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[de] Ein ganz normaler Sonntagsausflug in Berlin ist immer etwas Besonderes.
Für mich fängt er (noch) mit einem Blick auf den Stadtplan an. Dann mit einem weiteren auf die Räder des Fahrrades. Alles klar, dann los.
[es] Una excursión dominguera normal y corriente por Berlín siempre tiene algo de especial. Para mi comienza (aún) con una mirada al mapa de Berlin. Luego a las ruedas de la bici. Todo bien, así que adelante.
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Parada/Stopp I: Invalidenfriedhof

Siempre me han gustado los cementerios, y Berlin no tiene pocos. El Invalidenfriedhof es uno de los más antiguos y su visita hace palpable lo truculenta que ha sido el pasado de Alemania y de Berlin. Un buen lugar para una clase de historia / Friedhöfe haben mir immer schon gefallen, und Berlin hat nicht gerade wenige. Der Invalidenfriedhof ist einer der ältesten Friedhöfe Berlins und macht dem Besucher das Auf und Ab der deutschen und vor allem der berliner Vergangenheit sehr gut nachvollziehbar. Ein guter Rahmen für eine Geschichtsstunde.
Y de vez en cuando una se encuentra con una laṕida que llama la atención y despierta la curiosidad. Und manchmal stolpert man über den ein oder anderen Grabstein, der die Aufmerksamkeit im besonderen Masse auf sich zieht und die Neugier weckt.

Marga Wolff von Etzdorf, ich musste auch erst Wiki fragen wer diese Frau war, die so jung gestorben ist und deren Überreste unter einem Grabstein mit solch seltsamer Inschrift liegen. / Yo también he consultado a Wiki para saber quien era esta mujer que murió tan joven y cuyos huesos descansan debajo de una laṕida con tan curiosa inscripción.
- Marga von Etzdorf tödlich verunglückt. Die ausgezeichnete junge Sportfliegerin Marga von Etzdorf, die am Sonnabend, dem 27. Mai zu einem Fernflug nach Australien gestartet war, ist bei der Landung auf dem französischen Militärflugplatz von Mouslinich in der Nähe von Aleppo tödlich verunglückt. Marga von E., die erst 26 Jahre alt war, meldete sich mit 20 Jahren zur Fliegerei und bestand bald darauf die Prüfung als Flugzeugführerin. 1930 machte sie einen grossen Rundflug über den Balkan und im Dezember 1930 ihren ersten Fernflug ohne Begleiter nach den Kanarischen Inseln, Spanien und Nordafrika. Im August 1931 führte Marga v. E. einen Fernflug von Berlin nach Tokio in 11 Tagen durch – eine vorbildliche Leistung. Marga von E. besass das Goldene Sportflieger-Abzeichen des Deutschen Luftsportverbandes und den Ehrenbecher des Aero-Clubs Deutschland. Mit ihr ist eine ebenso talentierte und mutige Pilotin wie ein sympathischer Mensch dahingegangen. 26435-32
- Unter Leitung des Herrn Oberlt. a.D. Benzler, Chefpiloten der Fliegerschule Bornemann G.m.b.H. im Kriege Führer einer Jagdstaffel, legte heute auf dem Flugplatz Staaken die 20 jährige Marga v. Etzdorf als erste Berlinerin in Gegenwart ihres Grossvaters Generallt. Ex. v. Etzdorf ihr Pilotenexamen ab. 21869-27
„Ist es Zufall, dass an diesem Ort, dem Invalidenfriedhof, wo all die Militärs liegen, die letzten Kämpfe stattfanden? Dass er zerstört, später durch die Mauer getrennt wurde? Alles hat sich hier versammelt, die Schlachtenlenker, die Helden der Lüfte, die Widerstandskämpfer, Reaktionäre und Reformer, Demokraten und Nazis. […] Ein Heldenfriedhof, hieß das früher. Viele, die hier liegen, wurden getötet, und wenn Sie mir das etwas naheliegende Sprachspiel nachsehen, einige haben sich selbst getötet. Ein Ort der Gewalt. Und an diesem Ort liegt sie, die Frau, die Fliegerin, ein wenig einsam unter all den Männern, nicht wahr.“
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Naja, und wenn man dann ein Weile an der Panke entlang radelt, ……
Y si se sigue el recorrido del Panke un tramo,…..
estación de limpieza automática / vollautomatische Säuberung des Kanals
natürlich gibt es auch am Kanal Gaffitti / no va a ser el canal el lugar en Berlin, donde no se encuentren grafitti.
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Parada / Stopp IV
Nicht immer, aber oft, gibt es einen Vorwand um eine bestimmte Richtung einzuschlagen. Kolonie Wedding war das eigentliche Ziel unseres Ausflugs. Ich war neugierig auf dieses Projekt, und da gerade jetzt zu Monatsende ein Vernissagefreitag mit sonntäglicher Führung auf dem Programm stand, haben wir die Gelegenheit genutzt, uns dort umzuschauen und unserem Führer Löcher in den Bauch zu fragen.
Auf der Homepage des Vereins findet sich folgender Text:
Die Kolonie Wedding ist ein Zusammenschluss und Netzwerk von nicht-kommerziellen Kunstprojekträumen im Soldiner Kiez in Berlin-Wedding. Am letzten Freitag im Monat laden die KuratorInnen und KünsterInnen gemeinsam zu Ausstellungseröffnungen in ihre Projekträume und Ateliers ein. Am selbigen Abend und am darauf folgenden Sonntag Nachmittag finden Rundgangführungen statt, bei denen jeder beteiligte Raum seine Ausstellung präsentiert und Künstlergespräche ermöglicht. Gezeigt wird ein breites und internationales Spektrum an aktueller Kunst. Die visuelle Kunst wird um Musik und Lyrik, Club- und Barprogramm bereichert.
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No siempre, pero a veces hay un motivo por el que se escoge una dirección determinada para la excursión. Esta vez, el destino era Kolonie Wedding, una asociación de 30 espacios dedicados a la producción artística. El ultimo viernes de cada mes los gestores de los diferentes espacios invitan conjuntamente a la inauguración de los contenidos que acogerán durante las próximas semanas. El domino se ofrece una visita guiada por algunos de estos espacios y nosotros, que el viernes no pudimos, aprovechamos esta oportunidad ara echar un vistazo y preguntarle a nuestro guía todo aquello que más allá de la información contenida en la página web de la Kolonie despertó nuestra curiosidad.
Die vier Räume, die wir besucht haben waren/ Los cuatro espacios que visitamos eran:
art.endart Hackepeterjesus (Fleischeslust und Irrgaube) Performance
TOOLBOX mit Werken von / con obra de: Niina Räty

