berlin _ 382 _ offenes atelier in der KMH

Ich freue mich immer, wenn ich die Gelegenheit habe, meine Liebe zu den textilen Materialien und Techniken mit interessierten Menschen zu teilen. Diesmal ist die Freude besonders groß, weil ich diesen kleinen WS im Rahmen eines Projekts meines Kollegen Anwar Al Atrash geben kann.

Die Ergänzung der Vision ist eine Serie von Kunst-Workshops, die seit geraumer Zeit am Ende eines jeden Monats in der KulturMarktHalle stattfinden. Unterschiedliche Disziplinen werden ausprobiert, Techniken erkundet.

Vergangenheit und Zukunft ist ein spannender Untertitel, gerade bei Kulturtechniken, die uns schon seit gefühlten Ewigkeiten begleiten und für die Zukunft bereit stehen, wenn wir uns darum kümmern, sie lebendig zu halten.

Wir werden ein textiles Objekt, dem wir in unserem Leben einen besonderen Stellenwert geben als Grundlage nehmen, um genau diesen Spannungsbogen aufzunehmen und aus der Erinnerung in die Vision zu wandern.

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berlin _ 381 _ geschenk

Tuchfühler

Gestern wurde ich reich beschenkt. Valentin hat dieses Bild von mir gemalt. Anfangs war ich etwas beunruhigt angesichts der Armlosigkeit. Das war aber schnell  ausgeglichen durch die beiden Fühler auf dem Kopf.

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Danke, Valentin.

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berlin _ 380 _ offenes atelier in der kmh

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Und dazu ein wunderbarer Soundtrack.

Denn ich hatte euch schon irgendwann mal meine heimliche Liebe zu Island verraten, oder? Nun, hier eine Neuentdeckung:

Und dazu:

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berlin _ 379 _ fundstücke

Das Herz

Man soll es da lassen, wo es von Natur aus ist: am rechten Fleck. Es nicht hängen an Menschen, denn zu oft ist Flüchtigkeit die Grundlage der Beziehung, zu leicht kann Enttäuschung  sich einschleichen wie ein heimlicher Gast;
es nicht hängen an Orte, denn die ändern sich zu leicht, werden für neue Bestimmungen  erschlossen, von anderen eingenommen;
es vor allem nicht hängen an Dinge, denn Dinge können verloren gehen.

Und doch ist es mir passiert, hing mein Herz an zwei Stück Gewebe, die mich seit über dreißig Jahren begleiten. Dreißig Jahre, das ist mehr als die Hälfte meines Lebens.

Und dann kommen sie eines Tages in einem Beutel zu liegen, und eine Sekunde der Unaufmerksamkeit, der Erschöpfung geschuldet, reicht, um diesen Beutel, für immer aus meinem Leben zu entführen. Und  mit ihm ein Stück meines Herzens.

Unwiederbringlich.

Niemand kann dafür verantwortlich gemacht werden, in diesem Beutel voller textiler Objekte nicht das Gewicht der Erinnerung und der Bedeutung nachvollziehen zu können, die er für nur einen einzigen Menschen auf dieser Welt besitzt.

Die Erkenntnis es wider besseren Wissens doch getan zu haben, das Herz gehängt zu haben an ein Ding, wohl wissend, dass Dinge verlierbar sind,  macht die Trauer nicht kleiner.

Und manchmal sind es eben Dinge, an die unser Herz sich hängt, ungefragt, eben weil Menschen enttäuschen und weil Orte sich ändern und weil Dinge immer das sind und bleiben, was sie sind.

UnabDINGlich.

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berlin 378 _ fundstücke

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berlin _ 377 _ fundstücke

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berlin _ 376 _ #FreeAssange

Anfang September wird über den von den USA gestellten Auslieferungsantrag entschieden. Bei einer Verurteilung in allen 18 Anklagepunkten drohen Julian Assange bis zu 175 Jahre Haft.

https://www.facebook.com/andrea.milde.9/videos/10224085371182736/

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DAS DÜRFEN WIR NICHT ZULASSEN.

