berlin _ 549 _ fundstücke
berlin _ 548 _ textil
Immer wieder schön, der Britzer Garten. Auch zum Sticken.

Sträflich vernachlässigt habe ich hier im Blog dieses wunderbae Projekt, das mich seit einigen Monaten mit Kati Hyyppä lichtenberger Orte besuchen lässt um dort zu sticken. STICKSTOFF ist sein Name und am kommenden 12.09.2019 wird die Ausstellung stattfinden. Spätestens dann erzähle ich euch mehr dazu.


brackenheim _ berlin _ 546
Eine Woche ohne Internet. Eine Woche zwischen Hügeln voller Trauben, Häusern voller Balken und Regalen voller Fäden. Eine Woche voller herzhaftem Lachen und konzentrierter Arbeit. Eine Woche voller Vertrautheit und Verbundenheit.
Es gibt viel zu erzählen über diese Woche, die hinter mir liegt, und die meine Seele immer noch nicht frei gegeben hat.
Zum vorsichtigen Herantasten, einige Schnappschüsse aus der Umgebung:








berlin _ 544 _ fundstücke
gesehen: U-Bahnstation Samariterstrasse. Deutsche Ordnung.
berlin _ 543 _ textil
Erfahrungsgemäß wird die Arbeit an den Webrahmen nach dem zweiten Tag immer intensiver. Langsam entstehen die unterschiedlichen Bilder und alle wollen wir sehen, was am Ende dabei heraus kommt.
Erfahrungsgemäß ist auch der letzte Tag immer der angespannteste. Im Raum steht die Frage, ob man es schafft, den Entwurf fertig zu weben, oder nicht.

Auch da, wie sollte es anders sein, besteht die Kunst darin das Gleichgewicht zu finden. Stetiges Arbeiten ohne Eile, Gespannt-Sein ohne angespannt zu sein…..
Schön war es, die Freude mit den Teilnehmerinnen zu teilen, wenn die Webstücke vom Rahmen genommen werden können, und das erste Mal in den eigenen Händen liegen.
Und jedesmal ist es erstaunlich, zu sehen, wie unterschiedlich das Ergebnis ausfällt. Lasst mich kurz zeigen, was Andrea, Clara, Noara, Eeva, Valerie, Olga und Carola in diesen fünf Tagen gearbeitet haben:
Andrea
Clara
Clara hat den Webrahmen ausgeliehen. Sie hat sich noch einiges vorgenommen für die nächsten Tage. Sie musste mir versprechen, ein Foto von dem fertigen Webstück zu schicken. Ich bin gespannt.
Noara
Eeva
Valerie

Olga

Olga hat sich an den KREIS gewagt. Immer eine große Herausforderung ……
Carola
Carola kam erst am Sonntag und hatte daher weniger Zeit. Trotzdem, oder gerade deswegen, hat sie beherzt eine kleine Bildkomposition in Angriff genommen und für die Bildwirkerei dazu die entsprechende Farbkarte in das Webstück integriert. Auch sie hat, wie Clara, den Webrahmen mitgenommen. Auch sie musste mir versprechen, ein Foto der fertigen Papaya zu schicken.
Die Sommerschule geht diese Woche zu Ende. Aber das Projekt geht weiter. Wer daran interessiert ist, der möge auf der Homeage von savvy contemporary nachsehen.
Mir bleibt nur einmal mehr Dagmar zu danken, für ihr Vertrauen und die Benutzung ihrer Werkstatt, und den Teilnehmerinnen, für die konzentrierte Arbeit und die angenehme Atmosphäre.
Ich hab bei dem andauernden Springen vom Deutsch zum Spanisch zum Englisch und wieder zurück hin und wieder das Gefühl gehabt, dass sich meine Zunge verknotet. Aber ich hoffe trotzdem, etwas von meiner Begeisterung für die Kunst Bilder zu weben weitergegeben zu haben.
Spinning Triangles:
Anstoss zu einer Schule für Gestaltung.
berlin
Anlässlich des 100-jährigen Bauhausjubiläums fordert SAVVY Contemporary mit dem Projekt SPINNING TRIANGLES die inhärenten, neokolonialen Machtstrukturen in Gestaltungspraxis, -theorie und -lehre heraus.
Es nimmt den Gründungsmoment des Bauhauses vor 100 Jahren auf, um sich ihrer Realität als Schule zu stellen, und diesen Moment zu verdrehen und umzuformen.
Eröffnungsparty 20.07.2019 19:00
Schule 22.07.–18.08.2019 für angemeldete Teilnehmer*innen
Öffentliches PROGRAMM siehe unten
Ausstellung 15.08.–18.08.2019 14:00–19:00
Abschluss 18.08.2019 17:00–00:00
berlin _ 542 _ textil
Es gibt Tage, da ist es die Sonne, die die erste Linie auf der Kette malt.
berlin _ 541 _ textil

