
berlin _ 730 _ textil _ fundstücke
Wenn das schöne Gewebe Gottes, diese unsere Welt,
durch allweises Wissen vollendet wurde,
sollte es da nicht richtig sein, die Webkunst
als eine Großtat der Wissenschaft aufzufassen?
Philon von Alexandria
berlin _ 729 _ Offene Türen in der Künstlerresidenz der KMH

Am kommenden Wochenende bekomme ich Besuch in meiner Künstlerresidenz in der KulturMarktHalle, und nicht nur von Waschbär und Co.
Dieses Jahr nimmt die KHM am art spring festival teil und gemeinsam mit einigen Kolleg:innen verwandeln wir an diesem Wochenende die Halle in ein temporäres Gemeinschaftsatelier.
Ich werde natürlich bemüht sein, meine Bildwirkerei zu Ende zu bringen. Es fehlt nur noch wenig bis zur Fertigstellung und wenn alles gut geht, dann kann die gemeinschaftliche Abnahme am ersten Juliwochenende im Rahmen des Tags der Offenen Tür und der Offiziellen Geburtstagsfeier zum 3.Jubiläum der KMH stattfinden.
Neben mir werden am Samstag, den 5.06.2021 von 14 bis 18 Uhr Anwar Al Atrash (Malerei und Installation), Holger Bey (Klanginstallation), Valentina Sartori (Malerei), Fred Ute (Installation) und Lucilla Guichon und Inti Gallardo (Multimedia _ Mapping Pankow) dabei sein.
Ich bin sehr gespannt. Wahrscheinlich müssen wir uns erst wieder daran gewöhnen, dass etwas geht; dass es wieder Publikum gibt; dass wir zeigen und teilen können, was uns gerade bewegt und beschäftigt……
Ihr seid herzlich eingeladen. Der Zutritt zur Halle wird unter den geltenden Regelungen für wenige Zuschauer (10) zeitgleich ohne Test, aber mit Maske und Abstand möglich sein. Aber das alles kennt ihr ja inzwischen.
Wenn auch nicht ganz unbekümmert, aber immerhin….. es geht.
berlin _ 728 _ textil _ künstlerresidenz in der KMH
Während die KMH sich auf den 3.Geburtstag vorbereitet, versuche ich, meinen Teppich zum Abschluss zu bringen. Auch diese Frist, ich weiss nicht mal mehr, ob die zweite, dritte oder vierte, werde ich nicht einhalten können.
Zu sehr zerrt das Leben an mir, trotz oder gerade wegen der Coronapandemie, trotz oder gerade wegen der Sehnsucht nach Freiheit und Ungebundenheit, die immer lauter in mir wird und es doch nicht schafft, mich abzuschirmen von allem, was mich ablenkt von meiner eigentlichen Aufgabe

Natürlich geht es trotzdem voran. Die Nebelkrähe ist jetzt verwoben mit dem Rest. Vergangenheit und Zukunft, Bewahren und Voraussehen
Krähen und Raben spielen weltweit eine Rolle in Sagen und Märchen. Demnach haben alte Götter und Könige ihre Weisheit, Intelligenz und Flugfähigkeit genutzt. Parallel dazu spielen diese Vögel auch eine Rolle im Volks- und Aberglauben. In vielen Märchen zum Beispiel ist häufig vom weisen Wanderer „röiven“ (altdeutsch) die Rede, welcher verirrten Wandersleuten den richtigen Weg weist.
In der nordischen Mythologie symbolisiert der Rabe die Weisheit, der Gott Odin hatte stets die beiden Kolkraben Hugin und Munin bei sich, die auf seinen Schultern saßen und ihm berichteten, was auf der Welt vor sich ging. König Artus soll in einen Raben verwandelt worden sein. Dem griechischen Gott Apollon waren die Raben heilig. In der babylonischen Version des Sintflut-Mythos, dem Atrahasis-Epos, sandte Atraḫasis nach dem Ende des Regens drei Vögel aus: Eine Taube, eine Schwalbe und einen Raben. Der Rabe kehrte nicht zurück, darum wusste Atraḫasis, dass das Land wieder begehbar war.
Mit der Christianisierung galt der Rabe in Europa aufgrund seiner mythologischen Bedeutung bei den Vorgängerkulten (etwa als Wotansvogel, Schlachtenlenker und Jagdbegleiter) zunehmend als ein dämonisches Wesen bzw. böses Tier, das als Aasfresser den Teufel begleitete und als Unglücksrabe Schaden ankündigte. Die Annahme einer Verbindung des Raben mit dem Teufel geht vor allem auf die Kirchenväter zurück. Die Leichen von Erhängten wurden im Mittelalter, in dem der Rabe ebenso wie die Saat- bzw. Rabenkrähe eine ambivalente Deutung erfuhr, und auch später häufig nicht beerdigt; so wurde der Rabe sogar zum Galgenvogel. Andererseits spielt der handzahme, anhängliche und sprechende Rabe auch eine Rolle als Haustier.

