Meine erste Wanderung geht von Elkhausen, dem kleinen Ort in dem ich so liebevoll umsorgt werde und das KUKUmobil so tatkräftige Unterstützung gefunden hat, nach Wissen.
Auf der Alten Poststraße, die als Höhenwanderweg beide Orte miteinander verbindet, kann man die ca. 6 km Entfernung in gut eineinhalb Stunden zurücklegen, ….
…. wenn man nicht den Ausblick genießen möchte, der sich immer mal wieder auf das Siegtal bietet, an jeder Infotafel stehenbleibt, um sie zu lesen…. oder sich von bemoosten „Skulpturen“ verführen läßt und immer mal wieder vom „eigentlichen“ Weg abkommt, so wie Rotkäppchen.
Ein weiter Teil der Strecke ist zugleich auch als Botanischer Weg ausgezeichnet und vermittelt dem Wanderer nicht nur Kenntnisse über die heimische Vegetation, sondern auch über die gängige Bewirtschaftung dieser Kulturlandschaft und über die Frage, wie man den Auswirkungen des Klimawandels sinnvoll begegnen kann.
Übrigens mache ich ja jetzt die Fotos mit dem Smartphone und bin ganz begeistert von der „Dokumente“-Funktion, mit der ich diese Tafeln fotografieren kann, ohne sie später perspektivisch zurechtrücken zu müssen. Ich lerne!
Seit über einem Jahr gibt es jetzt das KUKUmobil. Vor über einem Jahr haben wir die Fußbodenheizung eingebaut, haben die Led-Lichtstreifen in die Leisten eingelegt und an der Decke angebracht, haben die Steckdosen eingebaut und die Kabel verlegt.
Aber der Anschluss fehlte. Das orange Stromkabel quetschte sich durch einen kleinen Spalt zwischen Fenster und Rahmen. Und nicht nur das Kabel, auch die Kälte und die Feuchtigkeit.
Man gewöhnt sich an alles, auch an die Kälte. Die Fußbodenheizung wurde durch eine Infrarotheizung ersetzt, die nicht funktionierenden Steckdosen in der Wand durch einen Mehrfachsteckdose und die Led-Lichter durch meine Arbeitslampe. Klar geht das. Irgendwie.
Aber ihr könnt euch nicht vorstellen, wie dankbar ich Simon bin, der sich in den letzten Tagen um die Elektroinstallation gekümmert hat. Jetzt funktioniert alles. Wenn ich im KUKUmobil ankomme, ist es kuschelig warm. An allen vier Ecken fliesst Strom aus der Wand.
Und ich habe ein neues Spielzeug: meine kleine Fernbedienung für die Ledstreifen. Jetzt kann ich nicht nur wählen zwischen warmem Weiss und kaltem Weiss. Ich kann über den Regenbogen wandern…..
…. und stehenbleiben beim Waldmeistergrün, oder beim Schlumpfblau, oder beim Sonnenuntergangsorange. Zumindest für eine Weile. Definitiv ist es ein Hingucker, selbst wenn ich das Rotlicht überspringe, um falsche Assoziationen gar nicht erst aufkommen zu lassen….
Für den 8.März steht die Farbe jedenfalls schon fest. Und vielleicht gibt es ja irgendwann mal einen KUKUmobil-Farbcode, so wie türkis= bin intensiv am weben, bitte nicht stören, grün= komm gerne rein…..
In welcher Farbe gefällt euch denn das KUKUmobil am besten?
Ich weiß, zwischen Wissen und Weisheit kann manchmal ein ganzer Ozean liegen, aber die Binsen, die ich aus Bratislava mitgebracht habe unterscheiden sich vor meinem Auge nicht wesentlich von den Binsen, die ich hier im Brölbachtal „geerntet“ habe.
Daher passt es ganz gut, diese Gemeinsamkeit auszunutzen und der Serie der 12×12 cm Arbeiten mit ungewohnten Materialien ein weiteres Stück hinzuzufügen.
Es geht weiter am kleinen Rahmen. Diesmal verarbeite ich die Binsen, die ich aus Bratislava mitgebracht habe.
Als Binsenweisheit wird ein Gemeinplatz oder eine allgemein bekannte Information bezeichnet, besonders, wenn zum Ausdruck gebracht werden soll, dass eine als interessant vorgetragene Erkenntnis keinen besonderen materiellen Wert hat, keine Neuigkeit darstellt oder keinen Wissenszuwachs bringt. (wikipedia)
Wohl nach lateinisch nodum in scirpo quaerere = einen Knoten an der (glatten) Binse suchen, d. h., Schwierigkeiten suchen, wo es keine gibt. (Duden)
… in Wissen, die Sonne scheint, es wird so warm im KUKUmobil, dass ich die Heizung zeitweise ausschalten kann. Wunderbar. Alles neu sortiert, alles hat seinen Platz gefunden. Erste Gespräche mit Vorübergehenden. Viel Interesse, viel Wohlwollen. Es fühlt sich gut an, hier zu sein.