Intensive Tage mit den Teilnehmerinnen der Sommerschule „SPINNING TRIANGLES“ von savvy contemporary in der Werkstatt von Dagmar Rehse.
Wie immer, gute Stimmung, konzentriertes Arbeiten und Neugier, zu sehen, was an den Webrahmen entsteht. Für mich ist es nichts neues, und doch immer wieder überraschend, wenn der erste Schritt getan ist und die Persönlichkeit einer jeden Wirkerin, eines jeden Wirkers sich auf der Kette abzubilden beginnt.
Valerie zeigt ihren Kolleginnen die Art der Verbindung zweier benachbarter Farbflächen, die sie ausprobiert hat.
berlin _ 540 _ textil
Textile „ménage à trois“
Spannend wird es für mich in den nächste Tagen. Vom 8.08 bis zum 12.08 werde ich die Gelegenheit haben, an einem interessanten Projekt teilzunehmen. Zu verdanken habe ich es Dagmar Rehse, von „handgewebt in berlin“ und der Tatsache, dass sich in ihrem Kalender zwei berufliche Verpflichtungen überschneiden und sie eine davon vertrauensvoll in meine Hände weitergegeben hat:

Spinning triangles:
Anstoss Zu einer
Schule für Gestaltung
SPINNING TRIANGLES nimmt das 100-jährige Jubiläum der Bauhausgründung zum Anlass, die inhärenten neokolonialen Machtstrukturen in Gestaltungspraxis, -theorie und -lehre herauszufordern und ihnen entgegenzuwirken, indem das Bauhaus nicht nur als Lösung, sondern auch als Problem erkannt wird.
Das Bauhaus war vorerst eine Schule für Gestaltung. Sie wollte neue Gestalter*innen, Macher*innen und Denker*innen bilden, die sich den Herausforderungen ihres „Jetzt“ stellen. SPINNING TRIANGLES nimmt diesen Gründungsmoment bewusst auf – aber nicht um ihn zu wiederholen, sondern um ihn zu verdrehen: dabei soll eine Schule für Gestaltung entstehen, die das Zeug hat, die Herausforderungen ihrer Zeit anzugehen und genau deswegen vielleicht zur „Un-Schule“ wird. Sie entwickelt sich nicht ausschließlich im geopolitischen Westen, sondern durch die akzelerierte Drehung zwischen eng miteinander verwobenen Orten: Dessau, Kinshasa, Berlin und Hongkong. Sie wirbelt die ihnen zugeschriebenen Rollen – Ideenzentrum, Rohstofflieferant, Produktionsweltmeister – durcheinander.
Mehr auf der Seite von SAVVY-contemporary.com, dem zweiten Partner der ménage.
Dagmar webt vor allem wunderschöne Stoffe auf impossanten Flachwebstühlen. Meine Welt dreht sich um den Hochwebstuhl oder, ersatzweise, um den Webrahmen.
Beides verwandt, aber doch differenziert genug, um das eine nicht mit dem anderen zu verwechseln. Da Dagmar mir für diese Zeit ihre Werkstatt zur Verfügung stellt, bzw. ich sie dort vertrete, werden die TeilnehmerInnen die Qual der Wahl oder die Möglichkeit haben, sich in Beidem auszuprobieren: der Gestaltung von Stoffen und der Gestaltung von gewebten Bildern.
Ich bin gespannt. Bericht folgt.

