berlin _ 1045 _ KUKUmobil

Der erste Tag

Das ist der neue Blick aus dem KUKUmobil.

Noch muss ich ich erst einrichten, mich vertraut machen mit den Geräuschen, den Bewegungen, der Begrenztheit des Raumes, den Lichtverhältnissen, den Temperaturen…

Meine erste Aufgabe am Webstuhl wird sei, die vorhandene  Kette abzuwickeln, um zu sehen, wie lang sie ist. Irgendwann, vor vielen Jahren schon, habe ich sie aufgezogen und mit jedem Werk hat sie in Stück von sich gelassen. Damals dachte ich, es wäre die Kette meines Lebens, ausreichend lang, um die Zeit abzudecken, die ich noch aktiv sein kann/will/werde.

Das denke ich immer noch. Aber gerade zum neuen Jahr und an der Schwelle zu einem neuen Vorhaben ist es vielleicht nicht schlecht, noch einmal nachzusehen, wie viel mir da noch bleibt zum wirken.

 

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berlin _ 1044 _ KUKUmobil

DER GROSSE TAG _ Das KUKUmobil auf Jungfernfahrt

Der 01.Januar war schon ein besonderer Tag. Da zog der Webstuhl in das KUKUmobil ein. Aber jetzt, jetzt ist es  DER TAG, der ja irgendwann kommen sollte und kommen musste, herbeigesehnt und doch auch etwas melancholisch, wie das so ist mit Abschieden und Aufbrüchen. Erinnerungen aus der Vergangenheit wirbeln durcheinander mit Versprechungen aus der Zukunft. So wie die Begegnung zweier Flüsse, die ineinanderfließen.

7. Januar 2023, ein Tag nach dem Dreikönigstag. Ein Tag für den Kalender. Ein Samstag. Viel grau, streckenweise schüchtern-sonnig, aber wenigstens trocken.  Ganz still ist es auf dem Hof. Wochenende halt und noch immer ist eine kleine Benommenheit spürbar und das neue Jahr, mit all seiner Geschäftigkeit, scheint noch nicht so recht angekommen zu sein. Ein halbes Jahr haben wir uns sehr wohl gefühlt auf diesem Hof. Wie eine Gebärmutter hat er uns umschlossen und behütet, hat das KUKUmobil wachsen sehen, bis es „reif“ war. Jetzt ist der Moment gekommen,  gemeinsam die Welt zu erkunden. Voller Dankbarkeit gehen meine Gedanken zurück bis in den Mai, als Kai den Anhänger und das Holz für die Fassade brachte. So viele Stunden Planung und Umsetzung. So viele helfende Hände, … Und Gudrun, der ich nicht genug werde danken können für ihre Zeit, ihr Wissen, ihre Energie……

Gudrun hat während der letzten Tage Stunden um Stunden gearbeitet, damit das KUKUmobil zwar nicht ganz vollendet, aber doch fahrbereit ist. Fast hätten wir uns wohl die Klinke in die Hand geben können, als sie das letzte Werkzeug einpackte und ich kam, um die letzten Vorbereitungen für die große Fahrt zu treffen.

Schön steht es da, in seiner schlichten Form. Fast fällt es nicht auf, dass die grüne Plane noch ein Provisorium ist, und das endgültige Dach noch fehlt. So schlägt das Grün noch ein letztes Mal die Brücke zur Rakete, die über ein halbes Jahr hinweg in engem, kollegialem Aufmerksamkeits-Wettbewerb zum KUKUmobil stand.

Für 11 Uhr habe ich mich mit dem Fahrer verabredet, ist der „Kreissaal“ sozusagen belegt. Uli soll dazukommen und Hilfestellung leisten, falls es sich erweist, dass mehr Körperkraft nötig ist, als die kleine Portion, die ich beisteuern kann. Berthild, die uns während der Bauzeit öfter mal besucht hat, immer mit einem Mitbringsel in der Tasche am Lenker ihres Tretrollers, hat sich auch heute angemeldet um den denkwürdigen Augenblick photographisch zu dokumentieren.

Um 10 Uhr habe ich dann die „Geburt“ eingeleitet. Die Nacht davor habe ich vor Aufregung kaum schlafen können. Dabei hatte ich mich nach langem Hin und Her und einem Blick auf das schrumpfende Budget doch dazu entschieden, ein Transportunternehmen zu kontaktieren. Über eine Empfehlung eines Mitglieds aus der FB Gruppe Tiny House Deutschland und einige Telefonate bin ich dann schließlich bei Martin Brunow gelandet (www.mb-autotrans.com). Als er mich am Freitagabend anrief, um den Termin zu bestätigen, ging es mir schon eine ganze Ecke besser. Es war klar: da kommt jemand, der weiß, was er tut. Darauf kann ich mich verlassen.

Wenn ihr also irgendwann mal jemanden sucht für einen Transport, der freundlich, geduldig und souverän dabei ist, dann meldet euch bei ihm: martin.brunow@gmail.com

 

Schritt 1: Das Nummernschild_

Endlich ist es also soweit, das KUKUmobil bekommt seinen offiziellen Namen und darf sich damit mit allen anderen Gefährten auf den Straßen der Welt tummeln.

Schritt 2: Den Anhänger rollbar machen _

Es ist an der Zeit, die Stützen unter dem Anhänger zu entfernen, also weg damit. Uli hat das Stützrad an der Deichsel so weit wie möglich gekurbelt, um den Anhänger etwas anzuheben und damit die Stützbeine so weit zu entlasten, dass wir sie wegkicken können.

 

Schritt 3 _ Zurren und Ratschen

Wer hätte gedacht, das ich mal mit so großer Selbstverständlichkeit Zurrgurtratschen bedienen würde, wie ich das sonst mit Gobelinpinnen tue. Vor einem Jahr musste ich noch lange darüber nachdenken, wie diese Dinger funktionieren und von welcher Seite denn nun dieser blöde Zurrgurt eingefädelt werden muss.

Das KUKUmobil hat im Innenraum 8 Fixierungspunkte für den Webstuhl. Damit sollte er gut abgesichert sein. Das werden wir gleich ausprobieren. Auch die große Fensteröffnung haben wir noch einmal mit einem Zurrgurtkreuz verstärkt. Dort soll später auch noch eine Schutzplane davor kommen, für die Reise auf den Straßen Europas.

Foto: Berthild Lorenz

 

Schritt 4 _ Martin kommt

Ja, Martin kommt, und mit ihm die Gelassenheit und Professionalität und … ein großes Auto. Ich hatte zwar vorher schon Fotos von den „Tatorten“ geschickt, aber nichts ist besser, als sich vor Ort umzuschauen. Das tat er und dann ging es gemeinsam ans Werk. Wir haben die Reifen auf ihren Druck überprüft. Das tat Not. Nach eineinhalb Jahre rumstehen und einem halben Jahr bebaut werden waren die froh, etwas Luft zu bekommen. Martin hatte seinen kleinen Kompressor dabei. Also war das schnell erledigt.

Eigentlich konnte es jetzt losgehen. Da das KUKUmobil mit der Deichsel nah am Container stand, musste es zuerst ein wenig mit Menschenkraft bewegt werden, bevor das Fahrzeug angekoppelt werden konnte. So richtig wollte es nicht ins Rollen kommen. Das war nicht eingeplant. Irgendetwas schien zu bremsen.

