berlin _ wissen 1375 _ KUKUmobil

DER Tag

Jetzt ist er endlich gekommen, der Tag, an dem die große Reise beginnt……

Ich habe vor Aufregung kaum geschlafen, bin früh raus aus dem Schlafsack, um alles zu verzurren und das KUKUmobil abfahrbereit zu haben für den Moment, wenn Martin mit seinem mächtigen RAM auftaucht.

Und dann kam er, morgens um sechs, wie die kleine Hex‘ und im Handumdrehen war das KUKUmobil angehängt, durch das Tor und weg. Und wenn da nicht der seltsame Fleck auf dem Tartanboden wäre, könnte man fast denken, es wäre nie dagewesen.

Wir sind gut und zügig voran gekommen und ich habe mich endlich etwas entspannt. Es tut so gut, jemanden wie Martin am Steuer zu haben: die Ruhe selbst, geduldig mit mir, und souverän mit dem KUKUmobil.

Wir sind gut vorangekommen und weil die Gespräche mit Martin immer so unterhaltsam sind, kam uns die Reise kürzer vor, als sie eigentlich war.

Immerhin sind neun Stunden zusammengekommen. Es sind halt nur die 80 KM/h mit denen man über die Autobahn zuckeln kann. Dafür aber eine  schöne Landschaft.

In Wissen wartete schon ein keines Empfangskomitee auf uns. Der Platz ist perfekt. Ich denke er wird uns Freude machen und wir werden uns bemühen, diese an die Menschen in und um Wissen herum weiterzugeben.

Morgen wird aufgebaut, heute hab ich nur den Webstuhl von der Verzurrung befreit, dass er wieder atmen kann. Und morgen erzähle ich euch mehr, auch über das Begleitprogramm, falls ihr in der Gegend seid und Lust habt, vorbei zu schauen.

Jetzt erst einmal nur da Wichtigste: Die Reise hat begonnen und das erste Ziel ist erreicht.

 

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berlin _ 1374 _ KUKUmobil

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berlin _ wissen _ 1373

Es geht los!!!

Die Winterpause ist fast zu Ende und das KUKUmobil bereitet sich auf die große Reise vor. Die Kisten und Kästen mit den Garnen und dem Werkzeug sind sortiert, einiges geht morgen noch von hier nach da, von da nach hier.

Donnerstag wird alles verzurrt und am Freitag brechen wir ganz früh morgens auf, um möglichst bei Tageslicht am neuen Standort anzukommen: Wissen an der Sieg, Rathausstraße 32.

Immerhin fast 600 km von Berlin bis zum neuen Standort. Wenn man nur mit 80 km/h voran kommt, dann bedeutet das schon einige Stunden unterwegs zu sein.

Dort wird das KUKUmobil sich warm laufen, wird hoffentlich viele Menschen neugierig machen auf  die Welt der Bildwirkerei. Als Offene Werkstatt wird das KUKUmobil der perfekte Raum sein, in dem zu sehen ist, wie die Arbeit an einem Hochwebstuhl abläuft. Vielleicht ergibt sich sogar die Möglichkeit, eine kleine Pop-Up-Ausstellung zu organisieren.

Wir werden sehen, und in den kommenden Tagen hier darüber berichten. Jedenfalls macht sich in mir das Reisefieber schon breit. Ich freu mich, dass es nun endlich wieder auf Tour geht und ich bin dankbar für die Unterstützung aller, die gerade dabei sind, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

Im Altenkirchener Kurier ist schon ein Artikel erschienen, der das Kommen des KUKUmobils ankündigt:

 

 

 

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potsdam _ 1372 _ bäume

Mein Freund, der Baum…..

 

Seitdem ich vor wenigen Wochen die Dicke Marie im Tegeler Forst besucht und danach über die Nationalerbe-Bäume gelesen habe, ist mein Blick wach für die alten Genossen und Genossinnen…

Die Deutsche Dendrologische Gesellschaft (Vereinigung für Baumkunde) wurde 1892 gegründet. 2019 rief sie ein fünfköpfiges Kuratorium ins Leben. Seine Aufgabe ist es,  100 „Nationalerbe-Bäume“ mit über 400 cm Stammumfang und möglichst über 400 Jahren Alter zu benennen, damit sie geschützt werden können und, was ich faszinierend finde: in Ruhe und Würde altern können, frei von der Notwendigkeit Schönheitsvorstellungen  oder Sicherheitsbedürfnisse erfüllen zu müssen, die so oft dazu führen, dass alternde Bäume zurechtgestutzt oder gefällt werden.

Auf der Freundschaftsinsel in Potsdam, gleich wenn man aus dem Bahnhof kommt und sich rechterhand über die Brücke Richtung Sanssouci begibt, sieht man eine beeindruckende Baumruine. 2022 ist die Buche frühzeitig mit noch nicht mal 100 Jahren an einer Komplexkrankheit gestorben.

Auf ihrer Leiche tummeln sich jetzt Insekten und Pilze. Alles spannend, alles interessant, aber: der Baum ist tot.

Der Klimawandel wird all diejenigen, die sich beruflich mit dem Erhalt unserer Parkanlagen und Gartenlandschaften beschäftigen vor große Herausforderungen stellen. Der alte Baumbestand leidet unter den Veränderungen des Klimas: Hitze, Wassermangel, Extremwetterlagen, das sind alles Stressfaktoren. Und auch wenn alte Bäume Lebenserfahrung gesammelt haben und bis zu einem gewissen Punkt stresserprobt sind, ist es eben nur bis zu einem gewissen Punkt und wenn es zu viel wird, dann ist es zu viel.

Sehen tun wir Laien das ja erst viel später, eigentlich erst dann, wenn es fast schon zu spät ist. Das habe ich inzwischen begriffen. Aber ahnen können wir es immer mehr. Und es ist nicht so, als ob ich jetzt nur noch tote Bäume um mich herum wahrnehmen würde, aber ich mache mir immer mehr Gedanken dazu.

Beruhigend ist es, zu wissen, dass viele andere das natürlich auch tun und sie dazu noch über das entsprechende Fachwissen verfügen. Ich habe in der Berliner Morgenpost  einen Artikel vom Juni 2023 gefunden in dem es genau darum geht:  Baumsterben in historischen Parkanlagen, in diesem Fall in Sanssouci, und wie man dem begegnen kann.

„Ein Großteil unserer Bäume wird absterben“, meint Gartenarchitekt Sven Kerschek in Potsdam, der die Parks seit langem betreut und früher Chefgärtner war.

Neue Erkenntnisse erhoffen sich die Fachleute vor allem von einer neuen Branitzer Baumuniversität in Cottbus, die der Bund mit fünf Millionen Euro fördert. Sie soll im kommenden Jahr entstehen und gilt als größtes Modellprojekt der Bundesregierung für den Erhalt historischer Gärten im Klimawandel.

Da schließt sich mein kleiner Erfahrungsbericht, und ich erinnere mich gerne an den langen Spaziergang durch den Fürst-Pückler-Park in Branitz, als ich mit dem KUKUmobil vergangenes Jahr in Cottbus stand.

 

 

 

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berlin _ 1371 _ textil

Aufbruch _ Abschied

Bald ist es soweit. Am 23.02.2024 wird das KUKUmobil die erste Etappe seiner Reise zurücklegen. Es geht erst einmal nach Wissen an der Sieg. Dort wird es zwei Wochen stehen, wird sich „warmlaufen“ nach der langen Winterpause. Ich bin so unendlich dankbar darüber, dass ich an diesen Ort stehen durfte.

Ich habe eine kleine Abschiedsserie begonnen. Tartan, Meerlagunengrün, Moos….

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berlin _ 1370 – fundstück

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berlin _ 1369 _ fundstück

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berlin _ 1368 _ fundstück

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berlin _ 1367 _ fundstück

Übrigens: diese Berliner Erfindung erlebt ein Revival: Nachdem 2019 der Betreiber Ilg-Außenwerbung das Geschäft von Wall übernommen hatte, wurden berlinweit zunächst 2500 der alten Säulen abgebaut. Mittlerweile stehen 1480 neue – und es kommen immer mehr dazu.

Sara Orlos Fernandes hat vor Kurzem in der BZ dazu einen kleinen Artikel veröffentlicht.

Ich mag sie. Und ich fänd es toll, wenn es nicht nur Werbe- sondern auch Bürger-Kommunikationsflächen werden würden, so ’ne Art Wandzeitung, Schwarzes Brett… keine Ahnung. Aber das wäre vielen vielleicht wiederum wohl zu „schubbelig“.