In den letzten zwei Tagen habe ich einen kleinen Musterteppich gewebt, der so ziemlich alles enthält, was einem gerade am Anfang Schwierigkeiten bereiten kann, bzw. geübt werden will:
Muster, Wiederholungen und Farbverläufe, Farbwechsel in der Horizontalen und der Vertikalen, Zusammenhalt des Gewebes, Schlitzbildug und Verbindungen, Kurven und Diagonalen, Konturen in der Horizontalen und in der Vertikalen…….
Für einen Wochenkurs ein dichtes Programm, und für jeden etwas dabei.

berlin _ 539 _ textil
Nach der höchst intensiven, etwas chaotischen, und wenig entpannten Sommerpause geht es wieder los, oder weiter……
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Two apples a day keep the doctor away…..

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….auf ein neues.
berlin _ 536 _ offenes atelier in der KMH

Weben ist langsam, das ist eine unumstößliche Tatsache. Ob und inwieweit es bei der Langsamkeit noch Abstufungen gibt von kaum, mäßig, bis extrem, das ist Auffassungssache. Manchem mag es genügen mit der Unterscheidung zwischen all dem, was sich nach dem uns schon so vertraut und selbstverständlich gewordenen High-Speed-Alltagsrhythmus mit Multitasking und Virtualworld richtet, und dem analog Machbaren. Danach kommt die Langsamkeit.
Wie auch immer, was ich eigentlich nur sagen wollte ist, selbst wenn es so aussieht, als ob nichts geschehen würde, es geht voran. Wolle wird gewickelt, Mischungen werden ausprobiert, Farbkarten angelegt, Entwürfe gezeichnet, verworfen, überarbeitet, für gut befunden. Dass das alles langsam voran geht, das lässt sich nicht bestreiten. Selbst im KulturMarktHallenKontext.
berlin _ 535 _ the white cube
Meine Ateliertür. Erste Kommunikationsversuche mit meinen KollegInnen.
berlin _ 534 _ fundstücke
nicht alle kommen ans Ziel
berlin _ 533 _ textil
Es hat nicht sollen sein

Eigentlich sollte dies der erste einer Reihe von Blogeinträgen sein über Nachhaltigkeit, über Zusammenarbeit und über textiles (Kunst)Handwerk.
Vor einigen Wochen entstand der Kontakt zwischen dem MEK, Museum Europäischer Kulturen, und der KMH, Kulturmarkthalle. Uns wurden einige Elemente der Einrichtung der Ausstellung 100 % Wolle angeboten, die über eineinhalb Jahre im Museum in Dahlem zu besichtigen und zu erleben gewesen war.

Dazu gehörte auch das Kletterschaf ALMA, der absolute Sympathieträger der Ausstellung, und das nicht nur für die Kinder, die auf dieser mit unterschiedlichen Schaffellen bezogenen Struktur herumturnen durften, sondern auch und vor allem für das Museumspersonal, für das Alma über diese lange Zeit hinweg Teil des Alltags gewesen ist.
Wir hatten den Umzug schon angekündigt und damit begonnen, drum herum ein buntes Programm der unterschiedlichsten Aktivitäten zu spinnen. Alma sollte auf der Wiese vor der KMH aufgebaut, im Sommer bunt besprüht, im Winter warm bestrickt werden. Aber dazu musste es erst einmal raus aus den Hallen, die bisher sein Zuhause gewesen waren.
Alle hatten wir mehr gehofft als gewusst, dass es wenn nicht leicht, aber doch irgendwie möglich sein würde, es auseinander zu nehmen. Undzwar so, dass die Schäden wieder gutzumachen wären. So haben wir, das sind Marco, Manfred und ich (Kamera dabei) uns zusammen mit dem Personal des Museums gestern an die Arbeit gemacht.
Die Felle wurden abgezogen und ein Ansatzpunkt gesucht, der uns helfen sollte, Alma in zwei Stücke zu zerlegen. Leider mussten wir feststellen, dass das Zerlegen nicht so einfach war, wie wir alle gehofft hatten. Nicht umsonst hat Alma das eineinhalb Jahr unbeschadet den Ansturm unzähliger Kinderscharen und des ein oder anderen Erwachsenen überstanden, und hätte dies wohl auch noch weitere zehn Jahre getan. Da war schon gut entworfen, gut gebaut und vor allem gut geklebt und geschraubt worden.
Es kam ungfähr alles zm Einsatz, was wir an Werkzeug zur Verfügung hatten. Aber je länger wir uns bemühten, um so mehr wuchs bei uns allen die Überzeugung, dass es uns möglicherweise nicht gelingen würde, das Kletterschaf so abzubauen, dass ein Wiederaufbau an anderer Stelle sinnvoll sein würde.
Ausschlaggebend war der Moment, als Manfred es endlich geschafft hatte, einen kleinen Teil der Metallstruktur freizulegen, die den Kopf mit dem Rumpf verband. Da wurde uns klar, warum sich wider Erwarten nichts bewegte, denn die mit einer Schicht Hartplastik versehenen Styroporteile waren mit Bauschaum verklebt und mit dem inneren Metallrahmen so verbunden worden, dass man sie nicht einfach herauslösen konnte.
Traurigkeit und Frust machten sich breit, aber es nützte alles nichts: ALMA würde trotz aller Versuche unsererseits, dies zu verhindern, den gleichen Weg gehen müssen, wie so viele andere Ausstellungseinrichtungen in Museen, Messen, etc. weltweit. Am Ende wartet auch auf ALMA die Entsorgung über den Container und nicht das Gnadenbrot auf der Wiese.