Prima Center Berlin: Tender Talk, mit Werken von, con obra de: Gisela Hausmann-Gizinski, Archi Galentz, Pjotr Filin
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Atelier Soldina mit Arbeiten von / con obra de: B. Laurer, A. Ter-Arakelyan, J. Eisenacher, F. Krasnikov, A. Matveeva
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Parada / Stopp V
Nach so viel Futter für Geist und Seele fordert auch der Magen irgendwann sein Recht.
Después de tanto alimento para el alma y la mente es lógico que el estomago reivindica sus derechos.


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Parada/ Stopp VI
Puedo imaginarme que a veces se produce cierta saturación respecto de lugares historicos. En Berlin es inevitable. Pero también es cierto que hay lugares más acertados, desde mi punto de vista, que otros, respecto de cómo presentar los acontecimientos históricos y transmitir su relevancia política y social. Los hay más o menos sútiles, más o menos turísticos, más o menos impactantes. Uno de los lugares que no conocí aún y creo que cumple bien su función es la „Gedenkstätte Berlines Mauer„.
Es uno de los lugares centrales para recordar la división de Alemania, y es ubica en el centro de Berlin, en la Bernauer Strasse, donde se empezó a construir el muro en el 1961 y donde también se emezó a derribar. Con intervenciones artísticas y arquitectónicas, con la ayuda de paneles con textos y fotogrfías, se ha creado en una extensión de 1,4 km de largo un recorrido que transmite impresiones de la construcción del muro, de la posterior amplición o extensión en los años 80, y de su derribo.
Ich kann mir schon gut vorstellen, dass irgendwann der Moment kommt, wo sich eine gewisse Übersättigung einstellt, was das Gedenken der vergangenen Geschichte betrifft. In Berlin ist es unausweichlich; beides, dauernd auf solche Stätten zu stossen und sich der Übersättigung bewusst zu sein und die entsprechenden Abwehrmechanismen zu entwickeln. Es gibt aber auch Orte und Orte, manche sind sehr touristisch, manche eher still und leise, manche laut oder schon fast aufdringlich. Die Gedenkstätte an der Bernauer Strasse, die ich noch nicht kannte, finde ich ein gelungenes Beispiel für die Vermittlung dessen, was es bedeutet hat in einer geteilen Stadt zu leben.
Die Gedenkstätte Berliner Mauer ist der zentrale Erinnerungsort an die deutsche Teilung, gelegen im Zentrum der Hauptstadt. Am historischen Ort in der Bernauer Straße erstreckt sie sich auf 1,4 km Länge über den ehemaligen Grenzstreifen. Auf dem Areal der Gedenkstätte befindet sich das letzte Stück der Berliner Mauer, das in seiner Tiefenstaffelung erhalten geblieben ist und einen Eindruck vom Aufbau der Grenzanlagen zum Ende der 1980er Jahre vermittelt. Anhand der weiteren Reste und Spuren der Grenzsperren sowie der dramatischen Ereignisse an diesem Ort wird exemplarisch die Geschichte der Teilung nachvollziehbar.

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Parada/ Stopp VII
Schon fast auf dem Nachhauseweg kommen wir noch an dem Alten Jüdischen Friedhof in der Großen Hamburger Straße vorbei. Er ist nach dem „Judenkiewer Spandau“ der älteste sicher belegte Begräbnisplatz der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Im Bereich des heutigen Eingangs befand sich seit 1844 ein Altersheim der Gemeinde. In der ältesten jüdischen Ruhestätte in Berlin ist unter anderem der Philosoph und Wegbereiter der jüdischen Aufklärung Moses Mendelssohn (1729-1786) beigesetzt. 1672 war der Friedhof errichtet und im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Die Fläche wurde von dem nationalsozialistischen Regime anschließend als Sammelplatz für Deportationen genutzt. Ende 2008 wurde der Friedhof feierlich wieder eröffnet. Schätzungen zufolge sind dort insgesamt rund 12000 jüdische Bürger bestattet.
De camino a casa pasamos por el Viejo Cementerio Judio en Grosse Hamburger Strasse. Se abrió en 1672 y se destruyó en la Segunda Guerra Mundial. Desde 1844 se ubicó en la entrada una residencia de ancianos de la comunidad judía que posteriormente fue utilizada por los nazi como punto de reunión para los judios que fueron deportados y asesinados en los campos de exterminio de Auschwitz y Theresienstadt.

En Berlin, todos los caminos conducen a Neukölln. Lo dicho: „Una excursión dominguera normal y corriente por Berlín siempre tiene algo de especial.“
In Berlin führen alle Wege nach Neukölln. Wie gesagt: „Ein ganz normaler Sonntags-ausflug in Berlin ist immer etwas Besonderes.“
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Fräulein FROST hat Sahne-Mohn-Eis. Einfach köstlich.
Fräulein FROST tiene helado de nata y semillas de amapola. Simplemente delicioso.
Horario:
Si hace bueno, hasta las tantas de la noche.
Si no hace tan bueno, menos „tantas“.
berlin – 024
As time goes by. Invalidenfriedhof, Berlin
berlin _ 022 _#criticalmass
Por motivos diversos he tardado casi dos semanas en coger la bici, pero ya está. Berlín sin bici es como…., no sé, como Munich sin Weisswurst o como Granada sin Alhambra, o como Santander sin mar. 🙂
Y que mejor manera que re-estrenarme en una masa crítica. 3 horitas pedaleando por las calles de Berlin.
Aus unterschiedlichen Gründen hat es fast zwei Wochen gedauert, bis ich den Drahtesel bestiegen habe. Aber jetzt ist es geschehen. Berlin ohne Fahrrad ist wie, …… wie, wie München ohne Weisswurst oder Granada ohne Alhambra oder Santander ohne Meer.
Und welch besserer Wieder-Einstieg als eine Critical Mass. 3 Stunden durch die Berliner Strassen radeln.
Jetzt bin ich am überlegen, wie ich meinen Beitrag zur Critical Mass pesonalisieren kann. Gestern kamen mir schon einige Ideen dazu. Den Helm habe ich übrigens von Uli ausgeliehen. Ein wunderbares apfelgrün.
Ahora estoy dándole vuelta cómo personalizar mi bici y, por ende, mi participación en la masa crítica. Ayer me venían algunas ideas. Por cierto, este casco de color maravillosamente verde manzana me lo prestó Uli. Os contaré…….