Erst das Quietschen brachte uns auf die Spur. Ihr erinnert euch vielleicht, dass wir den Bau des KUKUmobils „unter Null“  begonnen haben, nämlich mit der Unterfütterung der Anhängerplattform. Nun, mit voll aufgepumpten Reifen und vollem Gewicht von oben haben die Räder etwas zu wenig Spielraum. Wenn der Boden nicht ganz eben ist, oder das KUKUmobil nicht ganz ausgeglichen steht, dann kommt es zum leichten Kontakt zwischen Reifenprofil und Unterplatte.

Damit hatten wir nun gar nicht gerechnet und mir wurde für eine Sekunde schwindelig. Gut, dass „Geburtshelfer“ Martin die Ruhe bewahrt hat und wir den Ausgleich zumindest so weit herstellen konnten, dass die Fahrt losgehen konnte. Aber definitiv werde ich mich damit auseinandersetzen müssen. Schon allein des Quietschens wegen. Doch das später. Eine Lösung wird sich schon finden. Stoßdämpfer einbauen, Dämmung teilrückbauen, kleinere Reifen aufziehen … ??? Gibt es noch kleinere Reifen??

 

Schritt 5 _ Raus aus dem Hof, rein in die Welt

Aber eins nach dem anderen. Für die kurze Strecke, die heute zurückzulegen ist, geht es.

Hört ihr das Quietschen?! Genau das meinte ich vorhin. Es geht. Mal. Aber nicht auf Dauer. Da ist es auch keine Lösung darauf zu hoffen, dass sich das Reifenprofil schnell abnutzt.

Aber wo ich schon das Bild der „Geburt“ bemüht habe, in der Hoffnung, euch auf diese Weise hineinzuholen  in meine Gefühlswelt an diesem Tag, diese besondere Mischung von Freude und Sorge, von Überraschung, Erwartung und Dankbarkeit, klingt es wie der erste Schrei. Es lebt!

Hallo Welt, wir sind bereit, dich voller Staunen zu bereisen, zu lernen, zu teilen, zu erzählen und zuzuhören…..

Foto: Berthild Lorenz

 

Schritt 6 _ Auf die Waage mit dir

Klar haben wir die ganze Zeit während der Bauens das Damoklesschwert der Gewichtsfrage über uns gespürt. Gudrun hat immer mal wieder durchgerechnet, wo wir stehen könnten/sollten, laut Materialverbrauch. Manche Holzplatte ist aus diesem Grund etwas dünner ausgefallen als ursprünglich geplant. Bei allem waren wir zuversichtlich und doch neugierig, wie schwer das KUKUmobil nun tatsächlich ist.

Da eine Fahrzeugwaage auf dem Weg lag und Martin sich bereit erklärt hat, diesen kleinen Schlenker zu tun, haben wir diese große Unbekannte gelüftet: 3,180 t sagt die Waage. Kurz hat es mich durchzuckt, weil ich irgendwie diese magischen 3 t im Kopf hatte. In meiner inneren Aufgewühltheit sah ich schon das nächste Problem auf mich zurollen, wie ein Wellenkamm auf stürmischer See.  Ein Blick auf den Fahrzeugschein hat mich beruhigt. Ich darf, nee der Anhänger darf 3,5 t. Also bleibt ein bisschen Luft, wenn auch nicht viel, denn im KUKUmobil ist gerade nichts zu viel, aber einiges fehlt noch: die letzte Schicht auf dem Dach, die Elektrobox, der Deichselkasten mit Inhalt, die Wolle, die Schlüpfer und meine Zahnbürste…..

Es wird also spannend  bleiben. Aber immerhin haben wir jetzt einen Richtwert und können mit der Koffer-, Brief- und Personenwaage weiterarbeiten. 🙂

 

Schritt 7 _ Das Ankommen am neuen Standort

Am Museum Kesselhaus standen Peter und Juanjo schon bereit für den Fall, dass helfende Hände von Nöten sein sollten. Dem war aber nicht so. Es hat alles wunderbar geklappt.

 

 

Nun steht es da, das KUKUmobil, in seinem neuen Umfeld, und neue Aufgaben warten auf mich:

– jemanden zu finden, der sich des Deichselkastens und der Fertigstellung des Daches annimmt;

– jemanden zu finden, der mir dabei helfen kann, das Quietschkonzert abzustellen;

und dann endlich:

– den Webstuhl vorzubereiten, die Reise nach Cottbus zu organisieren, die Route zu planen.

Jetzt brauche ich aber erst einmal etwas Zeit, um die Wogen in mir wieder zu glätten und etwas Luft zu holen.

 

Übrigens sind auch hier Besuche willkommen. Meldet euch bitte per Mail, weil ich noch keine Routine habe und die Zeiten sicherlich sehr unterschiedlich sein werden. Ich meine, auch von außen sieht es natürlich schön aus und der Herzberger Landschaftspark ist immer einen Besuch wert…. Ist nur, falls euch daran liegt, mich dort anzutreffen……

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berlin _ 1043 _ fundstück

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berlin _ 1042 _ fundstück

Nächstes Jahr auf ein Neues.

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berlin _ 1041 _ fundstück

Kollege

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berlin _ 1040 _ KUKUmobil

Die große Konjunktion:
Ein neues Jahr. Ein besonderer Tag.

Unter den gegebenen Umständen hätte es kaum besser kommen können: den ersten Tag eines neuen Jahres damit zu feiern, dass der Webstuhl sein neues Zuhause bezieht. Meine eigene kleine Zeitenwende:

DREI und zwanzig. Es kann kommen. Nicht, dass ich wirklich bereit wäre. Gut, ich bin bereit für die Gratwanderung, das Schwanken des Seils im Wind der Vorfreude und der Zweifel, des Wagemutes und der Angst vor der eigenen Courage.

Das Netz: einer guten Dosis Grundvertrauen.

Dazu sagt Wiki: es ist ein (unbewusst) vollzogener Akt des Sich-Einlassens auf den „letzten“ Halt – auf das, was sich einem als Seinsgrund gezeigt hat. Grundvertrauen bezieht sich immer auf das Erlebnis, dass es immer irgendwie weitergeht, und das Dasein  immer einen Grund hat, über das gesamte Leben.

Also packen wir’s an. Ich werde euch brauchen, denn allein schaff ich es nicht und allein will ich es auch gar nicht schaffen. Aber ich werde mein Bestes tun, um diesem Vorhaben einen positiven, konstruktiven, kreativen und verbindenden Sinn zu geben. Das ist mein Vorsatz für dieses Jahr. Die andern 12 Wünsche habe ich während der ersten Raunächte dem Universum übergeben. Für diesen Vorsatz bin ich selbst zuständig.

 

 

 

 

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berlin _ 1039 _ Fundstück

Von zweiten Chancen und kosmischer Energie

Einige Jahre habe ich gebraucht, bis ich das spanische Prinzip der „zweiten Chance“ in der Schule so richtig annehmen konnte: Vor dem Sommer werden dort die Noten verteilt, wie bei uns auch. Ein Damoklesschwert schwebt wochenlang über den Köpfen der jungen Menschen, in denen sie die Köpfe einziehen, bis sie mit dem halbjährlichen Bewertungszettel nach hause geschickt werden.

Ich erinnere mich an schlaflose Nächte, an Sorgen und ein Gefühl von Ohnmacht aus meiner Kindheit und Jugend. Versetzt, nicht versetzt. Versagen, Enttäuschungen, oder Freude. Ganze Biografien hingen an solch papierenen Schwertern.

Nun, in Spanien bekommen die Kinder und Jugendlichen auch ihre Noten vor dem Sommer. Aber dann haben sie Gelegenheit, den Sommer zu nutzen, um sich auf die zweite Chance vorzubereiten, die sie nach dem Sommer erwartet. Dann können sie sich noch einmal prüfen lassen und, mit Glück, Beharrlichkeit und Selbstvertrauen, die Versetzung doch noch zu schaffen. Im zweiten Anlauf eben.