Daher an alle von euch der Aufruf, euch gerade in dieser Zeit diesem Thema anzunehmen. Lasst uns zeigen, dass wir es trotz dieser elendigen Verschleppungstaktik NICHT vergessen haben. Lasst uns zeigen, dass wir die PRESSEFREIHEIT wichtig finden, lasst uns einen Menschen unterstützen, der ins Fadenkreuz internationaler Bestrebungen gekommen ist Grundrechte einzuschränken, weil er die Verteidigung des Rechts auf Information als Grundlage für Meinungsbildung zu seiner Aufgabe gemacht hat.

Ob gelbe Bänder, Filme, Petitionen…. bleibt dran!!!

Petition von Reporter ohne Grenzen

In der KMH werden wir im September den Film „Hacking Justice“ noch einmal zeigen und darüber diskutieren. Mit etwas Glück vielleicht auch noch einmal in Gegenwart der beiden Filmemacher: Clara López Rubio, Juan Pancorbo.

https://www.youtube.com/watch?v=GckC7Z_BORo

Schaut immer mal wieder auf die Website der KMH, damit euch der Termin nicht entgeht.

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berlin_375_KMH_Lesebühne

Ihr Lieben, am vergangenen Sonntag htten wir uns in der KMH vorgenommen, eine kleine Lesebühne am KMH-Mobil stattfinden zu lassen. Leider ist sie nicht nur sprichwörtlich ins Wasser gefallen, sondern ein sommerlicher Wolkenbruch hat uns dazu gebracht, die Veranstaltung abzusagen.

Nun hatte ich aber meine Bücher schon zusammen gesucht. Und weil dem so ist, und ich hier im Blog ja auch gerne von Dingen berichte, die eher indirekt mit der Bildwirkerei, aber sehr direkt mit mir zu tun haben, möchte ich zumindest diesen Beiträge doch noch mit euch teilen.

https://www.facebook.com/andrea.milde.9/videos/10224084839249438/

 

Und auch gleich den Faden weiterspinnen: Am 6.09. 2020 findet im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals ein Lesetag statt, der um 8:00 Uhr beginnt und um 22:00 Uhr endet. Dazu seid ihr alle eingeladen.

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Die IDEE:

Ort.
Die Auswahl des Leseortes steht Ihnen frei – es kann in der U- oder S-Bahn, vor der eigenen Haustür, im Nachbarschaftsverein oder Kiezbuchladen, im Lieblingscafé oder im Späti Ihres Vertrauens, in einer Galerie oder auf öffentlichen Plätzen, im Schwimmbad oder im Park gelesen werden. Wenn Sie gerne in einer unserer Partnerbibliotheken, einer Buchhandlungen oder literarischen Institutionen lesen würden, vermitteln wir gerne den Kontakt.

Dauer.
Eine Lesung sollte nicht länger als 30 Minuten dauern.

Sprache.
Es kann in jeder Sprache gelesen werden. Bitte geben Sie bei Ihrer Anmeldung an, welche Texte in welcher Sprache gelesen werden.

Anmeldung.
Bitte melden Sie Ihre Lesung bis spätestens 30. August 2020 hier an:

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MEIN BEITRAG

Ich habe mir ein Buch ausgesucht, auf das ich SEHR gespannt bin: Han Kang »Die Vegetarierin« (Original: »The Vegetarian«).

https://www.perlentaucher.de/buch/han-kang/die-vegetarierin.html

Und werde am 6.09 zu Beginn einer jeden Stunde an einem anderen Ort 10 Minuten aus diesem Buch lesen.

START und ENDE auf alle Fälle am KMH-Mobil vor der KMH-Halle, Hanns-Eisler-Strasse 93, Ecke Kniproder-Strasse.

 

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berlin _ 374 _ offenes atelier in der kmh

4 Monate und einen Tag…

….hat es diesmal gedauert, bis der Teppich eine Höhe erreicht hat, die das Weiterweben extrem unbequem macht und erklärt, warum manche Dinge besser auf einem Webstuhl und nicht auf einem Webrahmen gewebt werden.