Wenn ein Kapitell zur Muse wird _ Teil II

[de] Bleiben wir vorerst in der spanischen und der textilen Vergangenheit. Sie nimmt nicht nur in diesem virtuellen Rahmen viel Raum ein, sondern auch in meinem Leben. Das letzte eineinhalb Jahr war, nach fast zehn der weberischen Untätigkeit, in wunderbarer Ausschliesslichkeit der Arbeit am Webstuhl gewidmet. Es hat mir geholfen, mit dem Alltag anders umzugehen, der nicht gerade einfach war.
Vor allem aber haben die 2 vergangenen Jahre mir die Gelegenheit geboten, in mir nachzuforschen, ob ich mein Leben weiterhin der Kunst widmen will, und ob die Bildwirkerei nach wie vor die Disziplin ist, in der ich mich wohl fühle und die mir das bietet, was ich benötige, um alles auszudrücken, was mich bewegt. Beide Frangen kann ich nach dieser Zeit und angesichts des neuesten Teppichs ruhig und sicher mit JA beantworten.

Ich habe mich selbst in den extremsten Phasen des Herstellungsprozesses, in denen das normale Zeitempfinden ausser Kraft gesetzt war und weder Hunger noch Müdigkeit die Konzentration minderten, als vollkommen in mir ruhend empfunden. Es war unglaublich spannend und entspannend zugleich.
Und auch wenn ich mich immer mal wieder frage, _undzwar nicht nur dann, wenn einen das Gefühl beschleicht es bestünde eine Erklärungserwartung zu dem „warum“ man heute noch so etwas in manchn Augen „altmodisch“ scheinendes tut, wie weben_ wann ich wohl an die Grenze stossen werde, wann es so sein wird, dass mir die in Aubusson erlernte Technik der Bildweberei nicht mehr reicht, und es mich danach verlangt, sie mit einer andere textilen Disziplin zu kombinieren, oder die Weberei ganz zu lassen, so muss ich zugeben, dass dieser Moment bisher nicht in Sicht gekommen ist. Vieles von dem, was derzeit im textilen Bereich geschaffen, experimentiert und erneuert wird, finde ich interessant und wichtig, und ich bin froh, dass es KünstlerInnen gibt, die es gerade dahin drängt, und die deshalb gerade dorthin ihre Energie lenken. Mir ist es kein Bedürfnis. Mehr noch, mich macht gerade der Dialog zwischen der althergebrachten Technik, mit all den Bezügen die sie mit sich bringt, und den aktuellen Inhalten neugierig und offen für die Suche nach neuen Bildern.

Aber das Besondere an diesem Teppich war nicht nur die persönliche Ebene, die Bestätigung oder das Wiedererkennen meiner selbst als Kunstschaffende und Weberin, sondern auch die Gelegenheit, nicht nur den Herstellungsprozess in einem „open workshop“ zu teilen. Am 5. März haben wir im Rahmen einer Feier gemeinsam den Teppich vom Webstuhl genommen. Und nur kurze Zeit später konnte ich ihn dort auszustellen, wo er vor einigen Jahren als vage Idee in Form einer Fotografie eines Kapitells seinen Anfang genommen hatte, in Carrión de los Condes.
Fotos oben/arriba José Linares.
Fotos unten/abajo: Victoria Diaz
[es] Quedémonos un poco más en el pasado español y textil. No sol en este marco virtual ocupa mucho espacio, sino también en mi vida. El último año y medio lo he dedicado con una maravillosa exclusividad al trabajo en el telar, tras casi diez años de inactividad como tejedora. Me ha ayudado a asimilar los acontecimientos del día día, que no siempre han sido amables.
Pero ante todo me ofrecieron estos dos últimos años la oportunidad de preguntarme a mí misma si quiero seguir dedicándome al arte y si el arte de tejer tapices sigue siendo la disciplina en la que me siento cómoda, y si es la que me ofrece todo aquello que necesito para expresar lo que me conmueve. Repasando este tiempo y contemplando el fruto de este trabajo solo puedo decir que la contestación es SÍ.

Incluso en los momentos más extremos del proceso de elaboración, en los que la percepción del tiempo cambia y ni hambre ni sueño son capaces de mermar la concentración, me he sentido muy centrada en el trabajo y en mi misma. Era excitante y relajante a la vez.
Y aunque me pregunto a veces si va a llegar el día en el que tenga la sensación de haber llegado a los límites, y que la técnica aprendida en Aubusson ya no resulte suficiente y que me urja combinarla con otra disciplina textil, o abandonar el arte de tejer completamente para dedicarme a otra disciplina, tengo que reconocer que hasta este momento no hay nada a la vista que me lo haga pensar en serio. Mucho de lo que en nuestros tiempos se está creando, experimentando e innovando en el ámbito textil me parece importante e interesante y me alegra que haya artistas que sientan la necesidad de investigar y que canalicen su energía y creatividad en esta dirección. A mí no me pasa. Es más, el diálogo entre la técnica tradicional y antigua y los contenidos actuales me intriga y me estimula.

Pero lo especial en el caso de este tapiz era no solo la satisfacción en el ámbito personal la reafirmación profesional, o el reconocimiento mio hacia mi misma como artista y tejedora, sino también la oportunidad de compartir más que el proceso de elaboración en el taller abierto. El 5 de marzo celebramos el corte del tapiz, y lo hicimos como un acto colectivo. Y poco después se me brindó la posibilidad de exponer el tapiz en el lugar en el que hace unos cuantos años atrás nació vagamente la idea en forma de una fotografía, en Carrión de los Condes.

