berlin _ 958 _ KUKUmobil

REGEN _ LAND _  SCHAFT

 

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berlin _ 957 _ KUKUmobil

DAS BAUTAGEBUCH _ II

August 2022

21 Bautage liegen jetzt hinter uns. Das sind zusammengenommen drei Wochen. Mir kommt es wie eine kleine Ewigkeit vor. Nicht, weil es mir langweilig wird oder zu viel, eher weil sich inzwischen eine gewisse Routine etabliert hat:

Mit den Menschen, die jetzt Teil meines Alltags sind; mit dem Hof, unserem Bauplatz, und seinen Besonderheiten. Und das nicht nur zu den gewohnten Arbeitszeiten, denn Arbeit und Leben, oder Arbeit und Freizeit voneinander zu trennen, hat nie meinem Wesen entsprochen. Daher ist der Bauplatz eben auch nicht nur ein Bauplatz…..

 

 

Fäden in anderen Händen

Manchmal, während ich säge oder stemme oder schleife, gibt es jemanden, der am Webrahmen sitzt und mich meine textile Welt nicht vergessen lässt. Dann stecke ich die rauen und staubigen Hände in die Hosentasche, um nicht  in Versuchung zu geraten, und hab ein Auge auf das, was sich zwischen den Fäden gerade tut.

 

Der Himmel über Berlin

Manchmal sitzen wir auch nur da, genießen den Blick auf das kleine Stück Himmel, das – eingerahmt von den Dächern der flachen Gewerbehallen – zu sehen ist:  baden uns in der Energie, die sich im geschäftigen und konzentrierten Tun rundherum im Hof angesammelt hat, warten darauf, dass die Schatten lang genug werden,  um in ihrem Schutz mit der Arbeit zu beginnen, oder lassen den Tag ausklingen, zählen Fledermäuse, Mücḱenstiche und Sternschnuppen…..

Fotos: Gudrun Mattke

 

Leib und Seele

Manchmal, wenn ich darüber nachdenke, ziemlich oft sogar …. genau genommen fast immer, wenn ein intensiver Arbeitstag ansteht, und das ist nicht selten der Fall ….. gibt es kleine Momente, in denen wir uns darum kümmern, dass Leib und Seele weiterhin gut zusammenhalten:

DAS EIGENTLICHE

Soweit die „Paraphernalien“. Denn EIGENTLICH geht es hier ja ums BAUEN, ich wollte all das nur mal erwähnt haben, nicht, dass der Eindruck entsteht, wir würden es uns neben all der Arbeit nicht gut gehen lassen.

Was ist also geschehen, in diesen 10 Augusttagen, die seit dem ersten Bautagebucheintrag verstrichen sind? Ich fang mal bei mir an: Vieles von dem, was Gudrun mir erklärt, zum Beispiel wenn es um Maschinen geht, werde ich mir nicht merken können. Aber es ist hilfreich, Dinge kontextualisieren zu können und nachzuvollziehen, warum etwas so und nicht anders getan werden müsste oder sollte oder wird.

Mein Verstand und meine Muskulatur machen sich langsam vertraut mit den fremden Werkzeugen und den ungewohnten Bewegungsabläufen. Ich lerne, dem Material „zuzuhören“, zu verstehen, was es will, um zu wissen, was ich tun muss, um möglichst MIT ihm zu arbeiten und nicht GEGEN seinen Willen; und wenn doch, zu verstehen, wie ich es „überzeugen“ kann, um meinem Wunsch zu folgen.

Ich lerne, wie wichtig gute Kommunikation ist, nicht nur mit dem Material, auch untereinander. Zu wissen, wie man Maße richtig nimmt und sie so anzeichnet, dass man sich bei komplizierten Arbeiten nicht selbst verliert zwischen dem „was bleibt“ und dem „was weg kommt“; ob man auf der Linie sägt und wenn nicht, auf welcher Seite…..

Gut, wenn es dann immer noch mal eine „Qualitätsabnahme“ von der Bauleitung gibt, unter anderem, weil damit eventuelle Ungenauigkeiten, wenn sie sich trotz aller Bemühung doch ergeben haben, in die weitere Planung mit aufgenommen und kompensiert werden können.

Besonders  beeindruckend ist es für mich, zu erleben, wie viele Arbeitsgänge getan werden müsse, um ein Stück Material in ein Bauelement zu verwandeln; nicht nur bei uns und dem KUKUmobil, auch ganz allgemein in der Werkstatt, denn auch da bekomme ich mit der Zeit eine genauere Vorstellung davon, was es bedeutet, ein maßgeschneidertes Möbel zu bauen.

Es überrascht mich, dass es mich so sehr überrascht, denn letztendlich ist es genau das, was ich all denen immer erkläre, die bei mir etwas von der Bildwirkerei lernen wollen, d.h. letztendlich geht es um die Essenz eines jeden Handwerks, unabhängig vom Material, mit dem man je nach Gewerk zu tun hat: es geht um Sorgfalt in der Planung, in der Ausführung jedes einzelnen Schrittes, auch der „unsichtbaren“, die im fertigen Teil zwar nicht mehr wahrnehmbar sind, außer für das geübte Auge, die aber unentbehrlich sind für die Gesamtwirkung des Produkts am Ende des Arbeitsprozesses.

Genau damit sind auch wir weiterhin beschäftigt: mit dem Anhänger und mit der Vorbereitung der Balken für die Bodenstruktur und für das Ständerwerk der KUKUmobil-Wände.

 

DER ANHÄNGER

Ersteres liegt vor allem in Gudruns Händen, denn da kommen Fräser, Schleifer, Schraubzwingen und Silikonkleber zum Einsatz. All das immer ab 17 Uhr, denn der Anhänger, das ist ein Fakt, der steht in der prallen Sonne und heizt sich so auf, dass ich den Verdacht habe, wir könnten Spiegeleier auf ihm zubereiten.

Die Original-Bodenplatte des Anhängers, die im Metallrahmen lag, wurde durch die Unterboden-Dämmung angehoben. Um die Kältebrücke zu unterbrechen haben wir auch den Metallrahmen des Anhängers mit Dämmmaterial abdeckt und einen entsprechenden Streifen aus Siebdruckplattenmaterial angesetzt. Insgesamt haben wir dadurch eine vollkommen gedämmte Auflagefläche für den Aufbau von 2,20 m Breite geschaffen. Bei gutem Wetter und langer Standzeit kann der Anhänger hervorgeholt und als Terrasse genutzt werden. Die Außenkante der Bodenplatte wird abgerundet.
Gudrun fräst die Ansatznaht zwischen der Original-Bodenpatte und dem Ansatzstreifen ein, um die Silikonnaht besser aufzutragen. Die gesamte Konstruktion soll so dicht sein, dass weder  Spritzwasser von unten noch Regenwasser von oben eindringen kann. Überstehendes Silikon haben wir abgeschliffen. Die gesamte Fläche wird zum Abschluß gebeizt und geölt.
Als zusätzliche  Anti-Rutsch-Sicherung haben wir uns entschieden, an den Längsseiten der Plattform, dort, wo die Douglasfichtenbalken der Bodenkonstruktion aufliegen, Gummistreifen anzubringen. Sie liegen eingelassen in einer eingefrästen Vertiefung.
Vor dem Beizen und Ölen wird noch einmal genau geprüft, ob an irgendeiner Stelle mit Silikon nachgearbeitet werden muss. Silikon mag es nicht, wenn es zu heiß ist. Das macht mir dieses ansonsten eher unangenehme Material fast sympathisch. Da kann es manchmal auch etwas später werden.
Gut, dass Handys auch als Taschenlampe benutzt werden können, und noch besser, dass sowohl die Ausdauer als auch das Verständnis aller Beteiligten groß genug sind.
Jetzt fehlt nur noch das Beizen der Bodenplatte _ in Wotan-Türkisblau _ und das Einölen. Fast hätten wir es geschafft, dann kam der Regen und es konnte nicht sein.
Wenn das Wetter mitspielt, dann wird es am Sonntag dazu kommen und DANN ist die Arbeit am Anhänger tatsächlich abgeschlossen. Das schreit förmlich danach gefeiert zu werden!!!!

DIE BODENSTRUKTUR

Zeitgleich zu der Arbeit am Anhänger haben wir die Balken für die Bodenstruktur vorbereitet. Insgesamt besteht sie aus einem Rahmen aus Douglasfichte, zwei Querbalken aus dem gleichen Material, sowie 5 weiteren Quer- und einem mittig eingeplanten Längsbaken aus Fichte.