Kurz vor dem Aufbruch hatte ich mich dagegen entschieden, die Baustellentreppe, die Uli so liebevoll entworfen und gebaut hatte, mit auf die Reise zu nehmen. Sie ist stabil, aber auch schwer. Und vor allen Dingen waren die Holzplanken glitschig bei Regen und glatt bei Frost, also wirklich nicht geeignet für Publikumsverkehr im öffentlichen Raum.
Jetzt hat das KUKUmobil eine neue Treppe bekommen. Anna hat sie heute zusammengebaut. Ich finde, sie fügt sich sehr gut ein in das Gesamtbild.
Jetzt ist er endlich gekommen, der Tag, an dem die große Reise beginnt……
Ich habe vor Aufregung kaum geschlafen, bin früh raus aus dem Schlafsack, um alles zu verzurren und das KUKUmobil abfahrbereit zu haben für den Moment, wenn Martin mit seinem mächtigen RAM auftaucht.
Und dann kam er, morgens um sechs, wie die kleine Hex‘ und im Handumdrehen war das KUKUmobil angehängt, durch das Tor und weg. Und wenn da nicht der seltsame Fleck auf dem Tartanboden wäre, könnte man fast denken, es wäre nie dagewesen.
Wir sind gut und zügig voran gekommen und ich habe mich endlich etwas entspannt. Es tut so gut, jemanden wie Martin am Steuer zu haben: die Ruhe selbst, geduldig mit mir, und souverän mit dem KUKUmobil.
Wir sind gut vorangekommen und weil die Gespräche mit Martin immer so unterhaltsam sind, kam uns die Reise kürzer vor, als sie eigentlich war.
Immerhin sind neun Stunden zusammengekommen. Es sind halt nur die 80 KM/h mit denen man über die Autobahn zuckeln kann. Dafür aber eine schöne Landschaft.
In Wissen wartete schon ein keines Empfangskomitee auf uns. Der Platz ist perfekt. Ich denke er wird uns Freude machen und wir werden uns bemühen, diese an die Menschen in und um Wissen herum weiterzugeben.
Morgen wird aufgebaut, heute hab ich nur den Webstuhl von der Verzurrung befreit, dass er wieder atmen kann. Und morgen erzähle ich euch mehr, auch über das Begleitprogramm, falls ihr in der Gegend seid und Lust habt, vorbei zu schauen.
Jetzt erst einmal nur da Wichtigste: Die Reise hat begonnen und das erste Ziel ist erreicht.
Die Winterpause ist fast zu Ende und das KUKUmobil bereitet sich auf die große Reise vor. Die Kisten und Kästen mit den Garnen und dem Werkzeug sind sortiert, einiges geht morgen noch von hier nach da, von da nach hier.
Donnerstag wird alles verzurrt und am Freitag brechen wir ganz früh morgens auf, um möglichst bei Tageslicht am neuen Standort anzukommen: Wissen an der Sieg, Rathausstraße 32.
Immerhin fast 600 km von Berlin bis zum neuen Standort. Wenn man nur mit 80 km/h voran kommt, dann bedeutet das schon einige Stunden unterwegs zu sein.
Dort wird das KUKUmobil sich warm laufen, wird hoffentlich viele Menschen neugierig machen auf die Welt der Bildwirkerei. Als Offene Werkstatt wird das KUKUmobil der perfekte Raum sein, in dem zu sehen ist, wie die Arbeit an einem Hochwebstuhl abläuft. Vielleicht ergibt sich sogar die Möglichkeit, eine kleine Pop-Up-Ausstellung zu organisieren.
Wir werden sehen, und in den kommenden Tagen hier darüber berichten. Jedenfalls macht sich in mir das Reisefieber schon breit. Ich freu mich, dass es nun endlich wieder auf Tour geht und ich bin dankbar für die Unterstützung aller, die gerade dabei sind, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen.
Im Altenkirchener Kurier ist schon ein Artikel erschienen, der das Kommen des KUKUmobils ankündigt:
Seitdem ich vor wenigen Wochen die Dicke Marie im Tegeler Forst besucht und danach über die Nationalerbe-Bäume gelesen habe, ist mein Blick wach für die alten Genossen und Genossinnen…
Die Deutsche Dendrologische Gesellschaft (Vereinigung für Baumkunde) wurde 1892 gegründet. 2019 rief sie ein fünfköpfiges Kuratorium ins Leben. Seine Aufgabe ist es, 100 „Nationalerbe-Bäume“ mit über 400 cm Stammumfang und möglichst über 400 Jahren Alter zu benennen, damit sie geschützt werden können und, was ich faszinierend finde: in Ruhe und Würde altern können, frei von der Notwendigkeit Schönheitsvorstellungen oder Sicherheitsbedürfnisse erfüllen zu müssen, die so oft dazu führen, dass alternde Bäume zurechtgestutzt oder gefällt werden.
Auf der Freundschaftsinsel in Potsdam, gleich wenn man aus dem Bahnhof kommt und sich rechterhand über die Brücke Richtung Sanssouci begibt, sieht man eine beeindruckende Baumruine. 2022 ist die Buche frühzeitig mit noch nicht mal 100 Jahren an einer Komplexkrankheit gestorben.
