Bautagebuch. VI

DAS STÄNDERFACHWERK

Natürlich haben wir weiterhin intensiv am Ständerwerk gearbeitet. Das bedeutet, dass wir uns jedes Werkteil einzeln vornehmen, es auf Länge bringen, die Enden entsprechend der geplanten Holzverbindung (Zapfen, Überblattung, was auch immer) arbeiten, Zapfenlöcher dort anbringen, wo wir sie später brauchen, ebenso die Aussparungen. Das bedeutet aber auch, dass jedes Werkstück zu einem konkreten Bauteil wird, benannt, durchnummeriert, mit festgelegter Reihenfolge und Position.

Pfosten, Streben, Riegel, Kopfbänder und Rähm. Alles muss jetzt nacheinander gefertigt werden, um dann, wenn alles bereit liegt, ausgerichtet und dann aufgebaut zu werden.

Die Pfosten

Sie bekommen oben und unten Zapfen um in den Bodenlängsbalken und den Rähm eingesetzt zu werden. Dazu die Zapfenlöcher für alle Bauteile, die mit ihnen verbunden sind. Das ist an manchen Stellen nur eine Strebe, an den meisten kommt noch ein Riegel dazu, der die Streben im rechten Winkel hält.

Die Penelope-Taktik

Zwischendurch wird auch immer mal wieder überprüft, ob Zapfen und Loch zueinanderpassen und die Pfosten gut aufstehen. Das ist unsere Penelope-Taktik. Wir bauen zusammen und wieder auseinander. Mehrmals. Mal ein oder zwei Bauteile, mal mehrere.

Das ist eine große Geduldsprobe, denn inzwischen haben wir alle eine enorme Lust, den Raum vor uns (ent)stehen zu sehen, nicht nur in unserer Vorstellung, sondern „in echt“.

Wir haben uns erst einmal um die beiden Längsseiten gekümmert, unter anderem, weil die eingebunden sein werden zwischen zwei parallel zueinander verlaufenden Balken. Bei den Pfosten an den Giebelseiten ist zusätzlich noch die Dachschräge zu berücksichtigen. Daher haben wir uns diese beiden Wandstrukturen getrennt vorgenommen.

Die Streben

Streben sind diagonal angeordnete Bauelemente. Sie sind im Fachwerk wichtig, denn sie dienen der Versteifung der Gesamtkonstruktion und leiten die  Zug- und Druckkräfte ab. Natürlich dürfen die beim KUKUmobil nicht fehlen. Druck und Zug wird es auf der Reise genug geben.

Die Riegel

Riegel sind waagerechte Bauelemente zur Unterteilung der Fache; entweder in kurzen Stücken zwischen die Ständer gezapft (Riegelkette), oft auch als langer Riegel über die Ständer geblattet.Wir werden beides haben. An den Eckfachen auf den Längsseiten wird ein jeweils einen Riegel geben, der die beiden sich überkreuzenden Streben hält. An den Giebelseiten halten sie jeweils eine Strebe, an der Längsseite mit Fenstern wird es Kopfriegel geben und einen langen horizontalen Riegel. Spannend ist es, sich genau die Reihenfolge zu überlegen, in der die Bauteile zusammengebaut werden sollten, je nach Funktion, die sie im Gesamtgefüge übernehmen, und dementsprechend die Verbindungen, die sinnvoll sind.

Juanjo hatte schon begonnen mit der Arbeit an den ersten Kopfriegel. Inzwischen sind die vier für die Eckfache fertig.

Das ist wichtig, weil auch hier immer mal wieder die Penelope-Taktik zum Tragen kommt, und wir uns absichern wollen, dass wir nicht auf dem „Holzweg“ sind, dass alles passt, vielleicht nicht immer genau auf den Millimeter, aber doch „so ungefähr ziemlich genau“. 😉 Vor allem aber wollen wir die Elemente passend machen, Zapflöcher dort anpassen, Zapfen dort nacharbeiten, wo es notwendig ist.

Der ersten Versuch verlief recht zufriedenstellend. Jetzt müssen die Teile rechtwinklig ausgerichtet und mit Schrauben und/oder Holznägeln verbunden werden.

Aber davon,  wie wir die provisorischen Standbeine unter den Anhänger bekommen haben, um ihn waagerecht auszurichten, und was an Dachkonstruktion schon getan wurde, erzähl ich euch im nächsten Beitrag.

Übrigens, wenn Gudrun und ich mal gemeinsam auf einem Foto zu sehen sind, dann liegt das natürlich daran, dass es noch jemand dritten hinter der Kamera gab. In diesem Fall hatten wir auf der Baustelle Besuch von Cindy.

 

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