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bratislava _ 1366 – textil

Bratislava

Ein einziger Punkt stand auf meiner MUST-SEE-Liste schon bevor ich nach Bratislava gefahren bin. Ich meine, neben dem Wiedersehen mit Tereza, das mich ja überhaupt in diese Stadt geführt hat. Das einzige, was ich vor Reiseantritt gemacht habe, war, den Wikipediaeintrag über Bratislava zu lesen. Der ist recht ausführlich, und ehrlich gesagt habe ich einiges nur überflogen, ABER da stand doch tatsächlich in einem knappen Satz: Im 1781 erbauten Primatialpalais (Primaciálny palác), dem heutigen Sitz des Bürgermeisters, wurde 1805 der vierte Frieden von Pressburg unterzeichnet. In der dortigen Galerie sind unter anderem sechs englische Gobelins aus dem 17. Jahrhundert ausgestellt, die die Geschichte von Hero und Leander aus der griechischen Mythologie erzählen.

VI. Die Gobelins im Primatialpalais

1903 wurde das Palais vom Erzbischof an die Stadt verkauft. Bei den Sanierungsarbeiten entdeckte man eine bis dahin unbekannten Serie von sechs Gobelins aus dem 17. Jahrhundert. Sie basieren auf den Entwürfen des aus Rostock stammenden Malers Franz Cleyn und erzählen die Geschichte von Hero und Leander.

Cleyn kam  1599 an den Hof König Christians IV. von Dänemark in Kopenhagen. 1611 wurde er zum Hofmaler ernannt. 1617 erhielt er das Bürgerrecht von Kopenhagen. 1624, ausgestattet mit Empfehlungsschreiben von Sir Robert Anstruther, außerordentlicher Botschafter Englands am dänischen Hof sowie von Sir Henry Wotton, dem damaligen englischen Botschafter in der Republik Venedig, nach England zu Charles, zu der Zeit Prinz von Wales. Da dieser außer Landes war, wurde er von James I. empfangen. Dieser sah in ihm genau den Mann, den er für die neue Wandteppichmanufaktur benötigte, die er unter Sir Francis Crane in Mortlake bei London hatte einrichten lassen, die Mortlake Tapestry Works. Da Cleyn zur Beendigung einiger Arbeiten nach Dänemark zurück musste, James I. ihn aber unbedingt nach England holen wollte, schrieb er persönlich an den dänischen König und bat um dessen Freigabe. Der Antrag wurde bewilligt, und Cleyn kehrte nach England zurück und trat in den Dienst von Prinz Charles. Er wurde sofort in Mortlake angestellt.

Die Tapisserien und anderen Produktionen der Manufaktur Mortlake wurden vor allem in Frankreich hoch geschätzt und über den Kontinent verteilt.Wie damals durchaus üblich, wurden bestimmte Vorlagen mehrmals gewebt, mal etwas größer oder kleiner, weil sie an die Wünsche der Auftraggeber angepasst wurden, denn sie wurden immer zusammen mit den Räumlichkeiten gedacht, die sie schmücken sollten. Heute gibt es vollständige Serien in Liverpool, in der Sammlung des Schwedischen Königshauses in Drottningholm, in der Nähe von Stockholm und eben in Bratislava.

Wie genau die Serie der sechs Tapisserien nach Bratislava gekommen ist, weiss man bis heute nicht. Sie haben überlebt, das ist das wichtigste. Und sie werden gezeigt, im heutigen Rathaus. Und sie weisen eine Besonderheit auf: es sind sechs Gobelins, wobei der sechste einem Ausschnitt aus dem fünften zeigt: den traurigen Eros mit zerbrochenem Bogen, der im fünften Gobelin eher am Rande der Bildkomposition auftaucht und im sechsten noch einmal in den Mittelpunkt gerückt wird.

 

Hero und Leander

Gobelins wurden oft als Bildergeschichten konzipiert und erzählen von Schlachten, stellen biblischen Geschehnissen und Gleichnissen dar, oder, wie hier, eine Geschichte aus der griechischen Mythologie.

Der Sage zufolge war Hero eine Priesterin der Aphrodite in Sestos am westlichen Ufer der Meerenge Hellespont. Ihr Geliebter Leander lebte in Abydos am gegenüberliegenden kleinasiatischen Ufer. Da er Hero nur heimlich besuchen konnte, durchschwamm er allnächtlich den Hellespont. Ein Leuchtfeuer, das Hero in einem Turm entzündete, oder eine von ihr dort verwendete Öllampe oder Fackel wies ihm den Weg. Einmal verirrte er sich jedoch bei einem Sturm, der das Feuer auslöschte, und ertrank. Am folgenden Morgen entdeckte Hero seinen angeschwemmten Leichnam am Ufer und stürzte sich vom Turm in den Tod.

 

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Unerfahren in der Liebe, bat Hero ihre göttliche Herrin darum, möglichst lange ein jungfräuliches Leben führen zu dürfen. Doch als eines Tages der schöne Held Leander  in Sestos auftaucht ist wenig später um beide geschehen. Der Pfeil sitzt. Sie verlieben sich heftig ineinander.

 

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Als Priesterin ist Hero nicht frei in den Entscheidungen ihres Herzens. Auch sind die beiden sich sicher, dass ihre Eltern die Verbindung zwischen ihnen nicht gutheißen würden. Deshalb halten sie ihre Liebe geheim.

 

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Leander wohnt in Abydos, einem auf der anderen Seite des Hellesponts gelegenen Ort. Um zu Hero zu gelangen, muss er nachts die Meerenge durchschwimmen. Damit er den Weg zu ihr finden kann, zündet Hero jeden Abend eine Lampe an. Sie wird zum Sinnbild ihrer Liebe. Ihr schwaches Licht allein schon spornte Leander an, die Strecke durch die Meerenge zu bewältigen.

 

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Obwohl beiden die Gefahr bewusst ist, dass die Lampe bei stürmischem Wetter gelöscht werden könnte, läßt Hero eines Nachts voller Sehnsucht nach ihrem Geliebten die notwendige Vorsicht außer acht.Hier sieht man Eros mit dem leitenden Licht und im Hintergrund erahnt man schon, was sich da zusammenbraut.

 

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So geschieht es, dass ein Sturm das Licht ausbläst. Leander verliert die Orientierung und ertrink im Meer. Als anderntags seine Leiche ans Gestade von Sestos gespült wird, stürzt sich Hero in Trauer und Schmerz von einem Turm und folgt ihm in den Tod.

Gemälde Hero und Leander von Domenico Fetti – 1. Kunsthistorisches Museum Wien, Bilddatenbank.2. gallerix.ru, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5224487

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Die Serie in Bratislava endet mit der Darstellung der verzweifelten Hero und des traurigen Eros. Ihr Freitod hätte das Motiv des sechsten Gobelins sein können. Doch das war wohl dann doch zu heftig, oder die Wand war zu klein….

Hier ein Link zur Gobelinmanufaktur in Bratislava. Ich habe sie leider nicht besuchen können. Vielleicht beim nächsten Mal.

 

 

Und noch ein kleines Anhängsel zum Thema unglückliche Liebespaare: Ins deutsche Liedgut hat diese tragisch-schöne Sage mit den Strophen „Es waren zwei Königskinder“ Eingang gefunden.

Rudolf Schock, René Kollo…. im Internet gibt es die verschiedensten Versionen, gesprochen, gesungen, einzeln und im Chor….. wir haben die Balladen für Kinder von Lutz Görner immer gerne gehört, als die Kinder noch klein waren. Hier seine Version dieses deutschen Volksliedes:

 

 

 

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bratislava _ 1365 _ unterwegs

Bratislava

V. Kleine Karpaten

Die Karpaten. Mir  klingt das nach Wölfen und Bären und Beeren und Pilzen und Wald, viel Wald. Und eher nach Trollen und Wurzelwesen als nach Elfen. Also irgendwie eher rau und etwas düster  als luftig-leicht und licht. Vielleicht, weil direkt im Anschluss Transsylvanien kommt…..

Nun, seitdem ich einen Tag durch die Inneren Westkarpaten gewandert bin, denn das ist der Teil dieser Gebirgsregion, der an den nördlichen Stadtrand Bratislavas stößt und leicht mit den Großstadt-Öffis zu erreichen ist, verbinde ich sie außerdem noch mit extrem gut beschilderten Wander- und Fahrradwegen.

Verrückt, ich hatte nur einen Wintertag zur Verfügung mit seiner eh begrenzten Zahl an tageslichthellen Stunden, aber wenn dem nicht so ist, dann könnte man Tage und Tage und Tage weiter wandern, im leichten Bogen nach Südosten, und irgendwann käme man dann über die Ukraine und Rumänien in Serbien an. Und im allerbesten Fall begegnen einem dabei Menschen, die in die entgegengesetzte Richtung wandern und denen  man freundlich zunickt, wie das so ist, wenn man wandernd unterwegs ist. Wie es tatsächlich ist, weiss ich nicht. Ob es geht, überhaupt und derzeit, weiss ich nicht. Aber es ist beeindruckend.