Auf ihrer Leiche tummeln sich jetzt Insekten und Pilze. Alles spannend, alles interessant, aber: der Baum ist tot.
Der Klimawandel wird all diejenigen, die sich beruflich mit dem Erhalt unserer Parkanlagen und Gartenlandschaften beschäftigen vor große Herausforderungen stellen. Der alte Baumbestand leidet unter den Veränderungen des Klimas: Hitze, Wassermangel, Extremwetterlagen, das sind alles Stressfaktoren. Und auch wenn alte Bäume Lebenserfahrung gesammelt haben und bis zu einem gewissen Punkt stresserprobt sind, ist es eben nur bis zu einem gewissen Punkt und wenn es zu viel wird, dann ist es zu viel.
Sehen tun wir Laien das ja erst viel später, eigentlich erst dann, wenn es fast schon zu spät ist. Das habe ich inzwischen begriffen. Aber ahnen können wir es immer mehr. Und es ist nicht so, als ob ich jetzt nur noch tote Bäume um mich herum wahrnehmen würde, aber ich mache mir immer mehr Gedanken dazu.
Beruhigend ist es, zu wissen, dass viele andere das natürlich auch tun und sie dazu noch über das entsprechende Fachwissen verfügen. Ich habe in der Berliner Morgenpost einen Artikel vom Juni 2023 gefunden in dem es genau darum geht: Baumsterben in historischen Parkanlagen, in diesem Fall in Sanssouci, und wie man dem begegnen kann.
„Ein Großteil unserer Bäume wird absterben“, meint Gartenarchitekt Sven Kerschek in Potsdam, der die Parks seit langem betreut und früher Chefgärtner war.
Neue Erkenntnisse erhoffen sich die Fachleute vor allem von einer neuen Branitzer Baumuniversität in Cottbus, die der Bund mit fünf Millionen Euro fördert. Sie soll im kommenden Jahr entstehen und gilt als größtes Modellprojekt der Bundesregierung für den Erhalt historischer Gärten im Klimawandel.
Da schließt sich mein kleiner Erfahrungsbericht, und ich erinnere mich gerne an den langen Spaziergang durch den Fürst-Pückler-Park in Branitz, als ich mit dem KUKUmobil vergangenes Jahr in Cottbus stand.
Bald ist es soweit. Am 23.02.2024 wird das KUKUmobil die erste Etappe seiner Reise zurücklegen. Es geht erst einmal nach Wissen an der Sieg. Dort wird es zwei Wochen stehen, wird sich „warmlaufen“ nach der langen Winterpause. Ich bin so unendlich dankbar darüber, dass ich an diesen Ort stehen durfte.
Ich habe eine kleine Abschiedsserie begonnen. Tartan, Meerlagunengrün, Moos….
Übrigens: diese Berliner Erfindung erlebt ein Revival: Nachdem 2019 der Betreiber Ilg-Außenwerbung das Geschäft von Wall übernommen hatte, wurden berlinweit zunächst 2500 der alten Säulen abgebaut. Mittlerweile stehen 1480 neue – und es kommen immer mehr dazu.
Sara Orlos Fernandes hat vor Kurzem in der BZ dazu einen kleinen Artikel veröffentlicht.
Ich mag sie. Und ich fänd es toll, wenn es nicht nur Werbe- sondern auch Bürger-Kommunikationsflächen werden würden, so ’ne Art Wandzeitung, Schwarzes Brett… keine Ahnung. Aber das wäre vielen vielleicht wiederum wohl zu „schubbelig“.
Ein einziger Punkt stand auf meiner MUST-SEE-Liste schon bevor ich nach Bratislava gefahren bin. Ich meine, neben dem Wiedersehen mit Tereza, das mich ja überhaupt in diese Stadt geführt hat. Das einzige, was ich vor Reiseantritt gemacht habe, war, den Wikipediaeintrag über Bratislava zu lesen. Der ist recht ausführlich, und ehrlich gesagt habe ich einiges nur überflogen, ABER da stand doch tatsächlich in einem knappen Satz: Im 1781 erbauten Primatialpalais (Primaciálny palác), dem heutigen Sitz des Bürgermeisters, wurde 1805 der vierte Frieden von Pressburg unterzeichnet. In der dortigen Galerie sind unter anderem sechs englische Gobelins aus dem 17. Jahrhundert ausgestellt, die die Geschichte von Hero und Leander aus der griechischen Mythologie erzählen.
1903 wurde das Palais vom Erzbischof an die Stadt verkauft. Bei den Sanierungsarbeiten entdeckte man eine bis dahin unbekannten Serie von sechs Gobelins aus dem 17. Jahrhundert. Sie basieren auf den Entwürfen des aus Rostock stammenden Malers Franz Cleyn und erzählen die Geschichte von Hero und Leander.
