berlin _ 985 _ KUKUmobil

BAUTAGEBUCH. Teil VII.

In Lot und Waage.

Es gib einen kleinen Unterschied in der Verhältnismäßigkeit beim Bau eines Hauses und beim Bau eines Möbels. Dachte ich. Bei der Schublade kommt es auf den Millimeter an, damit die Schublade nicht klemmt, die Tür gut aufgeht und die Dinge im Lot stehen. Beim Fachwerk auch?

Ja und Nein. Irgendwie ist es wichtig, ein genaues theoretisches Mass zu haben, denn Formgenauigkeit bringt Passgenauigkeit, bringt Stabilität. Dieses theoretische Mass kann auch maschinell genau eingestellt werden und dementsprechend sind die Bauteile maßgenau. Wahrscheinlich erreicht man diese Maßgenauigkeit auch mit viel Übung und Sorgfalt und Zeit bei der händischen Bearbeitung.

Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, aber ich kann nicht behaupten, dass meine gesägten Zapfen auf den Millimeter mit den handgestemmten Zapflöchern übereinstimmen. Hier und da gibt es viertel-, halbe Millimeter, die vom theoretischen Mass abweichen. Manches kann glücklicherweise mit dem zweiten Bauteil ausgleichen, Zapfen- auf tatsächliches Lochmass, Loch- auf tatsächliches Zapfenmass.

Spätestens wenn die ganze Struktur zusammengebaut werden soll,  in Lot und Waage sein soll, passen soll, NEIN, muss….. SPÄTESTENS DANN ist es wichtig, so wenig wie möglich vom diesem theoretischen Mass abgewichen zu sein. Nachbessern geht, manchmal, aber jeder Passversuch verbraucht Zeit und Kraft und Motivation.

 

1. Der Dickenhobel

Wir haben bei der Arbeit mit dem Holz für das Ständerfachwerk schon gemerkt, wie verzogen einige der Holzteile sind. Das macht präzises Arbeiten schwer, so viel Mühe man sich auch geben mag. Schieben, Drücken, Zwingen….. je höher man auf die Leiter steigt, um so schwerer wird das…..

Also scheint es wünschenswert, dieses Problem bei der Dachkonstruktion auf alle Fälle zu vermeiden. Daher hat sich Gudrun dazu entschlossen, viele der Bauteile, die jetzt noch zu verarbeiten sind, durch den Dickenhobel zu schieben.

2. In der Waage

Bevor wir mit dem Aufbau beginnen, muß auch der Anhänger nicht nur sicher gestellt werden, ohne zu kippeln, damit wir uns auf ihm bewegen können, sondern damit wir eine ausgerichtete Auflage haben um den rechten Winkel zu finden, den wir für den Aufbau der Wände brauchen.

Also kommen erst einmal Standbeine unter den Anhänger. Das geht auf der einen Längsseite noch relativ gut, vor allem wenn jemand wie Uli vor Ort ist, der mit seiner Kraft den Anhänger tatsächlich kurz ein paar Millimeter anheben kann, um den Klotz, der als Standbein dient, unter den Metallrahmen zu schieben. Das geht, mit Ulis Kraft, so lange wie es auf der anderen Seite Spielraum gibt, und sich der Anhänger dort für einen Moment in Schräglage etwas senken kann.

Wenn aber auf der einen Seite die Klötze stehen und wir uns die andere vornehmen, dann reicht auch Ulis Kraft nicht mehr. Also haben wir uns dazu entschieden, die „Anhängerkurbelstützfüße“, die wird für die Zukunft gekauft haben _ nämlich immer für dann, wenn die Last vom Anhänger gelöst werden soll, um den Anhänger hervorzuholen für seine Verwendung als Terrasse oder für seine Reise zum TÜV _  jetzt schon anzubringen. Schlangenbohrer und 30-cm-Schrauben, jetzt seit ihr gefragt.

Das sind die ersten Schrauben, die am KUKUmobil zum Einsatz kommen. Nicht, dass wir sie schähen. Es wird noch andere Stellen geben, an denen wir gerne auf sie zurückgreifen werden. Aber eben nur da, wo und dann, wenn es uns sinnvoll erscheint.

Wenn es soweit ist, steht für uns die Probe an, ob wir mit diesen vier Anhängerkurbel-stützfüßen den gesamten Aufbau heben können. So weit wie wir sind, ist es ein Leichtes gewesen, den Anhänger anzuheben und die Auflageklötze an allen vier Ecken anzubringen.

3. Die Ausrichtung

Bis hierher haben wir immer wieder überprüft, ob die Einzelbauteile passen, die Zapfen in die jeweiligen Löcher, die Ausparungen, die Überplattungen……

Jetzt geht es darum, einzelne Wandabschnitte zusammenzusetzen, auszurichten und dann als gesamtes  Element einzubauen. Das bedeutet bei den Eckelementen der Längswände: 2 Pfosten, 2 Streben, 1 Riegel. Alles im rechten Winkel. Alles im Lot, alles in der Waage.

Erst wenn der Daumen hochgeht, kommt die Fixierung. Ein Teil bleibt: Jede Strebe wird mit einer Schraube an „ihrem“ Pfosten angeschraubt. Die andere Fixierung, eine Hilfsleiste,  soll die Ausrichtung gewährleisten, bis das Wandelement fest eingebaut ist und sich im Gesamtgefüge eingepasst hat.

 

Ich bin total begeistert von dieser Holzsteckarbeit. Es hat etwas zu tiefst archaisches in seinem Aussehen und in dem Sicherheitsgefühl, das es dadurch meinem Unterbewußtsein zu vermitteln in der Lage ist.

Und da liegt es, bereit, eingebaut zu werden. Drei weitere werden wir noch zusammenbauen, die Giebelseiten, die nicht ganz so kompliziert sind, ebenfalls vorbereiten, bestenfalls auch das Dachgebälk. Und dann warten wir auf den großen Tag, den Tag nämlich, der uns einige Stunden gutes, will sagen, trockenes Wetter schenkt, um alles in Ruhe an seinem endgültigen Platz anzubringen.

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berlin _ 984 _ KUKUmobil

BAUTAGEBUCH. Teil VI

Bodenstruktur, Ständerfachwerk…… und ich habe immer noch nicht von allem berichtet,  was uns in diesen zwei Wochen beschäftigt hat:

DAS DACH. Teil I.

KUKUmobil ohne Räder geht gar nicht. So wenig wie ohne Dach? Während die Bodenstruktur abgeschlossen wurde  und die Arbeit am Ständerfachwerk auf vollen Touren läuft, geht es einen Schritt weiter: an die Dachstruktur des KUKUmobils.

Ganz am Anfang der Planung, als es noch darum ging, der Fantasie freien Lauf zu lassen und keinen Gedanken daran zu verschwenden, was realistischerweise umsetzbar ist, sei es aus finanziellen Gründen (denn mit Geld geht nach wie vor, und im Bau sowieso, fast alles), oder aus erfahrungstechnischen, wenn man das so sagen kann, als also unsere Fantasie in die Wolken flog und sich das Wolken-KUKU-ksheim vorstellte, da gab es neben der großen Fensterfront und der zwei Fenster auf der „Rückseite“ des KUKUmobils auch noch ein Lichtband im Dach. Auf der steilen Seite. Denn dass das Dach so aussehen sollte wie auf der Zeichnung, das stand ganz schnell fest.

Als wir dann anfingen darüber nachzudenken, was wir wirklich umsetzen können, ich finanziell und Gudrun bautechnisch, da wurden die Flügel unserer Fantasie schnell gestutzt. Ein dichtes Dach ist essenziell. Ein dichtes Dach mit Fenstern, das ist eine Herausforderung, und ein Risiko. Muß das sein?

Natürlich wäre ein Blick in den Himmel schön, aber ich habe kein Bett auf einer Zwischenebene, wie das so oft in Tinyhäusern der Fall ist. Ich werde auf dem Boden, auf meiner geliebten Tatamimatte sitzen und auch auf ihr schlafen.  Ich habe hinter oder vor mir, je nachdem wie ich mich setze, eine 2 x 3 m große Fensterfront in einem 5 x 2 x 3 m großen Raum. Sollte das nicht ausreichen?

Spannend finde ich nach wie vor die Überlegung, wie das KUKUmobil in Zukunft mit Solarpaneelen ausgerüstet werden könnte, um eine nachhaltige Energie-Autarkie zu erlangen.

In den Bau gehen wir jetzt aber erst einmal mit einer geschlossenen Dachfläche, einem nicht mittig sitzenden First, und einer Struktur ohne Firstbalken.

Kathi konnte für zwei Tage dazukommen und uns unterstützen. Während ich weiterhin mit der Japansäge unterwegs war, hat Kathi sich an die Kappsäge gestellt.

Wir haben ein erstes Modell gebaut, um entscheiden zu können, welche Holzverbindung wir für sinnvoll erachten. Über Dachkonstruktionen im Tinyhausbau kann man im Internet viel nachlesen. Unterschiedliche Faktoren spielen natürlich auch dort zusammen: Zeit, Geld, Raum, Erfahrung, Können…….

Unser Ansatz: Holzverbindung. Also Überplattung und Holzdübel am First. Dann die große Frage: 3 oder 4? Und wie sollten sie angeordnet sein, um die Kräfte, die sie auffangen sollen auch wirklich aufzufangen?

Ich habe aufmerksam zugehört und fotografiert, denn dazu weiss ich viel zu wenig Fundiertes zu diesem Thema beizutragen.

Am Ende sind es DREI, so wie alle guten Dinge. Gebohrt, geleimt, gedübelt. Das hält, davon bin ich überzeugt.

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berlin _ 983

Ich bewundere Jane Goodall seit vielen Jahren. Für ihre Arbeit, für ihr Wissen, für ihr Mitgefühl, für die Art und Weise, wie sie im Leben steht, wie sie das Leben versteht.