Hier war und bin ich am werkeln, mit Japansäge und Stemmeisen. Ab und an kommt Gudrun dazu, um bestimmte Arbeitsschritte zu übernehmen, die Erfahrung oder den Einsatz einer Maschine erfordern:

1. Unten ist da, wo die Nut ist.
Die Balkenstruktur trägt als erste Schicht Bodenplatten aus Siebdruck. Dazu hat Gudrun an den Balkenunterseiten eine Nut eingefräst, in die die Platten eingelassen werden, wenn wir die einzelnen Teile zusammensetzen, die natürlich GENAU passen werden, weil wir so gründlich gearbeitet haben. 🙂

2. Passt!
Alle Balken haben wir an den vorgesehenen Stellen mit Aussparungen versehen, bzw. an den Enden die entsprechenden Zapfen gesägt, um sie so zusammenzusetzen, dass sie sicher und solide sitzen und alle Kräfte aushalten, die auf sie einwirken werden. Zwischendurch haben wir immer mal wieder die Probe aufs Exempel gemacht und uns jedesmal gefreut, wie die Schneeköniginnen, wenn es gepasst hat, OHNE Wackeln und OHNE Luft.

 

3. Mattkesche Verbindung
Besondere Gedanken hat Gudrun sich über die Eckverbindungen der Rahmenstruktur gemacht. Sie wollte vermeiden, dass an den Ecken Hirnholz steht, weil gerade dort Feuchtigkeit gut eindringen könnte, was wir ja auf alle Fälle vermeiden wollen. Also ein Gehrungsschnitt? Aber dann schaffen wir es nicht wirklich, die Balken in einer so gut sitzenden Holzverbindung zusammenzubringen, wie es bei einer Überblattung der Fall wäre. ALSO: Halbe-Halbe.

Es gibt dafür tatsächlich einen Namen: Verdecktes Eckblatt. Ich habe mal im Internet gesucht. HIER gibt es sage und schreibe über 34 Holzverbindungen, und da sind die japanischen wahrscheinlich gar nicht mit dabei. Ich finde trotzdem, Mattkesche Verbindung klingt gut.

HELFENDE HÄNDE

Tja, und wenn wir sicher sind, dass alles zusammenpasst, dann nehmen wir es wieder auseinander und schleifen jeden Balken ab, um ihn dann mit Leinöl zu behandeln. Erst dann ist er bereit, seinen Platz im Gesamtgefüge einzunehmen. Da sind helfende Hände besonders willkommen:

DAS STÄNDERWERK

Als nächster Bauabschnitt steht neben der Fertigstellung des Bodens das Ständerwerk an. Da wartet noch die ein oder andere Stemmarbeit auf uns. Aber davon werde ich im nächsten Beitrag berichten.

Ich weiss, wir alle dursten mit, mit den Bäumen, den Gräsern, den Flüssen und Seen; die schon so lang andauernde Hitze hat längst ihren Reiz verloren, selbst für die eingefleischten Sonnenanbeter:innen. Alle warten wir auf Kühle und auf Regen.

„Nunca llueve a gusto de todos“, wie man im Spanischen so schön sagt. Auch wenn damit eher gemeint ist, dass man es selten allen recht machen kann, hat es in unserem Baukontext eine wortwörtliche Bedeutung.

JA zum Regen, aber bitte nachts und wenn doch tagsüber, dann eher mittwochs und donnerstags. 🙂

 

 

 

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berlin _ 956 _ KUKUmobil

Foto der Tages II

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berlin _ 955 _ KUKUmobil

Foto des Tages I

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berlin _ 954 _ KUKUmobil

 

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usedom _ 953 _ ostseebad

HITZEFREI

Gut, Herrinnen zu sein, über unser Leben und unsere Arbeit!! Dazu gehört auch, wenn das Wetter es so will – und das wollte es definitiv so an jenem Donnerstag – uns gegenseitig hitzefrei geben zu können.

Dass der Faden sich dann weiterspinnt und uns zu einem Spontanausflug nach Usedom führt, obwohl eigentlich nur ein kleiner morgendlicher Abstecher nach Wandlitz geplant war, das liegt wohl daran, dass Gudrun, für die die Ostsee seit sie denken kann ihre zweite Badewanne ist, es nicht länger aushalten konnte mit jemandem zu bauen, der noch nie in der Ostsee gebadet hat und diesen Missstand so schnell als möglich beseitigen wollte; und dass ich mich gerne hab „entführen“ lassen.

 

Fotos: Gudrun Mattke

Also ging es einfach immer geradeaus, ab nach Usedom, Insel. Vorbei an der Polderlandschaft im Peenetal, die wir auf der Hin- und auf der Rückfahrt bestaunt haben. Auf der Hinfahrt voller Überraschung vom Auto aus, auf der Rückfahrt mit 15 sorgfältig um Hosensaum und Sandalenriemchen platzierten Mückenstichen.

Usedom _ Insel _  hat mich bezaubert. Wahrscheinlich hatte ich mit Ostsee eine platte norddeutsche Landschaft verbunden, was ich an sich nicht negativ finde, eher angenehm unaufgeregt. Mich dann in einer hügeligen, waldigen Umgebung wiederzufinden, an einem Strand mit feinem, hellem Sand, einem ruhigen Meer und beschilften Uferstreifen, die eher nach „See“ als nach „Meer“ aussehen, hat mich überrascht.

Foto: Gudrun Mattke

 

Ich denke mal, dass in diesem Sommer, mit der großen Hitze und dem 9 Euro Ticket, der Strand noch voller ist, als gewöhnlich. Und gerade an dem Abschnitt, an dem wir waren, also an den drei Hauptbadeorten, hat sich gefühlt die halbe Welt getummelt.

Trotz des Andrangs  gab es noch ein freies Plätzchen für uns, unser Bad im Meer UND ein kleines Strandlabyrinth, ohne das diese erste Begegnung mit der Ostsee unmöglich bleiben konnte.

Fotos: Gudrun Mattke

Zum Abschluss des Tages sind wir noch etwas über die Insel gefahren und haben einen kleinen Ort gesucht, an dem wir den letzten Rest Proviant verspeisen konnten. Den wieder nach Berlin zu chauffieren wäre schierer Wahnsinn gewesen, dachten wir. Gedacht, getan.

Fotos: Gudrun Mattke

Übrigens, falls ihr euch wundert, dass es jetzt immer mal wieder das ein oder andere Foto gibt, auf dem ich zu sehen bin, dann liegt es daran, dass Gudrun mit ihrem Handy ebenso schnell zur Hand ist, wie ich mit meiner Kamera. Eigentlich ist es meinem Wesen ja nicht so eigen, VOR der Kamera zu stehen, und es ist für mich durchaus gewöhnungsbedürftig, aber ich muss gestehen, dass es ab und an schön ist, ein Foto von sich selbst zu haben. 😉

Es war ein wunderbarer Tag. DANKE, liebe Gudrun.

Im Nachgang habe ich übrigens den Unterschied gelernt zwischen Ostsee-Strandkörben und Nordsee-Strandkörben. 🙂

Wikipedia dixit: „Unterschieden wird vor allem zwischen einer Ostseeform mit abgerundeten, geschwungenen Seitenteilen und einer gebogenen Haube und einer Nordseeform mit geraden Seiten und kantig wirkendem Oberteil. In der Regel handelt es sich bei beiden Bauweisen um Halblieger, die bis zu einem Winkel von 55 Grad nach hinten verstellt werden können. Nordseekörbe gibt es manchmal auch als Liegermodelle, die sich bis zu 90 Grad absenken lassen. Eine Weiterentwicklung ist der Syltkorb, dessen Haube man über einen mechanisch aufwändigen Federzug stufenlos bewegen kann. Da der Ostseekorb als klassische Form gilt und gefälliger wirkt, ist er weiter verbreitet, doch findet man an den Stränden von Nord- und Ostsee jeweils beide Formen. Seltener und teilweise mit Kultstatus bedacht sind Strandkörbe in der Bauweise der DDR-Produktion. Sie sind nicht geflochten, vielmehr bestehen ihre Hauben aus gebogenen Phenolharzplatten und ihre Seitenteile aus ebenen Spanplatten, was ihnen in einem Wortspiel die Bezeichnung Typ Platte einbrachte. Von diesen gelten die durch die PGH Bau in Rehna hergestellten Rehnaer, die vollständig zerlegbar sind, als besonders ausgeklügelt. Aufgrund ihrer Herkunft findet man sie vor allem an den Stränden Mecklenburg-Vorpommerns.“

Jetzt, wo ich das weiss, werde ich mit ganz anderen Augen auf diese Möbel in der Landschaft schauen. (https://de.wikipedia.org/wiki/Strandkorb)

 

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berlin _ 952 _ textil

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es stimmt, dass man aufhören soll, wenn es am schönsten ist. Tatsache ist: es ist gerade richtig schön in den VHS-Kursen. Tatsache ist aber auch, dass es mir mit dem Beginn der Reise durch Europa zu Beginn des kommenden Jahres und den Probefahrten im kommenden Herbst einfach nicht mehr möglich sein wird, die Verbindlichkeit eines VHS-Kurses zu erfüllen.