Cleyn kam 1599 an den Hof König Christians IV. von Dänemark in Kopenhagen. 1611 wurde er zum Hofmaler ernannt. 1617 erhielt er das Bürgerrecht von Kopenhagen. 1624, ausgestattet mit Empfehlungsschreiben von Sir Robert Anstruther, außerordentlicher Botschafter Englands am dänischen Hof sowie von Sir Henry Wotton, dem damaligen englischen Botschafter in der Republik Venedig, nach England zu Charles, zu der Zeit Prinz von Wales. Da dieser außer Landes war, wurde er von James I. empfangen. Dieser sah in ihm genau den Mann, den er für die neue Wandteppichmanufaktur benötigte, die er unter Sir Francis Crane in Mortlake bei London hatte einrichten lassen, die Mortlake Tapestry Works. Da Cleyn zur Beendigung einiger Arbeiten nach Dänemark zurück musste, James I. ihn aber unbedingt nach England holen wollte, schrieb er persönlich an den dänischen König und bat um dessen Freigabe. Der Antrag wurde bewilligt, und Cleyn kehrte nach England zurück und trat in den Dienst von Prinz Charles. Er wurde sofort in Mortlake angestellt.
Die Tapisserien und anderen Produktionen der Manufaktur Mortlake wurden vor allem in Frankreich hoch geschätzt und über den Kontinent verteilt.Wie damals durchaus üblich, wurden bestimmte Vorlagen mehrmals gewebt, mal etwas größer oder kleiner, weil sie an die Wünsche der Auftraggeber angepasst wurden, denn sie wurden immer zusammen mit den Räumlichkeiten gedacht, die sie schmücken sollten. Heute gibt es vollständige Serien in Liverpool, in der Sammlung des Schwedischen Königshauses in Drottningholm, in der Nähe von Stockholm und eben in Bratislava.
Wie genau die Serie der sechs Tapisserien nach Bratislava gekommen ist, weiss man bis heute nicht. Sie haben überlebt, das ist das wichtigste. Und sie werden gezeigt, im heutigen Rathaus. Und sie weisen eine Besonderheit auf: es sind sechs Gobelins, wobei der sechste einem Ausschnitt aus dem fünften zeigt: den traurigen Eros mit zerbrochenem Bogen, der im fünften Gobelin eher am Rande der Bildkomposition auftaucht und im sechsten noch einmal in den Mittelpunkt gerückt wird.
Gobelins wurden oft als Bildergeschichten konzipiert und erzählen von Schlachten, stellen biblischen Geschehnissen und Gleichnissen dar, oder, wie hier, eine Geschichte aus der griechischen Mythologie.
Der Sage zufolge war Hero eine Priesterin der Aphrodite in Sestos am westlichen Ufer der Meerenge Hellespont. Ihr Geliebter Leander lebte in Abydos am gegenüberliegenden kleinasiatischen Ufer. Da er Hero nur heimlich besuchen konnte, durchschwamm er allnächtlich den Hellespont. Ein Leuchtfeuer, das Hero in einem Turm entzündete, oder eine von ihr dort verwendete Öllampe oder Fackel wies ihm den Weg. Einmal verirrte er sich jedoch bei einem Sturm, der das Feuer auslöschte, und ertrank. Am folgenden Morgen entdeckte Hero seinen angeschwemmten Leichnam am Ufer und stürzte sich vom Turm in den Tod.
Unerfahren in der Liebe, bat Hero ihre göttliche Herrin darum, möglichst lange ein jungfräuliches Leben führen zu dürfen. Doch als eines Tages der schöne Held Leander in Sestos auftaucht ist wenig später um beide geschehen. Der Pfeil sitzt. Sie verlieben sich heftig ineinander.
Als Priesterin ist Hero nicht frei in den Entscheidungen ihres Herzens. Auch sind die beiden sich sicher, dass ihre Eltern die Verbindung zwischen ihnen nicht gutheißen würden. Deshalb halten sie ihre Liebe geheim.
Leander wohnt in Abydos, einem auf der anderen Seite des Hellesponts gelegenen Ort. Um zu Hero zu gelangen, muss er nachts die Meerenge durchschwimmen. Damit er den Weg zu ihr finden kann, zündet Hero jeden Abend eine Lampe an. Sie wird zum Sinnbild ihrer Liebe. Ihr schwaches Licht allein schon spornte Leander an, die Strecke durch die Meerenge zu bewältigen.
Obwohl beiden die Gefahr bewusst ist, dass die Lampe bei stürmischem Wetter gelöscht werden könnte, läßt Hero eines Nachts voller Sehnsucht nach ihrem Geliebten die notwendige Vorsicht außer acht.Hier sieht man Eros mit dem leitenden Licht und im Hintergrund erahnt man schon, was sich da zusammenbraut.
So geschieht es, dass ein Sturm das Licht ausbläst. Leander verliert die Orientierung und ertrink im Meer. Als anderntags seine Leiche ans Gestade von Sestos gespült wird, stürzt sich Hero in Trauer und Schmerz von einem Turm und folgt ihm in den Tod.

Die Serie in Bratislava endet mit der Darstellung der verzweifelten Hero und des traurigen Eros. Ihr Freitod hätte das Motiv des sechsten Gobelins sein können. Doch das war wohl dann doch zu heftig, oder die Wand war zu klein….