Mit Begeisterung habe ich diesem Gespräch zugehört (LINK). Und wenn es angesichts meiner eh schon bestehenden extrem hohen Achtung dieser Frau gegenüber noch gehen sollte, diese zu steigern, dann findet ihr einen Grund dafür ab Minute 22:42:

 

„Für mich ist das Ökosystem wie ein wunderschöner Wandteppich, und jeder faden dieses Teppichs ist eine Spezies. Und alle sind miteinander verwoben.
Wenn eine Spezies dann verschwindet, sei es eine Pflanze oder ein Tier, wird dem Teppich ein Faden gezogen.
Wenn zu viele Fäden herausgezogen werden, hängt er nur noch in Fetzen und das Ökosystem fällt in sich zusammen.“

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berlin _ 981 _ KUKUmobil

Auf den Kopf gestellt. PASST!!!

 

Die letzten Stemmarbeiten für den Aufbau des Ständerfachwerks sind im Gange. Hier und da fehlt noch ein Zapfenloch. Hier im Rähm, der auf dem Foto unten liegt, in „echt“ aber der Abschluss der Wand und die Auflage der Dachkonstruktion auf der Terrassentürseite sein wird.

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berlin _ 980 _ KUKUmobil

 

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berlin _ 979 _ KUKUmobil

Foto des Tages I

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berlin _ 978 _ KUKUmobil

BAUTAGEBUCH. Teil V

Zurück zum KUKUmobil. Neben der Bodenstruktur gibt es noch einiges mehr zu berichten, was in den vergangenen 15 Tagen passiert ist.

DAS STÄNDERFACHWERK

Natürlich haben wir weiterhin intensiv am Ständerwerk gearbeitet. Das bedeutet, dass wir uns jedes Werkteil einzeln vornehmen, es auf Länge bringen, die Enden entsprechend der geplanten Holzverbindung (Zapfen, Überblattung, was auch immer) arbeiten, Zapfenlöcher dort anbringen, wo wir sie später brauchen, ebenso die Aussparungen. Das bedeutet aber auch, dass jedes Werkstück zu einem konkreten Bauteil wird, benannt, durchnummeriert, mit festgelegter Reihenfolge und Position.

Pfosten, Streben, Riegel, Kopfbänder und Rähm. Alles muss jetzt nacheinander gefertigt werden, um dann, wenn alles bereit liegt, ausgerichtet und dann aufgebaut zu werden.

Die Pfosten

Sie bekommen oben und unten Zapfen um in den Bodenlängsbalken und den Rähm eingesetzt zu werden. Dazu die Zapfenlöcher für alle Bauteile, die mit ihnen verbunden sind. Das ist an manchen Stellen nur eine Strebe, an den meisten kommt noch ein Riegel dazu, der die Streben im rechten Winkel hält.

Die Penelope-Taktik

Zwischendurch wird auch immer mal wieder überprüft, ob Zapfen und Loch zueinanderpassen und die Pfosten gut aufstehen. Das ist unsere Penelope-Taktik. Wir bauen zusammen und wieder auseinander. Mehrmals. Mal ein oder zwei Bauteile, mal mehrere.

Das ist eine große Geduldsprobe, denn inzwischen haben wir alle eine enorme Lust, den Raum vor uns (ent)stehen zu sehen, nicht nur in unserer Vorstellung, sondern „in echt“.

Wir haben uns erst einmal um die beiden Längsseiten gekümmert, unter anderem, weil die eingebunden sein werden zwischen zwei parallel zueinander verlaufenden Balken. Bei den Pfosten an den Giebelseiten ist zusätzlich noch die Dachschräge zu berücksichtigen. Daher haben wir uns diese beiden Wandstrukturen getrennt vorgenommen.

Die Streben

Streben sind diagonal angeordnete Bauelemente. Sie sind im Fachwerk wichtig, denn sie dienen der Versteifung der Gesamtkonstruktion und leiten die  Zug- und Druckkräfte ab. Natürlich dürfen die beim KUKUmobil nicht fehlen. Druck und Zug wird es auf der Reise genug geben.

Die Riegel

Riegel sind waagerechte Bauelemente zur Unterteilung der Fache; entweder in kurzen Stücken zwischen die Ständer gezapft (Riegelkette), oft auch als langer Riegel über die Ständer geblattet.Wir werden beides haben. An den Eckfachen auf den Längsseiten wird ein jeweils einen Riegel geben, der die beiden sich überkreuzenden Streben hält. An den Giebelseiten halten sie jeweils eine Strebe, an der Längsseite mit Fenstern wird es Kopfriegel geben und einen langen horizontalen Riegel. Spannend ist es, sich genau die Reihenfolge zu überlegen, in der die Bauteile zusammengebaut werden sollten, je nach Funktion, die sie im Gesamtgefüge übernehmen, und dementsprechend die Verbindungen, die sinnvoll sind.

Juanjo hatte schon begonnen mit der Arbeit an den ersten Kopfriegel. Inzwischen sind die vier für die Eckfache fertig.

Das ist wichtig, weil auch hier immer mal wieder die Penelope-Taktik zum Tragen kommt, und wir uns absichern wollen, dass wir nicht auf dem „Holzweg“ sind, dass alles passt, vielleicht nicht immer genau auf den Millimeter, aber doch „so ungefähr ziemlich genau“. 😉 Vor allem aber wollen wir die Elemente passend machen, Zapflöcher dort anpassen, Zapfen dort nacharbeiten, wo es notwendig ist.

Der ersten Versuch verlief recht zufriedenstellend. Jetzt müssen die Teile rechtwinklig ausgerichtet und mit Schrauben und/oder Holznägeln verbunden werden.

Aber davon,  wie wir die provisorischen Standbeine unter den Anhänger bekommen haben, um ihn waagerecht auszurichten, und was an Dachkonstruktion schon getan wurde, erzähl ich euch im nächsten Beitrag.

 

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berlin _ 967 _ KUKUmobil

BAUTAGEBUCH. Teil IV

Neben – Schauplätze

Alle Augen sind natürlich auf das KUKUmobil ausgerichtet. Vollkommen verständlich, denn schließlich geht es ja darum. Aber es gibt auch kleinere und größere Nebenschauplätze, an denen sich interessante Dinge tun:

1.

Jetzt, wo der Boden des Ateliers fertig  und damit unsere Arbeitshöhe gut 12 cm angestiegen ist, ist es nur eine Frage der Zeit, wann wir eine Baustellentreppe brauchen. Wenn alle Teile des Ständerwerks fertig sind, werden wir es zusammenfügen und spätestens dann wird es ein häufiges Rauf und Runter geben, und nicht mit leeren Händen.

Uli hat sich bereit erklärt, das Bauprojekt „Baustellentreppe“ zu übernehmen.

 

Zwischennutzung.

Ich habe in den letzten Tagen eine gute erste Verwendung für die Treppe gefunden, wenn auch nicht ganz üblich und vor allem nicht geplant. Aber es hätte nicht besser passen können, selbst wenn es geplant gewesen wäre:

Die Zapfen an den Pfostenenden vorzubereiten heißt 8 Schnitte zu tun, jeweils 4 quer und 4 längs zur Faser. Inzwischen krieg ich das schon ziemlich genau und gerade hin. Wir freunden uns immer mehr an, meine Japansäge und ich.

2.

Autumn ist comming

3.

Ein neues Projekt entsteht auf Christines Webrahmen. Das macht mich besonders froh,  vielleicht hat der Funke gezündet. Jedenfalls wird es eine feucht-fröhliche Bildwirkerei geben, mit Kugelfisch und Storchenbein. UND 20 x 20 cm groß. Da passt schon was rein.

Sobald die Wände stehen, werde ich meinen Webstuhl aus dem Atelier holen und aufbauen. Das wird ein großartiger Moment!!!!

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berlin _ 966 _ KUKUmobil

BAUTAGEBUCH _ Teil III

Regentage sind Ruhetage, sind …..

Tage für Begegnung, für Austausch…..

sind Tage zum Sortieren, zum Erzählen…..

……sind ideale Tage für das Bautagebuch. Mit dem steten Blick aus dem Augenwinkel auf die Wetter-App haben wir versucht, alles bereit zu machen für die „Regenpause“. Mit Ach und Krach haben wir es geschafft. Die Plane lag rechtzeitig.

Die Arbeit der letzten Tage liegt gut verwahrt unter ihr und unter Dach und Fach in der Werkstatt. Und auch, wenn es auf den ersten Blick nicht so aussehen mag, schon gar nicht mit Plane, sind wir in den vergangenen zwei Wochen gut voran gekommen.

37 Bautage liegen jetzt hinter uns, 15 Tage mehr, seit dem letzten Eintrag. Und in diesen zwei Wochen hat sich eine Menge getan:

 

Der „Boden_Boden“

Es mag wie ein „déjà-vu“ anmuten, wenn ich wieder von Dämmmaterial und Bodenplatten berichte. Tatsächlich ist es aber so, dass ein Großteil der Arbeit während dieser zwei Wochen in die Fertigstellung des KUKUmobil-Bodens ging, d.h. des EIGENTLICHEN Bodens meines mobilen Ateliers.

Die Querbalken waren schon bearbeitet, aber am Rahmen mußten wir noch die Zapflöcher für die Pfosten und Streben des Ständerwerks anbringen, an einem der Längsbalken dort Material herausnehmen, wo die  Schwelle für die 3 m lange Schiebefalttür sein soll, die überraschenderweise drei Wochen vor dem vereinbarten Termin vom Hersteller geliefert wurde, dann alle Balken zusammenfügen, die Bodenplatten einsetzen und darauf hoffen, das alles passt, das Dämmmaterial vorbereiten, einlegen und alles dicht abkleben.