Immerhin bin ich eine kleine Strecke auf dem Cesta hrdinov SNP (Weg der Helden des Slowakischen Nationalaufstandes; auch nur Weg der Helden) gelaufen. Laut Wikipedia einem der bedeutendsten Fernwanderweg der Slowakei. Die knapp 770 km lange Trasse verbindet viele Orte miteinander, die mit dem Slowakischen Nationalaufstand oder der Befreiung der Slowakei in den Jahren 1944 und 1945 verbunden sind. Durchschnittlich braucht man drei bis vier Wochen, um den ganzen Weg zu bewältigen. Das rote E8, das auf den Fotos der Wegweiser immer wieder auftaucht, ist die Markierung des Europäischen Fernwanderwegs. Irgendwann werde ich solch einen Weg mal wandern.

 Der Fernsehturm am Anfang meiner Wanderung

Zum großen Teil ist es Buchenwald, durch den der Wanderweg mich führt. Ich bin etwas überrascht darüber, wie viele Sturmschäden, alte und neue, es gibt und wie viele Bäume nicht unbedingt gesund aussehen. Immer wieder gibt es Lichtungen, an denen „geknabbert“ wird am Baumbestand.  Aber auch in den Wäldern Deutschlands kommt mir oft der Gedanke, wie es ihnen wohl wirklich gehen mag, den Bäumen. Ich weiss, ich sehe sie nur als Laie und erkenne einen ungesunden Baum erst dann als solchen, wenn es so offensichtlich ist, dass man schon weggucken müßte, um es nicht zu sehen. Aber ich weiss auch, dass viele Bäume, die mir noch gesund erscheinen, eigentlich schon schwer zu kämpfen haben, mit den Veränderungen des Klimas, der Hitze, dem Wassermangel. Dass viele, auch wenn sie jetzt für das ungeübte Auge noch so aussehen mögen, eben nicht mehr vor Gesundheit strotzen.

Winter ist nicht die Jahreszeit, die Wälder in ihrer vollen Pracht zeigt, aber es ist die Jahreszeit, die Durchblick gewährt. Ich mag das. Auch. Sehr.

Hochsitze. Meine Lieblings-Picknickorte bei Wanderungen.

Der Vorteil für den wandernden Menschen ist an solchen Kahlstellen der Ausblick, der sich bietet.

Biely kríž war auf dieser Wanderung mein „Ziel“. Dort habe ich den Fernwanderweg verlassen und bin nach Osten abgebogen, um von Rača aus mit den Öffis wieder nach Bratislava zurückzufahren.

Ich hatte nicht viel Verpflegung mit, eigentlich nur etwas zum Knabbern. Aber ein MUSS war dabei: HORALKY, knusprige Waffeln mir Erdnussfüllung. Weil: Wanderung und Horalky gehören zusammen, so wie Berge und Edelweiss oder Wollstrümpfe und Wanderschuhe. Zumindest in Terezas Erinnerung, die gut anknüpft an meine manchmal etwas altmodische Art und Weise, ohne Hightech-Ausrüstung und Klamotten durch die Landschaft zu stiefeln.

Übrigens war es ja meine erste Reise in neuer Gesellschaft: nämlich mit meinem neuerworbenen Smartphone. Ich bin ganz begeistert von der Wander-App, die ich mir runtergeladen habe: Mapy.cz Supergut!!!

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bratislava _ 1364 _ unterwegs

Bratislava

IV. Der Ausflug nach Devin

Nicht weit von der Altstadt Bratislavas entfernt liegt Devin, ein kleiner Ort, der seit 1946 Stadtteil der slowakischen Hauptstadt ist. Unterhalb der SNP-Brücke fährt der Bus ab, der einen dorthin bringt. Die meisten Touristen, einheimische und fremde, wissen das, weil es  in allen Reiseführern als eine DER Sehenswürdigkeiten aufgeführt wird.

Denn dort,  am Zusammenfluss von March und Donau hoch über dem davorliegenden Marchfeld, am Fuß des 514 Meter hohen Thebener Kogels, mit dem die Kleinen Karpaten  beginnen, erhebt sich als Ruine einer imposanten Festungsanlage auf dem Felsmassiv die Burg DEVIN.

Das weitläufige Gelände um die Burg ist heute ein Freilichtmuseum , in dem auf zahlreichen Infotafeln auch in deutscher Sprache, denn Österreich liegt nur ein paar Schwimmzüge entfernt, die lange Geschichte dieses Ortes erzählt wird. Ich habe zwar alle Schilder abfotografiert, unter anderem, weil ich keine Lust hatte, sie zu lesen und dachte, ich hol das nach, vielleicht im Bus, vielleicht im Bett, vielleicht im Zug zurück nach Berlin oder zu Hause am Computer beim Sortieren der Fotos. Ich habe es immer noch nicht getan. Sicherlich ist es einfacher, den entsprechenden Wikipedia-Eintrag zu lesen.

Reste der romanischen Kirche aus dem 9.Jhdt.

Wir sind gemütlich über das Gelände des Freilichtmuseums gewandert, haben den Wind genossen und den wunderbaren Blick über die Donau und die Morava, die March, der sich von oben bietet.

 

Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän

UND….. ich habe mein erstes Schiff auf der Donau gesichtet. Die ganze Zeit schon hatte ich mich gefragt, wo denn die Schiffe sind. Donau, das ist doch auch Wasserstraße. Immer wieder kam die Erinnerung aus meiner Kindheit hoch, wenn wir ab und an mal nach Köln gefahren sind und ich dann fasziniert am Rhein saß und die Lastkähne beobachtet habe, wie sie rauf und runter an mir vorbei schipperten, und wie sie mehr oder weniger tief im Wasser lagen, je nachdem, wie voll ihr Bauch war.

Gestern habe ich eher zufällig ein Interview mit dem Mobilitätsforscher Andreas Knie gehört, bei dem es um Transportmittel und um Mobilität ging. Unter anderem kam die Rede auf die Binnenschifffahrt und ihre Bedeutung in der Vergangenheit und Zukunft.

Dort fand ich eine mögliche Antwort auf mein vergebliches Warten auf die Lastenkähne Donau rauf und Donau runter. Keine Ahnung, ob das was in der Donau gerade herrscht, unter dem Gesichtspunkt der Schiffbarkeit als Hochwasser bezeichnet werden kann und es deshalb jetzt keine Kähne auf der Donau gab… (in mir klingt noch die Situation des vergangenen Sommers nach, wo am Rhein der Schiffverkehr stillgelegt werden musste, werden des zu niedrigen Wasserpegels). Ich fand die Überlegung viel interessanter, wie sich die Veränderungen hinsichtlich der zu befördernden Güter, egal von wo nach wo, auf die Binnenschifffahrt auswirkt. Da geht es eben nicht mehr um Kohle, Kies und andere Baustoffe, Schrott und was sonst noch in den Tiefen eines Lastkahns transportiert wurde.

Und wenn ich dann von oben verfolge, wie der Kahn sich gegen die Strömung voran kämpft, wieviel Kraft, sprich Kraftstoff er braucht, dann kommt selbst mir als Laie der Gedanke, dass dieses Transportmittel vielleicht tatsächlich nicht mehr zeitgemäß ist?! Keine Ahnung. Nur Gedanken.

 

Graue Zeiten

Am Fuß der Burg, an der Stelle, wo die March in die Donau fließt und sie die Grenze zwischen der Slowakei und Österreich bildet, befindet sich eine Gedenkstätte, das Tor der Freiheit, Werk des Bildhauers Peter Mészároš. Es erinnert an die über 400 Toten, die zur Zeit des Eisernen Vorhangs versucht haben, hier ihren Weg in die Freiheit zu finden und bei dem Versuch, an das andere Ufer zu kommen, das nur 10, vielleicht 15 Meter entfernt liegt, erschossen wurden.

Nur zwei Tage zuvor hatte mir Terezas Mutter erzählt, wie es war, für viele, die hierher gekommen sind, um ihre Angehörigen zu sehen, auf der anderen Seite der March, diejenigen, die es geschafft hatten. Wie Königskinder, die nicht zusammenkommen können. Weil es eine dunkle Macht gibt, die das verhindern will.

Hier ein kleines Interview mit dem Bildhauer Peter Mészároš in Radio Slowakia International aus dem Jahre 2019.

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bratislava _ 1363 _ fundstücke

 

 

 

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bratislava _ 1362 _ fundstück

 

 

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bratislava _ 1361 _ unterwegs

Bratislava

III: Die Stadt

Tag 1

An der Hand von Tereza geht es morgens zum Kulturzentrum Nova Cvernovka. Im dortigen Coworkingspace  hat die Organisation, für die Tereza derzeit arbeitet, ein Büro angemietet. Während sie ihre To-Do-Liste für den Tag abarbeitet, mache ich meinen ersten Rundgang auf dem Gelände des Kulturzentrums selbst und in der näheren Umgebung.

Eine ausgediente slowakische Litfaßsäule. Heute Pinkelschutz für einen Stadtbaum.