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Wenn der Horizont außer Reichweite geraten ist, kommt der erste bedeutende Augenblick im Leben einer Bildwirkerei: sie muss auf den Warenbaum aufgerollt und neue Kette vom Kettbaum gelöst werden, damit sie weiter wachsen kann. Dann ist es so, als ob die Spannung, die die Fäden der Kette verlieren auf einen selbst überspringt.

Und man bekommt einen ersten Eindruck davon, wie sich das Gewebe verhalten wird, wenn es ganz aus dem Webstuhl genommen werden kann.

[wpvideo XNI0NdTR]

Sorgfalt und Ruhe sind hilfreich dabei den Teppich wieder in Arbeitsposition zu bringen. Wenn alles gut geht, sich nichts verschiebt, verzieht oder vorzeitig löst, dann ist es mit relativ wenigen Handgriffen getan. Es reicht, den richtigen Sitz des Entwurfes zu überprüfen, die Abstände einzurichten….

[wpvideo BUYKim1U]

….. und für die gleichmäßige Spannung der Kette zu sorgen. Schon toll, mein Telemach. Jedes Mal verliebe ich mich aufs Neue in ihn. Er macht mir diese heiklen Momente so einfach.

[wpvideo NqzUKml5]

Auch in mir verschiebt sich mit jedem dieser Schritte die innere Landschaft. Die vielen Stunden Arbeit aus dem Blick zu verlieren und doch zu wissen, dass sie weiterhin dort sind und das Kommende tragen, hat für mich seit meinem ersten Teppich vor über 30 Jahren eine ganz besondere Kraft.

Jetzt gibt es erst einmal wieder Freiraum für drei weitere Monate intensiver Wirkerei.

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berlin _ 673 _ offenes atelier in der KMH

Ja, es ist nicht mehr nur aktiv, das atelier, wie es die ganze Zeit der Corona-bedingten Schließung der Halle war.  Es ist wieder offen. Anfang Juli hat die KMH  ihre Türen wieder geöffnet. Somit ist auch das atelier aus seinem aktiv-Modus wieder in den offenen Modus übergegangen. Ihr könnt also gerne jederzeit vorbei kommen und euch die Arbeit am Webstuhl ansehen, mit hoher Wahrscheinlichkeit und etwas Glück werdet ihr mich auch am Webstuhl vorfinden. Zumindest werde ich mich darum bemühen, den größten Teil meiner Zeit dort zu verbringen.

Mein Ziel: die Bildwirkerei bis Ende des Jahres fertigzustellen. Gerne möchte ich euch jetzt schon zum Abnahmefest einladen. In den Werkstätten und Manufakturen war und ist es Tradition, bei jeder Abnahme einer Arbeit ein großes Fest zu feiern. Die vielen Tausend Stunden Lebenszeit, die in jedem Stück eingewebt sind, verselbständigen sich mit der Abnahme der Arbeit und im besten Fall der Fälle gehen sie auf Reisen, erobern die Welt und erzählen ihre Geschichte, die offensichtliche und die verborgene, über Zeit, über Langsamkeit, über Zusammenhalt all denen, die mit Aug und Ohr und Seele offen sind für solche Geschichten.

Es wird nicht einfach sein in dem Gewusel der KMH die Ruhe zu finden, aber ich hoffe, dass der geheime Kalender, der mich antreibt, mächtig genug ist, nach außen zu wirken. Denn neben all dem, was mich im berliner Alltag beschäftigt, ist die Idee des KUKU-mobils nicht verloren gegangen, sondern klarer als je zuvor.

Sie drängt nach vorne wie ein ungeduldiges Fohlen, das den Frühling wittert und die Unendlichkeit der Welt.

Nun denn, ein Drittel der Arbeit ist getan.

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berlin _ 672 _ fundstück

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berlin _ 671 _ fundstücke

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berlin _ 670 _fundstücke

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berlin _ 696 _ aktives atelier in der KMH

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berlin _ 695 _ natur

Wenn man über das Weben das Essen vergisst, dann kommt die Natur zum Zuge. Immer schön.