 

Heute bin ich rausgegangen, immer noch etwas taumelnd, etwas benommen von dem großen Moment des Jahreswechsels, der energetisch selbst für diejenigen spürbar ist, die ihren eigenen Jahresübergang in der inneren Stille und Beschaulichkeit suchen und leben.

Das Schicksal hat mich auf einen Umweg zum Glaskontainer geführt, in dem ich all unsere leeren Sektflaschen versenken wollte. Ein kleiner Umweg, der mich an einer Geschenkkiste vorbeigeführt hat. Ich weiss, ich muss mich eigentlich daran gewöhnen, meinen Hang zum Sammeln  zu bändigen. Im KUKUmobil kann nicht so viel  mit.

Aber bei dieser Tasse konnte ich nicht widerstehen. Sie MUSSTE, sie wollte zu mir. Sie war schon einmal Objekt einer Kintsugi-Aktion gewesen, aber anscheinend hat sich die kosmische Energie verschoben. Jetzt ist sie bei mir. 

Mag sein, dass diese drei Frauen eine ganz andere Geschickte erzählen. Für mich sind sie die drei Schiksalsfrauen, die  drei Kräfte: Urd, Verdani und Skuld. Udr ist das, was aus Urzeiten zu uns wirkt. Verdandi symbolisiert Werden und Vergehen. Skuld ist das, was uns in der Zukunft erwartet.

Die Nornen bestimmen das Schicksal, das Leben, auch die Lebensdauer von Menschen und anderen Lebewesen und damit der ganzen Welt. Sie sind Geburtshelferinnen, sie helfen, das Alte zu überwinden und das Neue zu schaffen. Sie weben die Schicksalsfäden der Menschen und Götter. Sie haben große Ähnlichkeit mit den Parzen, den römischen Schicksalsgöttinnen, die den drei Moiren der griechischen Mythologie entsprechen.

Sie heute einzureihen in meine Sammlung von Fundstücken gilt mir als ermutigendes Zeichen für das eben begonnene neue Jahr. Gestern bin ich, aufgewühlt durch den Aufbau des Webstuhls im KUKUmobil, zwei Runden mit der leeren Berliner Ringbahn gefahren, mit einem Blick nach innen, und einem Blick nach außen, und den Zeilen von Rilkes Gedicht „Ich leben mein Leben“ im Herzen.

Auch hier, für die Langsamen, für die Zögerlichen, eine zweite Chance. Die Zeit zwischen dem Jahreswechsel der westlichen Welt und dem Jahreswechsel der chinesischen Kultur: das neue Jahr beginnt für die Chinesen am 22.Januar. 2023 ist das Jahr des Wasser-Hasen. „Mein“ Jahr. Im Sommer werde ich 60 Jahre alt, fünfmal hat sich das große Rad gedreht, fünf große Ringe sind vollbracht.

Dann beginnt ein neuer. Nie entsprachen diese Worte genauer meinem Lebensempfinden als in diesem Jahr, in dem auch die Reise mit dem KUKUmobil beginnen wird.

 

Ich lebe mein Leben

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

Rainer Maria Rilke

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berlin _ 1038 _ KUKUmobil

Chocolate Blues _ Pepitas de cascara de cacao

Vorgestern war meine Freundin Dagmar mit zwei helfenden Händen da. Aufgabe: Linoleumboden zuschneiden und verlegen, wenn möglich verkleben.

Letzteres haben wir nicht geschafft. Wenn man solche Dinge wie Linoleumboden verlegen das erste Mal tut, dann hat Zeit eine andere Dimension. Dankenswerterweise hatte Gudrun die Rolle in den Heizungsraum gestellt, damit das Material sich entspannen und geschmeidiger für die Verarbeitung werden konnte.

Trotzdem hat es Zeit gebraucht, bis wir alles auf ein ungefähres Mass zugeschnitten hatten. Mit etwas Hin- und Hergezottel lag es dann irgendwann auch tatsächlich an dem für ihn vorgesehenen Platz.

 

Feinschnitt folgt. HEUTE!!!! Auch eine Art, das Jahr zu beenden. Und gar nicht mal die schlechteste. Kehren, säubern, kleben, schieben, dehnen, drücken – walken, eben, wie es im Wikipediabuche steht: Walken ist die wiederkehrende Verformung von elastischen oder plastischen Werkstoffen durch mechanisches Bearbeiten wie Kneten, Drücken oder Ziehen.

Ich bin dabei richtig ins Schwitzen gekommen… (auch, weil es heute draußen wirklich nicht kalt war und drin ein kleines Heizöfchen dafür gesorgt hat, dass der Linoleumboden sich wohlfühlt und ganz entspannt bleibt)…..  und außer Atem, das mag an meiner mangelnden Kondition liegen, oder am Alter, oder an beidem, oder daran, dass dieses Gewicht wirklich sauschwer ist. Ich hatte halt keine 50 kg-Walze, wie empfohlen wird. Das einzige, was mir zu „schwer“ und „Gewicht“ einfiel, waren die beiden Gewichte an der Säge, die normalerweise immer dann gebraucht werden, wenn Platten oder ähnliches zu beschweren sind, damit sie bei Sägen nicht verrutschen und gut am Anschlag liegen bleiben.

Jetzt bin ich vollkommen geschafft. Ich denke, das Ergebnis, auch wenn es nicht hundertprozentig perfekt ist, weil eben diese Walze fehlte, ist das beste, das ich erreichen konnte. Mühe habe ich mir jedenfalls gegeben.

Vorgestern hatte ich noch einen großen Widerstand gegen das Verkleben, u.a. auch weil man jetzt nicht mehr so leicht an die Fußbodenheizung heran kommt, sollte das mal erforderlich sein. Aber ich habe ich-weiss-nicht-wieviele Kommentare, Videos und Anleitungen geschaut und alle waren sich einig, dass Linoleum nicht nur verklebt, sondern „ganzflächig verklebt“ werden sollte.

Nun, jetzt ist es getan und morgen…..

… wie kann eine Weberin ein Jahr besser beginnen, als mit dem Einzug des Webstuhls in sein neues Heim.

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berlin _ 1037 _KUKUmobil

STAND AUF DER BAUSTELLE

Monatelang hat sie sich schützend über das KUKUmobil gelegt. Hat Wind und Wasser abgehalten. Nicht selten haben wir uns kleine Kämpfe mit ihr geliefert, um sie umzuschlagen, hochzuraffen oder sicher zu verzurren.

Jetzt haben wir sie ein letztes Mal runtergenommen. Eine Befreiung!!!! Das KUKUmobil braucht sie nicht mehr. Die Unterspannbahn schützt die Dämmung und nach und nach kommt die Konterlattung und die Fassade dran.

 

 

Aber so ganz wollen wir sie noch nicht verabschieden. Wir nehmen sie doppelt als provisorische Dachabdeckung, bis das eigentliche Blechdach angebracht wird.

 

Aber jetzt funktioniert sie erst einmal als Zwischenlösung. Im etwas kleineren Format. Auch die Zurrgurte liegen in ihren Vertiefungen, die Wirrfasermatte bedeckt das gesamte Dach.

 

Und der große Vorteil ist, dass man das KUKUmobil jetzt in seiner ganzen Schönheit betrachten kann.

 

 

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berlin _ 1036 _ fundstück

Ausblicke.