Das war er also, der LETZTE. Einige der Kursteilnehmenden aus der Runde davor kamen noch bevor die regulären Teilnehmerinnen eintrafen, um ihre Arbeiten abzuschließen und die ausgeliehenen Rahmen zurückzugeben. Das hatte schon etwas von ENDGÜLTIGKEIT.

Schön, die Arbeiten zu sehen, die unvollendet aus dem Kurs gewandert sind, und dann zurückkommen und sich „vorstellen“, in all ihrer Unterschiedlichkeit. Die kleine Landschaft mit der Tiefenwirkung und die geometrische Komposition mit der Überlagerung der Formen und der Transparenz sind zwei schöne Beispiele, wie es unterschiedlicher und schöner nicht sein könnte.

Danke Luzie und Doris, für eure Verbindlichkeit und eure Begeisterung. Vielleicht sehen wir uns ja irgendwann noch einmal wieder. Ich denke euch webend an euren Webrahmen,  und dabei die Welt und das Leben mit all ihren Herausvorderungen und Unerfreulichkeiten für eine  kleine Weile ausblendend und euch erfreuend an dem, was langsam vor euch auf der Kette entsteht.

SCHÖN auch, weil der Kurs voll war. Eine ausgewogene Mischung von neuen und alten „Häsinnen“ (das klingt komisch. Weibliche Hasen werden auch „Zibbe“ genannt, das klingt in meinen Ohren aber noch seltsamer, oder?). Also es gab eben Neulinge: Astrid, Carmen und Luise, die sich das erste Mal am Webrahmen ausprobiert haben, und Deisy, Angela, Steffi und Isabelle, die schon einmal dabei gewesen waren. Allen danke ich für das schöne Wochenende, die Zeit, das Interesse und die Konzentration, mit der sie bei der Sache waren. Ich hoffe, ihnen ein klein wenig von der Liebe zur Bildwirkerei mit auf den Weg gegeben zu haben.

Mich erfüllt Wehmut, bei dem Gedanken, dass es bis zum nächsten Kurs, irgendwo auf Reisen durch Europa, in einem fernen Land, an einem unbekannten Ort eine Weile dauern kann. Ich habe in den vergangenen Jahren gemerkt, wie sehr mir die Weitergabe meines Wissens und meiner Begeisterung am Herzen liegt. Nun, es werden sich Gelegenheiten finden, da bin ich mir sicher. Und irgendwann komme ich ja auch nach Berlin zurück.

Also Schluss mit Jammern und ein letzter Blick in die Runde, um zu zeigen, was alles so passieren kann, während eines Wochenendkurses in Bildwirkerei:

1 _

Diese kleine, klare, charmante Bildwirkerei wurde aus Baumwolle gewebt. Ein bezauberndes Spiel aus einfachen Formen, die sich zu einer schönen Komposition zusammenfügen.

2 _

Erste Bildwirkerei und gleich eine der Formen, die für Weberinnen immer wieder eine Herausforderung darstellen: Der Kreis. Den Rhythmus der Abnahme zu verstehen und darauf zu achten, dass sie symmetrisch geschieht, ist vor allem eine Konzentrationsfrage. Dabei die gleichmäßige Spannung zu bewahren ist gar nicht so einfach, auch wenn es so aussieht. Die zweite Kreishälfte wird in Baumwolle gewebt. Ich bin sehr gespannt,.

3 _

Im Gegensatz zu dieser runden Komposition, eine rechteckige. Auch hier kommt eine reduzierte Farbpalette zum Einsatz. Nach dem wärmenden Gelb ein kühlendes Blau. Es war schön, zwischen den beiden Webrahmen hin und her zu wandern. Was man sehr klar sehen kann, ist der Effekt der Überlagerung. Was auf den Fotos leider nicht so deutlich zu erkennen ist, ist die Art der Verbindung an den langen Vertikalen, die gerade deshalb nicht zu sehen ist, weil sie perfekt ausgeführt wurde.

4 _

Dieser wunderschöne Baum, der uns von den Farben her an einen Gingko erinnert, ist der Nationalbaum Venezuelas, ein Araguaney. Er ist über zwei Wochenenden auf dem Webrahmen entstanden. Den Verlauf der Äste festzulegen und gleichzeitig eine schöne Form der Baumkrone zu modellieren UND die Farbabstufung innerhalb der Krone anzulegen war gar nicht so einfach, vor allem, wen man bedenkt, dass es die erste Bildwirkerei war. Da ist Ruhe und Konzentration  angesagt. Aber das Ergebnis zeigt, dass es geht, und dass es sich gelohnt hat.

5 _

Eine andere Option mehrerer Kurswochenenden hintereinander besteht darin, sich mit unterschiedlichen Themenfeldern in kleinen Übungsstücken zu beschäftigen. Material, geometrische Formen, Farbverläufe, Verbindungstechniken in der Vertikalen, das alles sind Bereiche mit unzähligen Möglichkeiten, die alle anders wirken und alle interessant sind. Wichtig ist, zu entscheiden, welche davon für das jeweils zu webende Bild am SINNVOLLSTEN ist, in Ausführung und Wirkung.

6_

Manchmal, vor allem dann, wenn der Webrahmen der eigene ist und der Großteil der Arbeit zuhause weitergeführt wird, geht es darum, eine Webvorlage zu besprechen und Entscheidungen zu treffen, zum Material, zu der Zusammenstellung des Arbeitsfadens, zur Farbpalette, der Wirkung, die erzielt werden soll, der Techniken, mit der, wie hier, den Farbverlauf und die Tiefenwirkung erzielt werden sollen.

7_

Wenn man dann schon eine Weile dabei ist, reizen die Herausforderungen natürlich enorm. Innerhalb einer Arbeit das Material zu wechseln, ist solch eine Herausforderung. Dann auch noch eins zu wählen, dass nicht gerade einfach zu verarbeiten ist, sondern eher etwas störrisch, wie es Metallfäden nun mal sind, macht es nicht einfacher. Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert sein kann.

Nicht kompliziert genug? Dann noch ein paar Buchstaben, und die in der Rundung anlegen, damit sich die Steigung der Linien von Buchstabe zu Buchstabe verändert. Das klingt nach Mut, Geduld, gutem Auge, und großer Fingerfertigkeit.

Ganz fertig ist er nicht geworden in den zwei Tagen. Ich bin gespannt auf das Ergebnis. Für die Dicke der Kette, die unsere „Arbeitseinheit“ vorgibt und damit die Dicke der Linien und die Deutlichkeit der „Stufen“ bei den runden Formen, ist diese Komposition eine echt große Herausforderung.

Mir bleibt jetzt nur noch, auf die Fotos der fertigen Arbeiten zu warten und mich zu bedanken, bei Frau Eiffler von der VHS Pankow, der ich die erste Möglichkeit eines VHS-Kurses und eine Ausstellung zu verdanken habe, bei Frau Kugge, von der VHS Tempelhof-Schöneberg, für die gute Zusammenarbeit über die mehreren Semester, die inzwischen zusammengekommen sind; und natürlich bei allen TeilnehmerINNEN _  es war tatsächlich LEIDER kein einziger Mann dabei_  die sich für die Bildwirkerei interessiert haben und sich auf solch ein intensives Abenteuer eingelassen haben.

Ich kann nur hoffen, dass alle am Ende das Gefühl gehabt haben, es hat sich gelohnt. Ich habe sehr viel gelernt, darüber wie unterschiedlich die Zugänge zu ein und demselben Kosmos sein können, wie intensiv es sein kann, diesen Kosmos gemeinsam zu erkunden, und wie verschieden die Ergebnisse sind, mit denen man ihn verläßt.

Wer an Bildwirkerei interessiert ist, an der Entwicklung der KUKUmobils, das mich so intensiv beschäftigt, und des Vorhabens meiner Europareise, der findet hier in diesem Blog immer wieder Information dazu. Ihr seid alle herzlich eingeladen, auch jetzt schon, zu der Abschiedsfeier, wenn die Große Reise tatsächlich beginnt.