Blick von der Terrasse des Kulturzentrums auf den Gemeinschaftsgarten. Dahinter das Gelände eines ehemaligen Getreidesilos, für das ein Großbauprojekt eine neue Nutzung vorsieht.
Im Hintergrund der Fernsehturm und die Anfänge der Kleinen Karpaten, meinem Wanderziel am Sonntag.
Ausstellung zum Thema „Menschenrechte“ im Foyer des Kuturzentrums.

Tag 2

Allein unterwegs. Mit einem Spickzettel und meinem neuen Smartphone. Da gibt es kein „Verlaufen“ mehr. Die 72 bringt mich an den Rand der Altstadt. Auf meiner To-Do-Liste stehen einige der touristischen Highlights die Bratislava zu bieten hat und eine kleine Spezialität für all diejenigen, die einen besonderen Faible für die Bildwirkerei haben, aber davon in einem gesonderten Beitrag.

Die Sehenswürdigkeiten kann ich alleine abarbeiten, das muss ich Tereza nicht antun. Sie kommt später dazu, um mit mir gemeinsam ihre Mutter zu besuchen.

 

Die Altstadt

Der erste Wolkenkratzer von Bratislava. Da waren 12 Stockwerke noch etwas Besonderes.
Hochwassermarke im historischen Stadtzentrum an der Ecke Laurinská / Uršulínská. Am 5. Februar 1850 kam es aufgrund eines Eisstoßes zu einem Hochwasser, das weite teile der Stadt unter Wasser setzte.
Erinnerung an eines der fünf Stadttore.

Čumil, der “Gaffer”. Skulptur von Viktor Hulék. 1997

Ein Denkmal unterhalb der Burg erinnert an die  Neologe Synagoge. Sie befand sich am Fischplatz (Rybné námestie), unweit des Martinsdoms. Benannt ist sie nach der neologen Glaubensrichtung innerhalb des Judentums im damaligen Königreich Ungarn.

Gebaut wurde sie 1893. Den Zweiten Weltkrieg überstand sie unbeschädigt und es bestanden Pläne, ein Jüdisches Museum im Gebäude zu errichten. Dies wurde jedoch nicht durchgeführt. Stattdessen wurde das Gebäude in den 1960er Jahren vom Slowakischen Fernsehen als temporäres Fernsehstudio benutzt.

Als man den Bau der Neuen Brücke beschloss, begann der weitgehende Abriss des damaligen Stadtviertels Podhradie (Schlossgrund), um Platz für die Zufahrtsstraßen und die Brücke selbst zu schaffen. Dabei wurde die Synagoge 1969 endgültig abgerissen, obwohl sie nicht auf der Trasse lag. Es gab Vermutungen, dass die Demolierung auch aus antijüdischen Gründen der kommunistischen Regierung erfolgte.

Heute befindet sich ein Holocaust-Denkmal von Peter Zalman und Lucia Zalmanova (1996) an der Stelle der demolierten Neologen Synagoge.

Die Neue Brücke, Most SNP, verbindet  Petržalka, südlich der Donau mit dem Rest der Stadt. Die westliche Grenze des Stadtteiles ist identisch mit der Staatsgrenze zu Österreich. Es ist mit 3.948 Einwohner je km² und insgesamt 113.215 Menschen (die Bevölkerung Bratislava insgesamt liegt bei ca. 476.922) das Gebiet mit der höchsten Bevölkerungsdichte in der Slowakei. Wer einmal ästhetisch, architektonisch und städtebaulich eintauchen möchte in „die Platte“, dem bietet sich hier eine gute Möglichkeit dazu.

Es gibt übrigens einen ambitionierten Plan für die Zukunft. Die breite Zufahrtsstraße, die auf die SNP-Brücke (von den Bratislaver:innen auch UFO-Brücke genannt) führt und durch die die Reste der ehemaligen Stadtmauer auf der einen und der Aufgang zur Burg mit den Resten des ehemaligen Jüdischen Viertels auf der anderen Seite getrennt werden, soll überbrückt werden. Für diesen Teil der Stadt wäre das sicherlich eine enorme Verbesserung. Ob allerdings alle notwendigen „Zutaten“ für ein solch ambitioniertes Projekt zusammenkommen werden, wird die Zukunft zeigen.

Immerhin ist Matúš Vallo, der  2018 als unabhängiger Kandidat mit 36,5 Prozent der Stimmen das Amt des Bürgermeisters bekleidete, nicht nur Politiker, sondern auch Architekt und Stadtaktivist. Somit „vom Fach“. Und er scheint mutig zu sein, und entschlossen.Und er hat interessante Visionen für die Zukunft.

Auch wenn alles vielleicht langsamer voran geht, als viele es sich wünschen. Immerhin geht es voran. Hier ein interessanter Artikel zur Verkehrswende von Bratislava aus dem Jahr 2019, erschienen bei klimareporter.de. Dieses Jahr stehen Neuwahlen an. Eine „Zutat“.

 

Ein Muss: Burg und Donau.

 

Slowakische Hexe Bosorka – allegorische Bronzeskulptur, geschaffen im Jahre 1989 von Tibor Bartfay

 

Zeiten ändern sich. Zeichen wenden sich.
Auf einem der Hügel, weithin sichtbar und mit weitem Blick über die Stadt, befindet sich eine Gedenkstätte, die an die Zeiten erinnert, in denen Russland auch geehrt wurde. Ob aus reiner Dankbarkeit, oder aus Pflichtgefühl, das kann ich nicht beurteilen.  Von Berlin weiss ich, dass die Instandhaltung und der Erhalt des Denkmals im Treptower Park Teil der Vereinbarungen war, die zur Wendezeit den freidlichen Abzug der Russen aus dem Osten Deutschlands ermöglicht haben. Auf meinen Reisen im vergangenen Jahr habe ich aber auch gelernt, dass die Befreiung durch die Russische Armee selten dazu geführt hat, dass man sich im Alltag freundschaftlich begegnete.

Slavín ist der Name eines Kriegsdenkmales und Friedhofes in Bratislava zu Ehren der Sowjetsoldaten, die im Verlaufe des Zweiten Weltkriegs bei der Eroberung der Stadt Bratislava im April 1945 ihr Leben ließen. Es befindet sich auf einem Berg im westlichen Teil der Bratislavaer Altstadt.

Das von Ján Svetlík entworfene Ehrenmal wurde zwischen 1957 und 1960 auf dem Gelände eines sowjetischen Ehrenfriedhofes erbaut und am 3. April 1960 zum 15. Jahrestag der Befreiung der Stadt der Öffentlichkeit übergeben. 1961 wurde es zu einem nationalen Kulturdenkmal erklärt.

Am Ende der Stadtbesichtigung steht das Denkmal des Slowakischen Nationalaufstandes. Auf Wikipedia gibt es einen langen Eintrag zu dem Thema, falls ihr vertiefen wollt. Hier nur ein kleiner Auszug aus den ersten Absätzen des Artikels:

Slowakischer Nationalaufstand (slowakisch: Slovenské národné povstanie, kurz SNP) ist die Bezeichnung für eine im Zweiten Weltkrieg vom slowakischen Widerstand organisierte militärische Erhebung. Der Aufstand richtete sich einerseits gegen die ab dem 29. August 1944 beginnende Okkupation der Slowakei durch die deutsche Wehrmacht, andererseits gegen das slowakische Kollaborationsregime der Ludaken unter Jozef Tiso. Er war neben dem Warschauer Aufstand einer der größten Aufstände im Hegemoniebereich des Nationalsozialismus.

Nach der kommunistischen Machtübernahme in der Tschechoslowakei 1948 erfuhr der Slowakische Nationalaufstand starke Uminterpretationen, in deren Folge der Anteil der Kommunisten und Partisanen am Aufstand von der offiziellen tschechoslowakischen Geschichtsschreibung überbewertet wurde. Der bürgerliche Widerstand und die Bedeutung der Aufstandsarmee, deren Angehörige nach 1948 von der kommunistischen Führung verfolgt wurden, wurde hingegen vernachlässigt. Mit der Wende 1989 setzte in der Slowakei ein Prozess der Neubewertung ein, durch den die Rolle des bürgerlichen Widerstands und der Aufstandsarmee hervorgehoben wurde. Der 29. August ist in der heutigen Slowakei ein Staatsfeiertag.

Denkmal des Slowakischen Nationalaufstandes (Pamätník Slovenského národného povstania), entworfen vom slowakischen Bildhauer Ján Kulich und dem slowakischen Architekten Dušan Kuzma (1974) in Bratislava, Slowakei.

 

Mit einem Rucksack voller Eindrücke, Gedanken und neuem Wissen komme ich nach Hause. Ich werde eine Weile brauchen, um das alles zu sortieren, miteinander zu verbinden. Mosaiksteinchen eben.

