstück

 

 

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berlin _ 1311 _ fundstück

Gemischte Gefühle.

 

 

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berlin _ 1310 _ fundstück

 

 

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berlin _ 1309 _ fundstück

 

 

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berlin _ 1308 _ begegnungen

Reineke Fuchs

Obschon keine Seltenheit in Berlin, ist es immer wieder Grund für Überraschung und große Freude, wenn mir ein Fuchs über den Weg läuft. Hier im Park am Britzer Schloß.

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berlin _ 1307 _ textil

Teil des Universums

Ein wunderbarer Beitrag zum Weben: Bobbie Ornelas und Lynda Teller Pete, vom Stamm der  To’aheedliinii (Two Waters Flow Together Clan) sind international anerkannte Meisterinnen der Navajo-Webkunst in der fünften Generation. Im Video erzählen sie vom Leben, vom Weben und dem Universum, und davon, wie die Göttin „Spider Woman“ (Spinnenfrau) den Navajos die Gabe der Webkunst geschenkt hat und was sie für die Kultur ihres Volkes bedeutet.

„Jeder webende Mensch hat seine eigene Art zu weben. Die Lehre der Spinnenfrau besagt: Nimm deine Begabung und arbeite mit deiner Begabung, um die beste Weberin zu sein, die du sein kannst; um der beste Weber zu sein, der du sein kannst. „

 

Producer: Özlem Ayşe Özgür
Videographer: Diana Cadena, Özlem Ayşe Özgür, Nate Huffman
Editor: Danny Sax

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berlin _ 1306 _ textil

LETZTER KURS:

TERMIN: von Freitag 24.11 bis Sonntag 26.11. 2023

Freitag 17 – 21 Uhr Gegenseitiges Kennenlernen, kleine Einführung in die Geschichte und Besonderheiten der Bildwirkerei, Vorbereitung der Webrahmen….
Anmerkungen zum Entwurf. Hausaufgabe für den kommenden Tag: Erstellung eines eigenen Entwurfs.
Samstag 11 – 20 Uhr
Besprechung der Entwürfe, Anmerkungen zu Techniken, Material, etc…… Umsetzung des Entwurfes am Webrahmen
Sonntag 11 – 20 Uhr
Umsetzung des Entwurfes am Webrahmen

Material, Werkzeug und Webrahmen werden zur Verfügung gestellt.

ORT: Der Pulsraum, in der Liebenwalder Str. 33, 13347 Berlin (ehemalige Osramhöfe).  Eigentlich ein Coworking-Space, initiiert von der Bundesvereinigung Nachhaltigkeit, den wir für ein Wochenende  in eine Bildwirkerei-Werkstatt umfunktionieren dürfen.  https://coworking.pulsraum.de/

ANMELDUNG und alle weiteren Infos telefonisch (01776452885) oder per Mail (puentetomapeople@gmail.com)

 

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berlin _ 1305 _ fundstück

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berlin _ 1304 _ fundstück

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berlin 1303 _ fundstück

HAND AUFS HERZ

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berlin 1302 _ fundstück

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berlin _ 1301 _ fundstück

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berlin _ 1300 _ textil

Der definitiv letzte Kurs…..

Jetzt gibt es also ein mehr oder weniger konkretes Abfahrtsdatum. Aber bis Februar ist ja noch eine Weile. Da passt gut noch ein oder sogar zwei Kurse rein, wenn es einen passenden Ort gibt. Und den habe ich gefunden.

Diesmal im Wedding, da war ich bisher noch nicht mit meinen Böcken und Garnen.  Es ist der Pulsraum, in der Liebenwalder Str. 33, 13347 Berlin (ehemalige Osramhöfe).  Eigentlich ein Coworking-Space, initiiert von der Bundesvereinigung Nachhaltigkeit, den wir für zwei Wochenenden in eine Bildwirkerei-Werkstatt umfunktionieren dürfen.  https://coworking.pulsraum.de/

Die TERMINE sind:

KURS 1 vom Freitag 17.11. bis Sonntag 19.11. 2023
KURS 2 von Freitag 24.11 bis Sonntag 26.11. 2023
Freitag 17 – 21 Uhr
Gegenseitiges Kennenlernen, kleine Einführung in die Geschichte und Besonderheiten der Bildwirkerei, Vorbereitung der Webrahmen….
Anmerkungen zum Entwurf. Hausaufgabe für den kommenden Tag: Erstellung eines eigenen Entwurfs.
Samstag 11 – 20 Uhr
Besprechung der Entwürfe, Anmerkungen zu Techniken, Material, etc…… Umsetzung des Entwurfes am Webrahmen
Sonntag 11 – 20 Uhr
Umsetzung des Entwurfes am Webrahmen
Material, Werkzeug und Webrahmen werden zur Verfügung gestellt.

Alle weiteren Infos telefonisch (01776452885) oder per Mail (puentetomapeople@gmail.com)

Ich freue mich, wenn diese beiden – nun definitiv letzten – Kurse zustande kommen.

Meldet euch  zeitnah, solltet ihr Zeit und Lust haben. Erzählt es weiter, vielleicht gibt es jemanden in eurem Bekanntenkreis, der neugierig geworden ist und die Bildwirkerei gerne mal ausprobieren möchte. Es könnte auch ein schönes, sicherlich ausgefallenes Nikolaus- oder Weihnachtsgeschenk sein……

 

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berlin _ 1299 _ KUKUmobil

Auf Wolke 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 …. 8, 9 …

1299. Irgendwann habe ich damit begonnen, die Blogbeiträge durchzunummerieren. Ich weiß gar nicht mehr genau, wann und warum. Aber aus irgendeinem Grund ist mir diese leicht schrullige Angewohnheit lieb geworden.

1298 Blogeinträge gibt es also mindestens und dem 1299ten fällt es nun zu, die große Neuigkeit in die Welt hinaus zu tragen.

Seit einer Woche schwebe ich auf dieser Wolke und kann das Glück, das große, kleine Wunder kaum fassen.

DENN:

 

Es hat sich jemand gefunden, der gemeinsam mit seinem Kumpel seine Zeit, seine Erfahrung und ein Fahrzeug zur Verfügung stellt, um das KUKUmobil von Berlin an den Startpunkt seiner Reise durch Europa zu bringen.

Meine Freundin Anna hat es möglich gemacht. Sie ist einer dieser Menschen, die es schaffen, Fäden zu knüpfen und Menschen und Ideen zusammenzubringen. So kommt es, dass mich Freitag vor einer Woche Mike angerufen hat. Er hat durch Anna von dem Vorhaben erfahren, hat in den Blog geschaut und hat mich angerufen, um mir zu sagen, dass er bereit ist, das KUKUmobil zu transportieren. Er, und sein Kumpel, der seinen zu einem Wohnmobil umgebauten Sprinter zur Verfügung stellt.

Ich habe erst einmal zwei Tage gebraucht, um es zu begreifen: Es gibt jetzt einen konkreten Plan. Und der fühlt sich so gut an.

Ende Februar, Anfang März, sobald das Wetter gut ist und Reisen wieder Spaß macht, wird es also losgehen.

Verrückt oder? Ich meine  „so richtig schön verrückt“.

 

 

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