 

 

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berlin _ 951 _ fundstück

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usedom _ 950 _ fundstück

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usedom _ 949 _ labyrinth

Sommerlabyrinth II

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wuppertal _ 948 _ zitat

Vor ein paar Wochen war ich für ein paar Tage bei einer Freundin in Wuppertal zu Besuch. An einem der entspannten Abende sind wir irgendwie vor dem Fernseher hängen geblieben und haben „Wem die Stunde schlägt“ geschaut.

WEM DIE STUNDE SCHLÄGT / For whom the bell tolls USA 1943 / Sam Wood INGRID BERGMAN (Maria), GARY COOPER (Robert Jordan), For whom the bell tolls , 1943. Regie: Sam Wood aka. For whom the bell tolls / WEM DIE STUNDE SCHLÄGT USA 1943 Copyright: KPA !AUFNAHMEDATUM GESCHÄTZT!

 

Ich gehöre nicht unbedingt zu den Hemingway-Fans. Aber ja: „Der alte Mann und das Meer“ habe ich gelesen UND gesehen, seine in Spanien verorteten Texte und seine Rolle als Kriegsberichterstatter im Spanischen Bürgerkrieg sind in irgendeiner Bemerkung, in irgendeinem Gespräch immer mal wieder aufgetaucht. Mehr nicht.

Also saß ich da und schaute mir einen heldenhaften Gary Cooper, eine junge ihm vollkommen ergebene Ingrid Bergmann und eine „hemdsärmelige“ Katina Paxinou an, dazu eine Horde von Widerstandskämpfern, die eher an mexikanische Bandoleros erinnerten, alles zusammen in einer seltsam anmutenden Mischung aus Stummfilm und Kammerspiel….. Naja…..

Und weil das Ganze eben so seltsam anmutete, fingen wir an, im Internet zu wandern, kamen vom Höcksken auf’s Stöcksken und landeten vollkommen begeistert bei dem Gedicht von John Donne, dem Hemingway den Titel entliehen hat, ein so ungemein aktuelles Gedicht aus dem Jahre 1624:

 

No man is an island,
Entire of itself.
Each is a piece of the continent,
A part of the main.

If a clod be washed away by the sea,
Europe is the less.
As well as if a promontory were.
As well as if a manor of thine own
Or of thine friend’s were.

Each man’s death diminishes me,
For I am involved in mankind.
Therefore, send not to know
For whom the bell tolls,
It tolls for thee.

Kein Mensch ist eine Insel,
ganz für sich allein;
jeder Mensch ist ein Stück des Kontinents,
ein Teil des Ganzen.

Wenn eine Scholle ins Meer gespült wird,
wird Europa weniger,
genauso als wenn’s eine Landzunge wäre,
oder das Haus deines Freundes oder dein eigenes.

Jedermanns Tod macht mich geringer,
denn ich bin verstrickt in das Schicksal aller;
und darum verlange nie zu wissen,
wem die Stunde schlägt;
sie schlägt für dich.

 

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berlin _ 947 _ KUKUmobil

Ich habe mich bisher nie intensiv mit der „Dragon-Dreaming“ -Methode auseinandergesetzt, was daran liegt, dass ich allgemein nicht dazu neige, mich mit Theorien auseinanderzusetzen. Hie rund da hat sie meinen Weg gekreuzt, vielleicht mich auch mal über einen bestimmten Abschnitt begleitet, dann aber immer deshalb, weil es einen oder mehrere Menschen gab, die dafür Sorge getragen haben, und ich habe mich darauf eingelassen.  Weiter ist es nicht gekommen. Ich habe den theoretischen Ansatz nicht in mein Leben integriert.

Trotzdem hat es sich eingeschlichen, vielleicht durch die „Hintertür“. Das Leben hat mich gelehrt, dass die Fähigkeit zu träumen enorm wichtig ist (das kann ich auch ganz gut); dass die Träume, um Wirklichkeit zu werden, eine Planungsphase durchlaufen sollten (da bin ich eher nicht so taff und empfinde es als große Unterstützung, Menschen mit Planungskraft an meiner Seite zu haben); dass zumindest viele meiner Träume die Unterstützung anderer Menschen brauchen (weil meine Träume fast immer in, mit und für die Gemeinschaft geträumt sind), und dass das Feiern ebenso wichtig ist, wie das Träumen, weil an diesen beiden Punkten genau die Energie generiert wird, die für das Planen und Handeln wichtig und notwendig ist.

 

Und weil das Leben mich dies gelehrt hat und ich eine aufmerksame Schülerin bin,  gibt es diese vier Momente auch im KUKUmobil-Bau, mal in größeren, mal in kleineren Kreisen. Am vergangenen Freitag war das Feiern angesagt. Wir haben den ersten großen Bauabschnitt, die Vorbereitung der Plattform, fast abgeschlossen. Welcher Grund könnte besser sein…..

Und weil Kreise keinen Anfang und kein Ende haben, geht es nach dem Feiern mit dem Träumen gleich weiter…..

 

Die erste Nacht auf dem Anhänger war kurz, aber sie war.

 

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berlin _ 946 _ KUKUmobil

DAS BAUTAGEBUCH

Vorwort

Vor drei Wochen haben wir mit dem Bau begonnen, mit etwas Verspätung und in kleinerer Besetzung als eigentlich geplant. Ich hatte mir fest vorgenommen, ein Tagebuch zu führen, für all jene, die neugierig sind, aber nicht vor Ort mit dabei sein können; für mich, um Momente, Gedanken, Erlebtes festzuhalten; für die Zukunft, um die Vergangenheit besser erinnern zu können.

Tja, dann kam alles etwas anders. Leben halt!! Ursprünglich war es natürlich schon so gedacht, dass ich relativ oft auf der Baustelle sein würde. Schließlich sollte mein Bezug zum KUKUmobil so eng wie möglich sein, auch auf der praktischen Ebene; und ich wollte den Prozess begleiten, so nah und intensiv es irgendwie ging. Aber ich bin mir auch meiner Grenzen bewusst, sowohl was meine Kenntnisse und Fertigkeiten im Holzbau angeht, die sich auf den Bau einiger Hängekonstruktionen für meine Bildwirkereien, einige Hochbetten und Regale aus Latten und Brettern beschränken, als auch was meine Körperkraft betrifft, die zwar ausreicht, um stundenlang am Webstuhl zu sitzen, aber nicht unbedingt, um schwere Werkzeuge zu handhaben oder Gewichte zu bewegen.  Das, was ich mit dem Wort „Selbstbau“ assoziiere, scheint mir für mich ein großes Wort, von dem ich weiß, dass ich es nie werde ausfüllen können.

Ich versuche, die durch den Ausfall einer der Baufrauen entstandene Lücke so gut wie möglich zu füllen. Viel mehr als Handlangerei kann nicht dabei herauskommen. An den Maschinen, die uns zur Verfügung stehen, kann ich niemanden ersetzen. Aber ich bin jeden Tag auf der Baustelle und sofern der Bauablauf es zulässt, kommt es jetzt doch dazu, dass einiges mit der Hand getan wird, was auch mit Maschinenkraft und -präzision getan werden könnte.

Vor vielen Monaten hatte ich mal gesagt, ich würde mein KUKUmobil gerne mit der Japansäge bauen. Das klingt ungefähr so, wie den Rasen hinterm Haus mit der Schere schneiden. Zu meinem Geburtstag im vergangenen Jahr bekam ich dann von einem Freund eine Japansäge geschenkt. Wer hätte gedacht, dass sie so intensiv zum Einsatz kommen würde.

Ich genieße die damit einhergehende Intensität in der Auseinandersetzung mit dem Material und auch das Konzept der Ursprünglichkeit handwerklicher Holzverbindungen. Wie konsequent wir das durchhalten können, wir sich zeigen.

MAI 2022 _ Vorbereitungen

Die allerersten Arbeiten fanden schon im Mai statt. Hier sei noch einmal daran erinnert. Kai hatte das Material für die Fassade gebracht, das ja schon über ein Jahr lang bei ihm im hohen Norden eingelagert war, und Konrad den Gasbrenner. Wir hatten uns dazu entschieden, das Holz abzuflammen, um es so schädlings- und  wetterfest zu machen. Auch, um die altersbedingte Versilberung des Kiefernholzes, die ich so unglaublich schön finde, etwas zu beschleunigen.

JULI 2022 _ Erster Baumonat

1. Der Bauort am Weißensee

Es gilt sich einzurichten, an unserem Bauort. Die Stimmung ist gut, das Wetter fast „zu“. In der Vorplanung hatten wir angesichts der Baustelle unter freiem Himmel mit“schlechtem Wetter“  immer nur Regen assoziiert. Das es auch ein „zu viel“ an Sonne  sein könnte,  das würden wir bald merken.