Tag 3

Tag drei meiner Stadterkundung ist ein Samstag. Tereza hat frei und eigentlich ist unser Ziel das nahegelegene Devin. Da wir aber eh durch die Altstadt müssen, um an der SNP-Brücke, der mit der abgerissenen Synagoge, den Bus zu nehmen, statten wir der alten Markthalle einen Besuch ab. Denn Samstag ist hier Markttag.

Und nach unserem Ausflug nach Devin reicht die Zeit vor dem Dunkelwerden, um auf der „anderen“ Seite der Donau einen Spaziergang zu machen.

 

Tag 4

Sonntag. Mein letzter Tag. Eine lange Wanderung durch die südwestlichen Ausläufer der Kleinen Karpaten steht auf dem Programm. Aber ich lasse sie rechtzeitig enden, um zum Abschluß meines Bratislava-Besuchs noch einmal ein Stück an der Donau entlang zu laufen. 

Städte die an Flüssen liegen haben schon etwas Besonderes. Wenn die dann auch noch groß sind, und die Donau ist mit ihren 2845 km der längste Fluß Europas, dann finde ich macht das was mit einem. Mit mir jedenfalls.

Ich könnte stundenlang am Ufer sitzen, mir vorstellen ich wäre einer der Millionen und Abermillionen Wassertropfen in diesem Fluß; versuchen zu begreifen, wie sich der Fluß im Fluß jede Sekunde, die ich auf ihn schaue, verändert; zu erkennen, wie absurd es ist, wenn Mensch gerade diese Ansammlung von Nie-Still-Stehendem, Sich-Immer-Mischendem  zur Grenze zwischen dem Einen und dem Anderen macht; zu spüren welche Macht in ihm wohnt; ihm meine Sehnsüchte anvertrauen, damit er sie mitnimmt auf seine Reise.

Auf meiner kleinen Wanderung durch die Auenlandschaft kam ich an einem großen Kiesberg vorbei. Donaukiesel. Ich habe einen mitgenommen als Geschenk für Tereza. Er war so schön weiß, und flach, und rund, ich konnte nicht widerstehen.

Überhaupt: könnte ich noch einen Tag länger hier bleiben, könnte man mich hier absetzen, wie ein kleines Kind im Sandkaste und ich wäre glücklich……

Ich würde spielen, sortieren, nach Farben, Größen, Formen, vielleicht auch nach Geschichten, die die Steine mir erzählen. Und sehr wahrscheinlich würde irgendwann auch ein Labyrinth entstehen…..

So habe ich später, zu Hause, von Tereza erfahren, dass es eine Art Findelstein- oder Wanderstein-Initiative gibt. Sie hat selbst in Tschechien einen Stein gefunden und vielleicht bemalt sie ja meinen/ihren Donaukiesel irgendwann und er geht auf Reisen, wer weiss…..

Natürlich habe ich auch dazu im Internet recherchiert und diesen Artikel gefunden. Es gibt auch eine FB-Gruppe, Kamínky (official).

 

 

 

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bratislava _ 1360 _ unterwegs

Bratislava 

II. Der Kampf um die Zukunft

 

Donnerstag. Ein Donnerstag war mein erster Tag in Bratislava. Damals wußte ich es nicht, erst als Tereza mir sagte, dass wir einen fixen Termin haben würde, und sie und Jakub mich aus meiner Ignoranz retteten und mir erklärten, was es mit den Protesten auf sich hat, die schon seit Wochen jeden Donnerstag in mehreren Städten den Landes, und natürlich auch in der Hauptstadt Bratislava, stattfinden und von immer mehr Menschen unterstützt werden.

Jetzt weiß ich, dass sich gestern Abend wieder Tausende von Menschen getroffen haben, um gegen die vorgeschlagene Reform der aktuellen Regierung zu protestieren. An einem Ort mit Geschichte.

In den vergangenen Tagen habe ich nach Information gesucht, weil ich dachte, wie groß kann meine Ignoranz denn sein, dass ich so gar nichts mitbekommen habe. Aber auch mit dem neu geweckten Interesse war es nicht so, dass ich eine Flutwelle bewältigen musste, die über diese Proteste schreibt.

Ich habe hier mal ein Video aus der ARDMediathek vom 4.02.2023  verlinkt, das etwas dazu berichtet, von genau dem Donnerstag, an dem auch ich dort gestanden habe. Und einen kurzen Bericht zu den gestrigen Protesten. Viel mehr habe ich dazu in den leicht zugänglichen Medien nicht gefunden, vielleicht, wenn man gräbt…. Aber wer gräbt schon in der Medienlandschaft, zupft Unkraut…..

Denn Europa ist groß, so groß, dass man seine Augen und Ohren nicht überall haben kann. Und diese vielen Wirklichkeiten und daraus sprießenden Wahrheiten machen das Geflecht so unübersichtlich. Die Flucht in die selektive Wahrnehmung und die Fokussierung auf einen überschaubaren geographischen Raum oder auf ein Thema ist dann schon fast eine Überlebensstrategie. Wohl wissend, dass man dabei immer mehr aus dem Blickfeld verliert, als man in ihm findet, und dass man vielem den Rücken zukehrt.

Es ist nicht an mir, das zu bewerten, denn manchmal entstehen gerade im Schatten der Aufmerksamkeit interessante Dinge die nur so eine Chance bekommen, ausreichend groß und stark  zu werden, um dann die Hitze des Brennpunktes aushalten zu können. Aber aus der Geschichte heraus wissen wir auch, dass es ganz anders sein kann, und dass die Schattengewächse nicht immer wohlgesonnen und für das Gemeinwesen zuträglich sind.

Was mich neben allem sehr beeindruckt hat, ist die Tatsache, dass am Ende des Protestes am vergangenen Donnerstag die Nationalhymne gesungen wurde. Keine Ahnung, was ich davon halten soll. Erst mal nur sehen, hören und fühlen. Aber ich muss zugeben, es war ein Gänsehautmoment, so schwer ich mich sonst auch tue mit Hymnen und Flaggen. Ich habe es das erste mal erlebt, war vollkommen überrascht und vielleicht ein wenig „neidisch“. In meiner Vorstellung war es bisher undenkbar. Nationalhymne und Protest passen da gar nicht zusammen, weder in Deutschland noch in Spanien, den Ländern, in denen ich länger gelebt und Erfahrungen gesammelt habe.

Aber in diesem Kontext kam es ganz organisch. Und es herrschte unter den Protestierenden ein Selbstverständnis, dass die Hymne „ihnen gehört“, dem Volk, das sich hier auf der Straße versammelt, um für die Zukunft seines Landes zu kämpfen. Friedlich aber entschlossen.

Jetzt, wo ich mit dabei war, wo Bratislava für mich kein weißer Fleck mehr ist, ich in meinem Rucksack erste Mosaiksteinchen mit nach Berlin gebracht habe, werde ich meine Aufmerksamkeit immer al wieder in diese Richtung lenken und in Gedanken bei Tereza und Jakub und ihren Freunden, Verwandten und Bekannten sein, die alle voller Hoffnung um eine gute Zukunft für ihr Land kämpfen.

 

Ausstellung zum Thema Menschenrechte und Menschenrechtsverletzungen im Eingangsbereich des Kulturzentrums Nova Cvernovka

Ján Kuciak  war ein slowakischer Journalist, der mit seiner Verlobten Martina Kušnírová im Februar 2018 ermordet wurde. Sein Tod löste die Aufdeckung einer Reihe von Verbindungen slowakischer Politiker zu kriminellen Geschäftsmännern und der organisierten Kriminalität aus. Darauf folgende landesweite Proteste führten zu einer politisch-gesellschaftlichen Krise sowie zum Rücktritt des Ministerpräsidenten, des Innenministers und des Polizeichefs.

Genau DES Ministerpräsidenten, Robert Fico, der JETZT, seit den Wahlen im vergangenen Herbst, wieder an der Spitze der slowakischen Regierung steht und gegen den sich die aktuellen Proteste richten.

 

 

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bratislava _ 1359 _ unterwegs

Bratislava


I. Die Reise

Es hat mehrere Anläufe für diesen Kurzbesuch in der slowakischen Hauptstadt gebraucht, denn immer kam irgendetwas dazwischen. Jetzt , bevor die GROSSE REISE mit dem KUKUmobil beginnt, habe ich es geschafft, habe die Reise in Terezas Heimatstadt gemacht….. und sehr genossen.

Unter anderem auch so sehr genossen, weil ich mit Tereza jemanden hatte, die mich an die Hand genommen hat, mir Orte gezeigt hat, die ihr wichtig sind, mir Zusammenhänge erklärt hat, mich hat teilhaben lassen an ihrem Alltag…..

Wie immer, wenn ich mir die Landkarte anschaue, und vor Beginn der Reise habe  ich es natürlich getan,  und dabei meinen Blick auf den Osten richte, wird mir bewusst, wie enorm groß meine weißen Flecken sind, wie wenig geübt meine Gefühlslandschaft ist für Entfernungen und Nachbarschaften, für Städtekonstellationen und geographische Begebenheiten im Osten Europas.

