Sevilla _ 2683 _ resiliencia climática

Master in Thermal Resilience

_ Part VII

 

Isla de la Cartuja y sus „Lost places“ _ Part VII.03

 

(de) Ganz unerwartet bin ich bei meiner Wanderung auf ein kleines Juwel mit großem Potential gestoßen: Die Gärten des Guadalquivir“, ein weiteres Erbe der Weltausstellung 1992. Auch hier hab ich nach meiner Erkundung und einem lagen Gespräch mit einem der für diese Grünanlage zuständigen Gärtnern, die, nebenbei gesagt, eine hervorragende Arbeit leisten, die leider kaum wahrgenommen wird, weil niemand da ist, der das tun könnte, die die Vegetation aber sicherlich dankbar verzeichnet, erst einmal im Internet nachlesen müssen, wie es dazu gekommen ist, dass dieses Juwel nicht glänzt und wie die Zukunftsperspektiven sind, wenn es die überhaupt gibt.

Diesmal ist es ein Artikel von Juan Parejo, der am 15. Juli 2024  in der Tageszeitung „El Diario de Sevilla“ veröffentlicht wurde. Da ich mit so Vielem übereinstimme und glücklicherweise parteiisch sein darf (denn ihm wurde in einigen Kommentaren vorgeworfen, hier deutlich Partei zu ergreifen), werde ich seinen Artikel hier ins Deutsche übersetzten und für diejenigen von euch, die  des Spanischen mächtig sind, den Link einfügen…..

 

(es) Durante mi caminata me topé totalmente inesperada con una pequeña joya de gran potencial: los Jardines del Guadalquivir, otro legado de la Exposición Universal de 1992. Tras explorarlos y mantener una larga conversación con uno de los jardineros responsables de este espacio verde —quienes, dicho sea de paso, realizan una labor excelente que apenas se percibe, porque no hay quien lo pudiera hacer, pero que la vegetación sin duda agradece—, tuve que consultar en Internet cómo fue posible que esta joya haya perdido su brillo y cuáles son sus perspectivas de futuro, si es que las tiene.

Esta vez se trata de un artículo de Juan Parejo, publicado el 15 de julio de 2024 en el „Diario de Sevilla“. Dado que aprendí mucho y coincido con gran parte de lo que dice y que, afortunadamente, puedo permitirme tomar partido (pues a él le reprocharon en algunos comentarios no ser neutral), voy a traducir su artículo al alemán. A las y los que leeis aquí en español, os dejo el enlace, así que no os sorprendéis, si los textos a partir de ahora solo aparecen en alemán….

 

Artículo de Juan Parejo del 15.07.2024 en el Diario de Sevilla

 

 

 

 

 

 

(de) Eines der besten Vermächtnisse der Expo ’92 steht vor einer neuen Chance. Das von der Stadtverwaltung und der Regionalregierung (Junta de Andalucía) durchgeführte städtebauliche Projekt zur Umwidmung des Expo-Kanals für den Bau von Büro- und Hotelkomplexen beinhaltet die Übergabe der „Jardines del Guadalquivir“ an die Stadt. Diese beeindruckende Anlage erstreckt sich parallel zum Fluss zwischen der Brücke „Barqueta“ und dem „Jardín Americano“ (Amerikanischer Garten), an den sie im Süden angrenzt. Doch dieses Geschenk birgt einen Haken, denn der Zustand der Anlage ist äußerst beklagenswert. Während die Pflege der Vegetation gut ist, gilt dies nicht für die Wege, Beleuchtung, Bänke, Denkmäler, Laternen und die übrigen Bestandteile des Parks. Eine im Zuge der Vereinbarung zwischen der Regionalregierung und der Stadtverwaltung in Auftrag gegebene Studie beziffert die für eine umfassende Sanierung der Guadalquivir-Gärten erforderlichen Kosten auf 1,2 Millionen Euro.

Die Jardines del Guadalquivir bestehen aus einer Reihe einzigartiger Bereiche mit einer Gesamtfläche von mehr als 70.000 Quadratmetern, die sich über eine Länge von fast einem Kilometer zum Fluss hin erstrecken. Die Anlage wurde von Jorge Subirana entworfen. Sie entstand als Lösung für die Gestaltung der Freifläche vor dem „Pavillon der Zukunft“ der Expo ’92.

Die Anlage selbst setzt sich aus einer Reihe kleinerer Gärten zusammen, in denen sich Vegetation mit Skulpturen, Brunnen und Pavillons zu einem Ort der Erholung und Entspannung für die Besucher verbindet. Zu diesen kleineren Gärten gehören: der Garten der Bodenentstehung, der Wassergarten, der Garten der Aroma- und Heilpflanzen, die Rosengärten, der Garten der Ruhe, der Bereich an der Hauptachse sowie der Garten für Spiel und Unterhaltung. So gibt es dort beispielsweise ein Labyrinth, das vor allem bei den jüngsten Besuchern für Begeisterung sorgt.