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berlin _ 1035 – fundstück

Irrungen und Wirrungen zum Jahresende, Als wenn es nicht anstrengend genug gewesen wäre, dieses 22. Mal sehen, was da jetzt so kommt. Ende 21 haben wir gedacht, es könnte nicht viel schlimmer für uns werden und haben teils zurückhaltend hoffnungsvoll teil pessimistisch-pragmatisch das neue Jahr begrüßt. Niemand hätte vor einem Jahr gedacht, dass es doch immer auch noch schlimmer kommen kann. Eine Lehre fürs Leben. Sie tut weh, hoffentlich bleibt sie uns in Erinnerung und wir lernen tatsächlich daraus.

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berlin _ 1034 – fundstück

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berlin _ 1033 _

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berlin _ 1032 _ KUKUmobil

Ein Gefühl von ….. Winter

Fast ein halbes Jahr ist es jetzt her, dass wir mit dem Bau des KUKUmobils begonnen haben. Dabei haben wir noch bis vor wenigen Wochen im kurzärmligen T-Shirt gewerkelt und die im Laufe der Zeit angenehme Wärme der Sonne genossen, derselben Sonne, die im Sommer an so vielen Tagen so präsent gewesen ist, dass wir erst in den Nachmittagsstunden mit der Arbeit beginnen konnten und dann oft bis in die kühle Nacht hinein gebaut haben.

Und jetzt knirscht und klirrt es. Hineingeschlittert sind wir in den Winter. Dabei wäre es gerade dieses Jahr dankenswert, wenn er sich zurückhalten würde. Väterchen Frost. Auch, aber nicht nur, wegen des KUKUmobil-Baus, eher wegen der allgemeinen Stimmung und der Sorge, die viele Menschen umtreibt.

Unsere Baustellenausrüstung hat sich verändert. Zwiebeltaktik. Es sind einige Schichten dazugekommen. Irgendwie muss der Bau ja vorangehen, also bleibt uns nichts anderes übrig, als uns gut einzupacken und die Tage zu nutzen, an denen die Sonne die Luft und die Seele wärmt. Und das Tonicwasser – Lieblingsgetränk in diesem Sommer – haben wir, der Empfehlung einer Freundin folgend, durch heiße Ingwer-Zitrone-Apfel-Shots abgelöst, in der Hoffnung, dass uns so eine Erkältung erspart bleibt.

Auch das KUKUmobil steht gut verpackt  im Hof. Solange wir die Unterspannbahn nicht anbringen konnten, musste es vor Nässe geschützt werden. Jetzt sind die Fenster drin, fehlt noch der Linoleumboden,  die Fassadenlattung, das Blechdach.

Und wir befragen jeden Tag – manchmal mehrmals – die Wettervorhersage, um zu sehen, wann denn wohl einige  Tage mit trockenem Wetter kommen mögen, essen unsere Teller leer, suchen jemanden, mit einem guten Draht nach oben…..

Ein Gefühl von ….. Heimatlosigkeit

Zur Feier Anfang November hatten wir den Webstuhl im KUKUmobil aufgebaut. Wenn schon nicht ganz fertig, dann wenigstens mit einem Schimmer von Zukunft.  Es war gut, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es sein wird, wenn wir uns in unserer kleinen speziellen Dreieinigkeit  – Webstuhl, Wolle, Weberin  – auf den Weg durch Europa machen und diesen Raum auf Rädern teilen.

Ich war überrascht von dem Eindruck, den der Webstuhl im KUKUmobil macht: Jetzt, wo er ca. 70 cm hoch vor einem steht, wirkt er fast majestätisch. Ich musste mich selbst erst wieder hineinfinden in diese neue Situation.

Es passt. Im Innenraum fühlt es sich richtig gut an. Genau so, wie ich wollte. Der minimale, aber ausreichende Raum, den ich zum arbeiten brauch und mit der Energie fluten kann, die vom Webstuhl ausgeht, wenn wir drei, er und ich und die bunten Fäden miteinander spielen und gestalten…

So weit, so gut. Wunderbar also, zum arbeiten IM KUKUmobil. Nur zum arbeiten „AM“ KUKUmobil war es denkbar ungünstig, den Webstuhl mittendrin stehen zu haben. Ein paar Tage haben wir es ausgehalten, aber dann war klar, dass wir mehr Bewegungsfreiheit brauchten und er erst einmal wieder abgebaut werden musste.

Und genau da überkam es mich wieder, dieses Gefühl von Heimatlosigkeit. In den vergangenen Jahren ist es immer mächtiger geworden, dieses Gefühl, im luftleeren Raum zu sein, ohne Halt und Haftung, wenn der Webstuhl nicht aufgebaut ist.

Dabei ist es gar nicht mal ausschlaggebend, ob ich gerade an ihm arbeite. Es ist allein das Wissen darum, dass er irgendwo steht und auf mich wartet, bereit sein Bestes zu tun um mich in die Lage zu bringen, mein Bestes tun zu können. Diese Art von Symbiose zwischen Ding und Mensch, bei der eine besondere Ruhe, Langsamkeit und Energie entsteht. Die Bewegungen, die Geräusche, die Leere, die sich füllt, das Fühlen der losen Garne und das Betrachten des festen Gewebes, das aus ihnen entsteht. Für mich wie ein Dynamo beim Fahrrad. Solange es in Bewegung bleibt, macht er Licht.

 

Seit einem halben Jahr halte ich die Fäden nicht mehr in der Hand und ich merke langsam, wie sehr es mich anstrengt, diese Schwebe auszuhalten.

 

Ein Gefühl von ….. Fremdheit

Die Schwebe … und die Fremdheit. Bei aller Begeisterung für das Erlebte, für die Einblicke, die ich machen darf in eine mir unbekannte Welt des Bauens, für die Erfahrungen, die damit verbunden sind, mit einem neuen Material, mit neuem Werkzeug, mit neuen Arbeitsabläufen umzugehen… bei all der Begeisterung hautnah miterleben zu können, wie das KUKUmobil Wirklichkeit wird und mitwirken zu können an seinem Entstehen begleitet mich doch immer ein Gefühl der Fremdheit.

Wie anders sie doch ist, diese Welt der Arbeit mit Holz. Gut, es gibt ein grundlegendes Verständnis von dem, was Handwerk bedeutet, egal mit welchem Material man arbeitet. Aber ab da ist alles anders, alles fremd.

Das höchste aller Bau-Gefühle war bei mir bisher alles, was ich aus Latten zusammenzimmern konnte: Regale, Hochbetten, Stellrahmen bei den Ausstellungen. Alles immer gedacht, geplant und umgesetzt aus der Begrenztheit heraus: der Körperkraft, der Erfahrung, der Verfügbarkeit von Raum und Werkzeug. Alle Teile konnte ich alleine bewegen, alles wurde per Hand bearbeitet, zumindest bis der Akkuschrauber auftauchte.

Ich habe mir Mühe gegeben, mich anzufreunden mit dieser Fremdheit. Es ist mir nur teilweise gelungen. Vieles von dem, was man tut, was wir getan haben, wird durch die Wegnahme von Material erreicht: es wird gehobelt, gesägt, geschnitten, es wird gebohrt, gefast, gestemmt…… Vieles ist mit Kraftaufwand verbunden, oder doch zumindest mit einer gewissen Vehemenz, irgendwie mächtig, gewaltig. Das empfinde ich als schmerzhaft. Weit weg von der Langsamkeit der Arbeit am Webstuhl, der Weichheit und Schmiegsamkeit der Garne, dem Entstehen durch das Füllen der Leere zwischen den Kettfadenzwischenräume.

Kurzum, ihr merkt es: ich vermisse das Weben.