To be finished.
berlin _ 727 _ recuerdos _ erinnerungen
10 años han pasado desde el día en que un grupo de gente decidió no volver a casa después de una manifestación grande y emocionante que había unido miles de personas en todo el país. Mucha agua ha corrido desde entonces, mucha tinta también, de la buena y de la mala. Algunas ilusiones se han quedado en el camino, alguna gente se ha apartado de lo que ya no sentían el camino en común, algunos desencantos se han producido, algunas decepciones…. Todo eso lo sabemos las y los que hemos creído en la fuerza colectiva y que seguimos creyéndo que juntos vamos a conseguir darle otro rumbo a este país que tanto amamos.
Hay que seguir luchando por ello. Y para no olvidar, de qué fuente de emoción e ilusión bebemos, comparto estos dos videos, hechos con ojos sabios del pasado y el corazón lleno de amor.
Año: 2012
Director: Basilio Martín Patino
Guión: Basilio Martín Patino
Música: Amancio Prada
Fotografía: Alfonso Parra
Productora: La Linterna Mágica
En mayo de 2011 el realizador Basilio Marín Patino se echó a la calle a sus 80 años de edad a vivir una ilusión. En esos momentos estaba ocurriendo algo increíble: la explosión de la política entendida como la autogestión de los asuntos comunes, de la vida; una (y muchas más) acampada en la Puerta del Sol, cientos de asambleas, debates, conversaciones; una denuncia directa del poder económico y político… Lo que se vino en llamar el Movimiento 15M. Patino lo captó con sus cámaras como probablemente nadie más podía hacerlo, sin necesidad de entrevistas, mensajes, portavoces, expertos…
Sin duda uno de los documentales que mejor ha sabido captar „el clima 15M“, todo emoción, todo pasión.
Absolutamente imposible de encontrar en este momento en las redes ni en las tiendas, hemos creído que merecía ser convertido en Copyleft 🙂

https://www.dw.com/de/spaniens-emp%C3%B6rte-sind-zur%C3%BCck/a-15300506
berlin _ 726 _ offenes atelier in der KMH _ textil
DAS TAL DER NEBELKRÄHE
Zum x-ten Mal bin ich umgezogen in der KMH. Ich glaube, das ist mein 5.Standort. Wie gut, wie gut, dass Hans mir damals eine Plattform auf Rädern für den Webstuhl gebaut hat.
Mit etwas Glück ist es der letzte Standort bis zur Fertigstellung des Teppichs. Mich kostet es jedes mal ein, zwei Tage, bis ich mich zurechtfinde und mich zwischen die Fäden begeben kann, ohne Sorge zu haben, auf dem Weg verloren zu gehen.

Ich weiss nicht, ob es für andere Menschen, die nicht so intensiv in unterschiedlichen Welten unterwegs sind, nachvollziehbar ist, wie sehr man von solchen Umständen abhängt, um den Wechseln von einer Welt in die andere möglichst sanft zu durchgehen. Da helfen auch Harry Potters und Alices und Annas in den Wänden und Unendliche Geschichten und Tintenherzen und selbst Sommernachtsträume nichts. Oder doch?
Nun, ich genieße es jedenfalls, jetzt wieder Tageslicht zu haben. Und ich habe die Ecke geschafft. Das ist immer ein besonderer Moment. Jetzt gilt es „nur noch“ ein Tal zu füllen. Das Tal der Nebenkrähe.

Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Hermann Hesse
berlin _ 725 _ textil
ENDLICH!! Die Zahlen sinken und gerade habe ich gelesen, dass der Berliner Senat für den Kulturbereich, also auch für Museen, Lockerungen ab dem 19.05.2021 vorgesehen hat.
„Sollte bei anhaltend guter Inzidenzentwicklung die bundeseinheitliche „Notbremse“ des Infektionsschutzgesetzes zum 19. Mai 2021 außer Kraft treten, können gemäß der heute im Senat beschlossenen Achten Verordnung zur Änderung der Zweiten SARS-CoV-2-Infektionsschutzmaßnahmenverordnung kulturelle Aktivitäten und Kultur-Veranstaltungen im Freien ab 19. Mai 2021 wieder stattfinden.
Dies bedeutet im Einzelnen:
Veranstaltungen im Freien mit bis zu 250 zeitgleich Anwesenden sind erlaubt. Dabei ist Anwesenden ein fester Sitzplatz zuzuweisen. Der Mindestabstand von 1,5 Metern darf unterschritten werden, sofern – etwa durch eine Maskenpflicht auch am Sitzplatz – der Schutz vor Tröpfcheninfektionen und Aerosolen sichergestellt ist oder alle Anwesenden negativ auf SARS-CoV-2 getestet bzw. vollständig geimpft oder genesen sind.Museen, Galerien und Gedenkstätten dürfen mit Außerkrafttreten der bundeseinheitlichen „Notbremse“ voraussichtlich ab dem 19. Mai wieder für den Publikumsverkehr geöffnet werden. Für die Steuerung des Zutritts zur Sicherung des Mindestabstandes gilt ein Richtwert für die maximal zulässige Anzahl von Besucherinnen und Besuchern je Ausstellungs- oder Betriebsfläche. Besucherinnen und Besucher müssen negativ auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 getestet sein, sofern sie nicht vollständig gegen Covid-19 geimpft oder genesen sind.“