Las fotografías que aquí se ven, las tomaron José Linares y Victoria Diez durante la charla-clausura de la exposición en el Museo de Arte Contemporáneo de Carrión de los Condes, el 1 de abril de 2017.
Los dos publicaron, además, sendos artículos en sus respectivos blogs. Os dejo aquí los enlaces, al de Victoria y al de José.
Wenn ein Kapitell zur Muse wird _ I
[de] Es gibt noch einiges nachzuholen, bevor es mit dem KUKUmobil so richtig losgehen kann. Daher werde ich notgedrungenermassen hin und her springen, zeitlich, räumlich, inhaltlich und sprachlich. Ich muss euch alle also um Geduld bitten.
Nach mehreren Tagen Berlin geht es hier zurück nach Spanien, nach Carrión de los Condes, der Ausstellung meiner letzten Bildwirkerei, die ich erst vor Kurzem fertiggestellt und vom Webstuhl genommen habe. Auch in der Presse hat sie Widerhall gefunden, deshalb möchte ich die zwei Artikel gerne mit euch teilen.
[es] Hay mucho que recuperar antes de coger el KUKUmobil con toda la energía y en régimen de dedicación exclusiva. Por eso me temo que saltaré en los próximos días, respecto de tiempo, espacio, contenido e idioma. Os pido un poco de paciencia.
Después de unos cuantos días en y sobre Berlin volvemos ahora a España, a Carrión de los Condes, por ser exactos, a la exposición de mi obra más reciente, recién terminada y sacada del telar. También la prensa se hizo eco en su momento y me gustaría compartir los dos artículos con vosotros.
César Ceinos:

Agustín Arriola:

berlin_019
Da kommt man nach Berlin und findet gleich in den ersten Tagen einen Geierkollegen…

aubusson_mirando al futuro

[de] Am 10.Juli 2016 wurde die Cité Internationale de la Tapisserie eröffnet. Dieses der Kunst und dem Handwerk der Bildwirkerei gewidmete Museum befindet sich heute da, wo ehemals, will sagen „zu meiner Zeit“ noch die École Nationale d’Art Décoratif (ENAD) d’Aubusson stand. Dort habe ich vor 30 Jahren die Bildwirkerei erlernt und dort war ich in den ersten Monaten meines Aufenthalts auch in dem angeschlossenen Wohnheim untergebracht, bis ich mit einer Freundin ein kleines Häuschen in einem in der Umgebung gelegenen Dorf bezog.
[es] El 10 de julio de 2016 se inauguró la Cité Internationale de la Tapisserie, un museo dedicado al arte y al oficio de tejer tapices, en el mismo lugar en el que „en su día“ se encontró la École Nationale d’Art Décoratif (ENAD) d’Aubusson. Ahí aprendí a tejer hace algo más de 30 años, y en la residencia anexa viví los primeros meses, hasta que me busqué con un amiga una casita en una aldea cercana.
Fotos extraídos de la página oficial de la Cité // Fotos der offiziellen Website der Cité entnommen
[de] Nach meinen 10 Jahren im Norden Spaniens ist mir die Landflucht zu einem vertrauten Phänomen geworden, dessen Spuren mir manchmal fast allzu klar in die Augen stechen. Auch in Frankreich scheint dieses Problem nicht unbekannt zu sein. Ein Diagramm, das ich im Internet gefunden habe, zeigt an, dass auch Aubusson in den letzten Jahren in beachtlichem Umfang Einwohner verloren hat und die leerstehenden Häuser und Geschäftslokale sind mehr als beredte Zeugen. Ich weiss nicht, wie diesem Problem in Frankreich begegnet wird, inwieweit die Massnahmen Erfolge zeigen oder die Bewohner der betroffenen Regionen noch oder wieder optimistisch in die Zukunft schauen, oder eben nicht. Aus meiner Sicht und nach meinen eigenen in Spanien gemachten Erfahrungen fällt es mir schwer, noch daran zu glauben, dass es für dieses Problem eine sinnvolle Lösung innerhalb einer sinnvollen Zeitspanne geben kann.
Ich kann mir vorstellen, dass die Einrichtung der Cité Internationale de la Tapisserie, neben dem Schutz des Kunsthandwerks, auch die Absicht verfolgt, Aubusson einen kleinen Push zu geben und es für den Fremdenverkehr interessant zu machen.
[es] Después de 10 años en el norte de España, el éxodo rural se ha convertido en un fenómeno familiar para mi y sus huellas me saltan a la vista sin quererlo. Francia también debe haber hecho sus experiencias con este problema. Un diagrama que encontré en Internet muestra con claridad la pérdida de población que Aubusson ha sufrido durante los últimos años, y las casas y los locales vacíos son testigos elocuentes. No sé cuales son las medidas con las que en Francia se intenta contrarrestar esta tendencia, y si los habitantes de las regiones afectadas aún consiguen mirar con optimismo hacía el futuro, o no. Desde mi punto de vista y tomando como punto de partida las experiencias acumuladas en España me resulta difícil creer que este problema puede encontrar una solución sensata en un intervalo de tiempo sensato.
Me puedo imagina que la creación de la Cité Internationale de la Tapisserie, aparte de fomentar el arte y oficio de tejer tapices, también persigue el objetivo de darle un empujón a Aubusson y servir de atractivo turístico.