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berlin _ 694 _ aktives atelier in der kmh

Etwas über drei Monate sind es, die ich inzwischen im Offenen Atelier der KMH arbeite, das ich, während die Halle noch auf ihre Wiedereröffnung wartet, in eine Aktives Atelier umgetauft habe.

Während sich die Welt mehr oder weniger langsam von der Erschütterung der Corona-Pandemie zu erholen versucht und bemüht ist, sich in etwas, das man Normalität nennen kann, zurückzufinden, oder besser gesagt, eine neue Normalität zu definieren,  in Berlin aber auf jeden Fall der Normalzustand fast wieder erreicht ist, lebe und genieße ich (um den positiven Akzent gleich zu Beginn zu setzen, bevor Zweifel aufkommen) in der Halle nach wie vor eine absolute Ausnahmesituation.

Zeit, das kostbarste aller meiner Güter, ist nach wie vor ohne allzu großen Kampfeinsatz verfügbar. Alle Energie kann daher direkt in die Wirkerei fließen.

Dieses Wochenende war eine intensive Erfahrung.

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Unter anderem auch, weil ich gerade an einem Punkt angekommen bin, an dem ich mir und dem Webstuhl samt Teppich theoretisch einen Umzug zumuten könnte.

Ach, wäre doch das KUKUmobil schon fertig. Liebend gerne würde ich jetzt die Leichtigkeit in Anspruch nehmen, die eine mobile Werkstatt mit sich bringt und mich mit dem Webstuhl mitten in die Natur stellen.

Irgendwo an einen See, einen Wald, weben von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang.

Während ich davon träume und die Fäden tanzen lasse, füllt diese wunderbare Stimme meine Seele.

 

„Give your love, live your life, each and every day.

Keep your hand wide open, let the sunshine trough.

’cause you can never loose a thing if it belongs to you.“

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berlin _ 693 _labyrinthe

https://www.facebook.com/1253505994/videos/10223516608484024/

 

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berlin _ 692 _ bge

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berlin _ 691 _ aktives atelier in der KMH

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berlin _ 690 _ aktives atelier in der KMH

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Schwerelos.

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berlin _ 689 _ BGE

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Dafür schlägt mein Herz gerade: #ExpeditionGrundeinkommen. 

Da die Unterschriften diesmal NUR analog gesammelt werden, haben wir an der #KMH einen #Unterschriftentisch aufgestellt. Er steht jeden Tag draußen, von Sonnenauf- bis -untergang (fast 🙂 ). Denn in der KulturMarktHalle sind wir überzeugt davon, dass jeder Mensch ein Recht auf finanzielle Grundabsicherung hat. Und als ehrenamtlicher Verein wissen wir aus unserem Alltag, wie viele wunderbare Dinge wunderbare Menschen tun aus einem inneren Bedürfnis heraus. Ohne Geld als Motivation. Das wollen wir allen Menschen ermöglichen. Dafür stehen wir.

www.kulturmarkthalle-berlin.de

www:expedition-grundeinkommen.de/berlin/

 

 

 

 

 

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berlin _ 688 _ aktives atelier in der KMH

Naja, es hätte mehr sein können, aber es hat. Mag es sein, dass es BildWIRKERINNEN nie genug ist mit dem, was sie tun? Dass sie das Gefühl haben, es hätte immer noch mehr sein können oder sollen? Dass selbst für sie Geduld immer wieder eine Herausforderung ist, die der Übung bedarf?

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Ich freue mich auf alle Fälle auf das kommende lange Wochenende und auf den Fischkopf, mit dem ich mich intensiv auseinandersetzen werde.

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berlin _ 687 _ fundstücke

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eberswalde_686 _ museumstag _ textil

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https://www.facebook.com/andrea.milde.9/videos/vb.1253505994/10223220132032298/?type=2&theater&notif_t=video_processed&notif_id=1590056355348707

Am vergangenen Sonntag war der 43. Internationale Museumstag. Irgendwann lange bevor Covid19 begann, sich in unseren Köpfen einzunisten und mit seiner Allgegenwart viele Dinge unmöglich und andere beschwerlich zu machen, hatte ich mit Frau Wedekind, der Kuratorin des Museums Eberswalde einen wunderbaren WorkShop geplant.

