Erinnerungskultur II/Memoria histórica II
Wahrheit _ Gerechtigkeit _ Wiedergutmachung
Verdad _ Justicia _ Reparación
(de) Kriege sind immer entsetzlich, egal wo sie stattfinden, egal wie lange sie dauern, egal, wie viele Menschenleben sie kosten, denn jedes Leben ist einmalig und unersetzbar. Und der Verlust begleitet die Angehörigen ihr Leben lang und manchmal auch darüber hinaus, nämlich wenn sich das Gefühl von Gerechtigkeit und Wiedergutmachung nicht einstellt.
In Spanien hat es sehr, sehr lange gebraucht, bis die große Wunde des Bürgerkriegs ganz vorsichtig angeschaut werden konnte. Grund dafür ist die lange Zeit der Franco-Diktatur, und an deren Ende der sogenannte „Pakt des Vergessens“ (oder „Schweigepakt“) der die informelle Vereinbarung bezeichnet, die in Spanien von den Parteien der Linken und der Rechten getroffen wurde, um nach dem Tod von Francisco Franco im Jahr 1975 eine Auseinandersetzung mit dem Erbe des spanischen Bürgerkriegs und der Franco-Diktatur zu vermeiden. Dieser Pakt war ein Versuch, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich auf die Zukunft zu konzentrieren. Der „Pakt des Vergessens“ erhielt eine rechtliche Grundlage im Amnestiegesetz von 1977, dem 1976 eine Teilamnestie vorausgegangen war.
Ich hab weiter unten mal den Versuch einer Zusammenfassung unternommen, auf der Grundlage des entsprechenden Wikipedia-Eintrags, der leider nicht auf Deutsch verfügbar ist….
(es) Las guerras son siempre espantosas, independientemente de dónde tengan lugar, de cuánto duren o de cuántas vidas se cobren, porque cada vida es única e irremplazable. Y esa pérdida acompaña a los familiares durante toda su vida y, a veces, incluso más allá, sobre todo cuando no se produce ese sentimiento de justicia y reparación.
En España ha hecho falta mucho, mucho tiempo para poder abordar con cautela la gran herida de la Guerra Civil. La razón de ello es el largo periodo de la dictadura de Franco y, al final de esta, el llamado «pacto del olvido» (o «pacto del silencio»), que designa el acuerdo informal alcanzado en España por los partidos de izquierda y derecha para evitar, tras la muerte de Francisco Franco en 1975, un enfrentamiento con el legado de la Guerra Civil española y la dictadura de Franco. Este pacto fue un intento de dejar atrás el pasado y centrarse en el futuro. El «pacto del olvido» recibió una base jurídica en la Ley de Amnistía de 1977, a la que había precedido una amnistía parcial en 1976.
No hace falta explicaros los pormenores (lo haré a continuación en alemán). Lo sabéis mejor que yo. Al final, solo soy una observadora por lo que me toca a mi personalmente, y no soy neutra, porque desde que he llegado al punto de sentir la necesidad de tomar una decisión, soy profudamente republicana, es más, me encantaría pensar en una república europea…..
(de) Der Pakt des Vergessens stützte den Übergang zur Demokratie in den 1970er Jahren und sorgte dafür, dass schwierige Fragen zur jüngsten Vergangenheit aus Angst, die nationale Versöhnung und die Wiederherstellung der Freiheiten zu gefährden, ausgeblendet wurden. Die Verantwortung für den Bürgerkrieg und die darauf folgende Unterdrückung sollte keiner bestimmten sozialen oder politischen Gruppe zugeschrieben werden. In der Praxis bedeutete dies, schmerzhafte Erinnerungen zu verdrängen, die aus der Spaltung der Bevölkerung nach dem Bürgerkrieg in Sieger und Besiegte herrührten.
Im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wurde der „Pakt des Vergessens“, auf dem der Übergang zur Demokratie beruhte, von verschiedenen Seiten in Frage gestellt. Zwei Faktoren spielten dabei eine Rolle. Der erste war, dass sich die Demokratie in Spanien in jenen Jahren bereits gefestigt hatte, ohne dass ihr noch die Gefahr eines Militärputsches (nach dem Scheitern des 23. Februar) oder die Bedrohung durch den Terrorismus (obwohl die ETA weiterhin Morde verübte) drohte. Somit konnte man sich mit der Erinnerung an den Franquismus auseinandersetzen, ohne dass die Demokratie in Gefahr geriet. Der zweite Faktor, wahrscheinlich der entscheidende, war das Vorhandensein einer „gesellschaftlichen Forderung“, die während des Übergangs noch nach „Vergessen“ gerichtet war, nun aber nach Erinnerung.