 

 

Und während der Reise mit dem Zug von Berlin bis Bratislava wird mir wieder einmal die räumliche Dimension bewusst, über die sich der Europäische Raum erstreckt, wie viele Wirklichkeiten und sich aus ihnen ergebende Wahrheiten hineinpassen, zwischen meiner morgendlichen auf dem Bahnsteig auf der Tiefebene in Berlin Hauptbahnhof und meiner nachmittäglichen auf dem Bahnsteig an Gleis 1 in Bratislava Hlavná stanica, auf der Suche nach Tereza.

Übrigens ist die Strecke, die ich auf der Hinfahrt genommen habe, über Dresden und Prag und Brünn ist landschaftlich sehr schön. Eine geraume Weile begleitet die Elbe die Bahnstrecke, oder die Bahnstrecke die Elbe. Mir kamen Erinnerungen an meine Kindheit, als ich jeden zweiten Sommer den Rhein entlang nach Freiburg gefahren bin, um die andere Hälfte meiner Familie zu besuchen. Und viele Phantasien dazu, welche Ufer dieses Wasser auf seiner langen Reise schon gesehen hat.

 

 

Die Rückfahrt, über Wien ging an der Donau entlang. Auch hier eine wunderbare Landschaft. Und auch hier 9 Stunden Fahrt durch, wenn ich wieder die Karte bemühe, einen relativ kleinen Teil des Europäischen Raumes.

Deshalb liebe ich Bahnfahrten. Die Landschaft spult sich auf der anderen Seite des Fensters in einer Gleichmäßigkeit und Geschwindigkeit ab, die ich nachvollziehen kann, wenn ich meinen Blick weit genug schweifen lasse. Und ich kann versuchen, mir die eine oder andere Wirklichkeit auszumalen, die dort gerade an mit vorbeirollt.

Auf der Rückfahrt hatte ich ein sehr anregendes Gespräch mit einem Architekturstudenten im letzten Jahr… natürlich über Architektur, über Wien, Bratislava und Berlin, über Wohnungsnot und Enteignung, über persönliche und berufliche Zukunftsperspektiven und neue Baumaterialien, über Städteplanung und das Konzept der 15-Minuten-Städte, über das ich auch mit Tereza in  ihrem Plattenbauquartier gesprochen hatte.

Mehr Info gibt es übrigens zum Beispiel HIER  und HIER.

 

Weil man ja nie weiss, mit wem man diese vielen Reisestunden verbringt, befand sich in meinem Rucksack…. ein Buch. Von Cornelia Funke. Das Buch, mit dem sie nach vielen, vielen Jahren an die Tintenwelt-Trilogie anschließt. Ich hatte es Weihnachten für die Familienbibliothek gekauft. Wir waren uns alle unsicher, ob wir es lesen wollten und fühlten doch eine Sehnsucht nach DAMALS. Stunden, ich weiss nicht wie viele, haben wir mit der Lektüre dieser Bücher verbracht.

 

 

So bin ich hineingerutscht in eine neue Dimension des VORLESENS, des VORAUSlesens. Nicht mehr auf dem Puff mit lauter Stimme den Übergang vom Tag in die Nacht ausfüllend, sondern still über die Zeilen wandernd wie über die an mir vorbeirollende Landschaft. Und immer begleitete mich die Frage: Würden sie Lea und Uli gefallen, die in die Tintenwelt als Kinder und Jugendliche eingetaucht sind, und dieses Buch jetzt ja auch als Erwachsene lesen würden. Ich fand es eine schöne Reiselektüre, und _für mich nicht, denn mit zunehmendem Alter betreibt man vielleicht ein anderes Lebens- und Lesezeitmanagement _ für Uli und Lea ist es, so denke ich, eine warme Einladung, die Tintenwelt noch einmal zu besuchen.

Cornelia Funke hat uns über viele, viele Jahre begleitet und wir lieben ihre Bücher. Sie sind fester Bestandteil unserer Familiengeschichte geworden und sicherlich eine Referenz. Es hat mich sehr gefreut, mit diesem neuen Buch die Fäden wieder neu anzuknüpfen.

Bei arte habe ich dieses Interview mit ihr gefunden vom Herbst 2023.

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bratislava _ 1358 _ fundstück

Fantastische Wesen am Donauufer

 

 

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bratislava _ 1357 _ natur

Bäume

Wahrnehmung ist selektiv. Immer, wieder. Seitdem ich im Tegler Forst vor der „Dicken Marie“ gestanden und danach über „Alte Bäume“ im Internet gelesen habe (Blogeintrag 1350), schau ich mir die Bäume, an denen ich so vorbei laufe, vor allem natürlich diejenigen, die in der Stadtlandschaft anzutreffen sind -denn in der Natur sieht man ja allzu oft den Baum vor lauter Wald nicht wirklich- ganz anders an; denke darüber nach, wie alt sie wohl sein mögen, was sie wohl alles erlebt haben mögen, ob ihnen ein würdevolles Altern gegönnt sein wird; denn das ist etwas, was ich erst kürzlich gelernt habe: der Gedanke, dass in der optimierten, in der „getrimmten“ und zurechtgestutzten Gegenwart ein alter Baum in Ruhe alt werden und sterben darf, auch wenn das manchmal bedeutet, dass er eher an eine Baumruine erinnert und viel Phantasie erforderlich ist, ihn in seiner ehemaligen Pracht zu erkennen.

Und solch eine Betrachtung hört auch an den administrativen Grenzen, mit denen Mensch Kontinente in Portionen unterteilt, nicht auf.

In Bratislava, zum Beispiel, gibt es im Zentrum der Stadt einen Baum der, gerade weil er alleine mitten auf einem großen Platz steht, die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Und das tut er nicht, aufgrund seines schönen Wuchses, sondern ganz im Gegenteil, weil er in seiner Gebrechlichkeit eher Mitleid erregt. Die dicken Äste, die ihm geblieben sind, ruhen auf Stützen. Eine Baumkrone gibt es eigentlich nicht mehr. Auch im Sommer nicht.

Aber er steht dort. Ich weiss nicht, ob sich eine bestimmte Geschichte mit ihm verbinden läßt, ob er eine konkrete Bedeutung hat, für die Geschichte dieser Stadt, oder die Menschen, die dort wohnen. Was ich herausbekommen habe ist, dass es sich um einen Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa) handelt (was im Winter, so ohne Blätter, Blüten oder Früchte nicht so einfach ist). Und der wiederum ist laut Wikipedia in Zentral- und Westchina beheimatet und wurde von dem Würzburger Naturforscher, Arzt und Japanologe Philipp Franz von Siebold im 19. Jahrhundert nach Europa gebracht. Dort wurde er zum Lieblingsbaum von Kaiser Franz Joseph. Viele der Bäume, die heute in allen Ländern des ehemaligen Österreichischen Kaiserreichs stehen, sind aufgrund seiner Anordnung dort gepflanzt worden. Damit ist auch die Häufung von Blauglockenbäumen in den Zentren der ehemaligen Monarchie erklärbar.

Baumperlen

Und wo wir gerade beim Thema „Bäume“ sind, habe ich beim Wandern durch die entsprechenden Seiten im Internet auch gelernt, dass die „Beulen“, die man manchmal an Stämmen sieht, Baumperlen genannt werden und das es Menschen gibt, die sie sammeln.

Die Baumperle zeigt an, dass ein Heilungsprozess an dieser Stelle stattfindet beziehungsweise stattgefunden hat. Die Heilung ist abgeschlossen, wenn sich die Perle leicht abpflücken lässt. Im Volksglauben heißt es, dass die Baumperlen die Kraft und Energie des Baumes enthalten. Da der Baum diese Perlen beim Prozess der Heilung bilden soll, tragen sie die Energie des Heilens in sich und zeigen, dass eine Verletzung positiv überwunden wurde.

 

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bratislava _ 1356 _ fundstück

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berlin _ 1355 _ KUKUmobil

 

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berlin _ 1354 _ labyrinth

(de) Welch eine schöne Überraschung!!! Heute bin ich auf dem Weg zum KUKUmobil mal wieder über das Gelände des Joseph Krankenhaus Weissensee gegangen. Nicht, dass der Weg dadurch wesentlich kürzer wird, aber es ist schön und jeder Meter weg von der befahrenen Strasse ist ein Gewinn.

(es) ¡Qué sorpresa más agradable! Hoy, yendo al KUKUMobil, he atravesado el recinto del Joseph-Hospital en Weissensee. No es que se ahorra mucho camino, pero es un camino bonito y se agradece cada metro lejos de las calles transitadas.