[de] Die ganze Stadt unterstützt und stützt sich auf die Cité, und steht sozusagen unter ihrem Zeichen. Auch das kommt mir bekannt vor. Aber es ist auch nachvollziehbar, schiesslich ist das in der Vergangenheit nicht anders gewesen, als Aubusson noch ein blühendes Zentrum textiler Produktion war und sicherlich hin und wieder den Besuch eines seiner wohlhabenden Kunden bekam, der den Fortschritt der von ihm in Auftrag gegebenen Tapisserie mit eigenen Augen überprüfen wollten.
[es] Toda la ciudad apoya y se apoya en la Cité y hasta puede decirse que ha quedado bajo su signo. Eso también me suena. Pero también resulta comprensible, al fin y al cabo no se debe diferenciar mucho del pasado, cuando alguno de los clientes pudientes y supongo que influyentes visitaba la villa para convencerse con sus propios ojos del avance del tapiz que había encargado.
[de] Als ich 1984/85 meine Ausbildung in Aubuson machte, gab es in der Stadt nicht nur die Schule, an der zukünftige Weber/innen ausgebildet wurden, sondern auch noch mehrere Betriebe und Ateliers in denen entworfen, gefärbt und gewebt wurde.
Bei meinem jetzigen Besuch musste ich leider feststellen, dass weder die UNESO-Erklärung aus dem Jahre 2009, noch die Einrichtung der Cité einem, selbst dann, wenn man mit Herz und Seele bei der Sache ist, das Gefühl nehmen können, dass etwas unwiederbringlich verloren geht, so sehr man auch daran festhalten möchte. Kunsthandwerkliches Schaffen ist mit einem hohen Zeitaufwand verbunden und angesichts des Stellenwerts, den unsere jetzige Gesellschaft dieser Ressource beimisst, ist es unter normalen Bedingungen nicht rentabel. Wen wundert es da, wenn Firmen schliessen und Bildungsstätten der Nachwuchs ausgeht. Ich bin hier zwar eine langfristige Opimistin und denke, dass wir irgendwann wieder lernen werden, all den Dingen, die wir aus einer menschlichen und nicht aus einer technischen Dimension heraus erschaffen, eine über die wirtschaftiche Tragbarkeit hinaus gehende Bedeutung und ihren lebensphilosophischen Gehalt anzuerkennen. Das bedeutet aber auch, dass denjenigen, die wir uns derzeit, sagen wir einmal in der Dürreperiode, diesen Disziplinen widmen, „nichts weiter“ bleibt, als uns als Brückenglieder zu verstehen, die dafür Sorge tragen, dass der Faden nicht reisst, bis sich die Zeiten ändern und wir uns als Gesellschaft wieder den Freiraum geben, Zeit unter anderen Kriterien zu verwenden und zu verteilen. Einmal mehr sei es gesagt: Ich verstehe das Bedingungslose Grundeinkommen als einen sinnvollen Schritt in diese Richtung.
[es] Cuando recibí mi formación en el 1984/85, Aubusson no solo contó con la escuela sino también con numerosos centros más o menos grandes de producción textil, en los que se diseñaba, se teñía y se tejía.
Durante esta visita he tenido que comprobar que ni la declaración de la UNESCO en el año 2009, ni la creación de la Cité son capaces de reprimir la sensación, incluso en alguien como yo, que lo vivo con plena dedicación, de que se va perdiendo algo de forma irreparable; algo que me gustaría preservar. La creación artesanal, que implica una gran inversión de tiempo, no puede resultar rentable en condiciones normales en una sociedad como la nuestra, que tanta importancia otorga a este recurso. No debe sorprender a nadie que empresas de producción textil artesanal tengan que cerrar y que centros de formación acusen la falta de relevo. Aún considerándome optimista a largo plazo, en parte por convicción, en parte por necesidad; aún creyéndo que la sociedad volverá a aprender a otorgar a todas aquellas cosas que creamos desde la dimensión humana y no desde la técnica, una importancia más allá de la rentabilidad, y que volvamos a recuperar la sensibilidad para poder reconocer la componente filosófica que entraña, creo que a los que actualmente nos dedicamos a estas disciplinas, no nos queda otra que entendernos como eslabones en una larga cadena, que velan por no dejar que el hilo se rompa, hasta que los tiempos cambien y la sociedad se conceda el márgen de libertad para utilizar y repartir el tiempo bajo otros criterios. Una vez más sea dicho: Entiendo la Renta Básica Incondicional como un paso sensato en esta dirección.
[de] Ich hatte bei dem eintägigen Besuch (und das auch noch an einem Samstag kurz vor Ostern) leider keine Gelegenheit genauer nachzufragen und zu suchen. Soweit wie ich erfahren konnte, gibt es noch ein funktionierendes Atelier in Aubusson und eine Färberei.
[es] La brevedad de mi visita (un sábado y además justo antes de Semana Santa) no me permitió investigar más allá de lo que he podido ver y preguntar, para saber si hay otros lugares en funcionamiento. Por lo que me comentó la gente de Aubussón, sigue habiendo un taller de tejeduría y un taller de tinte artesanal en laciudad.
[de] Aber nun zu dem eigentlichen Anliegen meines Besuchs: la Cité Internationale de la Tapisserie. Seit der ersten Nachricht über das Projekt, und mehr noch seit der Eröffnung hatte ich Lust auf diesen Besuch, wie wohl jeder Weber und jede Weberin von Bidwirkereien. Jetzt war es endlich soweit. Ich habe in der oberen Etage zig Fotos gemacht und mich unten zuerst zurückgehalten, weil ich davon ausging, dass es von den Teppichen im Museumsshop bestimmt Postkarten zu kaufen gibt. Als ich merkte, dass dem nicht so war, oder zumindest nicht in dem Ausmass, das ich erwartet hatte, hab ich noch eine zweite Fotorunde gedreht, allerdings mit wenig Zeit. Auch gab es keine Veröffentlichung in einer anderen als der französischen Sprache, dies sei schon einmal dazu gesagt. Was man findet ist ein Buch über die Entstehungsgeschichte der Cité, mit meiner Meinung nach nicht besoners gutem Bildmaterial, und nur einigen Abschnitten in Englisch. Und es gibt für die NEF DES TENTURES einen kleinen Führer in englischer Sprache zu kaufen, der Basisinformation zu den in der grossen Halle ausgestellten Textilien enthält. Die Website der Cité ist übrigens auf Französisch und auf Englisch verfügbar.
Ich hänge euch unten einige Alben mit den Fotos an, die ich bei meinem Besuch geschossen habe. Sie sind nicht gerade von besonders hervorragender Qualität, so ohne Blitzlicht und ohne Stativ. Aber mehr gaben mein Fotoapparat und meine Kenntnisse von der Fotografie nicht her. Und ich denke sie vermitteln trotz allem eine Vorstellung von dem, was man bei einem Besuch der Cité, den ich natürlich allen nur wärmstens empfehlen kann, zu sehen bekommt.
[es] Pero ahora a lo que era el motivo de mi visita: la Cité Internationale de la Tapisserie. Desde que me enteré del proyecto, y más aún desde que se inauguró el año pasado, tenía ganas de visitarlo, como creo que cualquir tejedor/a de tapices narrativos. Y ahora había llegado el momento. Hice no sé cuantas fotos en la planta primera y me aguanté al principio en la NEF de Tentures, en la plant de abajo, ente otras cosas, porque salí del supuesto de que iba a encontrar postales de las piezas textiles expuestas en la tienda del museo. Cuando me dí cuenta que no era así, o al menos no en la medida en la que lo había esperado, volví a hacer unas cuantas fotos más. También sea dicho que no hay ninguna publicación acerca de la génesis del museo en un idioma que no sea el francés. Solo algunos pocos párrafos traducidos al inglés contiene el que parece ser el libro oficial de la Cité, el cual, bajo mi punto de vista, contiene un material fotográfico con una calidad media. Luego se puede adquirir una guia de mano en inglés para la NEF DES TENTURES, en la panta de abajo, con la información básica sobre las piezas expuestas. La página web de la Cité está disponible en inglés y en francés.
Os dejo abajo los distintos albumes de fotos captados en la visita. No son una maravilla, sin trípode y sin flash, mi cámara y mis conocimientos no dieron para más. Pero creo que recogen el ambiente y transmiten una idea de lo que puede ser una visita de la Cité, la cual, por el otro lado, y no hace falta decirlo, me parece altamente recomendable.
Erste Etage: Zeitgenössische Tapisserien // Primera Planta: Obras contemporáneas
Primera planta: Recorrido didáctico // Erste Etage: Ein Lehrpfad durch die Welt der Bildwirkerei
Neben den Ausstellungsstücken gibt es auch einige sehr gute Videos, welche die verschiedenen Schritte der Tapisserieherstellung erklären, teils auch mit wunderbarem historischen Bildmaterial. // Aparte de las piezas en exposición también hay unos cuantos videos explicativos del proceso de creación y elboración de tapices narrativos, en arte con maravilloso material fotográfico histórico.
Incluso he podido matar al gusanillo // Ich hab sogar den kleinen Hunger dort stillen können:

Planta baja: foyer y sala de conferencia / Erdgeschoss: Foyer und Konferenzsaal
Planta baja/ Erdgeschoss: NEF DES TENTURES
I. Ein Gang durch die Geschichte der Bildweberei /einige Gesamtansichten
I. Un recorrido por la historia del arte de tejer tapices/ algunas tomas panorámicas
II. Ein Gang durch die Geschichte der Bildweberei /einige Einzelansichten
II. Un recorrido por la historia del arte de tejer tapices/ algunas piezas ejemplares
II. Ein Gang durch die Geschichte der Bildweberei /einige Details zum noch genaueren Hinsehen
II. Un recorrido por la historia del arte de tejer tapices/ algunos detalles para mirar con atención
Nochmal der Link auf die Website der Cité Internationale de la Tapisserie, für all diejenigen, die noch ein wenig weiter lesen möchten: hier.
Repito el enlace a la página de la Cité Internationale de la Tapisserie, para todos aquellos que quieren seguir leyendo: aquí.
aubusson_volviendo al pasado…
[es] No se puede decir de Aubusson que pilla de paso de Reinosa a Berlin. Pero como este viaje lo hice en coche (lo que da más autonomía) y no ha sido un viaje cualquiera (lo que da más relevancia), y como iba sola (lo que da más flexibilidad), me di el gusto de hacer una parada en esta ciudad en la que pasé año y medio de mi vida para aprendiendo a hablar francés, a tomar kir en vez de vermú, y a tejer tapices.
[de] Es würde nicht den Tatsachen entsprechen, würde ich behaupten, Aubusson läge auf direktem Weg von Reinosa nach Berlin. Da ich diesmal die Entfernung mit dem Wagen zurücklegte (was einem grössere Autonomie gibt), und da es sich nicht um eine gewöhnliche Reise handelte (was allem eine andere Bedeutung gibt), und da ich ausserdem alleine unterwegs war (was grössere Flexibilität verspricht), hab ich mir den lang gehegten Wunsch erfüllt, in dieser Stadt, in der ich vor langer Zeit eineinhalb Jahre meines Lebens verbracht habe, um mich mit dem Französisch vertraut zu machen, Vermuth gegen Kir zu tauschen und Weben zu lernen, den Pflichthalt einzulegen.
Hiraeth
A homesickness for a home to which you cannot return; a home that maybe never was; the yearning; the grief for the lost places of your past; a longing for something that never was; it is not your past; a longing for something you never had.
-from Gloria Vanderbilt’s Nothing Left Unsaid documentary