Es sind die Enkelkinder, die wissen wollen, warum so viel Leid ertragen wurde und warum eine gnadenlose Unterdrückung gegen die Besiegten und Oppositionellen losbrach, die keine Angst davor haben, zu erfahren, was an den Haltungen ihrer Großeltern richtig oder falsch war. Die Vorstellung verbreitet sich, dass eine feste und solide demokratische Kultur, ein bürgerliches Bewusstsein, eine Demokratie von guter Qualität nur auf der offenen Auseinandersetzung mit einer Vergangenheit beruhen kann, die das genaue Gegenteil von Demokratie war. Es gibt eine Forderung nach Gerechtigkeit, Wahrheit und moralischer, physischer und manchmal auch materieller Wiedergutmachung seitens der Opfer und ihrer Nachkomme. Und es gibt eine allgemeine Tendenz in allen Ländern, die im Laufe des 20. Jahrhunderts traumatische Erfahrungen gemacht haben, sich mit dieser Vergangenheit auseinanderzusetzen.
Die Existenz einer „gesellschaftlichen Nachfrage“ nach Erinnerung zeigte sich auf vielfältige Weise, wobei insbesondere die Gründung des Vereins zur Wiederherstellung des historischen Gedächtnisses im Jahr 2000 hervorzuheben ist, der aus den Bemühungen des Soziologen Emilio Silva hervorging, die Überreste seines Großvaters aufzufinden und zu identifizieren, der 1936 von Francos Truppen ermordet worden war. Was die demokratischen Institutionen betrifft, so wurde der erste Schritt am 20. November 2002, dem 27. Jahrestag von Francos Tod, unternommen, als der Verfassungsausschuss des Abgeordnetenhauses mit den Stimmen der Volkspartei (Partido Popular) eine Erklärung zur Verurteilung der Franco-Diktatur verabschiedete, in der sie die moralische Anerkennung der Opfer des Bürgerkriegs und der franquistischen Unterdrückung bekräftigte und die Regierung (damals unter dem Vorsitz des Volkspartei-Politikers José María Aznar) aufforderte, „eine umfassende Politik der Anerkennung und des wirtschaftlichen und sozialen Schutzes der Exilanten des Bürgerkriegs sowie der sogenannten Kriegskinder“ zu entwickeln. Diese Erklärung wurde jedoch von einigen gesellschaftlichen und politischen Kreisen sowie von einigen Historikern als eindeutig unzureichend angesehen, da sie kein „feierlicher Akt des offenen, frontalen und unmissverständlichen Bruchs mit der Franco-Vergangenheit“ war, „der einzige Weg, diese dunkle Vergangenheit hinter sich zu lassen“.
Im Jahr 2003 schlug der Historiker Ismael Saz drei Hauptmaßnahmen vor, um der „Pflicht zur Erinnerung“ am Franco-Regime nachzukommen. Erstens die moralische und materielle Wiedergutmachung für die Opfer der Unterdrückung (einschließlich der Exhumierung der Massengräber der erschossenen Republikaner); die zweite, die Entlarvung der Lügen der franquistischen Geschichtsschreibung und die Wiederherstellung der Erinnerung der antifranquistischen Opposition; und die dritte, die Beseitigung oder Neupositionierung der Symbolik des Franco-Regimes, die damals im öffentlichen Raum noch sehr präsent war, und deren Aufhebung durch eine „Politik der einfachen Anerkennung dessen, was die einfachen Spanier in ihrem Alltag und auch im Kampf für die grundlegendsten Rechte und Freiheiten geleistet haben. Wo sind die Denkmäler, die dem Exil, den Emigranten, den Gefangenen des Franco-Regimes, den von den Ordnungskräften in Granada, Madrid, El Ferrol, Barcelona usw. Getöteten gewidmet sind?“
Im Jahr 2007 verabschiedeten die Cortes auf Betreiben der sozialistischen Regierung unter José Luis Rodríguez Zapatero, die sich die Forderungen nach Wiedergutmachung für „die Ungerechtigkeiten, die während des Übergangs zur Demokratie nicht gelöst werden konnten (oder wollten)“, sowie nach einem „Neubewertung der Art und Weise, wie die vorherige Generation diese Fragen behandelt hatte“, zu eigen, das Gesetz zur historischen Erinnerung. Neben anderen Maßnahmen lehnte dieses Gesetz die Rechtmäßigkeit der vom Franco-Regime verabschiedeten Gesetze und durchgeführten Prozesse ab, hob mehrere Gesetze aus dieser Zeit auf und ordnete die Entfernung der verbleibenden Symbole des Franco-Regimes aus öffentlichen Gebäuden an.