 

Ein Gefühl von….. Unermesslichkeit

Ein halbes Jahr lang war ein kleines Stück Himmel unser Dach. Es war ein schönes Gefühl, seine überschaubare Unermesslichkeit zu bestaunen und oft auch die vielen unterschiedlichen Momente einzufangen: Wolkenberge, Abendröten und Vollmonde.

Zum Ende des Jahres wird das KUKUmobil den Standort wechseln. Großzügigerweise durfte es viel länger auf dem Hof stehen, als es eigentlich abgesprochen war. Die erste Bauzeit umfasste 4 Monate, von Juli bis September.  Jetzt ist das halbe Jahr vorüber. Der neue Standort ist schon gefunden.

 

Sobald das KUKUmobil gut angekommen ist und ich mich an dem neuen Ort ein wenig eingerichtet habe, werde ich mich bei euch melden.

Das Stückchen Himmel, das mir so vertraut geworden ist, mit seinen sehr speziellen Konturen, werde ich vermissen.

 

 

 

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berlin _ 1031 _ fundstück

Es ist schön, immer mal wieder von hier oder dort etwas ans Herz gelegt zu bekommen, weil jemand den Faden auffängt der uns miteinander und mich mit der Weberei verbindet.

Diesmal hat Lea den Faden aufgefangen und mit das Knäuel musikalisch zugespielt.

Joshua Burnside ist ein irischer Musiker. Dieses Lied, „Woven“, stammt aus dem Album „Late afternoon in the meadow“.

 

 

Woven through your head
Like black thread
Tangling up
Everything you think
I wanna snip it
Roll it in a ball for
A kitten to play with
Stretched out on the floor

And the days are long
And the nights are longer
I’m sorry if I were Kronos
I would eat you up
You could live inside me
Warm and safe
Like a baby
Never born
Never dies
Like a baby
Never born
That never dies

In the hours like
Boulders you can’t shift are
Piling up above you
‚Til the light is gone
And the seasons
Creep along so slowly
Like an elephant lonely
Lumbering on

I wanna pull you up
From this well
So damp, dark, and deep
And wrap you
In a tinfoil sheet
With a coffee in a paper cut
To warm your heavy bones
As they cave

Saying I’m okay
I’m coming home today
Just tell ‚em I’m okay
I’m coming home today

Mehr zum Autor: http://www.joshuaburnside.com/

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berlin _ 1029 _ KUKUmobil

Der ausführliche  Blogeintrag im Bautagebuch kommt in ein paar Tagen – es gibt viel zu berichten – aber die aktuellen Highlights möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

Ein RAUM entsteht

Jetzt ist es so weit. Das KUKUmobil hat vier verschliessbare Wände und die Lacuna-Falt-Schiebe-Tür ist drin. Ich hatte unglaublichen Respekt vor dem Einbau. Aus meiner Unerfahrenheit und Ungeschicklichkeit heraus, vielleicht auch mangelndem Selbstvertrauen in Sachen BAU, war dieser Meilenstein ein kleiner Everest. Gut, dass Gudrun all das hat, was ich nicht habe, vor allem das Selbstvertrauen.

Damit war der Einbau letztendlich nicht so kompliziert: Weil das Lacuna-System überzeugend gut durchdacht ist, weil Uli seine beiden Hände und seine Kraft zur Verfügung gestellt hat und weil Gudrun da war.

 

Jetzt sitzt das Schmuckstück des KUKUmobils und ich bin so glücklich: Es war eine gute Entscheidung. Es sieht toll aus, es funktioniert gut und macht genau das, was es soll: dem privaten Innenraum die Möglichkeit zu geben, mit dem öffentlichen Raum zu verschmelzen; dem offenen Raum Möglichkeit zu geben, das Innere des Ateliers zu fluten.

Ich bin sehr gespannt darauf, wie es sich anfühlt, wie sich dort arbeiten läßt, wie es sich auf der Reise durch Europa bewähren wird.

Und in gewisser Weise ist dies Tür auch die „Schwester“ meines Webstuhls. Beide kommen aus dem gleichen Land, Dänemark. Die Firma, die meinen Webstuhl hergestellt hat, Lervard, gibt es leider schon viele Jahre nicht mehr. Im Netz finden wir Webstühle und -rahmen, die liebevoll von Hand zu Hand gegeben werden und eine Gruppe im FB mit Liebhaber:innen dieser wunderbaren Webstühle – Link HIER.

Ich liebe ihn und er ist im Laufe der Zeit meine Heimat geworden. Vor ihm und mit ihm bin ich und kann ich das tun, was meinem Leben Sinn gibt.

Lacuna gibt es _ Link HIER _ und nach meinen bisherigen Erfahrungen kann ich sie nur wärmstens weiterempfehlen.

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berlin _ 1030 _ fundstücke

In den letzten Tagen haben drei Fundstücke auf meinen Weg gelegen, die ich gerne mit euch teilen möchte, als Anregung, als Anstoß, als Antrieb:

 

Bedingungsloses Grundeinkommen

Ein guter Beitrag, aus meiner Sicht, mit wichtigen Fragen und Ansätzen zum Thema „Bedingungsloses Grundeinkommen“:

UNERHÖRTE FREIHEIT? ARBEIT & BILDUNG ZUSAMMENDENKEN mit Richard David Precht und Sven Prien-Ribcke, Aufzeichnung vom 1. September 2022

www.leuphana.de/utopie
Wie viel Utopie braucht die Freiheit? Leuphana Utopie-Konferenz 2022 mit Maja Göpel und Richard David Precht

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Die „Causa Guerót“

Ich bin  durch einem Vortrag bei re:publica im Juli 2015, über den ich damals berichtet habe _ Link HIER _ auf Ulrike Guerót gestossen und habe mich mit steigender Begeisterung mit ihrer Utopie einer Europäischen Republik auseinandergesetzt. An vielen Punkten habe ich mich wiedergefunden, viele neue Gedanken haben mich bereichert.

Ihr Buch über die Europäische Republik habe ich aufmerksam gelesen. Dann kam Corona, dann kam der Ukraine-Krieg. Ich habe in den vergangene Monaten vieles, das mich sonst intensiv beschäftigt, nur peripher wahrgenommen, aber auch mir ist natürlich nicht entgangen, wie bestimmte Menschen im öffentlichen Diskurs auf einer schwarzen Liste landen, ein unglaublicher Shitstorm bei jedem einzelnen ihrer Worte losgetreten wird, wenn sie überhaupt noch einen Raum finden, der es ihnen erlaubt, ihre Gedanken zu äußern.

Erschrocken hat mich die Intensität dieser Diskriminierung. Ich kann es immer noch nicht nachvollziehen und finde es nicht nur verwerflich, sondern gefährlich.

Daher freut es mich, auf dieses Gespräch gestoßen zu sein. Man mag Meinungen teilen, oder auch nicht, aber alle Meinungen sind ein Beitrag dazu, im gemeinschaftlichen Diskurs die besten Lösungen für die Gemeinschaft zu finden.

‚Die Causa Guérot‘  _ Silke Schröder im Gespräch mit der Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot.

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Kreise schliessen sich

Bettina Wegner war in einer Jugend eins meiner Idole. Rauf und runter habe ich ihre Lieder gehört, habe ihre Texte genossen. Ich habe sie bewundert. Dann habe ich mich auf den Weg gemacht in die Welt. Meine deutscher kultureller Nährboden mischte sich mit neuen Zutaten, wurde überlagert wie der Humus im Wald mit immer neuen Blattschichten.