Das klingt doch vielversprechend. Also Kalender raus und all die interessanten Dinge sinnvoll auf die kommenden Wochen verteilen. Das ist die Vorbereitung auf eine andere Art von KULTURSCHOCK nach solch einer langen Abstinenz.
Hier ein einladendes Video:
berlin _ 425 _ fundstück

Gestern war ich in Berlin unterwegs. Das kommt in der letzten Zeit nicht so häufig vor. Jede freie Stunde versuche ich am Webstuhl zu verbringen. Da ist ein Ausflug in die Umgebung wie ein Eintauchen in eine andere Realität. Und meine Wahrnehmung besonders scharf.
Der 200er Bus, der mich vom Theaterhaus Mitte zurück in die KMH bringen sollte hielt eine Weile am Alex. Wohl weil der Verkehr so fließend war, dass er vor der fahrplanmäßigen Zeit dort angekommen war und für Ausgleich sorgen wollte.
Jedenfalls hat er lange genug an der Haltestelle gestanden, dass ich den Inhalt der Roll-Werbefläche mehrere Male zu sehen bekam und Zeit hatte, zu reagieren.
Vor ein paar Tagen habe ich einen Film gesehen, der genau das Thema zum Inhalt hatte und mir ist bewußt geworden, wie schnell auch ich in ein Klischee rutsche und in einer Teilansicht verfangen bin. Fragt man mich nach Missbrauch von Kindern, denke auch ich zuerst den Mann in der Täterrolle _ Vater, Onkel, Freund der Familie, der nette Nachbar von Gegenüber……..

Und obwohl mir klar sein sollte, dass es auch anders sein kann, merke ich, wie mich eine Sekunde lang eine tiefe Irritation erfüllt, wenn ich solch ein Plakat sehe. Und JA, es gibt auch Missbrauchstäterinnen.
So schwer es mir fällt, mir das vorzustellen. Wahrscheinlich genau so schwer, wie es jedem Mann, der es nicht ist, fällt sich vorzustellen, dass es Männer gibt, die es DOCH sind.

Die Werbekampagne wird betrieben von:
Schaut euch dort mal um.
berlin _ 424 _ fundstück

Man kann es auch so sagen. Ob das nun wirklich zielführender ist, liegt wohl an der linguistischen Sensibilität von Herrchen und Frauchen.
berlin _ 423 _ textil

Valentin hatte mir diese wunderbare Zeichnung im vergangenen Sommer geschenkt. Ich hatte einen Moment gebraucht, um zu verstehen, was es mit den „Antennen“ auf sich hat, die mich das Tuch fühlen lassen. Diese besondere Art der Tuchfühlung hat mich fasziniert und so ist sie Teil des TeppICHs geworden.
Jetzt bin ich bei 40 cm und melde mich ab für die Nebelkrähe.
berlin _ 421 _ textil _ fadenguerilla
Möglicherweise der Beginn einer wunderbaren Beziehung.


Gestern kam ein zweites Peace dazu. Kaum war es angebracht, da war es auch schon wieder verschwunden. Es muß jemandem wohl gut gefallen haben. Will ich mal annehmen.
Und heute, aus gegebenem Anlass, waren es die drei Farben ROT, GELB und VIOLETT, die Peace 3 bestimmt haben.
90. Jahrestag der Verkündung der 2. Republik in Spanien. Ein ganz besonderer Tag für alle, die davon überzeugt sind, dass irgendwann die Dritte Republik kommen wird, und die aus dieser Überzeugung heraus beharrlich darum streiten, dass dieses IRGENDWANN ein BALD, ein JETZT und HIER wird.

Ein „abrir y cerrar de ojos“, nur einen flüchtigen Augenblick lang hat die Beziehung zwischen diesem Peace und dem Baumstumpf gehabt. Irgendjemandem hat auch die nicht behagt.
Ich werde der Versuchung wiederstehen, meine Peaces anzutackern, aber ein wenig traurig macht es schon.
berlin _ 420 _ textil _Künstlerresidenz in der KMH
FERTIG sieht anders aus!! Frühling übrigens auch.

ABER ich habe es tatsächlich geschafft. Auf dem Meridian meines zweiwöchigen Osterurlaubs habe ich gestern Nacht den Gipfel erreicht, habe die Kante berührt, habe mir einen Moment vorgestellt, wie die Schere die Kettfäden durchtrennt und versucht, mich daran zu erinnern, wie sich das Gewicht von eineinhalb Jahren Lebenszeit und 5 Kilo Wolle in meinen Armen anfühlt.