[de] Das Wort Nostalgie leitet sich ab von den griechischen Wörtern νόστος, nóstos (Rückkehr, Heimkehr) und άλγος, álgos (Schmerz). Sehnsucht nach Vergangenem, nach den verlorenen Momenten der Vergangenheit. Orte und Menschen. Beides ändert sich ständig. Auch wenn nicht 30 sondern nur 5 Jahre vergangen wären, von dem, was Aubusson in meiner Erinnerung bedeutet, wäre kaum noch etwas da gewesen. Trotzdem habe ich mir, gegen alle Vernunft, die Gesichter, die mir entgegenkamen gespannt angesehen, so gespannt wie die Gebäude. Und habe dabei in mich hineingehört, um zu sehen, ob sich etwas rührt.
[es] La palabra nostalgia (del griego clásico νόστος «regreso» y ἄλγος «dolor») es descrita como un sentimiento de anhelo por un momento, situación o acontecimiento pasado. Lugares y personas. Ambas en constante transición. Incluso si solo hubieran pasado 5 años, y no 30, de lo que Aubusson significa en mi memoria, poco hubiera quedado. Contra toda razón me fijé con la misma tensa insistencia en las caras de las personas con las que me crucé, que en los edificios, siempre escuchando hacia dentro, atenta a lo que quizá podría remover.
[de] Es hat sich wenig gerührt. Ich weiss nicht, was ich erwartet hatte. Selbst der abendliche Spaziergang durch die Gassen am Tag meiner Ankunft hat nur wenige Erinnerungen wach werden lassen. So blieb all meine Erwartung auf den einen Besuch gerichtet, auf DEN Besuch schlechthin:
[es] Poco se ha movido. No sé exactamente qué había esperado. Ni siquiera el paseo al atardecer por las estrechas calles del pueblo fue capaz de traerme recuerdos concretos. Así fue, como todas mis expectativas se centraron en la visita prevista para el día siguient, LA visita:
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Heimatgefühle_ die werde ich in den nächsten Wochen unter die Lupe nehmen. Die meinigen, natürlich. Nach über 30 Jahren im Ausland ist die Rückkehr in das Geburtsland eine interessante Gelegenheit, nicht nur all das zu revidieren, was mir im Ausland als Grundlage dazu diente, mich als „deutsch“ zu definieren, sondern all das, was in mir so etwas wie Heimatgefühle zu wecken in der Lage ist. Heimat ist Berlin im eigentlichen Sinne nicht, und das ist vielleicht auch gut so. Berlin ist auch nicht Deutschland, wenn man verallgemeinernd von Deutschland als Heimatland reden will. Und auch das ist vielleicht gut so. Das bringt eine gewisse Distnanz und gleichzeitig den Vorteil, dass es wohl kaum Orte gibt, die einen ständig dazu einladen, sich im Alltag mit der deutschen Geschichte, zumindest der der letzten sagen wir mal 100 Jahre, auseinanderzusetzen. Solange also all das, was mir bei dieser Wiedereingliederung in die deutsche Gesellschaft auffällt, noch nicht Routine ist, und meine Sinne noch wach sind, diese manchmal recht subtilen Details einzufangen, werde ich sie auf den Objektträger bingen und, wie gesagt, unter die Lupe nehmen.
All dies, weil die überall durch das Laub brechenden Maiglöckchen das Heimatgefühl mit Macht in mir geweckt haben.
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Den Deutschen Luftschiffern 1914-18 // A los „navegantes de los cielos“ alemanes 1914-18
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[de] Gestern, bei der Suche nach Brombeersträuchern als Futter für Ulis Blattinsekten bin ich am Columbiadamm auf ein Plakat aufmerksam geworden. Es hing am Eingang eines der vielen Friedhöfe, die Berlin noch grüner machen, als es dank seiner zahlreichen Parks eh schon ist.
[es] Ayer, buscando zarzamoras como alimento para los insectos hoja de Uli, bajando por el Columbiadamm, me llamó la atención un cartel en la entrada de uno de los numerosos cementerios, que hacen Berlín aún más verde de lo que ya de por sí es.
[es] Del 16 de abril hasta el 2 de mayo de 2017 se conmemora por 72. vez la Batalla de Berlín. Al finalizar la II Guerra Mundial, provocada por la Alemana Nazi, y que costó la vida a 85.000.000 de personas, Berlín había quedado reducido a escombros. Hoy en día, Aleppo es una ciudad fantasma como lo era Berlín entonces. La guerra no es parte del pasado, la guerra forma parte de nuestro presente.
En Berlín existen 220 necrópolis con tumbas individuales o fosas comunes, en los que descansan las víctimas de la guerra y del despotismo- muchos de ellos desconocidos, niños, civiles, trabajadores forzados, víctimas de los campos de concentración, miembros de la resistencia, víctimas de la denominada „eutanasia“, soldados de las más diversas nacionalidades.
Neukölln une en sí las características de la metrópolis Berlín desde la diversidad cultural, religiosa y social. En 16 cementerios de Neukölln existen 16.000 tumbas de la guerra que ocupan una superficie de 1.600 metros cuadrados _ un estrato urbana en medio de la vida cotidiana. Este estrato se parece a una antigua necrópolis, sin embargo encima del suelo. Estas tumbas son accesibles para el público, sin embargo son pocos los que el consciente colectivo registra como tales. Por ello, la mayoría de las víctimas permanecen invisibles, independiente de su origen, edad, el papel que desempeñaron y su destino.
Das Plakat gehörte zum Nekropolen-Projekt Berlin-Neukölln 1945. Auf der Website steht zum Projektinhalt: Das mediale Ausstellungsprojekt findet während der Jahrestage der »Schlacht um Berlin« 2017 als Parcours an fünf Orten gleichzeitig statt: Auf den Friedhöfen Columbiadamm und Buschkrugallee, im Deutsch-Russischen Museum Karlshorst, im Kulturstall Schloss Britz und in der Berliner Landeszentrale für politische Bildung in der Hardenbergstrasse am Zoo.
Die Ausstellung beginnt am 16. April 2017 und endet mit einer Finissage am 2. Mai 2017, dem Jahrestag der Kapitulation der Stadt Berlin. Die Vernissage mit einer Podiumsdiskussion findet am 25. April 2017 im Kulturstall Schloss Britz statt.
Das Projekt versteht sich als kuratierte Inszenierung von Raum und Zeit dieser »unsichtbaren Orte«.
Die Kombination von digitalen Medien und real gebauten Entwürfen der Studierenden zeigt dabei eine ambivalente Wechselwirkung zwischen Wirklichkeitstreue, Imagination und Assoziationen – und reagiert so auf heutige mediale Sehgewohnheiten, wie den Krieg im Massenmedium Fernsehen oder in allgegenwärtigen Computerspielen.
Als temporäre Installationen mit einem zeitlichen Bezug zur »Schlacht um Berlin« wurden mehrere Entwürfe auf dem Parcours in Berlin-Neukölln realisiert.
Die authentischen Ort der Gräber wurden direkt mit dem heutigen städtischen Kontext in Bezug gesetzt, also als eine urbane wie zeitgeschichtlich und soziopolitische Intervention zum Thema Krieg und Gewaltherrschaft konzipiert.