Jetzt bin ich seit einiger Zeit wieder in Deutschland,  durch die äußeren Umstände bedingt kommt mein Nährboden in Bewegung und  wie bei einer geologischen Faltung und Verschiebung kommen tief liegende Schichten wieder zum Vorschein.

Heute habe ich bei meiner Wanderung durch den virtuellen Kosmos des Internets diesen Konzertmitschnitt gefunden, habe sie wiedergefunden. Aufmerksam habe ich zugehört. Voller Erinnerungen, voller Vertrautheit, voller Freude.

Am 16.12.2022 gab Bettina Wegner in der Waschhaus-Arena in Potsdam ein vorweihnachtliches Konzert mit den Musikern von L´art de Passage, Stefan Kling, Piano, Wolfgang Musick, Bass & Tobias Morgenstern, Akkordeon.

 

Soweit meine Vorschläge, für eine  ruhige Minute mit offenem Ohr, Geist und Herz.

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berlin _ 1028 _ KUKUmobil

Zum 3. Advent, mit 90 Bautagen hinter uns und dem ein oder anderen noch vor uns und mit einem Glas Ingwer-Apfel-Zitrone-Heissgetränk in der Hand:

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berlin _1026

Das KUKU-Räucherhäuschen

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berlin _ 1024

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berlin _ 1025 _ empfehlung

Wenn ich stundenlang am Computer sitze und meine Ordner auf der Suche nach guten Fotos durchforste, höre ich gerne irgendwelche Podcasts, Interviews,….

Bei der Auswahl des Fotomaterials für die letzten Bautagebucheinträge haben mich zwei Interviews begleitet, die ich euch gerne ans Herz legen möchte. In beiden habe ich mich in Vielem, was dort gesagt wurde, wiedergefunden. Beide sind sie nicht kurz, aber ich finde, es lohnt die Zeit Ohr, Herz und Verstand zu öffnen:

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berlin _ 1023 _ KUKUmobil

Warten auf gutes Wetter

 

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berlin _ 1022 _ fundstück

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berlin _ 1021

Da werden tatsächlich kollegiale Gefühle in mir wach:

 

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cottbus _ 1017 _ Ankündigung

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Cottbus bleibt das Ziel der Jungfernfahrt des KUKUmobils. Daran hat sich nichts geändert. Was anders ist, ist das Datum. Wir haben gelernt, uns etwas mehr Luft zu geben bei der Planung. Wir gehen davon aus, dass wir es schaffen, das KUKUmobil vor Ende 2022 fertigzustellen. Trotzdem wollten wir nicht zu eng planen, UND…..

…..auf diese Art und Weise begleiten wir die Ausstellung „Der Klang des Papiers“ bis zu ihrem Ende am 12.02.2023, und unser Aufenthalt schließt die Woche der Winterferien mit ein. Das bedeutet, dass all die, die den Schnee suchen, in der zweiten Woche kommen werden, und all diejenigen von euch, die hier bleiben, Zeit haben für einen Ausflug nach Cottbus. 🙂

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cottbus _ 1016 _ textil

Nach einer längeren Unterbrechung ist es wieder einmal so weit: die Kisten mit dem Material werden zusammengepackt, die freien Rahmen zusammengesucht, das Werkzeug sortiert, die kleinen Bibliothek ebenfalls, und alles zusammen ins Auto verfrachtet.

Diesmal ist das Ziel allerdings nicht eine VHS in Berlin, sondern liegt in Cottbus, im Brandenburgischen Landesmuseum für Moderne Kunst, dem BLMK. Der Wochenendkurs ist Teil des Museumsatlier-Programms und begleitet die Ausstellung „Der Klang des Papiers“, in der eine meiner Arbeiten zu sehen ist.

Eigentlich sollte es ja auch die Jungfernfahrt des KUKUmobils sein. Doch davon erzähle ich später noch etwas ausführlicher, denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Was jetzt nicht sein konnte, weil das KUKUmobil noch nicht fertig ist, das wird Ende Januar sein.

 

Aber jetzt erst einmal zurück zum Kurs. Denn wie immer und jedes mal aufs Neue ist es für mich ein wunderbares Erlebnis, anderen Menschen meine Begeisterung für die Bildwirkerei weitergeben zu können. Manchmal zündet die Flamme und züngelt sich durch das weitere Leben, manchmal erlischt sie nach den drei intensiven Tagen, die der Kurs dauert, weil es draußen stürmt und die innere und äußere Ruhe sich nicht einstellt; manchmal auch, weil man ausprobiert und für sich festgestellt hat, dass die Langsamkeit der Bildwirkerei doch nicht das ist, was einen mit sich selbst verbindet und die Zeit vergessen lässt.

Inspirierende Räumlichkeiten standen uns diesmal zur Verfügung. Ich war es schon so sehr gewöhnt, Tische umzustellen und mit der Buntheit meiner Wolle gegen die Klassenzimmeratmosphäre in den VHS-Räumen anzukämpfen, dass mich ein angenehm vertrautes Gefühl überkam, als ich in den Werkstattraum des Museums eintauchen durfte: alles voller Material zum kreativen, künstlerischen Arbeiten. Keine Notwendigkeit, den Raum mit einer anderen Energie zu füllen, die waberte schon zwischen den Wänden und wartete nur darauf eingefangen zu werden.

Das, und die gute Stimmung, für die Antje, Sybille, Barbara, Uta, Karla, Edeltraud und Sabine gesorgt haben, ihre Bereitschaft, sich auf diesen Ausflug in die Welt der Fäden einzulassen, mit Entdeckerfreude und Konzentration, hat dieses Wochenende zu einem Genuß gemacht.

Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich über einen Kurs berichte. Es wird euch bekannt klingen, dieses immer wieder neue Erstaunen und die Freude darüber, wie nach dem  Einrichten des Webrahmens, das für alle gleich ist, die Arbeit an jedem Rahmen ihren ganz eigenen Weg findet, und die Ergebnisse in ihrer Einzigartigkeit  Zeugnis geben von der Verschiedenartigkeit menschlicher Wesen und der Fähigkeit, diese durch die Bildwirkerei zum Ausdruck zu bringen und mit anderen zu teilen, um sich gegenseitig zu bereichern. Drei Tage reichen aus, um das erlebbar zu machen.

 

Der Plon

Tja, ist man in der Spreewaldgegend unterwegs, dann darf er wohl nicht fehlen, der Plón. Ich bin ihm nur einmal in einer Folge des „Spreewaldkrimis“ begegnet, und jetzt, im Kurs, ein zweites Mal.

Der Plón (niedersorbisch für Drache, obersorbisch zmij) ist ein Hausgeist der sorbischen Mythologie. Er zeigt sich nur selten, jedoch kann man ihn manchmal in den Abendstunden am Himmel oder auf dem Scheunendach sehen.

Ähnlich anderen Hausdrachen bringt der Plón unverhofft Reichtum ins Haus. Im Austausch verlangt er jedoch, dass man ihn mit Hirsebrei und Keksen füttert. Je nachdem, was der Drache bringt, wird manchmal zwischen Getreidedrachen (žitny zmij), Milchdrachen (mlokowy zmij) und Gelddrachen (pjenježny zmij) unterschieden.

Die Landschaft

(1)

Ich weiss nicht, ob es eine konkrete Landschaft ist, die hier als Vorlage dient, ob es die Erinnerung an einen Spreewaldspaziergang ist, oder ein Bild aus einer ganz anderen Welt.