Jetzt, wo der Bann gebrochen ist, weiss ich aus Erfahrung, dass es keinen Halt mehr gibt. Dass die Energie sich bewegt, dass nach und nach Kapitel abgeschlossen werden, dass eine tiefe Leere auf mich wartet und das Cocktail aus Verlust, Orientierungslosigkeit, Schwindelgefühl und Vertrauen darin, einmal mehr in der Lage zu sein, diese Leere wieder zu füllen, mit einem neuen, mit dem nächsten Projekt.

Im Stillen, ganz für mich, würde ich mir wünschen, diese Arbeit in einem Monat abgeschlossen zu haben.
Fertig und frei. Und traurig und froh.
berlin _ 419 _ ein halbes Leben
28. Wozu Worte?!
(noch) 57 + 28 = 85. Naja, heutzutage wird man anders alt. Die Lebenserwartung von Frauen liegt in Deutschland derzeit bei 83,7. In Spanien bei 85,1. Ob jetzt meine 30 Jahre in Spanien ausreichen? Oder sind es doch die Gene und nicht die Sonne, der Wein, das gute Essen und die weise Lebensart?
Aber ein Lied?
berlin _ 418 _ Künstlerresidenz in der KMH
Wie vor Jahr und Tag webe ich dich doch
vielleicht klarer nur und bewußter noch……
berlin _ 417 _ künstlerresidenz in der #KMH

Vor einem Jahr sah es so aus an meinem Webstuhl. Mit viel Mühe hatte ich einen ersten Anstoß gegeben, die ersten Farben und Formen festgelegt, zögerlich die Raute ausprobiert und war mir bewußt, dass ein langer Weg vor mir liegt. Wie herausfordernd die Umsetzung des Offenen Ateliers inmitten des KMH-Kosmos sein würde, konnte ich nicht abschätzen, das haben Experimente so an sich.

Ein Jahr schien mir eine gute Zeit, überschaubar, ein Zeitraum, auf den man sich einlassen kann, ohne seine Lebenszeit zu seht zu „hypothekieren“. Ein Jahr nach Beginn des Lockdowns habe ich es trotz der allerbesten Vorsätze nicht geschafft, den Teppich fertig zu weben. Leben ist unvorhersehbar, Leben ist selten geradlinig, Leben ist wie es ist.
Für mich ist Weben Leben und Leben Weben. Beides bedingt sich, beides ist so sehr miteinander verschmolzen wie siamesische Zwillinge. Ob sie überlebensfähig sind, wird gerade das Leben mir zeigen. Eine Trennung kommt mir nicht in den Sinn. Alleine bei der gedanklichen Übung, mich in der Situation zu sehen mich _für den Fall der Fälle _ für das eine oder das andere entscheiden zu müssen, sträubt sich alles in mir mit solch einer Vehemenz, dass ich kaum Luft bekomme.


414 _ welt _ frauen _ kampf
Irgendwann wird dieser Tag vielleicht wirklich ein Tag sein, an dem wir „nur noch“ gemeinsam feiern können, weil es an der Front der Gleichberechtigung der Frau weltweit nichts mehr zu kämpfen gibt. Und selbst dann werden wir immer achtsam sein müssen, damit dieser Kampf nicht umsonst gewesen ist.
Achtsam, bis eine Welt in Ungleichheit gar nicht mehr vorstellbar ist.
Dahin ist es ein langer Weg, den wir gemeinsam gehen werden. Ohne Angst, ohne Zögern. Mit einer tief empfundenen Verbundenheit. Mit Zuversicht, mit Mut und Kraft, und mit Liebe.
Jede von uns, jeden Tag, dort, wo das Leben sie hingestellt hat, dort wo sie sich verortet fühlt, dort wo es Ungerechtigkeiten gibt, große, kleine, alltägliche, systemische…..
Jeder Widerstand ist wichtig, jeder Kampf ist wichtig, jedes Einfordern gleicher Rechte, gleicher Behandlung, jede Unterstützung….
Gemeinsam.
Allen meinen Schwestern, den großen und den kleinen, den alten und den jungen, den weisen, den erfahrenen, den offenherzigen und denen, die darum kämpfen nach negativen Erfahrungen ihre Lebensfreude wiederzufinden, den verletzten, den trauernden, den starken und den schwachen, den mächtigen und denen, die sich ohnmächtig und hilflos fühlen, allen: ein liebevoller Gedanke in tiefer Verbundenheit, Kraft, Mut und Zuversicht.
Nicht nur heute, der Kampf findet jeden Tag statt, überall.
Aber HEUTE ganz besonders.
413 _ berlin _ textil _ künstler:innenresidenz in der KMH
Es geht. Voran.
Grün. Sozusagen.

Ende in Sicht. Bald.
Frei. Jeder für sich.