Hier ein Link zur Gobelinmanufaktur in Bratislava. Ich habe sie leider nicht besuchen können. Vielleicht beim nächsten Mal.
Und noch ein kleines Anhängsel zum Thema unglückliche Liebespaare: Ins deutsche Liedgut hat diese tragisch-schöne Sage mit den Strophen „Es waren zwei Königskinder“ Eingang gefunden.
Rudolf Schock, René Kollo…. im Internet gibt es die verschiedensten Versionen, gesprochen, gesungen, einzeln und im Chor….. wir haben die Balladen für Kinder von Lutz Görner immer gerne gehört, als die Kinder noch klein waren. Hier seine Version dieses deutschen Volksliedes:
Die Karpaten. Mir klingt das nach Wölfen und Bären und Beeren und Pilzen und Wald, viel Wald. Und eher nach Trollen und Wurzelwesen als nach Elfen. Also irgendwie eher rau und etwas düster als luftig-leicht und licht. Vielleicht, weil direkt im Anschluss Transsylvanien kommt…..
Nun, seitdem ich einen Tag durch die Inneren Westkarpaten gewandert bin, denn das ist der Teil dieser Gebirgsregion, der an den nördlichen Stadtrand Bratislavas stößt und leicht mit den Großstadt-Öffis zu erreichen ist, verbinde ich sie außerdem noch mit extrem gut beschilderten Wander- und Fahrradwegen.
Verrückt, ich hatte nur einen Wintertag zur Verfügung mit seiner eh begrenzten Zahl an tageslichthellen Stunden, aber wenn dem nicht so ist, dann könnte man Tage und Tage und Tage weiter wandern, im leichten Bogen nach Südosten, und irgendwann käme man dann über die Ukraine und Rumänien in Serbien an. Und im allerbesten Fall begegnen einem dabei Menschen, die in die entgegengesetzte Richtung wandern und denen man freundlich zunickt, wie das so ist, wenn man wandernd unterwegs ist. Wie es tatsächlich ist, weiss ich nicht. Ob es geht, überhaupt und derzeit, weiss ich nicht. Aber es ist beeindruckend.
Immerhin bin ich eine kleine Strecke auf dem Cesta hrdinov SNP (Weg der Helden des Slowakischen Nationalaufstandes; auch nur Weg der Helden) gelaufen. Laut Wikipedia einem der bedeutendsten Fernwanderweg der Slowakei. Die knapp 770 km lange Trasse verbindet viele Orte miteinander, die mit dem Slowakischen Nationalaufstand oder der Befreiung der Slowakei in den Jahren 1944 und 1945 verbunden sind. Durchschnittlich braucht man drei bis vier Wochen, um den ganzen Weg zu bewältigen. Das rote E8, das auf den Fotos der Wegweiser immer wieder auftaucht, ist die Markierung des Europäischen Fernwanderwegs. Irgendwann werde ich solch einen Weg mal wandern.
Der Fernsehturm am Anfang meiner Wanderung

Zum großen Teil ist es Buchenwald, durch den der Wanderweg mich führt. Ich bin etwas überrascht darüber, wie viele Sturmschäden, alte und neue, es gibt und wie viele Bäume nicht unbedingt gesund aussehen. Immer wieder gibt es Lichtungen, an denen „geknabbert“ wird am Baumbestand. Aber auch in den Wäldern Deutschlands kommt mir oft der Gedanke, wie es ihnen wohl wirklich gehen mag, den Bäumen. Ich weiss, ich sehe sie nur als Laie und erkenne einen ungesunden Baum erst dann als solchen, wenn es so offensichtlich ist, dass man schon weggucken müßte, um es nicht zu sehen. Aber ich weiss auch, dass viele Bäume, die mir noch gesund erscheinen, eigentlich schon schwer zu kämpfen haben, mit den Veränderungen des Klimas, der Hitze, dem Wassermangel. Dass viele, auch wenn sie jetzt für das ungeübte Auge noch so aussehen mögen, eben nicht mehr vor Gesundheit strotzen.
Winter ist nicht die Jahreszeit, die Wälder in ihrer vollen Pracht zeigt, aber es ist die Jahreszeit, die Durchblick gewährt. Ich mag das. Auch. Sehr.
Hochsitze. Meine Lieblings-Picknickorte bei Wanderungen.
Der Vorteil für den wandernden Menschen ist an solchen Kahlstellen der Ausblick, der sich bietet.
Biely kríž war auf dieser Wanderung mein „Ziel“. Dort habe ich den Fernwanderweg verlassen und bin nach Osten abgebogen, um von Rača aus mit den Öffis wieder nach Bratislava zurückzufahren.
Ich hatte nicht viel Verpflegung mit, eigentlich nur etwas zum Knabbern. Aber ein MUSS war dabei: HORALKY, knusprige Waffeln mir Erdnussfüllung. Weil: Wanderung und Horalky gehören zusammen, so wie Berge und Edelweiss oder Wollstrümpfe und Wanderschuhe. Zumindest in Terezas Erinnerung, die gut anknüpft an meine manchmal etwas altmodische Art und Weise, ohne Hightech-Ausrüstung und Klamotten durch die Landschaft zu stiefeln.