(de) Als ich kurz vor dem Einbiegen eine lange Reihe von ausgedienten Weihnachtsbäumen am Straßenrand liegen sah, war ich überrascht und dachte noch: „Ihr seid spät dran!“ Ich hatte den Berg in den Wochen  nach Weihnachten auf dem Komposthaufen liegen sehen _ wahrscheinlich hat jede Station ihren eigenen Baum, da kommt schon was zusammen. Aber die Abholung durch den Städtischen Müllabfuhrdienst ist eigentlich schon lange vorbei. Nun ja!

(es) Cuando, justo antes de girar, vi una larga hilera de viejos árboles de Navidad tirados al borde de la carretera, me sorprendí y pensé: „¡Llegais tarde!“. Me acordé de haber visto la montaña en el rincón de compost en las semanas posteriores a Navidad; supongo que cada estación tiene su propio árbol, así que van sumando. Pero la recogida por parte del servicio municipal de recogida de basuras ya hace tiempo que terminó. ¡En fin, en fin!

(de) Die Überraschung überkam mich, als ich einen ersten Blick auf die große Rasenfläche vor dem Hauptgebäude tun konnte. Denn dort hatte jemand, wer, das werde ich wohl erst am Montag erkunden können, Tannenzweige auf dem Boden so angeordnet, dass sie ein einwegiges Labyrinth bilden. Nun, um genau zu sein, eine Fusion aus einem Labyrinth (die ersten drei Umgänge) und  einer Spirale, die drei Umgänge zum Mittelpunkt hin. Seelenverwandtschaften!!

(es) La sorpresa se apoderó de mi cuando pude echar un primer vistazo al césped frente al edificio principal. Porque ahí, alguien, a quien probablemente no podré averiguar hasta el lunes, había colocado ramas de abeto en el suelo de tal manera que formaban un laberinto univiario. Bueno, concretamente, una fusión de un laberinto (los tres primeros circuitos) y una espiral, los tres circuitos hacia el centro. Almas gemelas!!

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elkhausen _ 1353 _ landschaft

….ein Wintermärchen

Da werden Kindheitserinnerungen wach. Damals, als es noch Weiße Weihnachten gab, wir auf dem Acker des Nachbarbauern rodeln gegangen sind und der eine oder die andere im Zaun gelandet ist; als wir noch durch den tief verschneiten Wald gewandert sind, und uns manchmal eine kleine Schneelawine erwischte, wenn ein Ast sich seiner weißen Last entledigte, wir mit roten Bäckchen im Nachbardorf ankamen, um eine Runde über den Weihnachtsmarkt zu drehen, das Kribbeln in den Händen so unglaublich schmerzhaft, wenn wieder Wärme in sie kam, …..

Jetzt ist es etwas ganz Besonderes, und in der Großstadt sowieso, wenn mal eine Schneedecke so hoch wird, dass sie es schafft, das zu tun, was Decken halt so tun: Formen unter sich verbergen und zu Hügeln zu machen, mehr oder weniger groß, hoch, weit, aber letztendlich Hügel….

Daher habe ich es genossen, dass wir beide, Väterchen Frost und ich, zur gleichen Zeit im Westerwald zu Besuch waren. 30 cm Schnee. Das ist nicht nur nicht schlecht, das ist sogar sehr schön.

 

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elkhausen _ 1352 _ begegnung

 

 

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Der Countdown läuft _ KUKUmobil on tour

Der Countdown läuft……

(de) Seit vergangenen Donnerstag hat das KUKUmobil ein Date mit einem Touareg in Köln. Und mit Europa!! Montag, 11. März 2024

(es) Desde el pasado jueves tiene el KUKUmobil una cita con un Touareg en Colonia. Y con EUROPA!! Lunes, 11 de marzo de 2024

 

(de) Meine Reisen in den Westerwald führen ich immer nach Wissen an der Sieg, und dann nach Elkhausen. Denn dort wohnt meine Freundin Anna.

(es) Mis viajes al Westerwald me llevan siempre en tren hasta Wissen an der Sieg. Wissen es como „saber“ y el Sieg es una de las muchas afluentes del Rhin y recorre en muchos meandros el montañoso paisaje. Total, Wissen es la estación de tren, Elkhausen el destino, pués ahí vive mi amiga Anna.

(de) Wenn ich jetzt dorthin gereist bin, dann nicht nur, um sie zu besuchen, was immer wieder schön ist, weil ich im Austausch mit ihr sehr viel lerne, weil ich die Ruhe geniesse, und die Natur und die Gesellschaft mit den Menschen, die dort ihr Heim gefunden haben, auf Dauer oder temporär…..

(es) Esta vez, el viaje no solo tenía como objetivo hacerle una visita, que siempre disfruto, por lo que aprendo en el intercambio de pareceres, en contacto con la naturaleza en la convivencia con los demás que encuentran ahí un hogar.

(de)Wenn ich dorthin gereist bin, dann auch und diesmal vor allem, um die Reiseplanung in Angriff zu nehmen. Und so gibt es jetzt nicht nur Maik, von dem ich bereits berichtet habe, sondern auch Stefan und, weil Stefans Sprinter überraschenderweise trotz seiner Mächtigkeit im Aussehen das KUKUmobil nicht ziehen darf, gibt es jetzt einen angemieteten Touareg (was sehr exotisch und auf alle Fälle nach Wandern, wenn man das markenbedingte „o“ wegläßt) der, obwohl kleiner im Bau anscheinend ein stärkeres Innenleben besitzt und somit als Zugfahrzeug zum KUKUmobil passt.

(es) Si he hecho este viaje ahora ha sido ante todo para avanzar con la planificación del tour del KUKUmobil. Así que ahora no sólo conozco a Maik, del que ya he hablado, sino también a su amigo Stefan y _ ya que su Sprinter sorprendentemente para mi y muy a pesar del impresionante aparecer que tiene no tiene permiso de tirar el KUKUmobil _ un Touareg alquilado que, aún menos aparatoso ante mis ojos ignorantes parece estar habitado por más fuerza tractora, lo que le ha convertido en el vehículo elegido.

(de) Und der ist eben bereits angemietet, will sagen, wir haben uns für einen Tag entschieden, an dem, wenn alles gut geht _ und das wird es _ die Reise Richtung Iberischer Halbinsel losgehen wird: Montag, der 11.März 2024.

(es) Y es que éste vehículo elegido está reservado desde el jueves pasado a nuestro nombre y para nuestro fin y si todo va bien _ y va a ir bien _ saldremos el lunes, 11 de marzo de 2024 con dirección a la Península Ibérica.

 

 

 

 

 

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berlin _ 1351 _ fundstück

 

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berlin _ 1350 _ natur

Bäume _ Árboles

(de) Den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen, könnte im Tegeler Forst dem ein oder anderen passieren, wenn man sieht, welch besondere Bäume es dort gibt. Da ist einmal die „Dicke Marie“, eine Stieleiche, die dort als ältester Baum Berlins in Ruhe ihr Alter leben darf, ohne dass an ihr herumgefummelt wird; der höchste Baum, eine Buche, die keinen Eigennamen hat, und….

(es) Hay un dicho en alemán que reza: no ser capaz de ver el bosque de tanto árbol (que se aplica cuando se corre el peligro de perderse en las particularidades cuando toca ver el conjunto, elaborar una vision integral). Bien, en el bosque de Tegel podría pasarle a alguno, teniendo en cuenta los ejemplares particulares que hay:  el árbol más viejo de Berlin, un roble (quercus robur) que aquí ha encontrado un lugar protegido donde poder vivir la vejez y morir con dignidad, sin ser manoseado; el árbol más alto, un haya sin nombre propio, y…

Interessant: https://nationalerbe-baeume.de/

 

 

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berlin _ 1349 _ wanderung

Reisende _ Viajeros

(de) Tegel, genau gesagt Schloß Tegel, ist auch der Ort, an dem Alexander und Wilhelm von Humboldt aufgewachsen sind, also das besondere Wirken dieser beiden Brüder seinen Anfang genommen hat….. in einer wunderbaren Umgebung, dank einer exquisiten Bildung, die ihnen zuteil wurde…..
Manchmal erfüllen mich solche Biografien mit „gesundem“ Neid, und ich frage mich, was wohl aus uns allen geworden wäre, wenn auch wir auch in solch privilegiertem Kontext  aufgewachsen wären….. Schön, dass sie es so gut genutzt haben, dass ihr Denken und ihr Erleben der Menschheit so viel Wichtiges gebracht hat.

(es) Tegel, por ser exacto el Palacio de Tegel, es el lugar, donde crecieron Alexander y Wilhelm von Humboldt, es decir, donde se puso el fundamento para estas dos vidas tan especiales…. en un entorno maravilloso, con una educación exquisita……
Hay veces, que estas biografías me llenan de „envidia sana“ y me pregunto qué hubiera sido de cada uno de nosotros, si hubieramos crecido en este contexto tan privilegiado. Es de alegrarse que hayan sabido sacar tanto provecho de ello, que su pensar y sus vivencias hayan aportato tanto y tan importante para la humanidad.