Ich. Du. Sie und …pi.
Er _ leichter _ ung.
412
Nicht müde werden
Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise wie einem Vogel
die Hand hinhalten.
Hilde Domin
411 _ berlin _ zwischen den welten

Drinnen und Draußen. Danke Joschka.
410 _ zwischen den welten
Vor ein paar Tagen hat eine Bekannte auf meiner Facebookseite _ja, ich bin immer noch dort, und in solchen Momenten bin ich froh darüber_ einen Link mit mir geteilt.
Neugierig bin ich dem verführerischen Fadenende gefolgt. Wen wundert es: „The Woven Sounds“ würde jeden Weber, jede Weberin aus der Reserve locken.
Dabei bin ich auf ein spannendes Projekt gestoßen: Roots Revival, ein internationales Kultur-Projekt, das professionelle Musiker:innen aus vielen Ländern zusammenbringt, in dem Bemühen, die verschiedenen Stile, Traditionen und Instrumente, die kennzeichnend sind für jede geographische Gegend, aus denen sie kommen, miteinander zu verbinden und so eine Brücke zu schlagen zwischen den Kulturen .
Das Konzept für dieses Projekt entwickelte Mehdi Aminian.

Schaut gerne mal auf die Seite und lasst euch inspirieren.
Die Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Das ist ein wichtiges Thema und sollte viel mehr Aufmerksamkeit erhalten, denn so Vieles geht uns verloren in einer Unbedachtsamkeit, Unaufmerksamkeit und ich denke auch Überheblichkeit. Jahrhunderte wurden Techniken entwickelt, verfeinert, vertieft und verbreitet. Millionen von Menschen haben Hundertmillionen von Stunden ihrer Lebenszeit damit verbracht, teils mit Leidenschaft und Liebe, teils mit Leid und Entbehrung. Immer aber mit einer Wahrhaftigkeit des lebendigen Seins.
Gerade jetzt, wo wir uns zusehends Gedanken machen über die Bedeutung und Wichtigkeit der Spiritualität für uns Menschen, der Hinwendung zu einer sinnlich nicht fassbaren und rational nicht erklärbaren Wirklichkeit, die der materiellen Welt zugrunde liegt, sollten wir auch die jahrhundertealten Schätze des kollektiven Gedächtnisses, in denen gerade so vieles davon aufbewahrt wird, nicht außer Acht lassen und uns viel mehr darum kümmern.
Gesänge als Mittel zur Vorgabe gemeinschaftlicher Rhythmen, vor allem beim Arbeiten, ist sicherlich nichts Neues. Es gab sie in allen Kulturkreisen und in den unterschiedlichsten Aufgabenbereichen. Aber ihr versteht sicherlich, dass mich der Gesang der Web- bzw, der Knüpfmuster schon auf eine besondere Art berührt.
Auch wenn ich webe und nicht knüpfe, auch wenn ich normalerweise alleine arbeite und nicht gemeinsam mit anderen, auch wenn ich nicht in Wiederholungen konzipiere sondern in Einmaligkeiten, kann ich Mehdi Aminian nur dankbar sein dafür, dass er diese kleinen Schätze so liebevoll bewahrt hat.
Hier also die vier Videos, die im Rahmen dieses Projekts unter dem Titel „The woven Sounds“ entstanden sind.
This is a demo of a documentary made by Mehdi Aminian on the Singing Cultures of Carpet Weavers Iran.
„The Woven Sounds“ project aims at documenting the intangible cultural heritage, the singing style, music styles around the process of carpet weaving in Iran. It focuses, in particular, on Naqshe Khani, a process in which someone with a loud and clear voice recites or sings the patterns from a map or memory to her/his co-weavers.
Evidence suggests that this highly endangered genre had been a widespread tradition in Iran for many centuries. So far, there are little to no studies or presentations on this topic and this documentary movie is the first visual material that testimonies this vanishing culture.
„The Woven Sounds“ is a research project at the Austrian Academy of Sciences (OEAW) within the Commission Vanishing Languages and Cultural Heritage (VLACH) in collaboration with Roots Revival.
This ongoing project is carried out by Mehdi Aminian and his team: Director/Camera/Transcription/Edit: Mehdi Aminian. Interview: Mehdi Aminian, Mahsa Vafaei. Sound: Mehdi Aminian, Ioana Nechiti, Mahsa Vafaei. Assistants: Ioana Nechiti. Mahsa Vafaei. Project Supervisor: Prof. Thede Kahl. Winter & Spring 2018
Yar gal ay gal – Come, oh beloved, come
This is an example of singing culture of Qashqai nomads in Iran during the process of Kilim and Carpet weaving. „The Woven Sounds“ project by Mehdi Aminian aims at documenting the intangible cultural heritage, the singing style, music styles around the process of carpet weaving in Iran. „The Woven Sounds“ is a research project at the Austrian Academy of Sciences (OEAW) within the Commission Vanishing Languages and Cultural Heritage (VLACH) in collaboration with Roots Revival. This ongoing project is carried out by Mehdi Aminian and his team: Director/Camera/Transcription/Edit:
Mehdi Aminian/ Interview: Mehdi Aminian, Mitra Harandi, Mina Harandi. / Sound: Mehdi Aminian, Mitra Harandi, Mina Harandi. Assistants: Mitra Harandi, Mina Harandi. Dec 2018 – Jan 2019
This part of the demo is about „Naqshe Khani (Pattern Singing) the term Mehdi Aminian gave to this Vanishing Genre. Naqshe Khani (Patterns Singing) is a mechanism of singing the patterns of the carpet to the other co-weavers. This highly endangered cultural heritage has been a wide spread tradition in Iran, having its own complex lexical and diverse musical structure depending on the region it is being carried out.
To this date, no documents, studies or presentations on this topic could be found and the upcoming documentary is the first attempt to document this rapidly vanishing intangible heritage.
Mehdi Aminian is creating a documentary on this topic based on his research materials gathered in different regions in Iran in the past year. He is also writing his PhD on this topic at the University of Vienna. „The Woven Sounds“ is a research project at the Austrian Academy of Sciences (OEAW) within the Commission Vanishing Languages and Cultural Heritage (VLACH) in collaboration with Roots Revival.
„I weave the dense Kashi carpet
Even if my fingers bleed
Despite this, I am a weaver, a weaver
If I stay home I will remain blanket-less
I am always blanket-less“
409 _ berlin _ KUKUmobil
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Aus Frühling wird Herbst. Vielleicht passt da die Schafwolldämmung noch einmal besser und lässt sich gleich erproben?!
Jetzt ist erst einmal Kuscheln angesagt und Nase reinstecken in dieses weiche, wollige Etwas.