Auch eine gewisse Routine gilt es zu etablieren: im Umgang mit Werkzeug und Maschinen, aber auch mit Räumen, Zeiten und vor allem natürlich mit den anderen Nutzern der Gemeinschaftswerkstatt… Und das bereits gelieferte Material ist gut einzulagern.

Eine der ersten Arbeiten besteht darin, die lagen Kieferholzbalken zurecht zu schneiden, um sie aus dem Weg und unter die Plane zu bringen, unter der sie vor möglichen Regenschauern geschützt auf ihre Verwendung warten können. Sie werden die Quer- und Längsträgerbalken für das KUKUmobil. Aber bis es so weit ist, gibt es noch eine Menge anderer Arbeiten zu tun.

 

2. Der Anhänger

Wie bei fast allen mir bekannten Tinyhäusern ist auch das KUKUmobil als Zuladung gedacht. Das bedeutet, dass nur der Anhänger in den entsprechenden Intervallen durch den TÜV muß, nicht aber das, was sich als Ladung gerade auf ihm befinden mag. Das bedeutet aber auch, dass das KUKUmobil so darauf befestigt sein muß, dass man jederzeit nachweisen kann, es unkompliziert vom Anhänger lösen und gegebenenfalls abladen zu können. Und zwar ohne Einsatz komplizierter Werkzeuge oder Maschinerie. Meist liegt die Lösung hier bei langen Schrauben mit Flügelmuttern und Zurrgurten.

Manche Bauer:innen gehen einen Schritt weiter und konzipieren Anhänger und Aufbau im Wechselbrückenprinzip, was bedeutet, dass der Aufbau angehoben und aufgebockt, und der Anhänger hervorgeholt werden kann, um ihn zum Beispiel als Plattform  zu nutzen. Das wird auch beim KUKUmobil der Fall sein, vor allem in den Monaten mit gutem Wetter und an den Webstationen, an denen abzusehen ist, dass der Aufenthalt dort sich etwas in die Länge ziehen wird.

Gudrun hat diese Frage mit großer Gründlichkeit durchdacht, sowohl den Aspekt der Loslösung und Befestigung des Aufbaus am Anhänger im Stehen und vor allem in Bewegung, als auch die Gewährleistung guter Bewohnbarkeit des KUKUmobils auf seinem mehrjährigen Weg durch Europa.

3. 6 cm „unter Null“

Diese Überlegungen der Beweglichkeit und der Bewohnbarkeit haben uns dazu gebracht, die ursprüngliche Bodenplatte vom Anhänger zu lösen, um eine Extraschicht Dämmmaterial anzubringen und die metallene Anhängerstruktur vollkommen vom Holz zu trennen.

Wir wußten, dass es eine friemelige Arbeit werden würde, aber ich  bin mir nicht sicher, ob wir uns bewußt waren, WIE friemelig sie tatsächlich sein würde. Mich tröstet der Gedanke, dass ich irgendwann mal mit dem KUKUmobil in der kalten Weite Finnlands stehen und froh sein werde, diese verdoppelte Dämmschicht unter mir zu wissen. Also übe ich mich in Geduld. Und so sehr ich mich auch danach sehne „in die Höhe“ zu gehen, tu ich mein Bestes bei diese Maßschneiderei.

Wir haben in das Originalgerüst des Anhängers einen neuen Boden aus Siebdruckplatten eingelegt. Sie sind mit Aluklebeband verklebt und liegen im Rahmen und auf der Mittelachse auf.

 

Die bleibenden Spalten, die Stoßkanten zwischen Holz und Metall füllen wir mit Fugenmasse für den Bootsbau aus. Wichtig ist es, das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern.

Dieser Boden aus Siebdruckplatten wird den Dämmstoff tragen, den wir passgerecht zuschneiden. Und wenn ich „passgerecht“ sage, dann meine ich es auch so. Jedes Eckchen, jede Erhöhung muss berücksichtigt werden. An manchen Stellen sind es Milimeter, die entscheiden, ob alle passt, oder eben nicht. Ich hab so feine Scheibchen von dem Zeug gesäbelt, dass ich mich an die vielen Male erinnert habe, die ich bewundernd zugeschaut habe, wie jemand gekonnt von einem Schinken hauchdünne Scheibchen abgeschnitten hat. Eine Kunst.

 

Es ist kein besonders angenehmes Material in der Verarbeitung, zumindest in der Maßschneiderei, wie wir sie in diesem Fall tun. Und es ist auch nicht ökologisch, da haben wir Abstriche gemacht. Manchmal geht es nicht ohne den Blick aufs Budget. Die hohe Effizienz wird es rechtfertigen, so hoffen wir.

 

Diese Dämmstoffschicht liegt gut eingepasst und halb versenkt zwischen dem Metallrahmen des Anhängers. Zusätzlich  wird sie durch einen Holzrahmen gehalten.

 

Was jetzt noch zu tun ist, um die Vorbereitung des Anhängers abzuschließen, ist die Entkopplung von Metallflächen (Rahmen des Anhängers) und Holz (Bodenkonstruktion des Aufbaus). Auf dem umlaufenden Metallrahmen verlegen wir  eine dünne (4 cm) Schicht Dämmstoff. Der Bereich wird durch Streifen Siebdruckplatte abgedeckt.

 

Gudrun hat einige Tage daran gebastelt, denn so einfach sich das auch anhört, gerade bei diesem Rahmen mußten viele Besonderheiten der Anhängerkonstruktion berücksichtigt werden, die Bügel für die spätere Verzurrung ausgespart werden, etc. Das war und ist eine Herausforderung und auf alle Fälle ein großer Zeitaufwand.

Hätte ich vor fast drei Jahren, als ich den Anhänger gekauft habe, schon die jetzige Bausituation des KUKUmobils vorausgesehen, wäre es vielleicht sinnvoller gewesen, einen anderen Anhängertyp zu kaufen, oder zumindest einen ohne Bodenplatte. Damals schien es sinnvoll. Wenn das Budget nicht so eng geknüpft wäre, hätte man auch einfach eine eine Siebdruckplatte in Sondergröße kaufen können, die dann in einem Stück die gesamte Breite und Länge des Anhängers, einschließlich umlaufenden Metallrahmen, abgedeckt hätte. Aber das wollten und konnten wir nicht. Jetzt haben wir es fast geschafft. Und es sieht gut aus, so wie es ist.

Es gibt auch schon Ideen für die Zukunft: Irgendwann, in einem lieblichen Sommer, wenn das KUKUmobil mal für eine längere Weile irgendwo steht und Gudrun Zeit und Lust hat, wollen wir in die Siebdruckbodenplatte der „Terrasse“ein Muster schnitzen. Vor Kurzem habe ich das Foto einer Arbeit der spanischen Künstlerin Selva Aparicio gesehen (weiter unten das Foto). Ich kannte sie nicht, aber sie hatte einen Teppich in einen Eichendielenboden geschnitzt. Sah toll aus. Ich könnte mir gut vorstellen, ausgehend von dem Muster des geknüpften Teppichs, den meine Mutter vor einigen Jahrzehnten in der Türkei gekauft hat, einen Entwurf auszuarbeiten. Den Teppich selbst kann und werde ich auf meiner Reise nicht mitnehmen, aber so könnte eine Erinnerung an ihn mich begleiten. Das fänd ich spannend. Aber zurück zum JETZT.

 

4. Der Aufbau

Während Gudrun am Rahmen gebastelt hat, gesägt, geleimt, gefräst und geschliffen, habe ich die Japansäge geschwungen und die ersten Vorbereitungen für den Bodenaufbau in Angriff genommen. Dazu gehörte, die 13 m langen Balken aus Douglasie auf das notwendige Mass zu bringen.

Und auch meine ersten Stemmarbeiten hab ich hinter mir. Gewöhnungsbedürftig für jemanden wie mich, der bisher nie ein Stemmeisen in der Hand hatte. Am ersten Tag habe ich Stemmeisen und Hammer so verkrampft festgehalten, dass selbst meine Hand, die sonst recht kräftig zupacken kann, für eine Pause dankbar war. Mein schwaches Handgelenk, das mir schon im Tennisunterricht zur Schulzeit einen Streich gespielt hat und den Schläger nie über lange Zeit in der richtigen Position halten konnte, hatte auch jetzt Schwierigkeiten, den Hammer zu halten.

