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Es hat nicht sollen sein

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Eigentlich sollte dies der erste einer Reihe von Blogeinträgen sein über Nachhaltigkeit, über Zusammenarbeit und über textiles (Kunst)Handwerk.

Vor einigen Wochen entstand der Kontakt zwischen dem MEK, Museum Europäischer Kulturen, und der KMH, Kulturmarkthalle. Uns wurden einige Elemente der Einrichtung der Ausstellung 100 % Wolle angeboten, die über eineinhalb Jahre im Museum in Dahlem zu besichtigen und zu erleben gewesen war.

Alma A5

Dazu gehörte auch das Kletterschaf ALMA, der absolute Sympathieträger der Ausstellung, und das nicht nur für die Kinder, die auf dieser mit unterschiedlichen Schaffellen bezogenen Struktur herumturnen durften, sondern auch und vor allem für das Museumspersonal, für das Alma über diese lange Zeit hinweg Teil des Alltags gewesen ist.

Wir hatten den Umzug schon angekündigt und damit begonnen, drum herum ein buntes Programm der unterschiedlichsten Aktivitäten zu spinnen. Alma sollte auf der Wiese vor der KMH aufgebaut, im Sommer bunt besprüht, im Winter warm bestrickt werden. Aber dazu musste es erst einmal raus aus den Hallen, die bisher sein Zuhause gewesen waren.

Alle hatten wir mehr gehofft als gewusst, dass es wenn nicht leicht, aber doch irgendwie möglich sein würde, es auseinander zu nehmen. Undzwar so, dass die Schäden wieder gutzumachen wären. So haben wir, das sind Marco, Manfred und ich (Kamera dabei) uns zusammen mit dem Personal des Museums gestern an die Arbeit gemacht.

Die Felle wurden abgezogen und ein Ansatzpunkt gesucht, der uns helfen sollte, Alma in zwei Stücke zu zerlegen. Leider mussten wir feststellen, dass das Zerlegen nicht so einfach war, wie wir alle gehofft hatten. Nicht umsonst hat Alma das eineinhalb Jahr unbeschadet den Ansturm unzähliger Kinderscharen und des ein oder anderen Erwachsenen überstanden, und hätte dies wohl auch noch weitere zehn Jahre getan. Da war schon gut entworfen, gut gebaut und vor allem gut geklebt und geschraubt worden.

Es kam ungfähr alles zm Einsatz, was wir an Werkzeug zur Verfügung hatten. Aber je länger wir uns bemühten, um so mehr wuchs bei uns allen die Überzeugung, dass es uns möglicherweise nicht gelingen würde, das Kletterschaf so abzubauen, dass ein Wiederaufbau an anderer Stelle sinnvoll sein würde.

Ausschlaggebend war der Moment, als Manfred es endlich geschafft hatte, einen kleinen Teil der Metallstruktur freizulegen, die den Kopf mit dem Rumpf verband. Da wurde uns klar, warum sich wider Erwarten nichts bewegte, denn die mit einer Schicht Hartplastik versehenen Styroporteile waren mit Bauschaum verklebt und mit dem inneren Metallrahmen so verbunden worden, dass man sie nicht einfach herauslösen konnte.

Traurigkeit und Frust machten sich breit, aber es nützte alles nichts: ALMA würde trotz aller Versuche unsererseits, dies zu verhindern, den gleichen Weg gehen müssen, wie so viele andere Ausstellungseinrichtungen in Museen, Messen, etc. weltweit. Am Ende wartet auch auf ALMA die Entsorgung über den Container und nicht das Gnadenbrot auf der Wiese.

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Wir haben die Felle mitgenommen, und einige themenbezogene Kinderbücher, und jede Menge Wolle….. und natürlich die Erinnerung an Alma, die zumindest bei mir nicht so schnell verblassen wird. Und auch ohne das Kletterschaf dort zu haben, hoffe ich, dass ab diesem Herbst die Arbeit mit textilen Materialien verstärkt in der KMH Einzug halten wird. Aber das werde ich euch ein andermal erzählen.

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