 

 

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berlin _ 1348 _ wanderung

Jahresauftakt. Teil IIII
Inicio del año. Parte IIII

(de) Es geht noch einmal zurück nach Tegel. Nach meinem kürzlichen Besuch dort hatte ich das Gefühl, es gibt noch einiges zu erkunden rund um den Tegeler See und im Tegeler Forst in Berlins Norden. Dass es an diesem wintergrauen Tag etwas Besonders wird, weil eine wunderschöne Schicht aus  Eiskristallen jede Bank, jeden Ast, jeden Grashalm bedeckte, das war ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk von Väterchen Frost.

(es) De vuelta vamos a Tegel. Después de la última visita, hace poco, tenía la sensación que aún queda mucho por explorar en los alrededores del lago y los bosques de esta parte de Berlin, muy al norte, lindando con Brandenburgo. Que ese día de un gris invernal se convirtiera en algo especial es debido a un tardío reglo de „Abuelo Escarcha“, que en su visita por Berlin cubrió todo con una preciosa capa de cristales de hielo.

 

 

 

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berlin _ 1347 _ fundstück

Mit Schwere des Herzens
Con gran pesar en el corazón

(de) Mir wird das Herz so schwer, wenn ich diese Berge sehe, immer wieder. Die Nordmanntanne, die in Deutschland als Weihnachtsbaum angepflanzt und verkauft wird, stammt ursprünglich aus dem westlichen Kaukasus. Diese stattliche Tanne kann bis zu 30 Meter hoch werden, dabei wächst sie nur zehn bis zwölf Zentimeter im Jahr. Auch die Lebensdauer dieser Bäume ist beachtlich, sie können bis zu 500 Jahre alt werden.

(es) Me pesa el corazón, cuando veo estas montañas, cada año de nuevo, cada año con la misma intensidad. El arbeto Nordmann, el típico árbol de navidad en Alemania, que se cultiva y se vende en cada seguna esquina de Berlin antes de Navidad, es original del Cáucaso y puede alcanzar una altura de hasta 30 m. En un año crece entre 10 y 12 cm y puede llegar a vivir 500 años.

 

(de) Das heißt, 15 Jahre für knappe 10 Tage „Service“ und dann wird entsorgt. Das ist Fakt! Und dabei bin ich mir sicher, dass es bei vielen Menschen nicht nur ein unbedachtes Konsumieren ist. Die Zeit zwischen dem Ende und dem Neubeginn eines Jahreszyklus in der Natur, die lange Dunkelheit und Kälte, machen die Seele und das Herz durstig nach Wärme und Licht. Egal ob in einem christlichen, oder in einem anderen spirituellen Kontext. Und da tut manchen ein Weihnachtsbaum gut. Denke ich.

(es) Es decir 15 años para 10 días de „servicio“ y luego: a la basura. Eso es un hecho! Y aún así estoy convencida que la mayoría de la gente no lo hace por pura necesidad de cosumir, sin más. El tiempo entre el final y el comienzo de un cíclo natural, ahí donde va acompañado por la oscuridad y el frío, despierta en el alma y el corazón una gran sed de calor y luz. No importa si el contexto es cristiano o de otra espiritualidad. Y en estos tiempos, pienso, que a mucha gente le hace bien un árbol de navidad.

(de) Ich selbst kaufe seit Jahren keinen eigenen Baum, besser gesagt, ich habe nur einige wenige Male in meinem Leben einen Baum gekauft. Aber auch mich rührt der Anblick eines im Kerzenlicht erstrahlenden festlich geschmückten Weihnachtsbaumes, der den Raum mit einer Mischung aus Tannen- und Wachsduft füllt. Ich weiß, das klingt so richtig sentimental, fast kitschig, ist aber so. Das wird auch mit dem Alter nicht besser. Wenn ich nicht diese 10 Jahre Wachstum und die 500 Jahre Lebenszeit im Kopf mitdenken würde, die mich davon abhalten, würde ich vielleicht schwach werden und mich von meinem Herz dazu verleiten, einen Weihnachtsbaum zu kaufen, aus der tiefen Überzeugung heraus, dass es mir guttun würde. Dabei kann ich noch nicht einmal auf Kindheitserinnerungen zurückgreifen, die das untermauern, sondern nur auf das, was meiner Sozialisierung mich damit verbinden lässt, und was diese Sehnsucht nährt. Ich kompensiere das derzeit leidlich mit einem 5-armigen Kerzenständer. Aber manchmal, ganz heimlich, und auch nur ganz, ganz kurz, würde ich gerne Kind sein können und unbeschwert mit leuchtenden Augen vor dem Weihnachtsbaum stehen, ohne ein schlechtes Gewissen.

(es) Desde hace muchos años, no compro árbeto. Más bien es al revés, solo lo hice unas pocas veces en mi vida. Pero lo cierto es que me conmueve un árbol de navidad decorado e iluminado por velas, que inhunda la habitación con el olor a cera y bosque. Y sé que suena sumamente sentimental, casi cursi, pero así es. Ni con la edad mejora. Si no habitaran dentro de mí esos pensamientos de  los diez años de crecimiento y los 500 años de vida, no descarto que en un momento de debilidad llegara a plegarme a la tentativa que siente el  corazón de comprar un árbol, desde la profunda convicción de que de algun manera me haría mucho bien. Y observo que este anhelo existente en mi caso ni siquiera se nutre de recuerdos de la infancia, sino tan solo de lo que mi socialisación me hace asociar con ello. Actualmente lo compenso con un candelabro de 5 velas. Pero a veces, muy a veces y casi a escondidas, y por una milésima de segundos me gustaría poder ser una niña con ojos llenas de ilusión delante de un arbol de navidad, sin cargo de conciencia.

(de) Mit der Silvesterböllerei geht es mir übrigens Ähnlich, wo wir schon einmal bei den Eingeständnissen sind. Ich habe meine Version „light“ gefunden und baue mir kleine Konstruktionen aus Wunderkerzen, die ich abbrenne. Aber ich gebe zu: ich liebe Feuerwerke. Das massive Geböller, wenn alles zusammenkommt, hat was. Es ist mächtigt, es vibriert, es wirkt in irgendeiner Weise befreiend, wie wenn man an einem Strand steht, oder auf einem Gipfel, oder mitten im Wald, und alles aus sich herausschreit, den Frust, die Traurigkeit, die Wut, die Angst, die Freude…. . Ich weiss nicht, wodurch man das ersetzen kann. Es gibt sicher Wege. Aber nicht jedem ist vielleicht eine Wunderkerze genug. Vielleicht würde ein großes kollektives Feuerwerk reichen, wie auch ein großer Weihnachtsbaum für alle reichen könnte. In Spanien wird nicht zu Silvester geböllert, aber zu den jeweiligen Festen im Sommer.  Aber selbst da ist ein Feuerwerk oder eine „mascletá“  meist in fachmännischer Hand und dadurch kontrollierter _ und auch kunsthandwerklich bedeutender, weil sagen mit einem größeren Genuss beim Betrachten verbunden, aber eben „nur noch“ im Genuß, nicht im eigenen Tun.

(es) Algo parecido me pasa por cierto,  ya que estamos en plan „confesión“, con la petardería en Noche Vieja que aquí, en Alemanía, está en manos de todos. Yo he encontrado mi versión ligera con una construcción de bengalas, que me ingenio cada año de nuevo. Pero he de reconocer: me encantan fuegos artificiales. Y la nube procedente de la „petardería másiva“ tiene algo. Es poderosa, hace vibrar, de alguna manera resulta liberador, como cuando estas en la plaza, o en el bosque o en la cima de una montaña y gritas a más no poder, gritas para sacar todo lo que llevas dentro de tristeza, de rabia, de miedo…. No sé cómo se podría sustituir eso. Seguro que hay maneras. Pero entiendo que no todo el mundo se conforma con una bengala. Quizá bastaría con unos grandes fuegos artificiales como podría bastar con un gran árbol navideño colectivo. En España la gente de la calle no tira tanto petardo y enciende tanto fuego artificial, al menos no en noche vieja. Lo hace durante las fiestas de los pueblos en verano. La pirotécnica quede en manos de profesionales por lo que resulta más fácil de controlar y por el otro lado más artesanal, es decir con mayor valor artístico para el público. Pero queda descartada el „hacerlo yo misma“ y se queda „tan solo“ en  la contemplación.

(de) Ich habe meine Entscheidung getroffen. Kerze aus Wachs und aus Wunder. Und das Herz wird mir, wie gesagt, sehr schwer, wenn ich all die ausgedienten Bäume am Straßenrand sehe. Aber,…..

(es) Yo he tomado mi decisión. Velas y bengalas. Y, para cerrar como empecé, el corazón me pesa ante tanto arbéto consumido. Pero, …..

 

 

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