Die Bodenfläche ist durch die Balkenstruktur in 16 Felder unterteilt. In jedes Feld wird in die eingefräste Nut an den Balkenunterseiten eine Siebdruckplatte eingelegt. Die schneiden wir übrigens NICHT mit der Japansäge. Das sind die Momente der Dankbarkeit, die Maschinen der Gemeinschaftswerkstatt benutzen zu können und jemanden wie Gudrun zur Seite zu haben, die diese Maschinen auch bedienen kann. Ich stehe eher in sicherer Entfernung und reiche an oder nehme ab. Da ist mir meine Maschinenphobie im Weg.
Seitdem wir das Balkenmaterial bearbeiten, stoplern wir über DIE FASE!!! Fasen werden an Bauteilen häufig zur Entfernung von Graten, der Verringerung der Verletzungs- und Beschädigungsgefahr beim Transport und der Vereinfachung der weiteren Montage angebracht.  Also eigentlich sinnvoll, ABER bei der Übertragung von Maßen ist es total nervig, weil eben gerade die rechtwinklige Kante fehlt, die man bräuchte, um eine Linie rundum um einen Balken laufen zu lassen. Selbst wenn man den Knick in der Optik nicht schon mitbringt, dann kann der sich schnell einschleichen, wenn man dieses Stück, das weggefast wurde, wieder hindenken muss.
Aber Fasen sind auch an Bauteilen nützlich, in die ein zweites Bauteil eingeführt werden muss. oder die in ein zweites Bauteil eingeführt werden sollen. Die Fase dient dabei als Einführhilfe. Klar, das wir unsere eigenen Fasen anbringen, nämlich da, wo sie für uns nützlich sind, zum Beispiel an den Siebdruckbodenplatten, die ja in die Nut der Balkenstruktur eingeführt werden sollen und passen müssen. 🙂  Ein Hoch, also, auf die selbstbestimmte Fasung.

Die 3m-Faltschiebetür, die für mich neben dem Webstuhl das Herzstück des KUKUmobils darstellt _  öffnet sie doch die Welt dem Atelier, das Atelier der Welt, gewährt dem Publikum Zugang zu meiner Arbeit, und ermöglicht mir, die Impulse meiner Mitmenschen aufzunehmen und einzuweben _ sitzt auf einem der Längsbalken des Bodenrahmens. Um die geplante Gesamthöhe beizubehalten und die Schwelle der Tür bündig mit dem Innenboden zu bekommen, verringern wir an dieser Stelle die Höhe des Balkens. Unser Weg dorthin: sägen, sägen, sägen, klopfen, schleifen…..
Einige Zapfenlöcher werden noch angebracht. Diesmal mit Bohrer-Unterstützung, dann ist der Weg des Stemmens nicht so lang. Je härter das Holz, um so willkommener ist diese Abkürzung. Ich habe inzwischen gelernt, dass das Stemmeisen nicht einfach wegläuft und ich es daher nicht verkrampft festhalten, sondern nur präzise positionieren muss  und schaffe es inzwischen, eine relativ saubere Brüstung zu stemmen und das Mass gut einzuhalten, merke aber auch mit jedem neuen Tag, der auf den vorherigen folgt, dass meine Arme an ihre Belastungsgrenze kommen.
Geplant war, dass die Platten mit etwas Luft („etwas“ ist in Gudruns Planung max. 2mm) in den Felder sitzen und somit auch einfach eingelegt werden können. Schon auf dem Weg dorthin wurde uns klar, dass dem nicht unbedingt so sein wird. Einige der vom Hersteller gelieferten Hölzer waren extrem verzogen, einige hatten ungleiches Mass und meine Säge- und Stemmkunst hat ihre Grenzen in der Präzision. Alles Faktoren, die beim Zusammenbau eine Rolle spielen würden, dessen waren wir und bewußt.

 

ÜBRIGENS habe ich gelernt, dass es Momente geben kann, wo es ohne Kraft, Zwinge und Holzhammermethode NICHT geht. Bzw. wo man sich entscheiden muss zwischen „passt, wackelt und hat Luft“, oder „sitzt bombenfest“. Wir versuchen, angesichts all dessen, was dem KUKUmobil bevorsteht, auf zweiteres hinzuarbeiten.

 

Manchmal schaffen wir es sogar. 😉 Parallelen stimmen. Diagonale stimmt. Alles im Maß und bald auch im Lot.

Nach dem Zusammenbau der Bodenbalkenstruktur, und immer noch beim Abschnitt „Bodenbau“ bleibend, geht es im nächsten Schritt darum, die 16 Bodenfächer  mit Dämmmaterial zu befüllen und alles abzudichten.

 

Uli hat sich bereit erklärt, uns dabei zu helfen, und da er glücklicherweise nicht die Maschinenphobie seiner Mutter geerbt hat und Gudrun geduldig genug ist, um ihn einzuweisen in die Handhabung der notwendigen Maschinen, ist ihm die Spanisch-Schinken-Schnitttechnik erspart geblieben, die wir noch vor ein paar Wochen für die Unterbodendämmung angewandt haben. Auch, weil wir gemerkt haben, dass die erforderliche Präzision nicht so einfach zu erreichen ist. Sie ist aber wichtig, denn das Material ist nicht flexibel, kann also nicht einfach mal in irgendwelche Maße gedrückt, gequetscht oder gefriemelt werden,  und die Bodenplatten sollen natürlich gut aufliegen.

 

Uli schneidet die Dämmstoffplatten zuerst auf Maß. Wir haben versucht, es uns so leicht wie möglich zu machen und einige Fächer so anzulegen, dass sie das Hersteller-Maß der Platten aufnehmen und wir uns hier und da einen Schnitt sparen können. Da die Platten aber auch auf den Balken aufliegen, müssen sie rundherum eine Falz haben.

Gudrun hat ein wachsames Auge. Immer. Nicht nur in Sachen Maßhalten, auch in Sachen Sicherheit. Das macht mich sehr entspannt, so sehr, dass ich mich auf das Fotografieren konzentrieren kann.

 

Es gab nur eine Schreckmillisekunde, als ich Uli sah, wie er die Dämmstoffplatte festhielt, bis mir bewußt wurde, dass der Schnitt ja nicht durch die gesamte Platte geht, sondern nur durch den unteren Teil.

Letzter Schritt nach dem Schneiden ist das „Anprobieren“. Es passt, und es passt nicht nur so gut, dass es wackelt und Luft hat, sondern das es bombenfest sitzt. UND, wir haben zwei Pakete Material eingespart, weil wir vier der 16  Felder unter der Verwendung von Reststücken in  Tetris-Technik zusammengepuzzelt haben.
Und für die kleinen Ritzen, durch die eventuell doch noch ein Hauch kommen könnte, bzw, sich Feuchtigkeit in die Bodenstruktur schummeln könnte, wo wir sie auf keinen Fall haben wollen, kommt noch einmal Aluband zum Einsatz.

Jetzt ist diese Arbeit getan und wir sehen, dass alles so geworden ist, wie wir es uns vorgestellt haben. Ein tolles Gefühl. DANKE, allen helfenden Händen. 😉

 

 

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berlin _ 965 _ KUKUmobil

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berlin _ 964 _ KUKUmobil

Fünf gute Gründe

 

1. Nachholbedarf

Es gibt Tage, die sind einfach ganz besonders. Manche, weil der Kalender es sagt und sie sich ins Leben drängeln; manche, weil das Leben es sagt und sie es in den Kalender schaffen. Wir hatten gestern auf der Baustelle einen, der definitiv in die zweite Kategorie passt.

Angefangen hat alles damit, dass ich den ersten Zwetschgenkuchen dieser Saison mit HEFEteig gebacken habe. Pflaumen gehörten schon immer zu meinem Lieblingsobst, vor allem in Form von Mus. In Spanien habe ich die bisher besten Pfirsiche und Feigen meines Lebens probiert, aber das änderte nichts an der Tatsache, dass ich die Zwetschgenkuchen vermisste, so, wie ich jetzt die Pfirsiche und Feigen vermisse.

 

2. Der Stolz einer Faltschiebetürbesitzerin

Dann kam ein Anruf von Gudrun, die wiederum einen Anruf von Hersteller der Faltschiebetür bekommen hatte, die wir für irgendwann im September erwarteten, mit der Neuigkeit, dass sie auf dem Weg nach Berlin ist. Große Überraschung, große Aufregung bei mir und große Freude, in dieser Reihenfolge. Tatsächlich kam Wolfgang dann auch am Nachmittag mit dem Paket. Ab jetzt bin ich also stolze Faltschiebetürbesitzerin.

3. Level 5

Damit aber nicht genug. Ich bin gestern in meiner Japansägekunstfertigkeit ein Level weiter gekommen. Gefühlt wie von Level 4 auf Level 5 von……… 50? Keine Ahnung. Jedenfalls bin ich höchst zufrieden mit dem Ergebnis. Die erste Strebe des Ständerwerks hat ihre Schrägschnitte und Zargen bekommen.

4. „Letzte Ölung“

Ganz wie nebenbei hat der Anhänger seine „letzte Ölung“ bekommen, gerade rechtzeitig vor den Regentagen. Also ist dieser Arbeitsschritt, der uns geraume Zeit beschäftigt hat, endgültig abgeschlossen.

 

5. Ein Zeichen setzen

Und zum Abschluss des Tages hat Christine ihre kleine Bildwirkerei beendet, die sie in einem meiner Sommerkurse begonnen und danach bei ihren Besuchen auf der Baustelle weitergewebt hatte.

Wie gesagt: Fünf gute Gründe ….. zum Feiern.

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berlin _ 963 _ KUKUmobil

Vorgestern fragte mich eine Freundin spaßeshalber, wie das denn aussieht, wenn frau sich freut wie eine Schneekönigin. Nun, das ist ganz unterschiedlich und kommt auf die Tagesform und natürlich den Anlass an. Unter anderem kann es folgende Gestalt annehmen, wenn _zugegebenermassen mit Anfängerglück_ der Pfoten gleich beim ersten Mal perfekt in das eben fertig gestemmte Zapfloch passt:

Foto: Gudrun Mattke
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berlin _ 962 _ KUKUMobil

BAUSTELLENINTERMEZZO

Wichtige Momente auf der Baustelle: Erklären, erklären, erklären, und…… fegen, fegen, fegen.