Aber gut, dann eben etwas langsamer. Immer wenn es Sinn macht. Denn manchmal ist es wichtiger, einen Weg zu finden, der alle Ressourcen, Kraft, Wissen, Zeit und Raum in das richtige Verhältnis bringt. Ich habe meine ersten Erfahrungen gemacht, aber direkt am entstehenden Bau zu lernen ist nicht immer sinnvoll. Übung macht den Meister, und Übung fehlt mir. Also wird mich auch an dieser Stelle die Maschine immer mal wieder überholen. Das ist schon okay so. Kompromisse sind wichtig. „Eigentlichkeiten“ werden uns immer wieder begegnen.

Es steht nicht in der DNA des KUKUmobils geschrieben, vollkommen ohne Einsatz von Maschinen gefertigt zu werden, so wie es in ihr auch nicht steht, vollkommen aus ökologischen Baumaterialien gefertigt zu werden. Aber wir tun unser Bestes. Unsere Ideale verlieren wir nicht aus dem Auge, und immer da, wo wir dem Leben und der Wirklichkeit etwas in diese Richtung abtrotzen können, werden wir es tun.

Wichtig ist, dass am Ende alles zusammen passt und sich der Weg, für die, die ihn gehen, richtig anfühlt. Bisher tut es beides.

Bis hier der Fortschritt unseres KUKUmobils im ersten Baumonat. Trotz allem, den Änderungen, den Verzögerungen und einem Coronabesuch, der nicht fehlen durfte, sind wir nach wie vor begeistert dabei und genießen das Abenteuer. Die Arbeit in der Werkstatt ist so intensiv, dass ich selbst mein Atelier und den Webstuhl nicht vermisse. Das will was heißen.

Eigentlich träume ich jeden Abend von dem Tag, an dem der Webstuhl das erste Mal im KUKUmobil aufgebaut werden kann.

Wenn ihr neugierig geworden seid, dann schaut doch mal vorbei…. hier, oder besser noch auf der Baustelle. Da wir in einer Gemeinschaftswerkstatt arbeiten, meldet euch bitte VORHER bei Gudrun oder bei mir, über einen Kommentar oder eine Mail an puentetomapeople@gmail.com, damit wir eure Anwesenheit und Mitarbeit gut einplanen können.

Wir sind immer freitags bis dienstags auf der Baustelle und haben uns den Sonntag ab 15 Uhr für Besuche reserviert. WO? Das erfahrt ihr, wenn ihr euch meldet. 🙂

Erzählt es auch gerne weiter….. vielleicht kennt ihr ja sogar jemanden, der das Projekt gerne finanziell unterstützen möchte. Auch das wäre uns eine große Hilfe.

Man sieht, hört und liest sich!!!! Gut Holz!!!!

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berlin _ 945 _ Gedanken

EIGENTLICH…. ich weiss nicht, wie viele Beiträge ich schon mit diesem Wort begonnen habe. Sicherlich nicht wenige. Dabei habe ich heute im Internet gelesen, dass es zu jenen Wörtern gehört, die man „eigentlich“ nicht benutzen sollte, wenn man eine klare und überzeugende Kommunikation anstrebt…. weil diesem Wort, aus einem bestimmten Verständnis heraus, ein Hauch von Unsicherheit anhaftet; etwas Ängstliches oder Kraftloses anhängt, es ein Hintertürchen offen läßt….

Ein Hintertürchen wofür? Wenn ich dieses Wort benutze, ist es immer dann, wenn die Realität abweicht von Planung und Erwartung; wenn Leben sich den Raum nimmt, den es sich manchmal nimmt, unersättlich, irrational, unvorhergesehen…. Ja, Leben schleicht sich oft durch die Hintertür in den Alltag, legt uns kleine Stolpersteine in den Weg oder baut sich breitbeinig hinter uns auf, klopft uns herausfordernd auf die Schulter und zwingt uns, ihm ins Gesicht zu sehen. Manchmal kommt es auch ganz unscheinbar durch diese Tür, um sich in den Schatten zu stellen und uns helfend unter die Arme zu greifen, wohlwollend darum bemüht, uns wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

EIGENTLICH hat, laut Duden, eine fast zwillingshaft doppelte Bedeutung: 1. steht es für: im Prinzip, im Grunde, in Wirklichkeit, in Wahrheit…… oder 2. kennzeichnet es einen meist halbherzigen, nicht überzeugenden Einwand, weist auf eine ursprüngliche, aber schon aufgegebene Absicht hin.

Für mich ist es eins der magischen Wörter, die Brücken bauen. Brücken zwischen der theoretischen Welt absoluter Essenz, des Ursprungs, der Ideen und Ideale, und der realen Welt, die so vieles relativiert in ihrer Komplexität, ihrer Unvorherseh- und -sagbarkeit.

Vielleicht ist dieses Wort deshalb so wichtig für mich, als Wandernde zwischen den Welten. Wenn ich EIGENTLICH benutze, dann also nicht als Abschwächung dessen, was ich will, aus Halbherzigkeit oder sogar Resignation. Wenn ich EIGENTLICH benutze, dann aus Ehrlichkeit und Beharrlichkeit, denn dem Leben und allem was es bedeutet Raum zu bieten führt nicht selten dazu, dass ich mich mit Demut vor ihm verbeuge, um auf meine Zehenspitzen zu schauen, auf das Jetzt und Hier, auf das kleine Fleckchen Raum und Zeit, dass ich auszufüllen vermag mit meinem Sein; und mich mit Dankbarkeit aufzurichten, um in der Rückbesinnung auf dieses Sein den Blick wieder auf dem ruhen zu lassen, was meinem Leben Sinn und Ziel gibt.  Eine Übung der Geschmeidigkeit.

EIGENTLICH wollte ich mit dem Bautagebuch zum KUKUmobil beginnen, jetzt, nach dem ersten Baumonat. Aber das hätte mich ganz vielen meiner mir ureigensten Eigentlichkeiten begonnen. Das fand selbst ich verwirrend. Daher war es mir ein Bedürfnis, diese kleine Gedankenschleife zu knüpfen. Das Tagebuch läuft uns nicht weg. So versteht es sich vielleicht besser.

Denn EIGENTLICH…..

 

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berlin _ 944 _ hier und jetzt

Was wollen wir trinken sieben Tage lang?
Was wollen wir trinken? So ein Durst

Es wird genug für alle sein
Wir trinken zusammen, roll das Fass mal rein
Wir trinken zusammen, nicht allein

Dann wollen wir schaffen, sieben Tage lang
Dann wollen wir schaffen, komm fass an

Und dass wird keine Plagerei
Wir schaffen zusammen sieben Tage lang
Wir schaffen zusammen, nicht allein

Jetzt müssen wir streiten, keiner weiß wie lang
Ja, für ein Leben ohne Zwang

Dann kriegt der Frust uns nicht mehr klein
Wir halten zusammen, keiner kämpft allein
Wir gehen zusammen, nicht allein

Songwriter: Hans Sanders

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berlin _ 943 _ fundstück

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berlin _ 942 _ fundstücke

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berlin _ 941 _ hier und jetzt

An besonderen Tagen im Jahr und an besonderen Orten liegt es nah, dass man sich Gedanken macht, über das hier und jetzt, das früher und das bald ….  und das dann und dort.

Was es bedeutet, den Pfad des Lebens zu gehen, dem Faden zu folgen, der uns durch dieses Labyrinth führt, in das es nur einen Eingang und aus dem es nur einen Ausgang gibt.

Oft nutze ich genau dieses Bild, um mich auf die Reise zu begeben, in mich hinein, durch mich hindurch, die Gedanken und Gefühle, die Wünsche und Ängste, die Erfolge, das Scheitern und die Herausforderungen…….

Diesmal nicht. Diesmal habe ich mir für diesen besonderen Tag und die besondere Übung einen Würfel ausgesucht: 12 x 12 x 12 cm Douglasie, 1042 g, die ich mir geschnitten habe aus einem der Reststücke der Trägerbalken des KUKUmobils.

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Danke Leben, dass ich dich leben darf; DANKE Schicksal, dass du mir wohlgesonnen bist, DANKE Herz und Verstand, dass ihr immer wieder zusammenfindet und Hand in Hand durch diese verrückte Welt wandert; DANKE an alle, die ihr mir begegnet seid und begegnen werdet, für das, was ihr zu geben und zu nehmen bereit seid in diesem immerwährenden Austausch von Lebens-Energien.

 

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berlin _ 940 _ textil

WENN ES ÜBERSCHWAPPT….