Das Gesetz zur historischen Aufarbeitung wurde von einigen Kreisen der Linken dafür kritisiert, dass es nicht weiter ging, und vor allem von der Rechten, die beispielsweise argumentierte, es sei eine Form der „Rache“. Der ehemalige Regierungschef Leopoldo Calvo Sotelo erklärte, die Regierung von Rodríguez Zapatero habe sich „einen Bruch mit dem vorgenommen, was seit 1976 mühsam und wirksam geleistet worden war“ – sie habe den Übergang zur Demokratie „diskreditiert“ – und „in einem riskanten historischen Balanceakt [über unsere jüngste Geschichte gesprungen], um in den verhängnisvollen 1930er Jahren eine Legitimation zu suchen, die sie in der eigenen Geschichte nicht fand“. Die Partido Popular, die das Gesetz ebenfalls scharf kritisierte, gewann die spanischen Parlamentswahlen 2011, hielt jedoch ihr Wahlversprechen, es aufzuheben, nicht ein; sie schloss jedoch das Büro für Opfer des Bürgerkriegs und der Diktatur, das für die Koordinierung der Exhumierungen der Überreste der Verschwundenen zuständig war, und strich die entsprechenden Haushaltsmittel.
(de) Ich hab mich in Sevilla auf die Spurensuche begeben. Zugegebenermaßen eine klar parteiische Suche, denn die Spuren auf die ich mich konzentriert habe, sind die der republikanischen Opfer. Und leider muss ich feststellen, dass der Kampf um Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung immer noch nicht beendet ist. Mit der Übernahme der Regierung in Sevilla durch die PP, die Volkspartei, 2023 wurde das Büro der „Memória Histórica“ geschlossen und die erforderlichen Mittel für die Exhumierung der Opfer und ihre Identifizierung wurden gestrichen.
(es) Me puse en Sevilla en busca de pistas. Reconozco que fue una búsqueda claramente sesgada, ya que me centré en las pistas de las víctimas republicanas. Y, lamentablemente, debo concluir que la lucha por la verdad, la justicia y las reparaciones aún no ha terminado. Con la llegada del PP al gobierno de Sevilla en 2023, se cerró la oficina de la «Memória Histórica» y se recortaron los fondos necesarios para la exhumación e identificación de las víctimas.
(de) Was ist, ist ein Denkmal auf dem großen Friedhof von Sevilla. In den Monaten nach dem gescheiterten Staatsstreich vom 18. Juli 1936, der zum Bürgerkrieg führte, wurden sowohl im von den Rebellen kontrollierten Gebiet als auch in der republikanischen Nachhut die Leichen der Getöteten unbestattet auf den Straßen und dem Land gefunden. Dies diente der Stigmatisierung und Einschüchterung. Um jedoch zu verhindern, dass der Skandal um diese Todesfälle über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde, beschloss man bald, die Toten entweder an ihrem Tatort zu bestatten (meist in einer anderen Stadt als ihrem Geburtsort) oder sie an einen anderen Ort zu überführen. Friedhofsmauern wurden zu einem weiteren bevorzugten Ort für Hinrichtungen und Bestattungen. In der Nachkriegszeit wurden Hinrichtungen nach Scheinprozessen vollzogen, und die Bestattungsstätte wurde dokumentiert. Das Massengrab auf dem Pico Reja, dem alten Friedhof von Sevilla, wurde im Februar 2023 geschlossen, nachdem bei Ausgrabungen die Überreste von 1786 Opfern der Repression freigelegt worden waren.
(es) Lo que sí existe es un monumento conmemorativo en el gran cementerio de Sevilla. En los meses posteriores al fallido golpe de Estado del 18 de julio de 1936, que desencadenó la Guerra Civil, los cuerpos de los asesinados fueron hallados sin sepultar en las calles y el campo, tanto en territorio rebelde como entre la retaguardia republicana. Esto sirvió para estigmatizar e intimidar. Sin embargo, para evitar que el escándalo de estas muertes trascendiera las fronteras del país, pronto se decidió enterrar a los muertos en el lugar del crimen (generalmente en una ciudad distinta a la de su nacimiento) o trasladarlos a otro sitio. Los muros de los cementerios se convirtieron en otro lugar predilecto para ejecuciones y entierros. En la posguerra, las ejecuciones se llevaron a cabo tras juicios simulados y se documentó el lugar de entierro. La fosa común del Pico Reja, el antiguo cementerio de Sevilla, fue clausurada en febrero de 2023 después de que las excavaciones desenterraran los restos de 1.786 víctimas de la represión.
(de) Ich hab noch zwei interessante Links für diejenigen von euch, die ihr noch mehr zu diesem Thema wissen wollt, als ich hier zusammengetragen habe:
(es) Tengo dos enlaces más interesantes para aquellos de vosotros que queréis saber más sobre este tema de lo que he recopilado aquí:
www.memoriahistorica.org.es
rtve: El país de las 6.000 fosas


