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(de) Viele Sevillaner:innen werden diese Gärten vor allem deshalb in Erinnerung behalten, weil sie einst den ehemaligen „Torre Banesto“ beherbergten – einen 92 Meter hohen Turm mit einer Aussichtsplattform in 65 Metern Höhe, der während der Expo täglich mehr als 2.000 Besucher anzog. Heute ist dieses Wahrzeichen nur noch ein trauriger Schatten seiner selbst. Es ist abgesperrt und verfällt zusehends, während es darauf wartet, aus der Vergessenheit geholt zu werden und wieder den besten Blick auf die Cartuja und den Norden der Altstadt zu bieten. Allein schon wegen dieser Aussichtsplattform sollten die Jardines del Guadalquivir wieder ein Ort sein, der täglich von Sevillaner:innen und Tourist:innen aufgesucht wird. Doch die Realität sieht ganz anders aus. Auch der Zugang über das Nordtor – hinter der Diskothek „Antique“ gelegen – ist wenig einladend: Man muss sich durch einen regelrechten Unratteppich aus Glasscherben und Überresten nächtlicher Trinkgelage kämpfen. Auch das Innere der Gärten diente jahrelang als Treffpunkt für solche Trinkgelage, wenngleich – das muss man fairerweise sagen – in jüngster Zeit verstärkt auf Überwachung und Sauberkeit geachtet wird. (…)

 

 

 

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(de) Ein Beispiel für die endemische Vernachlässigung dieses Areals ist die Skulptur, die das Symbol der Stadt Sevilla – das „NO8DO“ – darstellt und von der österreichischen Künstlerin Eva Lootz geschaffen wurde. Von oben lässt sich der verwahrloste Zustand des Ortes besonders deutlich erkennen. (…)

 

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(de) Nach Abschluss der Weltausstellung gerieten die Jardines del Guadalquivir in Vergessenheit und blieben es bis zum Jahr 2010, als sie nach 17 Jahren des Verfalls wiedereröffnet wurden. Die damals durchgeführten Maßnahmen erfolgten im Rahmen einer Vereinbarung zwischen der Regionalregierung Andalusiens (Junta de Andalucía) und der Wasserbehörde des Guadalquivir (CHG) und umfassten auch die Herrichtung des Jardín Americano sowie der Uferpromenade (Paseo de Ribera). Das Gesamtbudget für diese Arbeiten belief sich auf 8,5 Millionen Euro, wobei 70 % der Mittel aus dem EFRE-Fonds der Europäischen Union stammten. Insgesamt wurde eine Fläche von 26 Quadratkilometern – vom Pabellón de la Navegación bis zur Puente del Alamillo – saniert und neu bepflanzt; dabei wurden mehr als 30.000 Pflanzen und 8.500 neue Bäume gesetzt.

 

 

 

 

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(de) Was die Jardines del Guadalquivir betrifft, so blieb der ursprüngliche Pflanzenbestand – etwa Rosen und Platanen – weitgehend erhalten, wobei die Hauptallee zusätzlich mit Palmen bepflanzt wurde. Insgesamt beherbergt das Areal mehr als 200 Pflanzenarten; besonders hervorzuheben sind Johannisbrotbäume, Steineichen, Korkeichen, Pappeln und Eschen sowie diverse Sträucher und Zierpflanzen. Kurze Zeit später fielen die Jardines del Guadalquivir erneut Vandalismus und Vernachlässigung zum Opfer und verfielen infolgedessen wieder.

Ein Besuch des Geländes offenbart ein ziemlich trostloses Bild. Die Skulpturengruppe namhafter internationaler Künstler ist mit Graffiti übersät, und zahlreiche Werke fehlen. Die Laternen sind ohne Leuchtmittel, aus den Brunnen fließt kein Wasser, und man muss genau aufpassen, wohin man tritt, da der Zustand des Bodens stark zu wünschen übrig lässt. (…)

 

 

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(de) In einer Gartenanlage, in der das Element Wasser eigentlich eine zentrale Rolle spielen sollte, fällt besonders negativ auf, dass die zahlreichen bedeutenden Brunnen nicht in Betrieb sind. Der fortgeschrittene Verfall verhinderte eine Wiederinbetriebnahme im Zuge der Sanierungsarbeiten des Jahres 2010. Ohne diese Brunnen büßen die Gärten einen Großteil ihres ursprünglichen Reizes ein. Beispiele hierfür sind der „Brunnen der 500-Jahr-Feier“ (Fuente del Quinto Centenario) oder der „Vogelbrunnen“ (Fuente de los pájaros) des italienischen Künstlers Ettore Spalletti; letzterer bildet den Endpunkt einer Allee voller funktionsloser Brunnen. Er verfügt über keine Wasserspeisung mehr und ist stark verfallen. Eine weitere bemerkenswerte Skulptur stammt von dem Dänen Per Kirkeby; auch sie befindet sich in einem beklagenswerten Zustand.