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berlin _ 961 _ fundstück

Foto: Gudrun Mattke
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berlin _ 960 _ fundstück

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berlin _ 958 _ KUKUmobil

REGEN _ LAND _  SCHAFT

 

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berlin _ 957 _ KUKUmobil

DAS BAUTAGEBUCH _ II

August 2022

21 Bautage liegen jetzt hinter uns. Das sind zusammengenommen drei Wochen. Mir kommt es wie eine kleine Ewigkeit vor. Nicht, weil es mir langweilig wird oder zu viel, eher weil sich inzwischen eine gewisse Routine etabliert hat:

Mit den Menschen, die jetzt Teil meines Alltags sind; mit dem Hof, unserem Bauplatz, und seinen Besonderheiten. Und das nicht nur zu den gewohnten Arbeitszeiten, denn Arbeit und Leben, oder Arbeit und Freizeit voneinander zu trennen, hat nie meinem Wesen entsprochen. Daher ist der Bauplatz eben auch nicht nur ein Bauplatz…..

 

 

Fäden in anderen Händen

Manchmal, während ich säge oder stemme oder schleife, gibt es jemanden, der am Webrahmen sitzt und mich meine textile Welt nicht vergessen lässt. Dann stecke ich die rauen und staubigen Hände in die Hosentasche, um nicht  in Versuchung zu geraten, und hab ein Auge auf das, was sich zwischen den Fäden gerade tut.

 

Der Himmel über Berlin

Manchmal sitzen wir auch nur da, genießen den Blick auf das kleine Stück Himmel, das – eingerahmt von den Dächern der flachen Gewerbehallen – zu sehen ist:  baden uns in der Energie, die sich im geschäftigen und konzentrierten Tun rundherum im Hof angesammelt hat, warten darauf, dass die Schatten lang genug werden,  um in ihrem Schutz mit der Arbeit zu beginnen, oder lassen den Tag ausklingen, zählen Fledermäuse, Mücḱenstiche und Sternschnuppen…..

Fotos: Gudrun Mattke

 

Leib und Seele

Manchmal, wenn ich darüber nachdenke, ziemlich oft sogar …. genau genommen fast immer, wenn ein intensiver Arbeitstag ansteht, und das ist nicht selten der Fall ….. gibt es kleine Momente, in denen wir uns darum kümmern, dass Leib und Seele weiterhin gut zusammenhalten:

DAS EIGENTLICHE

Soweit die „Paraphernalien“. Denn EIGENTLICH geht es hier ja ums BAUEN, ich wollte all das nur mal erwähnt haben, nicht, dass der Eindruck entsteht, wir würden es uns neben all der Arbeit nicht gut gehen lassen.

Was ist also geschehen, in diesen 10 Augusttagen, die seit dem ersten Bautagebucheintrag verstrichen sind? Ich fang mal bei mir an: Vieles von dem, was Gudrun mir erklärt, zum Beispiel wenn es um Maschinen geht, werde ich mir nicht merken können. Aber es ist hilfreich, Dinge kontextualisieren zu können und nachzuvollziehen, warum etwas so und nicht anders getan werden müsste oder sollte oder wird.

Mein Verstand und meine Muskulatur machen sich langsam vertraut mit den fremden Werkzeugen und den ungewohnten Bewegungsabläufen. Ich lerne, dem Material „zuzuhören“, zu verstehen, was es will, um zu wissen, was ich tun muss, um möglichst MIT ihm zu arbeiten und nicht GEGEN seinen Willen; und wenn doch, zu verstehen, wie ich es „überzeugen“ kann, um meinem Wunsch zu folgen.

Ich lerne, wie wichtig gute Kommunikation ist, nicht nur mit dem Material, auch untereinander. Zu wissen, wie man Maße richtig nimmt und sie so anzeichnet, dass man sich bei komplizierten Arbeiten nicht selbst verliert zwischen dem „was bleibt“ und dem „was weg kommt“; ob man auf der Linie sägt und wenn nicht, auf welcher Seite…..

Gut, wenn es dann immer noch mal eine „Qualitätsabnahme“ von der Bauleitung gibt, unter anderem, weil damit eventuelle Ungenauigkeiten, wenn sie sich trotz aller Bemühung doch ergeben haben, in die weitere Planung mit aufgenommen und kompensiert werden können.

Besonders  beeindruckend ist es für mich, zu erleben, wie viele Arbeitsgänge getan werden müsse, um ein Stück Material in ein Bauelement zu verwandeln; nicht nur bei uns und dem KUKUmobil, auch ganz allgemein in der Werkstatt, denn auch da bekomme ich mit der Zeit eine genauere Vorstellung davon, was es bedeutet, ein maßgeschneidertes Möbel zu bauen.

Es überrascht mich, dass es mich so sehr überrascht, denn letztendlich ist es genau das, was ich all denen immer erkläre, die bei mir etwas von der Bildwirkerei lernen wollen, d.h. letztendlich geht es um die Essenz eines jeden Handwerks, unabhängig vom Material, mit dem man je nach Gewerk zu tun hat: es geht um Sorgfalt in der Planung, in der Ausführung jedes einzelnen Schrittes, auch der „unsichtbaren“, die im fertigen Teil zwar nicht mehr wahrnehmbar sind, außer für das geübte Auge, die aber unentbehrlich sind für die Gesamtwirkung des Produkts am Ende des Arbeitsprozesses.

Genau damit sind auch wir weiterhin beschäftigt: mit dem Anhänger und mit der Vorbereitung der Balken für die Bodenstruktur und für das Ständerwerk der KUKUmobil-Wände.

 

DER ANHÄNGER

Ersteres liegt vor allem in Gudruns Händen, denn da kommen Fräser, Schleifer, Schraubzwingen und Silikonkleber zum Einsatz. All das immer ab 17 Uhr, denn der Anhänger, das ist ein Fakt, der steht in der prallen Sonne und heizt sich so auf, dass ich den Verdacht habe, wir könnten Spiegeleier auf ihm zubereiten.

Die Original-Bodenplatte des Anhängers, die im Metallrahmen lag, wurde durch die Unterboden-Dämmung angehoben. Um die Kältebrücke zu unterbrechen haben wir auch den Metallrahmen des Anhängers mit Dämmmaterial abdeckt und einen entsprechenden Streifen aus Siebdruckplattenmaterial angesetzt. Insgesamt haben wir dadurch eine vollkommen gedämmte Auflagefläche für den Aufbau von 2,20 m Breite geschaffen. Bei gutem Wetter und langer Standzeit kann der Anhänger hervorgeholt und als Terrasse genutzt werden. Die Außenkante der Bodenplatte wird abgerundet.
Gudrun fräst die Ansatznaht zwischen der Original-Bodenpatte und dem Ansatzstreifen ein, um die Silikonnaht besser aufzutragen. Die gesamte Konstruktion soll so dicht sein, dass weder  Spritzwasser von unten noch Regenwasser von oben eindringen kann. Überstehendes Silikon haben wir abgeschliffen. Die gesamte Fläche wird zum Abschluß gebeizt und geölt.
Als zusätzliche  Anti-Rutsch-Sicherung haben wir uns entschieden, an den Längsseiten der Plattform, dort, wo die Douglasfichtenbalken der Bodenkonstruktion aufliegen, Gummistreifen anzubringen. Sie liegen eingelassen in einer eingefrästen Vertiefung.
Vor dem Beizen und Ölen wird noch einmal genau geprüft, ob an irgendeiner Stelle mit Silikon nachgearbeitet werden muss. Silikon mag es nicht, wenn es zu heiß ist. Das macht mir dieses ansonsten eher unangenehme Material fast sympathisch. Da kann es manchmal auch etwas später werden.
Gut, dass Handys auch als Taschenlampe benutzt werden können, und noch besser, dass sowohl die Ausdauer als auch das Verständnis aller Beteiligten groß genug sind.
Jetzt fehlt nur noch das Beizen der Bodenplatte _ in Wotan-Türkisblau _ und das Einölen. Fast hätten wir es geschafft, dann kam der Regen und es konnte nicht sein.
Wenn das Wetter mitspielt, dann wird es am Sonntag dazu kommen und DANN ist die Arbeit am Anhänger tatsächlich abgeschlossen. Das schreit förmlich danach gefeiert zu werden!!!!

DIE BODENSTRUKTUR

Zeitgleich zu der Arbeit am Anhänger haben wir die Balken für die Bodenstruktur vorbereitet. Insgesamt besteht sie aus einem Rahmen aus Douglasfichte, zwei Querbalken aus dem gleichen Material, sowie 5 weiteren Quer- und einem mittig eingeplanten Längsbaken aus Fichte.

Hier war und bin ich am werkeln, mit Japansäge und Stemmeisen. Ab und an kommt Gudrun dazu, um bestimmte Arbeitsschritte zu übernehmen, die Erfahrung oder den Einsatz einer Maschine erfordern:

1. Unten ist da, wo die Nut ist.
Die Balkenstruktur trägt als erste Schicht Bodenplatten aus Siebdruck. Dazu hat Gudrun an den Balkenunterseiten eine Nut eingefräst, in die die Platten eingelassen werden, wenn wir die einzelnen Teile zusammensetzen, die natürlich GENAU passen werden, weil wir so gründlich gearbeitet haben. 🙂

2. Passt!
Alle Balken haben wir an den vorgesehenen Stellen mit Aussparungen versehen, bzw. an den Enden die entsprechenden Zapfen gesägt, um sie so zusammenzusetzen, dass sie sicher und solide sitzen und alle Kräfte aushalten, die auf sie einwirken werden. Zwischendurch haben wir immer mal wieder die Probe aufs Exempel gemacht und uns jedesmal gefreut, wie die Schneeköniginnen, wenn es gepasst hat, OHNE Wackeln und OHNE Luft.