Immer öfter kommt es vor, dass Kursteilnehmerinnen den Webrahmen zwischen einem Kursblock und dem nächsten mit nach Hause nehmen, um an ihrem Stück weiterzuarbeiten. Das macht mich glücklich, heisst es doch, dass die Flamme der Leidenschaft ein klein wenig gezündet hat und nicht mehr so sehr auf meinen Atem angewiesen ist; dass die Bildwirkerei nicht nur hinter den vier Wänden des Klassenzimmers stattfindet, sondern an vielen Orten in Berlin zu sehen ist.

Manchmal klappt es nicht gleich beim ersten Mal. Da herrscht noch eine gewisse Unsicherheit. Auch dem Selbstvertrauen in das eben erst Erlernte sollten wir Zeit zum wachsen geben.

Aber wenn es dann einmal da ist, dann braucht es mich nicht mehr, dann bin ich entbehrlich geworden, dann habe ich mein Ziel als Wissensvermittlerin erreicht, dann kann ich nur noch darauf warten, dass wunderbare Arbeiten entstehen, dass vielleicht sogar jemand den dünnen Faden weiterspinnt und zu seinem Lebensfaden macht.

Da ich derzeit fast ausschliesslich auf der KUKUmobil-Baustelle zu finden bin, ist es natürlich toll, wenn  beides sich miteinander verweben kann. Bei Christine und Rosa ist das so, weil beide hier und dort mit dabei waren oder sind.

Meine Freundin Rosa ist extra aus Madrid nach Berlin gekommen, um an einem Bildwirkerei-Kurs teilzunehmen. Wie das Leben manchmal so ist, eben nicht gerade, sondern kurvig, schräg, schlaufig oder sogar vertüddelt. Über 20 Jahre kennen wir uns, aber nie hatte sich die Gelegenheit geboten. Vielleicht, weil wir sie nicht intensiv genug gesucht hatten. Aber jetzt war sie da und wir haben sie zu greifen gewußt.

Da Rosa wieder nach Madrid mußte, blieb ihr nichts anderes übrig, als ihr kleines Werk fertigzustellen.

Und sie hat es geschafft. Sie konnte den Teppich rechtzeitig vor ihrer Abreise aus dem Webrahmen nehmen und schon passte es problemlos ins Handgepäck. Gute Reise!!!!

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berlin _ 939 _ hier und jetzt

Manche Tage sind einfach zu heiss zum arbeiten. Da kann man nur feiern. Ganz davon abgesehen, dass es eh der Gründe mehrere gibt.

Wunderbar, wenn dann die richtigen Menschen am guten Ort sind.

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berlin _ 938 _ textil

Am vergangenen Wochenende fand der erste Sommerkurs Bildwirkerei an der VHS Tempelhof- Schöneberg statt. Diesmal wieder in der Alten Mälzerei, in Lichtenrade.

Ein interessanter Standort, wenn auch etwas weit „draußen“ für all diejenigen, die irgendwo in der Stadtmitte wohnen. Viele der Teilnehmerinnen haben über eine Stunde Anfahrt auf sich genommen. Das weiß ich zu schätzen und macht mich sehr dankbar.

 

Wie auch die Tatsache, dass es immer mehr „Wiederholungstäterinnen“ gibt, die schon zwei oder sogar mehrere Kurse gemacht haben. Ich hoffe sehr, dass der Grund darin liegt, dass es ihnen gefällt und nicht daran, dass ich nicht ausreichend gut erkläre.

 

Dass immer Zeit fehlt, dass wissen wir noch bevor wir uns an den Webrahmen setzen. Das auszuhalten mit Ausdauer und Geduld ist Teil unserer DNA.

Wie immer, sind auch diesmal sehr unterschiedliche Arbeiten entstanden, sehr entspannt, weil fast alle auch den Augustkurs gebucht hatten und wir daher wussten, wir mussten nicht am Sonntag fertig werden.

 

GEOMETRIE

Luzie hat eine kleine geometrische Komposition erdacht, die Diagonalen und Kreis zusammenbringt und Farbabstufungen und Transparenz  kombiniert.

LANDSCHAFT

Kleine Landschaften zu weben ist immer eine sehr dankbare Sache. Die Formen sind sanft und organisch, manchmal kann sogar ganz frei gewebt werden. Hügel, Wiesen, Wasser, Himmel…. all das bietet sich sehr an, auch für solch ein kleines Format, das sich in Richtung Postkarte bewegt.

Doris und Regine haben sich für dieses Themenfeld entschieden und trotzdem sehr unterschiedliche Ansätze gewählt.

FREIE FORMEN

Astrid hat nach der Fertigstellung einer geometrischen Komposition im letzten Kurs diesmal freie Formen gewählt, um den direkten Bezug zur Zeichnung, bzw. Webvorlage noch einmal anders zu erleben. Da es in diesem Fall keine Regel gibt, sondern immer wieder neu entschieden werden muss, wie sich die Farbfeder aufeinander beziehen, ist es eine spannende Arbeit.

NATURFORMEN

Ein gutes und dankbares Motiv findet sich immer in der Natur. Daher ist es nicht verwunderlich, dass immer wieder florale oder tierische Formen auftauchen. Nicht nur, weil sie gut zu weben sind, sondern auch, weil sie uns einen emotionalen Zugang zu der Arbeit am Webrahmen bieten und es uns leichter machen, die notwendige Geduld aufzubringen, und das Gewirkte langsam wachsen zu lassen.

Rosa, Deisy, Annemarie und Dörte haben sich für solche Formen entschieden. So sind ein Fisch, ein Pilz, ein Baum und ein Ast mit Blättern und Blüten im Entstehen begriffen.

Dörte hat schon im vorherigen Kurs eine breitere Kette aufgezogen. Sie arbeitet an einer 20 x 20 cm großen Bildwirkerei.

Mein Dank geht an alle Teilnehmerinnen, die mit solch großem Interesse bei der Sache waren und dafür gesorgt haben, dass die Stimmung so angenehm war und die Gespräche so unterhaltsam.

Im August findet der zweite Sommerkurs statt. Dann werden einige wieder mit dabei sein und ihre Arbeiten fertigstellen. Denjenigen, die sich den Webrahmen mitgenommen haben wünsche ich ein frohes Schaffen. Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse.

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berlin _937 _ bilder des tages

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berlin _ 936

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berlin _ 935

Unglaublich schöne Himmel, die uns dieser Sommer beschert.

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berlin _ 934 _ LOS GEHT

LOS GEHT’S

 

EEEEENNNDDDDDLLLLIIIICCCCHHHHH!!!! Unser erstes Bau-Wochenende steht vor der Tür.

Und ich bin SUPER-aufgeregt. Gudrun hat eine wahnsinnsgute Planung gemacht.  Ohne sie würde das alles nicht gehen. DANKE!!!

Jedes Wochenende werden wir uns mit einem bestimmten Bauabschnitt beschäftigen. Lasst uns hoffen, dass die Lieferketten nicht reißen und das Wetter uns keinen Strich durch die Rechnung macht.

UND: Natürlich freuen wir uns über helfende Hände, auch die linken!!! All hands are welcome, even the left ones!!!!

Um die anstehenden Arbeiten gut einzuteilen und sicherzustellen, dass wir für euch eine spannende Aufgabe haben, meldet euch bitte im Voraus bei uns telefonisch (Andrea: 01776452885) oder per Mail (puentetomapeople@gmail.com oder bis zum Donnerstag des entsprechenden BauWochenendes, um 14 Uhr.

 

Aus versicherungstechnischen Gründen ist es für alle Teilnehmenden erforderlich, die Hausordnung der Baustelle zu lesen, zu unterschreiben und einzuhalten.

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berlin _ 933

Bei 36 Grad in einem muckeligwarmen Atelier mit Wolle zu arbeiten, fällt selbst mir nicht leicht. Da sind Ablenkungen sehr willkommen. Zum Beispiel solche, die einen in eine andere, unbekannte Welt der Liebe und Leidenschaft zu Kunst und Handwerk führen.

In der Werkstatt von Gangolf Ulbricht im Kunstquartier Bethanien ist es deutlich kühler als bei mir. Ich hab mich mit Paola verabredet, die hier in den vergangenen Monaten als Praktikantin einen Einblick in die Kunst des Papierschöpfens tun durfte. Da sie bald nach Frankreich zurückgeht, wollten wir beide diese Gelegenheit nutzen. Sie, um mich teilhaben zu lassen, an dem, was sie gelernt hat; ich, um meiner Neugier freien Lauf zu lassen…..