Übrigens war es ja meine erste Reise in neuer Gesellschaft: nämlich mit meinem neuerworbenen Smartphone. Ich bin ganz begeistert von der Wander-App, die ich mir runtergeladen habe: Mapy.cz Supergut!!!
Nicht weit von der Altstadt Bratislavas entfernt liegt Devin, ein kleiner Ort, der seit 1946 Stadtteil der slowakischen Hauptstadt ist. Unterhalb der SNP-Brücke fährt der Bus ab, der einen dorthin bringt. Die meisten Touristen, einheimische und fremde, wissen das, weil es in allen Reiseführern als eine DER Sehenswürdigkeiten aufgeführt wird.
Denn dort, am Zusammenfluss von March und Donau hoch über dem davorliegenden Marchfeld, am Fuß des 514 Meter hohen Thebener Kogels, mit dem die Kleinen Karpaten beginnen, erhebt sich als Ruine einer imposanten Festungsanlage auf dem Felsmassiv die Burg DEVIN.
Das weitläufige Gelände um die Burg ist heute ein Freilichtmuseum , in dem auf zahlreichen Infotafeln auch in deutscher Sprache, denn Österreich liegt nur ein paar Schwimmzüge entfernt, die lange Geschichte dieses Ortes erzählt wird. Ich habe zwar alle Schilder abfotografiert, unter anderem, weil ich keine Lust hatte, sie zu lesen und dachte, ich hol das nach, vielleicht im Bus, vielleicht im Bett, vielleicht im Zug zurück nach Berlin oder zu Hause am Computer beim Sortieren der Fotos. Ich habe es immer noch nicht getan. Sicherlich ist es einfacher, den entsprechenden Wikipedia-Eintrag zu lesen.
Reste der romanischen Kirche aus dem 9.Jhdt.Wir sind gemütlich über das Gelände des Freilichtmuseums gewandert, haben den Wind genossen und den wunderbaren Blick über die Donau und die Morava, die March, der sich von oben bietet.
UND….. ich habe mein erstes Schiff auf der Donau gesichtet. Die ganze Zeit schon hatte ich mich gefragt, wo denn die Schiffe sind. Donau, das ist doch auch Wasserstraße. Immer wieder kam die Erinnerung aus meiner Kindheit hoch, wenn wir ab und an mal nach Köln gefahren sind und ich dann fasziniert am Rhein saß und die Lastkähne beobachtet habe, wie sie rauf und runter an mir vorbei schipperten, und wie sie mehr oder weniger tief im Wasser lagen, je nachdem, wie voll ihr Bauch war.
Gestern habe ich eher zufällig ein Interview mit dem Mobilitätsforscher Andreas Knie gehört, bei dem es um Transportmittel und um Mobilität ging. Unter anderem kam die Rede auf die Binnenschifffahrt und ihre Bedeutung in der Vergangenheit und Zukunft.
Dort fand ich eine mögliche Antwort auf mein vergebliches Warten auf die Lastenkähne Donau rauf und Donau runter. Keine Ahnung, ob das was in der Donau gerade herrscht, unter dem Gesichtspunkt der Schiffbarkeit als Hochwasser bezeichnet werden kann und es deshalb jetzt keine Kähne auf der Donau gab… (in mir klingt noch die Situation des vergangenen Sommers nach, wo am Rhein der Schiffverkehr stillgelegt werden musste, werden des zu niedrigen Wasserpegels). Ich fand die Überlegung viel interessanter, wie sich die Veränderungen hinsichtlich der zu befördernden Güter, egal von wo nach wo, auf die Binnenschifffahrt auswirkt. Da geht es eben nicht mehr um Kohle, Kies und andere Baustoffe, Schrott und was sonst noch in den Tiefen eines Lastkahns transportiert wurde.
Und wenn ich dann von oben verfolge, wie der Kahn sich gegen die Strömung voran kämpft, wieviel Kraft, sprich Kraftstoff er braucht, dann kommt selbst mir als Laie der Gedanke, dass dieses Transportmittel vielleicht tatsächlich nicht mehr zeitgemäß ist?! Keine Ahnung. Nur Gedanken.
Am Fuß der Burg, an der Stelle, wo die March in die Donau fließt und sie die Grenze zwischen der Slowakei und Österreich bildet, befindet sich eine Gedenkstätte, das Tor der Freiheit, Werk des Bildhauers Peter Mészároš. Es erinnert an die über 400 Toten, die zur Zeit des Eisernen Vorhangs versucht haben, hier ihren Weg in die Freiheit zu finden und bei dem Versuch, an das andere Ufer zu kommen, das nur 10, vielleicht 15 Meter entfernt liegt, erschossen wurden.
Nur zwei Tage zuvor hatte mir Terezas Mutter erzählt, wie es war, für viele, die hierher gekommen sind, um ihre Angehörigen zu sehen, auf der anderen Seite der March, diejenigen, die es geschafft hatten. Wie Königskinder, die nicht zusammenkommen können. Weil es eine dunkle Macht gibt, die das verhindern will.