 

3. Mattkesche Verbindung
Besondere Gedanken hat Gudrun sich über die Eckverbindungen der Rahmenstruktur gemacht. Sie wollte vermeiden, dass an den Ecken Hirnholz steht, weil gerade dort Feuchtigkeit gut eindringen könnte, was wir ja auf alle Fälle vermeiden wollen. Also ein Gehrungsschnitt? Aber dann schaffen wir es nicht wirklich, die Balken in einer so gut sitzenden Holzverbindung zusammenzubringen, wie es bei einer Überblattung der Fall wäre. ALSO: Halbe-Halbe.

Es gibt dafür tatsächlich einen Namen: Verdecktes Eckblatt. Ich habe mal im Internet gesucht. HIER gibt es sage und schreibe über 34 Holzverbindungen, und da sind die japanischen wahrscheinlich gar nicht mit dabei. Ich finde trotzdem, Mattkesche Verbindung klingt gut.

HELFENDE HÄNDE

Tja, und wenn wir sicher sind, dass alles zusammenpasst, dann nehmen wir es wieder auseinander und schleifen jeden Balken ab, um ihn dann mit Leinöl zu behandeln. Erst dann ist er bereit, seinen Platz im Gesamtgefüge einzunehmen. Da sind helfende Hände besonders willkommen:

DAS STÄNDERWERK

Als nächster Bauabschnitt steht neben der Fertigstellung des Bodens das Ständerwerk an. Da wartet noch die ein oder andere Stemmarbeit auf uns. Aber davon werde ich im nächsten Beitrag berichten.

Ich weiss, wir alle dursten mit, mit den Bäumen, den Gräsern, den Flüssen und Seen; die schon so lang andauernde Hitze hat längst ihren Reiz verloren, selbst für die eingefleischten Sonnenanbeter:innen. Alle warten wir auf Kühle und auf Regen.

„Nunca llueve a gusto de todos“, wie man im Spanischen so schön sagt. Auch wenn damit eher gemeint ist, dass man es selten allen recht machen kann, hat es in unserem Baukontext eine wortwörtliche Bedeutung.

JA zum Regen, aber bitte nachts und wenn doch tagsüber, dann eher mittwochs und donnerstags. 🙂

 

 

 

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berlin _ 956 _ KUKUmobil

Foto der Tages II

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berlin _ 955 _ KUKUmobil

Foto des Tages I

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berlin _ 954 _ KUKUmobil

 

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usedom _ 953 _ ostseebad

HITZEFREI

Gut, Herrinnen zu sein, über unser Leben und unsere Arbeit!! Dazu gehört auch, wenn das Wetter es so will – und das wollte es definitiv so an jenem Donnerstag – uns gegenseitig hitzefrei geben zu können.

Dass der Faden sich dann weiterspinnt und uns zu einem Spontanausflug nach Usedom führt, obwohl eigentlich nur ein kleiner morgendlicher Abstecher nach Wandlitz geplant war, das liegt wohl daran, dass Gudrun, für die die Ostsee seit sie denken kann ihre zweite Badewanne ist, es nicht länger aushalten konnte mit jemandem zu bauen, der noch nie in der Ostsee gebadet hat und diesen Missstand so schnell als möglich beseitigen wollte; und dass ich mich gerne hab „entführen“ lassen.

 

Fotos: Gudrun Mattke

Also ging es einfach immer geradeaus, ab nach Usedom, Insel. Vorbei an der Polderlandschaft im Peenetal, die wir auf der Hin- und auf der Rückfahrt bestaunt haben. Auf der Hinfahrt voller Überraschung vom Auto aus, auf der Rückfahrt mit 15 sorgfältig um Hosensaum und Sandalenriemchen platzierten Mückenstichen.

Usedom _ Insel _  hat mich bezaubert. Wahrscheinlich hatte ich mit Ostsee eine platte norddeutsche Landschaft verbunden, was ich an sich nicht negativ finde, eher angenehm unaufgeregt. Mich dann in einer hügeligen, waldigen Umgebung wiederzufinden, an einem Strand mit feinem, hellem Sand, einem ruhigen Meer und beschilften Uferstreifen, die eher nach „See“ als nach „Meer“ aussehen, hat mich überrascht.

Foto: Gudrun Mattke

 

Ich denke mal, dass in diesem Sommer, mit der großen Hitze und dem 9 Euro Ticket, der Strand noch voller ist, als gewöhnlich. Und gerade an dem Abschnitt, an dem wir waren, also an den drei Hauptbadeorten, hat sich gefühlt die halbe Welt getummelt.

Trotz des Andrangs  gab es noch ein freies Plätzchen für uns, unser Bad im Meer UND ein kleines Strandlabyrinth, ohne das diese erste Begegnung mit der Ostsee unmöglich bleiben konnte.

Fotos: Gudrun Mattke

Zum Abschluss des Tages sind wir noch etwas über die Insel gefahren und haben einen kleinen Ort gesucht, an dem wir den letzten Rest Proviant verspeisen konnten. Den wieder nach Berlin zu chauffieren wäre schierer Wahnsinn gewesen, dachten wir. Gedacht, getan.

Fotos: Gudrun Mattke

Übrigens, falls ihr euch wundert, dass es jetzt immer mal wieder das ein oder andere Foto gibt, auf dem ich zu sehen bin, dann liegt es daran, dass Gudrun mit ihrem Handy ebenso schnell zur Hand ist, wie ich mit meiner Kamera. Eigentlich ist es meinem Wesen ja nicht so eigen, VOR der Kamera zu stehen, und es ist für mich durchaus gewöhnungsbedürftig, aber ich muss gestehen, dass es ab und an schön ist, ein Foto von sich selbst zu haben. 😉

Es war ein wunderbarer Tag. DANKE, liebe Gudrun.

Im Nachgang habe ich übrigens den Unterschied gelernt zwischen Ostsee-Strandkörben und Nordsee-Strandkörben. 🙂

Wikipedia dixit: „Unterschieden wird vor allem zwischen einer Ostseeform mit abgerundeten, geschwungenen Seitenteilen und einer gebogenen Haube und einer Nordseeform mit geraden Seiten und kantig wirkendem Oberteil. In der Regel handelt es sich bei beiden Bauweisen um Halblieger, die bis zu einem Winkel von 55 Grad nach hinten verstellt werden können. Nordseekörbe gibt es manchmal auch als Liegermodelle, die sich bis zu 90 Grad absenken lassen. Eine Weiterentwicklung ist der Syltkorb, dessen Haube man über einen mechanisch aufwändigen Federzug stufenlos bewegen kann. Da der Ostseekorb als klassische Form gilt und gefälliger wirkt, ist er weiter verbreitet, doch findet man an den Stränden von Nord- und Ostsee jeweils beide Formen. Seltener und teilweise mit Kultstatus bedacht sind Strandkörbe in der Bauweise der DDR-Produktion. Sie sind nicht geflochten, vielmehr bestehen ihre Hauben aus gebogenen Phenolharzplatten und ihre Seitenteile aus ebenen Spanplatten, was ihnen in einem Wortspiel die Bezeichnung Typ Platte einbrachte. Von diesen gelten die durch die PGH Bau in Rehna hergestellten Rehnaer, die vollständig zerlegbar sind, als besonders ausgeklügelt. Aufgrund ihrer Herkunft findet man sie vor allem an den Stränden Mecklenburg-Vorpommerns.“

Jetzt, wo ich das weiss, werde ich mit ganz anderen Augen auf diese Möbel in der Landschaft schauen. (https://de.wikipedia.org/wiki/Strandkorb)

 

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berlin _ 952 _ textil

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es stimmt, dass man aufhören soll, wenn es am schönsten ist. Tatsache ist: es ist gerade richtig schön in den VHS-Kursen. Tatsache ist aber auch, dass es mir mit dem Beginn der Reise durch Europa zu Beginn des kommenden Jahres und den Probefahrten im kommenden Herbst einfach nicht mehr möglich sein wird, die Verbindlichkeit eines VHS-Kurses zu erfüllen.

Das war er also, der LETZTE. Einige der Kursteilnehmenden aus der Runde davor kamen noch bevor die regulären Teilnehmerinnen eintrafen, um ihre Arbeiten abzuschließen und die ausgeliehenen Rahmen zurückzugeben. Das hatte schon etwas von ENDGÜLTIGKEIT.

Schön, die Arbeiten zu sehen, die unvollendet aus dem Kurs gewandert sind, und dann zurückkommen und sich „vorstellen“, in all ihrer Unterschiedlichkeit. Die kleine Landschaft mit der Tiefenwirkung und die geometrische Komposition mit der Überlagerung der Formen und der Transparenz sind zwei schöne Beispiele, wie es unterschiedlicher und schöner nicht sein könnte.

Danke Luzie und Doris, für eure Verbindlichkeit und eure Begeisterung. Vielleicht sehen wir uns ja irgendwann noch einmal wieder. Ich denke euch webend an euren Webrahmen,  und dabei die Welt und das Leben mit all ihren Herausvorderungen und Unerfreulichkeiten für eine  kleine Weile ausblendend und euch erfreuend an dem, was langsam vor euch auf der Kette entsteht.

SCHÖN auch, weil der Kurs voll war. Eine ausgewogene Mischung von neuen und alten „Häsinnen“ (das klingt komisch. Weibliche Hasen werden auch „Zibbe“ genannt, das klingt in meinen Ohren aber noch seltsamer, oder?). Also es gab eben Neulinge: Astrid, Carmen und Luise, die sich das erste Mal am Webrahmen ausprobiert haben, und Deisy, Angela, Steffi und Isabelle, die schon einmal dabei gewesen waren. Allen danke ich für das schöne Wochenende, die Zeit, das Interesse und die Konzentration, mit der sie bei der Sache waren. Ich hoffe, ihnen ein klein wenig von der Liebe zur Bildwirkerei mit auf den Weg gegeben zu haben.