 

Selbst im Handwerk und in der Kunst unterwegs, weiss ich, wie es sich anfühlt, wenn man Besuch in der Werkstatt hat. Manchmal passt es, manchmal nicht unbedingt; manchmal nerven die Fragen, banal oder nicht, manchmal entstehen spannende Gespräche. Nicht alles kann in der kurzen Zeit erklärt werden, nicht alles will man jedem erklären. Aber immer trägt einen der Wunsch, deutlich zu machen, wie wichtig es ist, das Wissen, das Handwerk und die Kunst zu bewahren, für die man selbst brennt.

 

Es war ein großes Geschenk, diesen Einblick tun zu dürfen in eine mir bis dahin nicht sehr vertraute Welt. Es war eine inspirierende Reise von der Bodenständigkeit der Technik hin zur fast unfassbaren Luftigkeit, die einem Papier inne sein kann.

 

Wer mehr über über die Papierwerkstatt von Gangolf Ulbricht erfahren möchte, die Papiere, die er schöpft, die Kurse, die er gibt, der findet HIER weitere Information.

Ich habe neben der Zeit, der Aufmerksamkeit und den Erklärungen auf meine mehr oder weniger sinnvollen Fragen einen Bogen von diesem unglaublichen Papier geschenkt bekommen, den Paola geschöpft hat. Das „Berlin Tissue“ wiegt nur 2 g/m2. Hergestellt wird es aus den japanischen Fasern Koso und Mitsumata.

Ein Hauch von Papier.

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berlin _ 932 _ empfehlung

#ALL HANDS ON : Flechten

Auch dieses Jahr gab es einen bei mir fast schon zur Tradition gewordenen Besuch des MEK (Museum Europäischer Kulturen) am 21. Juni. Nach zwei Jahren OHNE war es schön, die Fête de la Musique wieder im MIT_einander geniessen zu können.

An diesem besonderen Nachmittag ist der Besuch des Museums kostenlos, also bieten sich die Umbaupausen auf der Bühne zwischen dem einen und anderen musikalischen Beitrag an, einen Blick in die Dauerausstellung, vor allem aber in die jeweilige Themenausstellung zu werfen.

Derzeit, und noch eine geraume Weile, bis 26.05.2024, läuft die Ausstellung  „ALL HANDS ON: Flechten“. Ein spannendes Thema, auch für eine Weberin, denn Weben, Wirken und Flechten sind so nah beieinander, dass nur eine dünne Linie das Eine vom Anderen unterscheidet. Für uns, die wir hier, da oder dort intensiv unterwegs sind, aber immer mal wieder auch gerne in den anderen Bereich hüpfen, der uns vertraut und lieb ist, ist diese Linien vollkommen unerheblich.

Ulises, 2013, in Selaya _Cantabrien _ bei einem Kiepenflechtworkshop

Trotzdem ist das Bemühen um eine Definition, oder das Herausarbeiten der Erkennungs- und somit auch der Unterscheidungsmerkmale interessant.

Wikipedia erklärt uns, dass: Flechten das Verbinden dünner und biegsamer Materialien (Flechtelemente) von Hand oder maschinell durch regelmäßiges Verkreuzen oder Verschlingen zu einem Geflecht(Flechtwerk) ist.

Auf der Suche im Internet bin ich auf die Website der  Flechtkünstlerin Monika Künti gestoßen. Für sie liegt der Unterschied unter anderem darin, dass zur Flechterei kein Gerät, also Webrahmen oder Webstuhl, gebraucht wird. Will sagen:

Geflecht: Eine vollständig von Hand gearbeitete, haltbare zwei-oder dreidimensionale Struktur aus mehr oder weniger geradlinig laufendenden Fadenelementen von begrenzter Länge.

Gewebe: Eine mithilfe von Geräten und Hilfsmitteln gearbeitete, haltbare zweidimensionale Struktur aus geradelinig laufenden Fadenelementen von (fast) beliebiger Länge.

Wie auch immer, und wo auch immer das Eine in das Andere übergehen mag….. die Begegnung mit dieser alten Kulturtechnik, einer der ältesten, auf die wir als Menschheit zurückblicken können, älter wohl noch als die Weberei, da das Flechten ohne Werkzeuge, nur mit den Händen ausgeführt werden konnte und von großem funktionalem Wert war (handgemachte Geflechte, darunter Seile und Körbe, aus Grabstätten im heutigen Peru werden auf 8600 bis 5780 v. Chr. datiert) ist absolut inspirierend.

Es wurden nicht nur Objekte aus unterschiedlichen Verwendungszwecken, Zeiten und Orten zusammengetragen….

Es gibt die erlebbare und begehbare Rauminstallation „Der geflochtene Garten“, nach einem Konzept von Olaf Holzapfel, verwirklicht von den Flechtmeistern Ralf Eggert, Fred Jacob und Klaus Titze……

Es gibt viel Information zu Material und Technik und immer wieder und mit unterschiedlichem Ansatz die Einladung zum Mitmachen….Ausprobieren…. . All Hands on, eben!!!

Ausführliche Info zum Rahmenprogramm, Workshops, etc findet sich auf der Website des Museums.

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Berlin _ Aguilar de Campoo _ Berlin _ 931 _ textil

Quadratisch, praktisch, gut.

Erste Station: 2014 _

2014, noch in der kleinen Stadt Aguilar de Campoo, im Norden Spaniens, haben wir, also die Freundinnen und Freunden des KUKUprojekts gemeinsam mit allen Strick- und Häkelbegeisterten und -neugierigen den Weltstricktag gefeiert. Über mehrere Tage hinweg besuchten wir die unterschiedlichste Orte, haben Menschen angesprochen und sie eingeladen gemeinsam zu stricken und zu häkeln, zu reden, zu lachen, zu singen…..

Aus den vielen Momentaufnahmen haben wir damals ein keines Video zusammengebastelt, das ich mir immer wieder gerne ansehe.

 

Den Blog zum KUKUprojekt gibt es noch. Die Posts zu diesem Thema, wenn auch in Spanischer Sprache verfasst, findet ihr HIER:

previum_talleres de ganchillo

la itinerancia _ lugares y gente

la meta _ el templete vestido

agradecimiento _ manos y mentes amigas

 

Zweite Station: 2019 _

Seitdem ich in Berlin bin, habe ich zu viele Dinge in Händen gehabt, habe mich zu sehr ablenken lassen vom Getöse der Großstadt und vom Gewusel im KMH-Kosmos und war sehr fokussiert auf die Arbeit an meinem Webstuhl.

Nur einmal gelang es mir, eine Aktion vorzubereiten. Vor drei Jahren, 2019, gemeinsam mit meiner Web-Kollegin Dagmar Rehse von „handgewebt in Berlin„. Damals entstand eine Picknickdecke aus „alten“  Quadraten, die ich aus Spanien mitgebracht hatte, aus einer reichhaltigen „Quadratspende“ einer Nachbarin im Kiez und  aus neu entstandenen Quadraten bei den Strickaktionen, die wir zu diesem Zweck organisiert hatten. (MEHR)

 

Dritte Station: 2022 _

Auch dieses Jahr ist der Weltstricktag wenn auch nicht völlig unbeachtet, aber doch eher unauffällig verstrichen. Mit Blick auf das neue Vorhaben, die Reise durch Europa mit dem KUKUmobil, versuche ich gerade für mich herauszufinden, was mich auf dieser Reise begleiten soll und kann, und auch wie das am besten geht.

Die Picknickdecke gehört auf alle Fälle dazu. Aber viele Quadrate aus der damaligen Decke lagen noch wohlverwahrt in einer Kiste, geduldig darauf wartend, in neuer Konstellation das Licht der Welt wieder zu erblicken. Das ist jetzt geschehen:

 

Vierte Station: ?

Eine zweite Haut werden sie mir sein. Vielleicht auch mal Panzer. Kleine Energieriegel, wenn es mal kleine Hungerstrecken gibt, unterwegs. Man weiß ja nie……

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Berlin _ 930 _ Empfehlung

Tatsächlich hat es er 5 Jahre gebraucht, nein, ICH habe er 5 Jahre gebraucht. Aber ich habe es geschafft….. ein kleines Zeitfenster tat sich auf, in das genau ein Besuch der Domäne Dahlem gepasst hat.

Nicht, dass es tragisch gewesen wäre, wenn ich Berlin verlassen hätte, ohne diesen Ort gesehen zu haben, aber er stand immer mal wieder auf meiner To-Do-Liste und immer wieder ist etwas dazwischen gekommen.  Und es war schon ein  kleiner Genuss…

Wer mehr über die Domäne Dahlem wissen möchte, findet hier weitere Auskünfte.

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Berlin _ 929 _ Fundstück

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