[es] El cartel forma parte del Nekropolen-Projekt Berlin-Neukölln 1945. Os dejo el enlace al proyecto donde podéis encontrar información en alemán y en inglés. La exposición, fruto del trabajo de dos años de las Masterclasses de Arquitectura de la Beuth Hochschule für Technik Berlin, comprende varios elementos en el exterior y una video-instalación en el interior de la antigua capilla. Berlín rebosa de huellas del pasado que invitan a la reflexión. Algunas sufren el desgaste de la explotación turística y para muchos berlineses resultan tan vistas que ya no las ven. Esta propuesta me resultó sumamente interesante para los que vivimos en este Kiez. Nos acerca el pasado y, con el puente que se construye en la videoinstalación hacia actuales zonas de guerra, en este caso Aleppo, nos hace comprender su significado en todas las dimensiones. Absolutamente recomendable.

Wer Zeit und Lust und Interesse hat, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Bis zum 2. Mai ist die Videoinstallation noch zu sehen.
march for science
Humbodt-Universität Berlin
Samstag, 22. April. Schnell bietet sich in Berlin die Gelegenheit als Bürger aktiv zu werden. Das ist einer der Vorteile einer Grossstadt, abgsehen davon, dass man immer eine mehr oder weniger grosse Gruppe von Menschen findet, die mitmacht, und oft genug Organisatoren, die solche Gelegenheiten schaffen, sodass man sich „nur“ einklinken muss. Erholsam.
Heute war es, ich denk mal unter anderem auch dank der institutionellen Unterstützung der Unis und unterschiedlicher mit der akademischen Welt verbundenen Einrichtungen, eine grosse Gruppe Menschen, so gross (geschätzte 11.000 Menschen), dass selbst die Organisatoren freudig überrascht waren.

Wir hatten uns relativ spontan entschlossen hinzugehen, teils weil ich zugestandener-massen eine Art Nachholbedarf habe, was Demos betrifft; zum Teil aber auch, weil ich seit einiger Zeit, besonders aber angesichts der Tatsache, dass Lea der Abschluss ihrer ersten Etappe kurz bevorsteht und sie sich Gedanken darüber ihre Zukunftsper-spektiven macht, gleich ob auf dem freien Arbeitsmarkt oder innerhalb einer weiterfühenden akademischen Ausbildung, mit Sorge die Veränderungen verfolge, die generell den Bildungssektor aber eben auch speziell den Hochschulsektor bezüglich der Lehr- als auch der Forschungstätigkeit betreffen. Wenn die Zeiten für die Kunst nie besonders leicht gewesen sind, so werden sie für die Wissenschaften wieder schwerer.
Alexander von Humboldt, Humboldt-Universität Berlin
Kunst um der Kunst willen war immer eine schwer zu vermittelnde, schwer zu verstehende und schwer zu lebende Lebenseinstellung. Spätestens seit sich die Kunstwelt in grossem Masse den Regeln der freien Marktwirtschaft unterworfen hat, der Regulierung durch Angebot und Nachfrage, den Moden, Strömungen und Rentabilitätsanforderungen, ist ein hohes Mass der künstlerischen Freiheit auf der Strecke geblieben.
Ganz änlich sehe ich es bei der wissenschaftlichen Arbeit. Das Forschen um des Forschens willen, das nicht an Profit orientierte und auf Rentabilität ausgerichtete wissenschaftliche Arbeiten braucht, wie die Kunst, eine der teuersten Ressourcen, die wir in der Aktualität zu bieten haben: ZEIT.
Und es gibt hat Dinge, die man nicht mit Zeit aufrechnen kann, darf und sollte. Zeit sollte eben NICHT zum Mass aller Dinge werden. Und ich denke wir merken es als Individuen und als Gesellschaft sehr wohl, dass es uns nicht gut tut, dies zugelassen zu haben. In der Debatte um die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens geht es unter anderem, und das liegt mir sehr am Herzen, gerade darum die Ressource ZEIT dem Individuum wieder im Rahmen einer grösseren Selbstbestimmung zur Verfügung zu stellen.
Neben der Gleichstellung der Geschlechter während und nach der akademischen Ausbildung, dem berechtigten Verlangen nach besseren Arbeits-, Lehr- und Forschungsbedingungen, einer grösseren Sicherheit was die Dauer der Arbeitsverträge anbelangt, einer Entlastung der zunehmenden Anforderungen im Projektmanagement, die der eigentlichen Arbeit oft zu viel Zeit und Energie abverlangen, und der Verteidigung der Lehrfreiheit, ist der Kampf um die Ressource Zeit sicherlich der wichigste und der schwerste zugleich. Unter anderem, weil er einer Gesellschaft bedarf, die diese Einforderungen nachvollziehen kann und zu tragen bereit ist.
Forschung, um der Forschung willen ist so wichtig wie Kunst, um der Kunst willen. Für die Gesellschaft im gleichen Masse, wie für jedes Individuum. Aus diesem Verständnis heraus unterstütze ich als Künstlerin gerne solche Initiativen wie MarchforSience und kann nur hoffen, dass wenn wir Künstler auf die Strasse gehen, auch die ein oder anderen Wissenschaftler sich zu uns gesellen.
Wie auch immer, fand ich es nett am Samstag. Also mein Dank an alle, die die Demo in Berlin organisiert haben, gesprochen haben und mit dabei waren.
R 1, links nach rechts: Sara Krieg (Mitorganisatorin und Masterstudentin an der Technischen Universität Berlin), Dr. Ludwig Kronthaler, Humboldt-Universität, Vizepräsident für Haushalt, Personal und Technik, Andrea Bossmann, Vorstand AK Chancengleichheit, Deutsche Physikalische Gesellschaft
R 2: Amardeo Sarma, Vorstand Gesellschaft zur wissenschaftlicher Untersuchung von Parawissenschaften, Sonja Jost, CEO, DexLeChem GmbH, Michael Fritz, Vorstand Haus der Kleinen Forscher
Ein bisschen an die Grenze gedrängt fand ich mich nur bei Herrn Sarma und seinem offenen „Angriff“ gegen einige Thesen der Waldorfphilosophie und deren Umsetzung in die Praxis, soweit wie ich es verstanden habe geht es da vor allem um die Diskussion über die Homöopatie, etc. Die nahm ich als bereits überwunden an, da muss ich mich wohl noch auf den aktuellen Stand der Dinge bringen.














































Amsel, Drossel, Fink und ….











































































































