Landschaften sind immer eine Herausforderung, weil sie, egal welche, eine Unmenge an Emotionen in sich bergen, die mit dem Bild vermittelt werden wollen / sollen. Ich kann das gut nachvollziehen, auch, wenn es für mich als Kursleitende nicht immer leicht zu begleiten ist, denn die Gefühlslandschaft, die als Ausgangspunkt dient, ist eine ureigene, die wir in uns tragen. Auf dem Papier, in der Webvorlage, ist nur ein Teil von ihr enthalten. Der Rest ist eine Ahnung.

(2)

Bei den erdachten Landschaften ist es etwas einfacher. Es geht um eine besondere Stimmung, die man vermitteln möchte. Durch bestimmte Symbole, wie den silbernen Mond, das alleinstehende Haus…. kommt diese Stimmung für den Betrachter nachvollziehbar zur Geltung.

Und auch hier: Wie silbern der Mond… Sind wir Mondmenschen?  Klingt es warm oder kalt in uns an? Empfinden wir die Wärme, die das kleine Häuschen inmitten der Hügellandschaft mit der unendlich großen Weite des Nachthimmels, der sich über ihm spannt, durch das kleine Fenster ausstrahlt? Oder fühlen wir eine gewisse Verlorenheit? Mag sein, dass es sogar von unserer Tagesform abhängt, ob so …. oder so.

Geometrie

Geometrische Kompositionen kommen in den Workshops immer wieder vor. Sie bieten eine gute Möglichkeit, Grundlagen der Wirkerei umzusetzen, auszuprobieren und zu variieren: den Charme der Diagonalen, die Einfachheit der Horizontalen, die Herausforderung der Vertikalen und des Kreises.

Diesmal kam von allem etwas vor:

(1)

Eine Komposition von rechteckigen Farbflächen:

(2)

Eine Komposition von Dreiecken:

(3)

Eine Pyramide:

(4)

Der Kreis

Sieben Frauen, sieben Leben, sieben unterschiedliche Herangehensweisen, sieben unterschiedliche Werke. Ich liebe es, in diese Vielfalt einzutauchen.

Einmal mehr: DANKE an euch SIEBEN, dass ihr ein kleines Stück Weg mit mir gegangen seid. Ich hoffe, es hat euch ebenso bereichert, wie mich.

Ihr habt keinen fertigen Teppich gesehen. Das hat auch seine Gründe. Recht früh schon, am zweiten Kurstag, habe ich angeboten, dass all diejenigen, die wollen, den Rahmen mitnehmen und den Teppich in Ruhe zuhause fertig weben können, sollte die Zeit nicht reichen. Wir hatten eine lange Fahrt vor uns und wollten nicht zu spät nach Berlin zurückkommen, daher konnte ich nicht, wie sonst so oft, eine oder zwei Stunden hinten dranhängen. Dann wären vielleicht drei oder vier Teppiche fertig geworden.

Aber ich komme ja wieder nach Cottbus. Die Reise mit dem KUKmobil ist ja nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. Und in der Zwischenzeit brauche ich die Webrahmen nicht. Gerne haben fast alle Kursteilnehmerinnen von dem Angebot Gebrauch gemacht und so blieb auch der Sonntag sehr entspannt.

Nur die Pyramide ist trotz des Wegfalls des Zeitdrucks fertig geworden:

Alle anderen Arbeiten werde auch ich erst im Februar zu Gesicht bekommen, wenn ich meine Jungfernfahrt mit dem KUKUmobil nach Cottbus mache und eine Weile vor dem Museum stehen werde. Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse.

Die Ausstellung ist übrigens auch noch bis Februar zu sehen. Also gerne vorbeischauen. Sie ist einen Besuch wert, so wie der Rest des Museums und, natürlich, das KUKUmobil, wenn euer Besuch in diese Zeit fallen sollte.

 

Text aus der Museums-Website. Link hier

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berlin _ 1020 _ KUKUmobil

Bautagebuch. XVII

Kein Durchblick mehr !

Wir haben uns ein wenig Zeit gelassen. Es kam in Gudrun und mir eine leichte Wehmut auf, nach der langen Zeit, die wir an dem Ständerwerk gearbeitet hatten, es aufgebaut zu sehen, sich daran zu freuen, wie es wirkt: zuverlässig, solide, ausgewogen….. schön …. und zu wissen, dass alle Schritte, die nun folgen unweigerlich dazu führen werden, es aus dem Auge zu verlieren. Klar ist das notwendig, und in einigen Wochen werden wir uns ebenso oder sogar noch mehr über das KUKUmobil mit Fassade freuen, und es bleiben uns immer die Fotos, aber doch…..

…. ein wenig Wehmut ist halt mit dabei, und das Bedürfnis, noch einmal liebevoll über all die Balken zu streichen die wir wochenlang  in unseren Händen hatten.

Der geplante Wandausbau nach innen, mit dem wir anfangen werden, besteht aus einer 12 cm dicken Schicht aus Holzfasermatten. Wir verlegen eine Doppelschicht aus jeweils 6 cm dicken Matten. Die Riegel und die überkreuzten Streben sind so konzipiert, dass sie unterschiedliche Felder ergeben, die vermeiden, dass wir durchgehende Stöße haben. Ausserdem sitzen die Matten weniger lose und wir vermeiden dadurch vor allem nach aussen hin eine Wölbung der Wände, die die Luftzirkulation hinter der Fassade beeinträchtigen könnte. Im Innenraum sorgen dafür später die steifen Dämmplatten.

Nachteil: das ganze KUKUmobil muss sozusagen zweimal „gestopft“ werden. Und das, wo die Faserplatten nicht wirklich bequem zu schneiden sind. Nur gut, dass Gudrun das bei der Planung berücksichtigt hat und das Ständerwerk den entsprechenden Abstand hat, um die Matten zumindest teilweise in ihrem vollen Mass einzusetzen.

Zuvor geben wir dem KUKUmobil die untere Bodenkontur, die spätere Auflage für: Sockelleiste mit Elektrik und Dämm- und Wandplatten. Gleichzeitig dient diese Konturleiste uns als Widerstandsfläche, um das Dämmmaterial mit etwas Druck in die freien Felder zwischen dem Ständerwerk einzupassen. Dieser kleine 10 cm hohe Abschluss ändert das Raumgefühl vollkommen.

Hinter den OSB-Sockelplatten verläuft die Intello- Klimamembran, die Dampfbremse, die eingesetzt wird, um das Eindringen von Feuchtigkeit aus der Luft des Innenraumes in die Wärmedämmung zu verhindern. Sie wird normalerweise an der warmen Seite der Wärmeschicht (Rauminnenseite) angebracht und luftdicht ausgeführt.

Also sind wir besonders sorgfältig bei der Anbringung und achten darauf, dass die unterschiedlichen Schichten der Membran sich ausreichend überlappen und alles gut abgeklebt ist, kein Riss, kein Loch, keine Falte, keine Blase und natürlich kein Spalt.

Nachdem wir die klare Kontur am Boden und in den Ecken geschaffen haben, kann der Dämmstoff rein.

 

TAG 1

 

TAG 2

Dann wird es fusselig. Japansäge, Teppichmesser….. am Ende ist es das berühmte Brotmesser, mit dem diese Fasermatten am besten zu schneiden sind, und mit einer festgeklemmten Hilfslatte, die die Fasern zusammendrückt und es damit ein klein wenig einfacher macht.

So, jetzt steht er da, der Raum. Es ist das erste Mal, dass ich ein klares Gefühl dafür bekomme, wie es sein wird, wenn mein Webstuhl und ich hier einziehen. Während der Bauarbeiten hatte ich sehr schwankende Eindrücke, mal abhängig von der Tagesform, mal vom Bauabschnitt. Da kam alles vor. Auf der Seite des Zweifels: Anhänger zu hoch, Decke zu niedrig, Raum zu klein. Auf der Seite der Bestätigung: genau richtig!!!