Donnerstag. Ein Donnerstag war mein erster Tag in Bratislava. Damals wußte ich es nicht, erst als Tereza mir sagte, dass wir einen fixen Termin haben würde, und sie und Jakub mich aus meiner Ignoranz retteten und mir erklärten, was es mit den Protesten auf sich hat, die schon seit Wochen jeden Donnerstag in mehreren Städten den Landes, und natürlich auch in der Hauptstadt Bratislava, stattfinden und von immer mehr Menschen unterstützt werden.
Jetzt weiß ich, dass sich gestern Abend wieder Tausende von Menschen getroffen haben, um gegen die vorgeschlagene Reform der aktuellen Regierung zu protestieren. An einem Ort mit Geschichte.
In den vergangenen Tagen habe ich nach Information gesucht, weil ich dachte, wie groß kann meine Ignoranz denn sein, dass ich so gar nichts mitbekommen habe. Aber auch mit dem neu geweckten Interesse war es nicht so, dass ich eine Flutwelle bewältigen musste, die über diese Proteste schreibt.
Ich habe hier mal ein Video aus der ARDMediathek vom 4.02.2023 verlinkt, das etwas dazu berichtet, von genau dem Donnerstag, an dem auch ich dort gestanden habe. Und einen kurzen Bericht zu den gestrigen Protesten. Viel mehr habe ich dazu in den leicht zugänglichen Medien nicht gefunden, vielleicht, wenn man gräbt…. Aber wer gräbt schon in der Medienlandschaft, zupft Unkraut…..
Denn Europa ist groß, so groß, dass man seine Augen und Ohren nicht überall haben kann. Und diese vielen Wirklichkeiten und daraus sprießenden Wahrheiten machen das Geflecht so unübersichtlich. Die Flucht in die selektive Wahrnehmung und die Fokussierung auf einen überschaubaren geographischen Raum oder auf ein Thema ist dann schon fast eine Überlebensstrategie. Wohl wissend, dass man dabei immer mehr aus dem Blickfeld verliert, als man in ihm findet, und dass man vielem den Rücken zukehrt.
Es ist nicht an mir, das zu bewerten, denn manchmal entstehen gerade im Schatten der Aufmerksamkeit interessante Dinge die nur so eine Chance bekommen, ausreichend groß und stark zu werden, um dann die Hitze des Brennpunktes aushalten zu können. Aber aus der Geschichte heraus wissen wir auch, dass es ganz anders sein kann, und dass die Schattengewächse nicht immer wohlgesonnen und für das Gemeinwesen zuträglich sind.
Was mich neben allem sehr beeindruckt hat, ist die Tatsache, dass am Ende des Protestes am vergangenen Donnerstag die Nationalhymne gesungen wurde. Keine Ahnung, was ich davon halten soll. Erst mal nur sehen, hören und fühlen. Aber ich muss zugeben, es war ein Gänsehautmoment, so schwer ich mich sonst auch tue mit Hymnen und Flaggen. Ich habe es das erste mal erlebt, war vollkommen überrascht und vielleicht ein wenig „neidisch“. In meiner Vorstellung war es bisher undenkbar. Nationalhymne und Protest passen da gar nicht zusammen, weder in Deutschland noch in Spanien, den Ländern, in denen ich länger gelebt und Erfahrungen gesammelt habe.
Aber in diesem Kontext kam es ganz organisch. Und es herrschte unter den Protestierenden ein Selbstverständnis, dass die Hymne „ihnen gehört“, dem Volk, das sich hier auf der Straße versammelt, um für die Zukunft seines Landes zu kämpfen. Friedlich aber entschlossen.
Jetzt, wo ich mit dabei war, wo Bratislava für mich kein weißer Fleck mehr ist, ich in meinem Rucksack erste Mosaiksteinchen mit nach Berlin gebracht habe, werde ich meine Aufmerksamkeit immer al wieder in diese Richtung lenken und in Gedanken bei Tereza und Jakub und ihren Freunden, Verwandten und Bekannten sein, die alle voller Hoffnung um eine gute Zukunft für ihr Land kämpfen.
Ján Kuciak war ein slowakischer Journalist, der mit seiner Verlobten Martina Kušnírová im Februar 2018 ermordet wurde. Sein Tod löste die Aufdeckung einer Reihe von Verbindungen slowakischer Politiker zu kriminellen Geschäftsmännern und der organisierten Kriminalität aus. Darauf folgende landesweite Proteste führten zu einer politisch-gesellschaftlichen Krise sowie zum Rücktritt des Ministerpräsidenten, des Innenministers und des Polizeichefs.
Genau DES Ministerpräsidenten, Robert Fico, der JETZT, seit den Wahlen im vergangenen Herbst, wieder an der Spitze der slowakischen Regierung steht und gegen den sich die aktuellen Proteste richten.