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Er sollte, inspiriert von einem der Exponate der jetzigen Ausstellung, einem großformatigen Wandteppich, die Besucher an diesem Tag einladen, an verschiedenen Webstationen selbst mal auszuprobieren, wie es sich anfühlt, mit bunten Fäden ein Bild zu malen.

Tja, und dann kam Covid19 und machte sich breit und nichts war mehr so, wie es vorher gewesen war. Lange hing die Entscheidung über den Workshop in der Luft, beide Seiten hofften wir, die Regelungen zur Eindämmung der Pandemie würden es doch noch möglich machen, selbst wenn deren Einhaltung eine große Befremdlichkeit in ein Format bringen würde, das von seiner Natur her darauf angelegt ist, Dinge haptisch zu erfahren und Nähe erforderlich zu machen.

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Und tatsächlich kam zum Schluss die Erlaubnis. Ich hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet. Daher hat es mich um so mehr gefreut. Schnell waren auch die notwendigen Anpassungen gemacht.

Die ursprünglich geplanten Webstationen  haben wir beibehalten, allerdings nicht für eine kurze Verweildauer, sondern für ein längeres Arbeiten. Den Tag haben wir in zwei Abschnitte geteilt und jeweils maximal 10 Personen die Möglichkeit gegeben, an den Rahmen zu weben. So konnten wir die Auflagen von Mindestabstand und maximaler Anzahl erlaubter Personen erfüllen.

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Der Anfang war etwas stockend. Alle waren wir unsicher. Aber schnell hat jede, jeder zu seinem Platz gefunden, sich dort eingerichtet und genau das gemacht, was wir beabsichtigt hatten: reinzuschnuppern in die hohe Kunst der Bildwirkerei. Nach den Rückmeldungen der Teilnehmenden zu urteilen, haben es alle genossen, trotz Maske und Abstand.

Wie eine der Teilnehmenden sagte: MIT ABSTAND das BESTE, was frau an diesem Tag hatten tun können.

Da macht mein Wirkerinnenherz natürlich einen Sprung vor Freude.

Geblieben ist der Wunsch nach Wiederholung unter normaleren Umständen. Auf beiden Seiten. Wir werden sehen, was die Sommermonate bringen. Vielleicht einen  zweiten Probeeinsatz des KMH-Mobils als Wandernde Webstation in Eberswalde?!

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berlin _ 685 _ aktives Atelier in der KMH

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berlin _ 684 – aktives Atelier in der #KMH

Natürlich sieht es dann auf der anderen Seite so aus:

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Es gibt Leute, die sollen es können, ich gehöre nicht dazu. Noch nie konnte ich auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen.

Also habe ich meine Künsteler:innenresidenz in der #KMH für einige Tage unterbrochen und bin aufgetaucht aus der Welt der Fäden in die Welt der vermummten Gesichter.

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eberswalde _ 683 _ textil

Mit Abstand das Beste, was man und frau vorhaben können, am Sonntag, im Museum Eberswalde….

Museumstag 2020wenn…

 

….ja, wenn sie mal gerne ausprobieren wollen, wie das denn so ist, wenn man am Webrahmen sitzt und in den Räumen zwischen straff gespannten Fäden ein Bild entstehen lässt; wie sich das anfühlt, wenn man versinkt in einer Welt, in der sich das Zeitempfinden vollkommen ändert; wie man zurecht kommt mit der Langsamkeit, ob man sie hat, die Beharrlichkeit.

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Wie gesagt, MIT ABSTAND…. DAS BESTE was man tun kann, wenn man mal für ein paar Stunden Bildwirker:in sein möchte.

ICH bin sehr gespannt, wie sich das für MICH anfühlen wird, etwas so extrem haptisches wie die Weberei zu vermitteln, und den Abstand zu wahren, etwas beGREIFbar zu machen, bar jeden GREIFENS meinerseits, bin ich doch sonst jemand, der gerne über die Schulter schaut, gerne die Erfahrung in der 40 x 40 cm Welt des Webrahmens mit den Teilnehmenden teilt, gerne auf Tuch- und andere Fühlungen geht.