www.lehner-wool.com
408 _ auf reisen _ zwischen den welten
Natürlich grabe ich auf der Suche nach Webstationen für die Reise mit der WanderndenWebWerkstatt zuallererst in meiner eigenen Vergangenheit, in meinem inneren Adressbuch der Begegnungen, das das Leben mich hat schreiben lassen. Zwischen Zeiten, Räumen und Erlebtem Fäden zu spannen und einen bunten Teppich zu weben, wird einer der Schwerpunkte des Projekts sein.
Zu den zahlreichen Anknüpfungspunkten gehört diese wunderbare Projekt, von dem ich euch berichten möchte. Sein Titel: „Anudando„[verknoten, Verbindungen knüpfen], dahinter steht, unter anderem Tierravoz Producciones, federführend für die Umsetzung im medialen Bereich, der Kommunikation und Bildung. Und hinter Tierravoz steht eine liebe Freundin von mir: Carmen Comadrán.
Vor langer Zeit schon hatte sie mir von diesem Projekt berichtet, und wir waren beide angetan von den Verknüpfungen, die sich über seinen Rahmen hinaus mit unser beider Biographien ergaben. Carmen kommt aus Bejar, ihr Vater war in der Textilindustrie unterwegs. Sie ist groß geworden in dieser Welt. Ich komme aus Ennepetal, nicht weit entfernt vom Reiseziel der Gruppe von 43 Frauen, über die dieser Dokumentarfilm berichtet. 43 Frauen, die sich am 19.03.1960 auf den Weg machten nach Lennep, Frauen, die als erste den Schritt in eine fremde Welt gewagt haben. Fremd bis auf eins: die Arbeit an den Spinnmaschinen.
Der Film berichtet von ihrer Zeit in Deutschland, aber auch von der Rückkehr nach Spanien und dem, was es bedeutet hat, für diese Frauen, aber auch für ihre Familien und ihr soziales Umfeld, nach einem Leben in einer ganz anderen Gesellschaft als der spanischen, dorthin zurückzukehren, wo ihre Reise begann.
Bejaranas en Alemania, las primeras trabajadoras de la emigración.
Und wie so oft ist Carmens Blick ein ganz besonderer, ein Blick auf das, was so oft viel zu wenig Beachtung findet. Natürlich könnte man hier eine Lanze brechen für die qualitativ hochwertige Textilproduktion in Béjar. Aber darum geht es ihr nicht in diesem Filmprojekt. Ihr geht es darum zu berichten, welch wichtige Rolle den Frauen in der Textilproduktion zukam.
«Bejaranas en Alemania, primeras trabajadoras de la emigración» [Bejaranas in Deutschland, die ersten Emigrantinnen] erzählt die Geschichte einiger dieser Frauen und damit der Textilindustrie hier und dort. Und sie tut es ganz bewußt aus der Geschlechterperspektive.
Übrigens, die Firma von damals, die Tuchfabrik Johann Wülfing & Sohn ist inzwischen Geschichte. 1996 schloss sie für immer ihre Tore als eines der letzten deutschen Opfer im Konkurrenzkampf der internationalen Textilindustrie. Seit 1997 pflegen die Mitglieder des Johann Wülfing & Sohn Museum e.V. die Erinnerungen an ihre versunkene Welt und machen sie für Interessierte zugänglich.