Mich erfüllt Wehmut, bei dem Gedanken, dass es bis zum nächsten Kurs, irgendwo auf Reisen durch Europa, in einem fernen Land, an einem unbekannten Ort eine Weile dauern kann. Ich habe in den vergangenen Jahren gemerkt, wie sehr mir die Weitergabe meines Wissens und meiner Begeisterung am Herzen liegt. Nun, es werden sich Gelegenheiten finden, da bin ich mir sicher. Und irgendwann komme ich ja auch nach Berlin zurück.

Also Schluss mit Jammern und ein letzter Blick in die Runde, um zu zeigen, was alles so passieren kann, während eines Wochenendkurses in Bildwirkerei:

1 _

Diese kleine, klare, charmante Bildwirkerei wurde aus Baumwolle gewebt. Ein bezauberndes Spiel aus einfachen Formen, die sich zu einer schönen Komposition zusammenfügen.

2 _

Erste Bildwirkerei und gleich eine der Formen, die für Weberinnen immer wieder eine Herausforderung darstellen: Der Kreis. Den Rhythmus der Abnahme zu verstehen und darauf zu achten, dass sie symmetrisch geschieht, ist vor allem eine Konzentrationsfrage. Dabei die gleichmäßige Spannung zu bewahren ist gar nicht so einfach, auch wenn es so aussieht. Die zweite Kreishälfte wird in Baumwolle gewebt. Ich bin sehr gespannt,.

3 _

Im Gegensatz zu dieser runden Komposition, eine rechteckige. Auch hier kommt eine reduzierte Farbpalette zum Einsatz. Nach dem wärmenden Gelb ein kühlendes Blau. Es war schön, zwischen den beiden Webrahmen hin und her zu wandern. Was man sehr klar sehen kann, ist der Effekt der Überlagerung. Was auf den Fotos leider nicht so deutlich zu erkennen ist, ist die Art der Verbindung an den langen Vertikalen, die gerade deshalb nicht zu sehen ist, weil sie perfekt ausgeführt wurde.

4 _

Dieser wunderschöne Baum, der uns von den Farben her an einen Gingko erinnert, ist der Nationalbaum Venezuelas, ein Araguaney. Er ist über zwei Wochenenden auf dem Webrahmen entstanden. Den Verlauf der Äste festzulegen und gleichzeitig eine schöne Form der Baumkrone zu modellieren UND die Farbabstufung innerhalb der Krone anzulegen war gar nicht so einfach, vor allem, wen man bedenkt, dass es die erste Bildwirkerei war. Da ist Ruhe und Konzentration  angesagt. Aber das Ergebnis zeigt, dass es geht, und dass es sich gelohnt hat.

5 _

Eine andere Option mehrerer Kurswochenenden hintereinander besteht darin, sich mit unterschiedlichen Themenfeldern in kleinen Übungsstücken zu beschäftigen. Material, geometrische Formen, Farbverläufe, Verbindungstechniken in der Vertikalen, das alles sind Bereiche mit unzähligen Möglichkeiten, die alle anders wirken und alle interessant sind. Wichtig ist, zu entscheiden, welche davon für das jeweils zu webende Bild am SINNVOLLSTEN ist, in Ausführung und Wirkung.

6_

Manchmal, vor allem dann, wenn der Webrahmen der eigene ist und der Großteil der Arbeit zuhause weitergeführt wird, geht es darum, eine Webvorlage zu besprechen und Entscheidungen zu treffen, zum Material, zu der Zusammenstellung des Arbeitsfadens, zur Farbpalette, der Wirkung, die erzielt werden soll, der Techniken, mit der, wie hier, den Farbverlauf und die Tiefenwirkung erzielt werden sollen.

7_

Wenn man dann schon eine Weile dabei ist, reizen die Herausforderungen natürlich enorm. Innerhalb einer Arbeit das Material zu wechseln, ist solch eine Herausforderung. Dann auch noch eins zu wählen, dass nicht gerade einfach zu verarbeiten ist, sondern eher etwas störrisch, wie es Metallfäden nun mal sind, macht es nicht einfacher. Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert sein kann.

Nicht kompliziert genug? Dann noch ein paar Buchstaben, und die in der Rundung anlegen, damit sich die Steigung der Linien von Buchstabe zu Buchstabe verändert. Das klingt nach Mut, Geduld, gutem Auge, und großer Fingerfertigkeit.

Ganz fertig ist er nicht geworden in den zwei Tagen. Ich bin gespannt auf das Ergebnis. Für die Dicke der Kette, die unsere „Arbeitseinheit“ vorgibt und damit die Dicke der Linien und die Deutlichkeit der „Stufen“ bei den runden Formen, ist diese Komposition eine echt große Herausforderung.

Mir bleibt jetzt nur noch, auf die Fotos der fertigen Arbeiten zu warten und mich zu bedanken, bei Frau Eiffler von der VHS Pankow, der ich die erste Möglichkeit eines VHS-Kurses und eine Ausstellung zu verdanken habe, bei Frau Kugge, von der VHS Tempelhof-Schöneberg, für die gute Zusammenarbeit über die mehreren Semester, die inzwischen zusammengekommen sind; und natürlich bei allen TeilnehmerINNEN _  es war tatsächlich LEIDER kein einziger Mann dabei_  die sich für die Bildwirkerei interessiert haben und sich auf solch ein intensives Abenteuer eingelassen haben.

Ich kann nur hoffen, dass alle am Ende das Gefühl gehabt haben, es hat sich gelohnt. Ich habe sehr viel gelernt, darüber wie unterschiedlich die Zugänge zu ein und demselben Kosmos sein können, wie intensiv es sein kann, diesen Kosmos gemeinsam zu erkunden, und wie verschieden die Ergebnisse sind, mit denen man ihn verläßt.

Wer an Bildwirkerei interessiert ist, an der Entwicklung der KUKUmobils, das mich so intensiv beschäftigt, und des Vorhabens meiner Europareise, der findet hier in diesem Blog immer wieder Information dazu. Ihr seid alle herzlich eingeladen, auch jetzt schon, zu der Abschiedsfeier, wenn die Große Reise tatsächlich beginnt.

 

 

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berlin _ 951 _ fundstück

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usedom _ 950 _ fundstück

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usedom _ 949 _ labyrinth

Sommerlabyrinth II

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wuppertal _ 948 _ zitat

Vor ein paar Wochen war ich für ein paar Tage bei einer Freundin in Wuppertal zu Besuch. An einem der entspannten Abende sind wir irgendwie vor dem Fernseher hängen geblieben und haben „Wem die Stunde schlägt“ geschaut.

WEM DIE STUNDE SCHLÄGT / For whom the bell tolls USA 1943 / Sam Wood INGRID BERGMAN (Maria), GARY COOPER (Robert Jordan), For whom the bell tolls , 1943. Regie: Sam Wood aka. For whom the bell tolls / WEM DIE STUNDE SCHLÄGT USA 1943 Copyright: KPA !AUFNAHMEDATUM GESCHÄTZT!

 

Ich gehöre nicht unbedingt zu den Hemingway-Fans. Aber ja: „Der alte Mann und das Meer“ habe ich gelesen UND gesehen, seine in Spanien verorteten Texte und seine Rolle als Kriegsberichterstatter im Spanischen Bürgerkrieg sind in irgendeiner Bemerkung, in irgendeinem Gespräch immer mal wieder aufgetaucht. Mehr nicht.

Also saß ich da und schaute mir einen heldenhaften Gary Cooper, eine junge ihm vollkommen ergebene Ingrid Bergmann und eine „hemdsärmelige“ Katina Paxinou an, dazu eine Horde von Widerstandskämpfern, die eher an mexikanische Bandoleros erinnerten, alles zusammen in einer seltsam anmutenden Mischung aus Stummfilm und Kammerspiel….. Naja…..

Und weil das Ganze eben so seltsam anmutete, fingen wir an, im Internet zu wandern, kamen vom Höcksken auf’s Stöcksken und landeten vollkommen begeistert bei dem Gedicht von John Donne, dem Hemingway den Titel entliehen hat, ein so ungemein aktuelles Gedicht aus dem Jahre 1624:

 

No man is an island,
Entire of itself.
Each is a piece of the continent,
A part of the main.

If a clod be washed away by the sea,
Europe is the less.
As well as if a promontory were.
As well as if a manor of thine own
Or of thine friend’s were.

Each man’s death diminishes me,
For I am involved in mankind.
Therefore, send not to know
For whom the bell tolls,
It tolls for thee.

Kein Mensch ist eine Insel,
ganz für sich allein;
jeder Mensch ist ein Stück des Kontinents,
ein Teil des Ganzen.

Wenn eine Scholle ins Meer gespült wird,
wird Europa weniger,
genauso als wenn’s eine Landzunge wäre,
oder das Haus deines Freundes oder dein eigenes.

Jedermanns Tod macht mich geringer,
denn ich bin verstrickt in das Schicksal aller;
und darum verlange nie zu wissen,
wem die Stunde schlägt;
sie schlägt für dich.

 

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berlin _ 947 _ KUKUmobil

Ich habe mich bisher nie intensiv mit der „Dragon-Dreaming“ -Methode auseinandergesetzt, was daran liegt, dass ich allgemein nicht dazu neige, mich mit Theorien auseinanderzusetzen. Hie rund da hat sie meinen Weg gekreuzt, vielleicht mich auch mal über einen bestimmten Abschnitt begleitet, dann aber immer deshalb, weil es einen oder mehrere Menschen gab, die dafür Sorge getragen haben, und ich habe mich darauf eingelassen.  Weiter ist es nicht gekommen. Ich habe den theoretischen Ansatz nicht in mein Leben integriert.