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Die Einladung steht. Die Kette ist gespannt. Ihr seid alle herzlich willkommen.

Mein Dank an alle mutigen Menschen im Kulturbetrieb, die es wagen, trotz und alledem Wege zu suchen, das Machbare machbar zu machen.

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https://www.facebook.com/andrea.milde.9/videos/10223101253500409/

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Heute wurde an einigen Orten der Welt der Muttertag gefeiert. AUCH. Juanjo und Uli sind mit einem köstlichen Käsekuchen in der KMH erschienen (ups, so viele Kas hintereinander weg). Vor allem aber haben wir etwas getan, was in unserer Familienbiographie kurz davor ist, zu einem Ritual zu werden: in der wunderbaren Stille und Leere der Halle haben wir das 410-Tage-Projekt ausgelegt und das Labyrinth begangen.

Ich hatte es zum Internationalen Labyrinthtag 2020 nicht geschafft und es war mir ein Bedürfnis, das nachzuholen. Welcher Tag konnte besser dazu geeignet sein, als der heutige.

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Denn es war ja nicht NUR Muttertag. Es war auch der Tag an dem ich zwei Fadenenden wieder miteinander verknoten konnte. Und es war der Tag der Erinnerungen an eine schöne und nicht immer einfache Zeit in meinem Leben, die ich nicht missen möchte.

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Heute fand in der „laboral Cinemateca“ das Gespräch mit der Filmemacherin Carmen Comadran statt. 2014 war die „Extraña Elección“, die „Seltsame Wahl“ fertig. Dabei ging es um die Erfahrung von Menschen, die aus der großen Stadt auf das Land ziehen. Drei Beispiele, drei Lebensentwürfe, drei Entscheidungen mit ihren Folgen. Und jetzt sitze ich wieder in einer Großstadt, in Berlin, im Rücken das Labyrinth, vor mir der Webstuhl mit der neuesten Arbeit, und das Leben geht weiter, und im Labyrinth kommt eine neue Wendung.

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Schön wäre es, das Projekt fortzusetzen, den Projektfaden weiter zu spinnen, zwischen Carmen und Tierra Voz, und dem KUKUmobil und der KulturMarktHalle….., den labyrinthischen Faden nicht abreißen zu lassen.

Vielleicht liegt die Lösung ja hinter der nächsten Wendung……

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berlin _ 681 _ labyrinth

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berlin _ 680 _ 410-Tage-Projekt

Tja, nun ist er doch in der #KMH, der gestrickte Labyrinthfaden. Es hat eine Weile gedauert, und auch jetzt ist es erst einmal ein vorsichtiges Ausprobieren.

Ein Ausprobieren, ob das, was mich begleitet von einer Station zur nächsten, vom KUKUprojekt im nordspanischen  Aguilar de Campoo zur KMH in Berlin, auch wirklich zusammenpasst, ob es ein sinnvoller Teil meines Reisegepäcks ist, oder ein Teil der Vergangenheit, den es loszulassen gilt, wie ein Sack Sand im Heißluftballon.

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Bisher fühlt es sich gut an. Ich habe die Halle leer geräumt. Ich liebe die Atmosphäre, das Geraune der Stimmen aus der Vergangenheit, das Rauschen des Verkehrs und das Zwitschern der Vögel.

Dann habe ich sie gefegt, Schritt für Schritt, so wie Beppo, und auch das  hat sich gut angefühlt.

„Siehst du, Momo“, sagte er dann zum Beispiel, „es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man.“

Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort: „Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen.“

Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter: „Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.“ Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte: „Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.“

Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort: „Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste.“ Er nickte vor sich hin und sagte abschließend: „Das ist wichtig.“

Aus dem Buch „Momo„ von Michael Ende

https://www.facebook.com/andrea.milde.9/videos/10223079940167589/

Jetzt liegt der Faden zusammengerollt im Raum. Ich sitze am Webstuhl und warte. Auf den richtigen Moment das Labyrinth zu legen.

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