Hier auch ein kurzes Video über das Tuchmuseum Lennep. Tja, irgendwie sollte man jetzt diese beiden Welten wieder zusammen bringen, finde ich. Anudar, Verbindung knüpfen….
407 _ auf reisen
Nach Burg. Im Zug. Mit jedem Umsteigen wurde er langsamer, kürzer und leerer. Und die Landschaft, die Landschaft wurde immer flacher, immer ruhiger, immer unaufgeregter.
Welch wunderbares Wort, das ich immer mit dem Norden verbinden werde, egal in welcher Gegend. Selbst die Asturianer und Galicier sind unaufgeregt, im Vergleich zu den Andalusiern.

Erster Halt: HAMBURG. In einem anderen Moment meines Lebens hätte ich mich gefreut, zwei Stündchen Aufenthalt zu haben. Ein Besuch in der Kunsthalle wäre naheliegend gewesen. Aber das NAHE geht ja gerade nicht.
Absurd, diese Situation. Selbst vor der Reise hatte ich einen kurzen Moment der coronabedingten Irritation. Schoß mir doch tatsächlich die Frage durch den Kopf, was ich denn sagen würde, würde ich gefragt ob denn meine Reise beruflich oder privat zwingend erforderlichen sei. Aus meiner Erfahrung in anderen Situationen weiss ich sehr gut, dass das, was ich als zwingend erforderlich empfinde nicht immer deckungsgleich ist mit dem, was andere als solches bezeichnen würden.
Nun, niemand hat mich gefragt und ich habe die Hälfte der Reise mundschutzbewehrt und alleine in einem Waggon gesessen.
Und in Hamburg habe ich nur einen kurzen sehnsuchtsvollen Blick auf die Kunsthalle geworfen und gedacht, wie sicher ich dort doch wäre. Selbst ohne Corona sind Museen nach wie vor Orte von Zucht und Abstand, kaum traut man sich laut zu reden oder sich ungebührlich schnell fortzubewegen, läuft man doch Gefahr, darauf hingewiesen zu werden, eben dies nicht zu tun. Abstand ist auch zu nicht-corona-Zeiten in so ziemlich jedem Museum ein Muss. Und in Coronazeiten? Es wird wohl kaum ein Museum auf der Welt geben, das nicht ein perfekt durchdachtes und noch dazu aufgrund der äußeren Umstände durchaus umsetzbares Hygienekonzept vorzuweisen hätte. Personal in jedem zweiten Saal, geschult darauf auf Abstand zu achten.
Und wie gut würde es der Seele tun, durch die heiligen Hallen der Kunst zu wandeln, die Ruhe zu genießen, sich der Kontemplation hinzugeben, diesem konzentriert-beschaulichen Nachdenken und geistigem Sichversenken in etwas, angesichts der Kunst um einen herum.
Ja, wie gut würde es der Seele tun. Aber wen kümmert schon die Seele? Wer sorgt sich, wem liegt ihr Heil am Herzen?
So saß ich dann auf dem Bahnsteig, habe die Zeit damit verbracht, mir die Karte von Schleswig-Holstein genauer anzusehen. Bin mir, zu meiner Schande muss ich es gestehen, da erst bewußt geworden, dass sich mein Reiseziel nur knapp hinterm Nord-Ostsee-Kanal befindet.
Zweiter Halt: Itzehoe. Der Zug ist überschaubar geworden, hat nur noch vier Waggons. Bahnsteig direkt gegenüber. Da reichen selbst mir die fünf Minuten Umsteigezeit. Es wird ruhig, es wird weit. Auch in mir. Zwischen hier und dort eben jener Kanal, dessen Vorhandensein mir bis vor wenigen Stunden nicht gegenwärtig war. Tatsächlich schippert gerade als der Zug den Kanal überquert ein riesiges Passagierschiff quer durch die Landschaft. Wenn man nicht wüsste, was ich inzwischen weiss…..
Dritter Halt: Burg. Seit einer Stunde ist es vollkommen absurd, die Maske zu tragen. niemand sitzt im Zug außer mir. Selbst zu einer Kontrolle scheint sich niemand aufraffen zu können. Am Ziel angekommen wartet Kay, Kay und ein Hundertwassergemälde, das die Unterführung kunterbunt gestaltet und mich an Ostereier aus anderen Zeiten erinnert, und an Uli, meinen Sohn, der mir ein wunderbares Hundertwasser-Bild gemalt hat, das an meinem Webstuhl hängt.
Zwei Tage Land, zwei Tage Ruhe. Ein Zaunkönig, der den Weg nach draußen sucht, ein Kamin der pfeift, ein Kahn der schwer an der Decke hängt, ein Spaziergang am Kanal und ein Besuch bei Edgars Sohn. Und wer ist Edgar? Nun, ihr kennt ihn vielleicht, ich kannte ihn jedenfalls nicht. Aber ich habe natürlich sobald ich konnte diese Leerstelle in meinem Allgemeinwissen aufgefüllt, zumindest für eine kurze Zeit.
Edgar Mrugalla, Kunstfälscher von Beruf. Ich habe im Internet ein Interview gefunden. Hört mal rein….. Total spannend.
https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/erlebtegeschichten/mrugallaedgar100.html
Und jetzt? Jetzt werde ich zuschauen, wie die beiden letzte Kerzen im fünfarmigen Ständer ausgehen, werde den letzten Schluck Grauburgunder trinken, denn Kay ist kein Weintrinker und würde die Flasche im Kühlschrank vergessen. Und ich mache mich bereit für die Rückkehr in die Stadt, in den Kosmos KMH und an den Webstuhl. Im Gepäck die Aufgabe zu akzeptieren was ist und das Beste daraus zu machen. Zu weben.
Leben und Weben – Ich hoffe, dass dieses Jahr ein Kunstwerk wird. „Wie ein Weber hast du mein Leben zu Ende gewoben, du schneidest mich ab wie ein fertig gewobenes Tuch“. (Jesaja 38,12)
406 _ zwischen den Welten
Am Kanal, der Ost und West verbindet.
berlin _ 405 _ textil _ kunst _ handwerk