Trotzdem hat es sich eingeschlichen, vielleicht durch die „Hintertür“. Das Leben hat mich gelehrt, dass die Fähigkeit zu träumen enorm wichtig ist (das kann ich auch ganz gut); dass die Träume, um Wirklichkeit zu werden, eine Planungsphase durchlaufen sollten (da bin ich eher nicht so taff und empfinde es als große Unterstützung, Menschen mit Planungskraft an meiner Seite zu haben); dass zumindest viele meiner Träume die Unterstützung anderer Menschen brauchen (weil meine Träume fast immer in, mit und für die Gemeinschaft geträumt sind), und dass das Feiern ebenso wichtig ist, wie das Träumen, weil an diesen beiden Punkten genau die Energie generiert wird, die für das Planen und Handeln wichtig und notwendig ist.

 

Und weil das Leben mich dies gelehrt hat und ich eine aufmerksame Schülerin bin,  gibt es diese vier Momente auch im KUKUmobil-Bau, mal in größeren, mal in kleineren Kreisen. Am vergangenen Freitag war das Feiern angesagt. Wir haben den ersten großen Bauabschnitt, die Vorbereitung der Plattform, fast abgeschlossen. Welcher Grund könnte besser sein…..

Und weil Kreise keinen Anfang und kein Ende haben, geht es nach dem Feiern mit dem Träumen gleich weiter…..

 

Die erste Nacht auf dem Anhänger war kurz, aber sie war.

 

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berlin _ 946 _ KUKUmobil

DAS BAUTAGEBUCH

Vorwort

Vor drei Wochen haben wir mit dem Bau begonnen, mit etwas Verspätung und in kleinerer Besetzung als eigentlich geplant. Ich hatte mir fest vorgenommen, ein Tagebuch zu führen, für all jene, die neugierig sind, aber nicht vor Ort mit dabei sein können; für mich, um Momente, Gedanken, Erlebtes festzuhalten; für die Zukunft, um die Vergangenheit besser erinnern zu können.

Tja, dann kam alles etwas anders. Leben halt!! Ursprünglich war es natürlich schon so gedacht, dass ich relativ oft auf der Baustelle sein würde. Schließlich sollte mein Bezug zum KUKUmobil so eng wie möglich sein, auch auf der praktischen Ebene; und ich wollte den Prozess begleiten, so nah und intensiv es irgendwie ging. Aber ich bin mir auch meiner Grenzen bewusst, sowohl was meine Kenntnisse und Fertigkeiten im Holzbau angeht, die sich auf den Bau einiger Hängekonstruktionen für meine Bildwirkereien, einige Hochbetten und Regale aus Latten und Brettern beschränken, als auch was meine Körperkraft betrifft, die zwar ausreicht, um stundenlang am Webstuhl zu sitzen, aber nicht unbedingt, um schwere Werkzeuge zu handhaben oder Gewichte zu bewegen.  Das, was ich mit dem Wort „Selbstbau“ assoziiere, scheint mir für mich ein großes Wort, von dem ich weiß, dass ich es nie werde ausfüllen können.

Ich versuche, die durch den Ausfall einer der Baufrauen entstandene Lücke so gut wie möglich zu füllen. Viel mehr als Handlangerei kann nicht dabei herauskommen. An den Maschinen, die uns zur Verfügung stehen, kann ich niemanden ersetzen. Aber ich bin jeden Tag auf der Baustelle und sofern der Bauablauf es zulässt, kommt es jetzt doch dazu, dass einiges mit der Hand getan wird, was auch mit Maschinenkraft und -präzision getan werden könnte.

Vor vielen Monaten hatte ich mal gesagt, ich würde mein KUKUmobil gerne mit der Japansäge bauen. Das klingt ungefähr so, wie den Rasen hinterm Haus mit der Schere schneiden. Zu meinem Geburtstag im vergangenen Jahr bekam ich dann von einem Freund eine Japansäge geschenkt. Wer hätte gedacht, dass sie so intensiv zum Einsatz kommen würde.

Ich genieße die damit einhergehende Intensität in der Auseinandersetzung mit dem Material und auch das Konzept der Ursprünglichkeit handwerklicher Holzverbindungen. Wie konsequent wir das durchhalten können, wir sich zeigen.

MAI 2022 _ Vorbereitungen

Die allerersten Arbeiten fanden schon im Mai statt. Hier sei noch einmal daran erinnert. Kai hatte das Material für die Fassade gebracht, das ja schon über ein Jahr lang bei ihm im hohen Norden eingelagert war, und Konrad den Gasbrenner. Wir hatten uns dazu entschieden, das Holz abzuflammen, um es so schädlings- und  wetterfest zu machen. Auch, um die altersbedingte Versilberung des Kiefernholzes, die ich so unglaublich schön finde, etwas zu beschleunigen.

JULI 2022 _ Erster Baumonat

1. Der Bauort am Weißensee

Es gilt sich einzurichten, an unserem Bauort. Die Stimmung ist gut, das Wetter fast „zu“. In der Vorplanung hatten wir angesichts der Baustelle unter freiem Himmel mit“schlechtem Wetter“  immer nur Regen assoziiert. Das es auch ein „zu viel“ an Sonne  sein könnte,  das würden wir bald merken.

Auch eine gewisse Routine gilt es zu etablieren: im Umgang mit Werkzeug und Maschinen, aber auch mit Räumen, Zeiten und vor allem natürlich mit den anderen Nutzern der Gemeinschaftswerkstatt… Und das bereits gelieferte Material ist gut einzulagern.

Eine der ersten Arbeiten besteht darin, die lagen Kieferholzbalken zurecht zu schneiden, um sie aus dem Weg und unter die Plane zu bringen, unter der sie vor möglichen Regenschauern geschützt auf ihre Verwendung warten können. Sie werden die Quer- und Längsträgerbalken für das KUKUmobil. Aber bis es so weit ist, gibt es noch eine Menge anderer Arbeiten zu tun.

 

2. Der Anhänger

Wie bei fast allen mir bekannten Tinyhäusern ist auch das KUKUmobil als Zuladung gedacht. Das bedeutet, dass nur der Anhänger in den entsprechenden Intervallen durch den TÜV muß, nicht aber das, was sich als Ladung gerade auf ihm befinden mag. Das bedeutet aber auch, dass das KUKUmobil so darauf befestigt sein muß, dass man jederzeit nachweisen kann, es unkompliziert vom Anhänger lösen und gegebenenfalls abladen zu können. Und zwar ohne Einsatz komplizierter Werkzeuge oder Maschinerie. Meist liegt die Lösung hier bei langen Schrauben mit Flügelmuttern und Zurrgurten.

Manche Bauer:innen gehen einen Schritt weiter und konzipieren Anhänger und Aufbau im Wechselbrückenprinzip, was bedeutet, dass der Aufbau angehoben und aufgebockt, und der Anhänger hervorgeholt werden kann, um ihn zum Beispiel als Plattform  zu nutzen. Das wird auch beim KUKUmobil der Fall sein, vor allem in den Monaten mit gutem Wetter und an den Webstationen, an denen abzusehen ist, dass der Aufenthalt dort sich etwas in die Länge ziehen wird.

Gudrun hat diese Frage mit großer Gründlichkeit durchdacht, sowohl den Aspekt der Loslösung und Befestigung des Aufbaus am Anhänger im Stehen und vor allem in Bewegung, als auch die Gewährleistung guter Bewohnbarkeit des KUKUmobils auf seinem mehrjährigen Weg durch Europa.

3. 6 cm „unter Null“

Diese Überlegungen der Beweglichkeit und der Bewohnbarkeit haben uns dazu gebracht, die ursprüngliche Bodenplatte vom Anhänger zu lösen, um eine Extraschicht Dämmmaterial anzubringen und die metallene Anhängerstruktur vollkommen vom Holz zu trennen.

Wir wußten, dass es eine friemelige Arbeit werden würde, aber ich  bin mir nicht sicher, ob wir uns bewußt waren, WIE friemelig sie tatsächlich sein würde. Mich tröstet der Gedanke, dass ich irgendwann mal mit dem KUKUmobil in der kalten Weite Finnlands stehen und froh sein werde, diese verdoppelte Dämmschicht unter mir zu wissen. Also übe ich mich in Geduld. Und so sehr ich mich auch danach sehne „in die Höhe“ zu gehen, tu ich mein Bestes bei diese Maßschneiderei.

Wir haben in das Originalgerüst des Anhängers einen neuen Boden aus Siebdruckplatten eingelegt. Sie sind mit Aluklebeband verklebt und liegen im Rahmen und auf der Mittelachse auf.

 

Die bleibenden Spalten, die Stoßkanten zwischen Holz und Metall füllen wir mit Fugenmasse für den Bootsbau aus. Wichtig ist es, das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern.

Dieser Boden aus Siebdruckplatten wird den Dämmstoff tragen, den wir passgerecht zuschneiden. Und wenn ich „passgerecht“ sage, dann meine ich es auch so. Jedes Eckchen, jede Erhöhung muss berücksichtigt werden. An manchen Stellen sind es Milimeter, die entscheiden, ob alle passt, oder eben nicht. Ich hab so feine Scheibchen von dem Zeug gesäbelt, dass ich mich an die vielen Male erinnert habe, die ich bewundernd zugeschaut habe, wie jemand gekonnt von einem Schinken hauchdünne Scheibchen abgeschnitten hat. Eine Kunst.

 

Es ist kein besonders angenehmes Material in der Verarbeitung, zumindest in der Maßschneiderei, wie wir sie in diesem Fall tun. Und es ist auch nicht ökologisch, da haben wir Abstriche gemacht. Manchmal geht es nicht ohne den Blick aufs Budget. Die hohe Effizienz wird es rechtfertigen, so hoffen wir.