 

 

 

 

 

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(de) Im Hinblick auf die geplante Übergabe an die Stadt hat die Generaldirektion für Vermögensverwaltung des Ministeriums für Wirtschaft, Finanzen und EU-Fonds ein technisches Gutachten in Auftrag gegeben, das alle für die Restaurierung der gesamten Anlage der „Jardines del Guadalquivir“ erforderlichen Maßnahmen auflistet. Das Dokument wurde vom Büro „Estudio Equs“ erstellt und vom Architekten Tomás Solano Franco unterzeichnet. Das technische Gutachten stützt sich auf folgende Kriterien: Analyse des Ist-Zustands der baulichen Elemente und Bodenbeläge; grafische Darstellung des Zustands dieser Elemente und Beläge nach Sektoren; Analyse der Schäden an den baulichen Elementen und Bodenbelägen; Vorschläge für technische Maßnahmen zur Schadensbehebung; Vorschläge für Maßnahmen bei Elementen, die durch Vandalismus beschädigt, abhandengekommen oder nicht mehr reparabel sind; sowie eine Kostenschätzung für die vorgeschlagenen Maßnahmen.

Diesem umfassenden Bericht zufolge müsste die Stadtverwaltung – sollte die Übertragung vollzogen werden – 1.118.993,60 Euro in die „Jardines del Guadalquivir“ investieren, um die Anlage instand zu setzen. Von dieser Summe entfallen 858.291,51 Euro auf notwendige Sanierungsmaßnahmen in den 13 Sektoren, in die das Gelände unterteilt ist.

Weitere 330.702,09 Euro wären für die Instandsetzung verschiedener Systeme vorgesehen: allgemeine Abwasserentsorgung, Wasserversorgung, Rohwasserleitung, Verteilungsnetz, Rohwasserfiltersystem, Entwässerungssystem, Elektroinstallation und Beleuchtung, Hausanschlussnetz, Bewässerungs- und Beleuchtungsanlagen sowie Kühlabwassersystem.

Die Vereinbarung zwischen der Regionalregierung und der Stadtverwaltung sieht die Übertragung von zwei Wohnungen im Wert von 1,2 Millionen Euro an die Stadt vor, damit diese den Erlös aus deren Verkauf für die Wiederherstellung dieses historischen Expo-Bereichs verwenden kann.

 

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(de) Eigentllich pflege ich hier nur das zu veröffentlichen, was auf meinem eigenen Mist gewachsen ist, manchmal greife ich auf Wiki zurück und manchmal finde ich Texte anderer, so wie es hier der Fall ist. Und da ich in diesem Fall das Gefühl hatte, ich hätte es nicht besser sagen können hab ich mir zugestandenerweise die Arbeit gespart.

Aber, nochmal um Missverständnissen vorzubeugen: es geht mir nicht darum, der Spur des Geldes zu folgen oder Verantwortungen zuzuweisen; auch kann ich, wie schon vorher gesagt, nicht mit Sicherheit nachempfinden, was denn der Wunsch oder das Bedürfniss der Mehrheit der Menschen sein könnte, die in Sevilla leben. In diesem Sinne blicke ich sehr unbedarft auf das, was ich vorfinde und natürlich sehe ich das Potential, das hier schlummert und wenn ich hier wohnen würde, dann wäre das sicher ein Thema, bei dem ich mich gerne einmischen würde….. So hab ich es „nur“ wahrgenommen, festgehalten und teile es mit euch und bau es ein in mein Nachdenken darüber, wie es auch anders, vielleicht sogar besser gehen kann….

 

(es) Normalmente suelo publicar aquí solo contenido de mi propia cosecha; a veces recurro a Wiki y otras veces encuentro textos de terceros, como ocurre en este caso. Y como sentí que no podría haberlo expresado mejor, reconozco que me ahorré el trabajo.

Pero, para evitar malentendidos: no pretendo seguir el rastro del dinero ni señalar culpables; tampoco puedo, como ya he dicho, comprender con certeza cuáles son los deseos o necesidades de la mayoría de los habitantes de Sevilla. En este sentido, observo con mirada ingenua lo que encuentro y, naturalmente, percibo el potencial latente aquí; si yo viviera en esta ciudad, sin duda sería un asunto en el que me gustaría involucrarme… Así, «solo» lo he observado y registrado; lo comparto con vosotros y lo incorporo a mis reflexiones sobre cómo podrían hacerse las cosas de otra manera, tal vez incluso mejor…

 

 

 

 

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