Vom 9.04. – 11.04.2021 finden die Europäischen Tage des Kunsthandwerks statt. Ähnlich wie bei der Fête de la Musique handelt es sich auch hier um eine Initiative französischen Ursprungs.
Man muss es mögen, dieses erst einmal virtuelle Zusammen-kommen auf einer Plattform, das sich Einfinden unterschiedlicher Kulturtechniken und Menschen mit ihrem Verständnis von dem, was sie tun, mit Herz und Verstand.
Immer wandelnd zwischen den Stühlen von Kunst, Handwerk und Kunsthandwerk.
Dort verschnaufend, wo es gerade passt.
Wenn alles gut geht, dann steht mein Webstuhl im April schon in der WanderndenWebWerkstatt und ich kann den Besucher:innen erzählen von der Reise durch Europa.


Auf die Website des Europäischen Tags des Kunsthandwerks ETAK findet ihr eine Übersicht über die teilnehmenden Kunsthandwerker:innen und die Orte, an denen sie ihre Arbeiten zeigen.
berlin 404 _ textil
DIE ZEIT, die ist ein sonderbares Ding.
Vor etwas über einem Jahr war die WanderndeWebWerkstatt, obschon wichtiger Teil einer Ausstellung, ein Projekt in einer Ferne, von der mich eine Weite trennte, deren Umfang zu bemessen ich nie gewagt hätte.
In meinem Bewußtsein und in meinem Herzen war sie ebenso wahrhaftig wie die Meise auf dem Dach, der Faden in der Hand und die Kälte in den Füßen.
Heute etwas über ein Jahr später gibt es einen Anhänger und einen Stapel Holz die darauf warten sich zu verbinden und die WanderndeWebWerkstatt Wirklichkeit werden zu lassen.
Hätte mir das jemand vor einem Jahr gesagt, ich hätte ihn für mehr als optimistisch gehalten, denn das bin ich selbst.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist.
Von da an konnte ich ruhig sein. Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet, so lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT.
Als ich mich wirklich zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig und krank machen kann. Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam mein Verstand einen wichtigen Partner. Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT. Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten. Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !
Soweit Charles Chaplin. Siebzig Jahre Leben haben ihn dahin gebracht, den Text genau so zu schreiben. Immer mal wieder begegnet mir dieser Text. Auch gestern, als ich auf der Suche nach einer ganz anderen Weisheit war.
Drei Absätze habe ich heraus genommen, die mich besonders anrühren. In 12 Jahren werde ich selbst Siebzig sein. Zwölf Jahre sind eine kleine Ewigkeit und ein Nichts an Zeit. Welch ein sonderbares Ding.
berlin _ 403 _ künstlerresidenz in der kmh
Die [Voll]Endung in Sicht.
JA, das Ziel ist greifbar nah. Das letzte Abwickeln der Kette, das letzte Aufrollen des gewirkten Bildes, ein neuer Horizont und der letzte Abschnitt einer langen Wegstrecke.
Und JA, es ist eine Maske. Nach langem Zögern habe ich auch dem einen kleinen Raum bewilligt, was mehr oder weniger intensiv aber immer gegenwärtig unser Leben in den letzten 12 Monaten bestimmt und die Entstehungsgeschichte dieses Teppichs begleitet hat und letztendlich auch ein Grund für die Künstlerresidenz war und ist.
Nicht ohne inneren Widerstand, aber mit der Einsicht, dass dieser wichtige Aspekt zu solch einem Sammelsurium an Eindrücken und Augenblicken, an Anekdotischem und Tiefgründigem dazu gehört.