Wir haben die Felle mitgenommen, und einige themenbezogene Kinderbücher, und jede Menge Wolle….. und natürlich die Erinnerung an Alma, die zumindest bei mir nicht so schnell verblassen wird. Und auch ohne das Kletterschaf dort zu haben, hoffe ich, dass ab diesem Herbst die Arbeit mit textilen Materialien verstärkt in der KMH Einzug halten wird. Aber das werde ich euch ein andermal erzählen.

berlin _ 531 _ the white cube
Nicht besonders aufregend, aber absolut notwendig:
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Als ich das Feigenbäumchen zu uns holte, passte es problemlos in den Korb am Lenker meines Fahrrads. Zeit vergeht und alles wächst und gedeiht.
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Wolf Biermann. Heute, bei einem Konzert in der Gedenkstätte Hohenschönhausen. Berlin
Nie hätte ich gedacht, dass ich mal die Gelegenheit haben würde, ein Konzert von ihm zu besuchen. Wolf Biermann, 83 Jahre alt, und so giftig-amüsant, wie ich ihn immer empfunden habe. Jemand, der immer unbequem war, der immer den Finger in Wunden gelegt hat, die, von denen wir kaum wussten, dass sie da sind, und andere, die weit offen klafften. Jemand, der Kopf und Herz zusammen bringt. Jemand der wunderbare Lyrik schreibt, die mich auch heute noch tief betroffen macht.

berlin _ 528 _ textil
Sie stand schon lange auf meiner „To-Do-Liste“, und heute habe ich es endlich geschafft:
„Wie der Krieg auf den Teppich kam„, ist der Titel einer Ausstellung von geknüpften Teppichen mit sehr ungewöhnlichen Motiven. Denn man findet auf ihnen nicht (nur) Blattranken, Bumen und Tiere, sondern Panzer, Flugzeuge, Hubschrauber, Gewehre und Handgranaten, die sich zu seltsam anmutenden Mustern zusammenfügen.

Diese kleine Auswahl an Teppichen und Ausschnitten gibt einen Einblick in die Besonderheit dieser Arbeiten.
Die Ausstellung selbst ist in der Bumiller Collection, STUDIO X-Berg, Naunynstrasse 68 noch bis zum 27.Juli zu sehen und zeig eine Reihe von Teppichen aus der Sammlung Till Passow.


Am Samstag, den 13.Juli 2019, von 20 – 22 Uhr gibt es übrigens einen „Collectors Talk“. Till Passow spricht über seine Sammelleidenschaft und zeigt seine preisgekrönten Dokumentarfilme „Howrah Howrah“, über den Hauptbahnhof von Kalkutta und Mast Qalandor, über ein ekstatisches Sufi-Festival in Pakistan.

Einer der Teppiche hat mich besonders fasziniert, er heisst „Der Bunker“ und stellt drei Menschengruppen dar, die, so lässt der Titel zumindest vermuten, in einem Bunker Schutz gesucht haben, und darauf warten, wieder ans Tageslicht kommen zu können.