Es hat mehrere Anläufe für diesen Kurzbesuch in der slowakischen Hauptstadt gebraucht, denn immer kam irgendetwas dazwischen. Jetzt , bevor die GROSSE REISE mit dem KUKUmobil beginnt, habe ich es geschafft, habe die Reise in Terezas Heimatstadt gemacht….. und sehr genossen.
Unter anderem auch so sehr genossen, weil ich mit Tereza jemanden hatte, die mich an die Hand genommen hat, mir Orte gezeigt hat, die ihr wichtig sind, mir Zusammenhänge erklärt hat, mich hat teilhaben lassen an ihrem Alltag…..
Wie immer, wenn ich mir die Landkarte anschaue, und vor Beginn der Reise habe ich es natürlich getan, und dabei meinen Blick auf den Osten richte, wird mir bewusst, wie enorm groß meine weißen Flecken sind, wie wenig geübt meine Gefühlslandschaft ist für Entfernungen und Nachbarschaften, für Städtekonstellationen und geographische Begebenheiten im Osten Europas.
Und während der Reise mit dem Zug von Berlin bis Bratislava wird mir wieder einmal die räumliche Dimension bewusst, über die sich der Europäische Raum erstreckt, wie viele Wirklichkeiten und sich aus ihnen ergebende Wahrheiten hineinpassen, zwischen meiner morgendlichen auf dem Bahnsteig auf der Tiefebene in Berlin Hauptbahnhof und meiner nachmittäglichen auf dem Bahnsteig an Gleis 1 in Bratislava Hlavná stanica, auf der Suche nach Tereza.
Übrigens ist die Strecke, die ich auf der Hinfahrt genommen habe, über Dresden und Prag und Brünn ist landschaftlich sehr schön. Eine geraume Weile begleitet die Elbe die Bahnstrecke, oder die Bahnstrecke die Elbe. Mir kamen Erinnerungen an meine Kindheit, als ich jeden zweiten Sommer den Rhein entlang nach Freiburg gefahren bin, um die andere Hälfte meiner Familie zu besuchen. Und viele Phantasien dazu, welche Ufer dieses Wasser auf seiner langen Reise schon gesehen hat.
Die Rückfahrt, über Wien ging an der Donau entlang. Auch hier eine wunderbare Landschaft. Und auch hier 9 Stunden Fahrt durch, wenn ich wieder die Karte bemühe, einen relativ kleinen Teil des Europäischen Raumes.
Deshalb liebe ich Bahnfahrten. Die Landschaft spult sich auf der anderen Seite des Fensters in einer Gleichmäßigkeit und Geschwindigkeit ab, die ich nachvollziehen kann, wenn ich meinen Blick weit genug schweifen lasse. Und ich kann versuchen, mir die eine oder andere Wirklichkeit auszumalen, die dort gerade an mit vorbeirollt.
Auf der Rückfahrt hatte ich ein sehr anregendes Gespräch mit einem Architekturstudenten im letzten Jahr… natürlich über Architektur, über Wien, Bratislava und Berlin, über Wohnungsnot und Enteignung, über persönliche und berufliche Zukunftsperspektiven und neue Baumaterialien, über Städteplanung und das Konzept der 15-Minuten-Städte, über das ich auch mit Tereza in ihrem Plattenbauquartier gesprochen hatte.
Mehr Info gibt es übrigens zum Beispiel HIER und HIER.
Weil man ja nie weiss, mit wem man diese vielen Reisestunden verbringt, befand sich in meinem Rucksack…. ein Buch. Von Cornelia Funke. Das Buch, mit dem sie nach vielen, vielen Jahren an die Tintenwelt-Trilogie anschließt. Ich hatte es Weihnachten für die Familienbibliothek gekauft. Wir waren uns alle unsicher, ob wir es lesen wollten und fühlten doch eine Sehnsucht nach DAMALS. Stunden, ich weiss nicht wie viele, haben wir mit der Lektüre dieser Bücher verbracht.
So bin ich hineingerutscht in eine neue Dimension des VORLESENS, des VORAUSlesens. Nicht mehr auf dem Puff mit lauter Stimme den Übergang vom Tag in die Nacht ausfüllend, sondern still über die Zeilen wandernd wie über die an mir vorbeirollende Landschaft. Und immer begleitete mich die Frage: Würden sie Lea und Uli gefallen, die in die Tintenwelt als Kinder und Jugendliche eingetaucht sind, und dieses Buch jetzt ja auch als Erwachsene lesen würden. Ich fand es eine schöne Reiselektüre, und _für mich nicht, denn mit zunehmendem Alter betreibt man vielleicht ein anderes Lebens- und Lesezeitmanagement _ für Uli und Lea ist es, so denke ich, eine warme Einladung, die Tintenwelt noch einmal zu besuchen.
Cornelia Funke hat uns über viele, viele Jahre begleitet und wir lieben ihre Bücher. Sie sind fester Bestandteil unserer Familiengeschichte geworden und sicherlich eine Referenz. Es hat mich sehr gefreut, mit diesem neuen Buch die Fäden wieder neu anzuknüpfen.
Bei arte habe ich dieses Interview mit ihr gefunden vom Herbst 2023.