Jetzt, da der Raum zwischen Vorstellung und Realität immer enger wird, macht sich eine Sicherheit in mir breit, dass wir die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Beweisen wird sich das, wenn der Webstuhl aufgebaut wird.

Und während ich fleissig fussel und pfriemel, ist Gudrun damit beschäftigt, die nächsten Schritte vorzubereiten, die Elektrik zu planen, die entsprechenden Bestellungen zu machen und vor allem sich Gedanken darüber zu machen, wie die Sicherung des Hauses auf dem Anhänger tatsächlich aussehen soll!!! Und was alles jetzt zu bedenken und anzubringen ist, damit es später gut funktioniert.

 

 

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berlin _ 1019 _ KUKUmobil

BAUTAGEBUCH. XVI

Während die einen am Dach arbeiten, also „jenseits“ der Dämmplattenschicht, auf dem Gerüst jonglierend und Schrauben in die Dachsparren „jagend“, gibt es auch für die andere Seite genug zu tun.

Erstens haben wir an allen Stellen im Ständerwerk wo die Streben auf die Balken stoßen die Zapfenverbindung durch Holznägel verstärkt. Insgesamt sitzen im Ständerwerk nur 12 lange Schrauben. Bei allem anderen wollen wir auf Schrauben und Nägel verzichten, soweit es geht, und  dort konsequent mit traditionellen „Holzlösungen“ arbeiten.

Und dann sind natürlich auch die Platten vorzubereiten, die die Decke bilden sollen. Insgesamt wird das KUKUmobil ja eine sehr zurückhaltende, minimale Innenausstattung haben, die sich auch Befestigungspunkte für die Landung (Webstuhl und Material), ein Regal für die Materialkisten und eine Technikbox und die Beleuchtung beschränkt.

Für die Decke hatten wir anfänglich sehr dicke Multiplexplatten vorgesehen, haben uns dann aber umentschieden, natürlich vor allem aus Gewichtsgründen, dann aber auch unter Berücksichtigung der geringen Abstände zwischen den Befestigungspunkten. Die Wänden sind sogar nur 8 mm dick, denn da haben wir ja zusätzlich noch die steifen 3cm dicken Dämmplatten, die der Wand Festigkeit geben.

Also: Decke Kiefer, Wände Buche. Und sie werden weiss sein. Die Platten sind zuzuschneiden und entsprechend zu bearbeiten: schleifen, eine kleinen Fase anbringen, grundieren, schleifen, streichen, schleifen, nochmal streichen.

Da kommen ganz schön viele Kanten- und Flächenquadratzentimeter zusammen, wir sind  froh über jede Unterstützung. Hannes hat uns beim ersten Arbeitsabschnitt geholfen.

Wir haben für den Anstrich Öl gewählt, Grundieröl und Standölfarbe, unter anderem auch, weil die Farbe ebenso gut für den Innen- und den Außenbereich einsetzbar ist, und auch wenn diese Platten alle unter das Dach kommen, so ist der Raum des KUKUmobils, wenn die Schiebefalttür geöffnet ist, doch immer auch wieder offen und öffentlich.

Ich hatte noch nie mit Öl gearbeitet und war erst verunsichert, als ich die Platten nach dem zweiten Anstrich eher seidigglänzend als seidenmatt vor mir liegen hatte. Als es später an den Anstrich der Wandplatten ging, werden wir versucht, die Ölfarbe durch Terpentinzugabe stumpfer zu machen, aber dann wird auch deutlich, dass die Fläche viel empfindlicher sein werde, jeder Fingerabdruck zu sehen sein wird, und, und, und…..

Letztendlich, nachdem wir die Deckenplatten angebracht haben, haben wir festgestellt, dass dieser zurückhaltende Glanz nicht störend ist, sogar eher hilfreich für eine gute Ausleuchtung des kleinen Raumes. Und bei den Wänden ist ganz klar: Pflegeleichtigkeit steht über Mattigkeit.

 

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berlin _ 1018 _ KUKUmobil

BAUTAGEBUCH XIV

Das Dach. Teil IV

56 Bautage und ein Richtfest sind inzwischen vergangen. Aber die Arbeit geht natürlich weiter. Augenblicklich konzentrieren wir uns darauf, dass der Webstuhl sein Dach über dem Kopf bekommt, der Raum zum Raum  wird und wir irgendwann mal soweit sind, die Plane nicht mehr zu benötigen. Das wird ein wichtiger Moment sein. Derzeit noch nicht in Sicht, aber deshalb umso intensiver in unseren Gedanken.

Also: DAS DACH. Der Plan steht: WINDRISPE; OSB-Platten; FASERMATTE….. BLECH. Jetzt, wo das Dach durch die zwischen den Sparren liegenden Dämmplatten geschlossen ist, können wir weiterbauen.

1. Windrispe

Auf jeder Dachseite bringen wir eine Windrispe an, ein sperriges aber dadurch auch stabiles Metallband, welches der Sparren-Struktur einmal mehr Halt gibt gegen die Kräfte, denen das KUKUmobil bei der Fahrt ausgesetzt sein wird.

2. Die OSB-Dachplatten

Die Platten liegen schon zugeschnitten bereit. Wir fangen mit der steilen und kürzeren Dachseite an, denn da liegen die Platten nebeneinander und ihre Größe macht es uns möglich, sie auch ohne Baugerüst anzubringen.

Vorher werden alle Stöße verklebt. Das Dach soll ja dicht sein. Und da, wo die Windrispe verläuft, fräst Gudrun eine Vertiefung in die Dachplatten. Die Platten sollen bündig aufliegen und sich nicht wölben müssen, dort, wo die Dicke des Metallbandes sich dazwischenschiebt.

Die schmale Seite ist fast geschafft. Auf der anderen Dachhälfte werden die Platten versetzt der Länge nach angebracht. Das ist vor allem für die erste Reihe am Giebel eine Herausforderung, denn das Dach ist noch nicht auf der gesamten Fläche belastbar, sondern nur auf den Sparren.  Also entweder, wir balancieren wie die Katze auf dem Dach, oder wir organisieren uns eine belastbare Struktur.

Mit dem Balancieren ist es so eine Sache. Für ein Foto wäre es vielleicht noch gegangen, aber zum arbeiten……..?! Dann doch lieber so sicher wie möglich stehen, schliesslich soll ja weder Knochen noch Platte zu Bruch gehen bei der gesamten Aktion.

Da sind uns das Bau-Gerüst aus der KMH und die Körperkraft von Uli eine große Hilfe. Ich hätte mich schwer damit getan, die schweren Platten auf das Dach zu bringen.

Auch hier haben wir alle Stöße verklebt, und dann war es auch so weit, die Wirrfasermatte auszulegen, die das Dach noch einmal zusätzlich isolieren soll, auch vor dem Prasseln des Regens. 🙂 Ich bin sehr gespannt, wie sehr das zu hören sein wird. Im Zelt finde ich es immer sehr romantisch, auch auf dem Autodach. Aber wenn mich dann mal irgendwo auf der Reise ein Dauerregen erwischt, bin ich vielleicht froh diese Matte über meinem Kopf zu haben, so wie ich sicherlich froh sein werde, die Fußbodenheizung unter meinen Füßen zu haben.

An allen Seiten gibt es derzeit noch Dachüberstand. Der wird vor den nächsten Arbeitsschritten abgesägt.

 

 

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cottbus _ 1015 _ fundstück

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