Ich habe überlegt, ob es vielleicht etwas Vergleichbares von europäischen Textil-künstlerInnen nach dem Zweiten Weltkriieg gibt, und mir ist auf die Schnelle nichts eingefallen. Aber ich werde dem nachgehen.
Die Frage, die mich umtreibt, und die ich gerne dem Sammler stellen würde, ist die nach den Menschen, die hinter diesen Arbeiten stehen. Zwar wird im Katalog und im Faltblatt kurz erwähnt, dass diese Arbeiten in Flüchtlichgslagern und von einigen nomadischen Stämmen hergestellt wurden, aber Genaueres wird nicht erklärt. Das finde ich sehr schaden. Ich meine, wir sind es ja gewohnt, dass man bei den antiken Teppichen die BesitzerInnen der fleissigen Hände, denen das Entstehen dieser Arbeiten zu verdanken ist, oft nicht kennt. Aber diese Arbeiten sind seit den 80er Jahren entstanden. Da könnte man schon etwas genauer nachforschen, finde ich. Wie dem auch sei, die Information vermisse ich sehr. Aber ansonsen ist die Austellung wirklich nur zu empfehlen.
Geöffnet ist die Ausstellung übrigens von Donnerstag bis Samstag von 14 – 18 Uhr.
berlin _ 527
Heute waren nicht nur in Berlin Menschen auf der Strasse, um laut und deutlich „Farbe“ zu bekennen.
LIEBER GLÄNZEN, STATT GRENZEN








Wir waren viele, und das war gut.
berlin _ 526 _ familie
Dinge gibt es, von denen hätte man nie gedacht, dass sie zur „Tradition“ werden könnten.
berlin _ 525 _ textil
jetzt fehlt nur noch die Zeit und Ruhe…….
berlin _ 522 _ WWKIP
Dagmar und Perta beim Auszug der Decke aus der #KMH zum Picknickplatz
Am 23.06 war es soweit, da wurde die MühlenKiez-PicknickDecke eingeweiht, die wir, das sind Dagmar von „handgewebt in berlin“ und ich, den diesjährigen Weltstricktag als Aufhänger nehmend, mit Menschen aus der Nachbarschaft der KMH hergestellt haben.
Dagmar und Pertra beim ersten Ausbreiten unserer Decke
Mir war es diesmal ein ganz besonderes Anliegen, die unterschiedlichen Fäden, die mich mit dieser Idee der weltweiten Verstrickung verbinden, sinnvoll miteinander zu verweben, und im Rückblick bin ich sehr glücklich mit dem und über das Ergebnis.
Da kaum eine Arbeit im luftleeren Raum entsteht, sondern einem bestimmten Kontext entspringt und es immer eine Vor- und manchmal auch eine Nachgeschichte gibt, möchte ich auch diese gerne erzählen:
Einmal ist da meine persönliche Erfahrung mit dem Weltstricktag in Spanien. Vor einigen Jahren, als es das KUKU in Aguilar de Campoo noch gab, nahmen wir das erste Mal teil. Ich fand es damals schon toll zu sehen, wie Gemeinschaft und Nachhaltigkeit an-fassbar werden. Und ich habe versucht, diesen Gemeinschaftsgeist, der seinerzeit mitschwang, in die berliner Variante einfliessen zu lassen. Damals waren unsere Quadrate munter und mutig bunt. Das ein oder andere hat seinen Platz in der neuen Picknickdecke gefunden und ergänzt sich wunderbar mit dem Großsteil der eher zurückhaltend-ruhigen Quadrate.
Dazu kommt, sozusagen als zweiter Faden, dass mir in meiner jetzigen Situation sehr viel daran liegt, etwas gemeinsam zu tun mit Kolleginnen und Kollegen, die sich wohlfühlen mit eher kleinen, eher stillen, vielleicht sogar auf den ersten Blick ein wenig unscheinbar wirkenden Projekten, die konzipiert sind, um mit Mitmenschen ins Gespräch zu kommen, um Orte zu erfahren, um Momente der Ruhe und Konzentration zu schaffen, die Ohren, Herz und Seele ein wenig öffnen.
Foto: Ulises Sánchez Milde
Dankbar bin ich daher Dagmar, dass sie sich gemeinsam mit mir auf dieses kleine Abenteuer eingelassen und ihre Energie und Lebenszeit eingebracht hat. Es hat enorm viel Spass gemacht und ich hoffe sehr, dass wir auch in Zukunft Ideen und Formate finden, die uns beide ansprechen und uns weiter „spinnen“ lassen. Neben allem anderen verdanke ich ihr das ein oder andere Foto, auf dem ich zu sehen bin. Auch mal schön.