 

Diese Dämmstoffschicht liegt gut eingepasst und halb versenkt zwischen dem Metallrahmen des Anhängers. Zusätzlich  wird sie durch einen Holzrahmen gehalten.

 

Was jetzt noch zu tun ist, um die Vorbereitung des Anhängers abzuschließen, ist die Entkopplung von Metallflächen (Rahmen des Anhängers) und Holz (Bodenkonstruktion des Aufbaus). Auf dem umlaufenden Metallrahmen verlegen wir  eine dünne (4 cm) Schicht Dämmstoff. Der Bereich wird durch Streifen Siebdruckplatte abgedeckt.

 

Gudrun hat einige Tage daran gebastelt, denn so einfach sich das auch anhört, gerade bei diesem Rahmen mußten viele Besonderheiten der Anhängerkonstruktion berücksichtigt werden, die Bügel für die spätere Verzurrung ausgespart werden, etc. Das war und ist eine Herausforderung und auf alle Fälle ein großer Zeitaufwand.

Hätte ich vor fast drei Jahren, als ich den Anhänger gekauft habe, schon die jetzige Bausituation des KUKUmobils vorausgesehen, wäre es vielleicht sinnvoller gewesen, einen anderen Anhängertyp zu kaufen, oder zumindest einen ohne Bodenplatte. Damals schien es sinnvoll. Wenn das Budget nicht so eng geknüpft wäre, hätte man auch einfach eine eine Siebdruckplatte in Sondergröße kaufen können, die dann in einem Stück die gesamte Breite und Länge des Anhängers, einschließlich umlaufenden Metallrahmen, abgedeckt hätte. Aber das wollten und konnten wir nicht. Jetzt haben wir es fast geschafft. Und es sieht gut aus, so wie es ist.

Es gibt auch schon Ideen für die Zukunft: Irgendwann, in einem lieblichen Sommer, wenn das KUKUmobil mal für eine längere Weile irgendwo steht und Gudrun Zeit und Lust hat, wollen wir in die Siebdruckbodenplatte der „Terrasse“ein Muster schnitzen. Vor Kurzem habe ich das Foto einer Arbeit der spanischen Künstlerin Selva Aparicio gesehen (weiter unten das Foto). Ich kannte sie nicht, aber sie hatte einen Teppich in einen Eichendielenboden geschnitzt. Sah toll aus. Ich könnte mir gut vorstellen, ausgehend von dem Muster des geknüpften Teppichs, den meine Mutter vor einigen Jahrzehnten in der Türkei gekauft hat, einen Entwurf auszuarbeiten. Den Teppich selbst kann und werde ich auf meiner Reise nicht mitnehmen, aber so könnte eine Erinnerung an ihn mich begleiten. Das fänd ich spannend. Aber zurück zum JETZT.

 

4. Der Aufbau

Während Gudrun am Rahmen gebastelt hat, gesägt, geleimt, gefräst und geschliffen, habe ich die Japansäge geschwungen und die ersten Vorbereitungen für den Bodenaufbau in Angriff genommen. Dazu gehörte, die 13 m langen Balken aus Douglasie auf das notwendige Mass zu bringen.

Und auch meine ersten Stemmarbeiten hab ich hinter mir. Gewöhnungsbedürftig für jemanden wie mich, der bisher nie ein Stemmeisen in der Hand hatte. Am ersten Tag habe ich Stemmeisen und Hammer so verkrampft festgehalten, dass selbst meine Hand, die sonst recht kräftig zupacken kann, für eine Pause dankbar war. Mein schwaches Handgelenk, das mir schon im Tennisunterricht zur Schulzeit einen Streich gespielt hat und den Schläger nie über lange Zeit in der richtigen Position halten konnte, hatte auch jetzt Schwierigkeiten, den Hammer zu halten.

Aber gut, dann eben etwas langsamer. Immer wenn es Sinn macht. Denn manchmal ist es wichtiger, einen Weg zu finden, der alle Ressourcen, Kraft, Wissen, Zeit und Raum in das richtige Verhältnis bringt. Ich habe meine ersten Erfahrungen gemacht, aber direkt am entstehenden Bau zu lernen ist nicht immer sinnvoll. Übung macht den Meister, und Übung fehlt mir. Also wird mich auch an dieser Stelle die Maschine immer mal wieder überholen. Das ist schon okay so. Kompromisse sind wichtig. „Eigentlichkeiten“ werden uns immer wieder begegnen.

Es steht nicht in der DNA des KUKUmobils geschrieben, vollkommen ohne Einsatz von Maschinen gefertigt zu werden, so wie es in ihr auch nicht steht, vollkommen aus ökologischen Baumaterialien gefertigt zu werden. Aber wir tun unser Bestes. Unsere Ideale verlieren wir nicht aus dem Auge, und immer da, wo wir dem Leben und der Wirklichkeit etwas in diese Richtung abtrotzen können, werden wir es tun.

Wichtig ist, dass am Ende alles zusammen passt und sich der Weg, für die, die ihn gehen, richtig anfühlt. Bisher tut es beides.

Bis hier der Fortschritt unseres KUKUmobils im ersten Baumonat. Trotz allem, den Änderungen, den Verzögerungen und einem Coronabesuch, der nicht fehlen durfte, sind wir nach wie vor begeistert dabei und genießen das Abenteuer. Die Arbeit in der Werkstatt ist so intensiv, dass ich selbst mein Atelier und den Webstuhl nicht vermisse. Das will was heißen.

Eigentlich träume ich jeden Abend von dem Tag, an dem der Webstuhl das erste Mal im KUKUmobil aufgebaut werden kann.

Wenn ihr neugierig geworden seid, dann schaut doch mal vorbei…. hier, oder besser noch auf der Baustelle. Da wir in einer Gemeinschaftswerkstatt arbeiten, meldet euch bitte VORHER bei Gudrun oder bei mir, über einen Kommentar oder eine Mail an puentetomapeople@gmail.com, damit wir eure Anwesenheit und Mitarbeit gut einplanen können.

Wir sind immer freitags bis dienstags auf der Baustelle und haben uns den Sonntag ab 15 Uhr für Besuche reserviert. WO? Das erfahrt ihr, wenn ihr euch meldet. 🙂

Erzählt es auch gerne weiter….. vielleicht kennt ihr ja sogar jemanden, der das Projekt gerne finanziell unterstützen möchte. Auch das wäre uns eine große Hilfe.

Man sieht, hört und liest sich!!!! Gut Holz!!!!

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berlin _ 945 _ Gedanken

EIGENTLICH…. ich weiss nicht, wie viele Beiträge ich schon mit diesem Wort begonnen habe. Sicherlich nicht wenige. Dabei habe ich heute im Internet gelesen, dass es zu jenen Wörtern gehört, die man „eigentlich“ nicht benutzen sollte, wenn man eine klare und überzeugende Kommunikation anstrebt…. weil diesem Wort, aus einem bestimmten Verständnis heraus, ein Hauch von Unsicherheit anhaftet; etwas Ängstliches oder Kraftloses anhängt, es ein Hintertürchen offen läßt….

Ein Hintertürchen wofür? Wenn ich dieses Wort benutze, ist es immer dann, wenn die Realität abweicht von Planung und Erwartung; wenn Leben sich den Raum nimmt, den es sich manchmal nimmt, unersättlich, irrational, unvorhergesehen…. Ja, Leben schleicht sich oft durch die Hintertür in den Alltag, legt uns kleine Stolpersteine in den Weg oder baut sich breitbeinig hinter uns auf, klopft uns herausfordernd auf die Schulter und zwingt uns, ihm ins Gesicht zu sehen. Manchmal kommt es auch ganz unscheinbar durch diese Tür, um sich in den Schatten zu stellen und uns helfend unter die Arme zu greifen, wohlwollend darum bemüht, uns wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

EIGENTLICH hat, laut Duden, eine fast zwillingshaft doppelte Bedeutung: 1. steht es für: im Prinzip, im Grunde, in Wirklichkeit, in Wahrheit…… oder 2. kennzeichnet es einen meist halbherzigen, nicht überzeugenden Einwand, weist auf eine ursprüngliche, aber schon aufgegebene Absicht hin.

Für mich ist es eins der magischen Wörter, die Brücken bauen. Brücken zwischen der theoretischen Welt absoluter Essenz, des Ursprungs, der Ideen und Ideale, und der realen Welt, die so vieles relativiert in ihrer Komplexität, ihrer Unvorherseh- und -sagbarkeit.

Vielleicht ist dieses Wort deshalb so wichtig für mich, als Wandernde zwischen den Welten. Wenn ich EIGENTLICH benutze, dann also nicht als Abschwächung dessen, was ich will, aus Halbherzigkeit oder sogar Resignation. Wenn ich EIGENTLICH benutze, dann aus Ehrlichkeit und Beharrlichkeit, denn dem Leben und allem was es bedeutet Raum zu bieten führt nicht selten dazu, dass ich mich mit Demut vor ihm verbeuge, um auf meine Zehenspitzen zu schauen, auf das Jetzt und Hier, auf das kleine Fleckchen Raum und Zeit, dass ich auszufüllen vermag mit meinem Sein; und mich mit Dankbarkeit aufzurichten, um in der Rückbesinnung auf dieses Sein den Blick wieder auf dem ruhen zu lassen, was meinem Leben Sinn und Ziel gibt.  Eine Übung der Geschmeidigkeit.

EIGENTLICH wollte ich mit dem Bautagebuch zum KUKUmobil beginnen, jetzt, nach dem ersten Baumonat. Aber das hätte mich ganz vielen meiner mir ureigensten Eigentlichkeiten begonnen. Das fand selbst ich verwirrend. Daher war es mir ein Bedürfnis, diese kleine Gedankenschleife zu knüpfen. Das Tagebuch läuft uns nicht weg. So versteht es sich vielleicht besser.

Denn EIGENTLICH…..

 

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