Einige Wochen vor dem WWKIP-Tag starteten wir mit einem Spendenaufruf und tatsächlich wurden uns Wollreste und Nadeln aus der Nachbarschaft gebracht. Vor allem aber eine ganze Tüte mit Quadraten, die glücklicherweise in der Größe den spanischen entsprachen und daher wunderbar zusammen passten. Sie waren eigentlich für eine Decke bestimmt, die ein Freundschafts-Geschenk werden sollte. Leider ist die Empfängerin verstorben bevor die Decke fertig war. So landeten die Quadrate wohl verwahrt in einer Tüte und warteten dort geduldig auf einen neuen Verwendungzweck. Denn klar ist: das kann ja nicht einfach so „entsorgt“ werden. Als der Spendenaufruf kam, war die Nachbarin dankbar, für die Quadrate eine sinnvolle Verwendung gefunden zu haben. Und wir waren mindestens ebenso froh, denn sie bildeten zusammen mit den spanischen „Schreiern“ eine wunderbare Grundlage für unsere Decke.

Unsere Absicht war, mit Nadeln und Wolle in den Kiez zu gehen und die Menschen aus der Nachbarschaft in ihrem Alltag zu „überraschen“. Daher hatten wir im Vorfeld eine kleine Serie von „spontanen“ Stricktreffen organisiert. Witzigerweise fing es jedesmal an zu regnen, wenn wir uns auf den Weg machten, und wir haben für eine kurze Zeit in Erwägung gezogen, auf Regenmacherin umzusatteln, sind aber dann doch bei der Wolle geblieben.
Mein Dank an dieser Stelle an alle, die bei den drei spontanen Stricktreffen im Vorfeld zum Weltstricktag mit dabei waren.
Das KMH-Logo, gestrickt, für unsere Decke
Und natürlich auch ein ebenso großes DANKE all denen, die am Weltstricktag selbst in die KulturMarktHalle gekommen sind, um dort mit uns die Nadeln tanzen zu lassen. Mit so vielen helfenden Händen waren die ersten Ergebnisse schnell zu sehen.

Insgesamt sind 140 Quadrate zusammen gekommen. Das entspricht einer Deckengröße von 2,1 m x 1,5 m. Als Unterlage haben wir ein Wachstuch verwendet, das farblich gut zum taubenblauen Grundton der Decke passte und vor eventueller Feuchtigkeit schützt.
Auch die Nähmaschine aus Dagmars Atelier war und wohlgesonnen. Es war nicht ganz einfach, aber mit etwas Ziehen und Schieben, Fingerspitzengefühl und Geduld ging es dann doch.


Ja, und nun ist sie fertig, die Decke für’n Kiez, eingeweiht mit einer leckeren Erdbeerbowle, Quarkspitzen und einer Meissener Käsetorte aus meinem kürzlich erst erstandenen Backbuch…

Den ersten Einsatz hat sie auch schon hinter sich. Familienpicknick „off-the-Kiez“, im Britzer Garten. Durchgetestet und für GUT befunden.


Ab nächsten Montag liegt sie für euch bereit in der #KMH und kann gerne für Picknicks ausgeliehen werden. Wir freuen uns, wenn sie zu einer Grundlage für fröhliche Zusammenkünfte wird.
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Ich hab das Einweihungspicknick unserer Strick- und Häkeldecke zum Vorwand genommen, um damit zu beginnen, mich durch meine neuen Back- und Kochbücher zu arbeiten.
Ich würde mal sagen, der erste Tag war ein voller Erfolg. Quarkspitzen und Meissner Quarktorte, ohne Mürbteigboden und mit Grieß und viel Butter und Ei. Seht gut!!!

To be continued.
S-Bahn-Station Landsberger Allee















































that’s life

















Grün





















